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Kunst musst Du nicht verstehen Archiv

103 Episoden
18 Minuten
Manchmal führen mich meine Bilder in eine ganz andere Richtung als erwartet. So ging es mir auch mit dem Bild „Ver-eisung“, das eine radikale Prozedur mit Hochglanz-Heizkörperlack ertragen musste. Unter einer dicken Schicht dieser besonderen Form von „Eis“ verschwanden große Teile einer zuvor mit Ölfarben gemalten Kindergruppe. Wie es dazu kam und was mir mein Bild nun, 4 Jahre nach seiner Entstehung, zu sagen hat, erfährst Du in der aktuellen Podcastfolge.

Das nachträgliche Gespräch mit meinen Bildern ist einer der Hauptgründe, weiter zu malen. Meine Bilder zeigen mir genau das, was ich gerade neu beleuchten darf. Genauso gut funktioniert dies mit Werken anderer Künstler, mit Arbeiten, die mir etwas bedeuten.

Ist Dir auch schon einmal aufgefallen, dass ein Bild, was Du immer wieder anschaust, etwas zu sagen hat? Wenn Du Dein Lieblingsbild befragen willst, aber nur unklare Antworten erhältst, melde Dich gerne bei mir. Im Gespräch formt sich genau das, was Du gerade brauchst, genauer heraus. Du entscheidest, ob Du unsere Unterhaltung als Podcast zur Verfügung stellen möchtest oder ob es lieber privat bleiben soll.
29 Minuten
Leonora Carrington, a British-Mexican artist (1917 - 2011) invites us to decrypt her surrealistic pictures. Not only the aesthetic, but also the motif captures us. A strange and mystic atmosphere is spreading out.

I am happy that Karin Volpp-Gardela brought Leonora to my attention. As a result of our common interest we recorded this video / podcast episode. We talk in English, because Karin lives in the US since more than 30 years. 

Karin has an advanced diploma in art therapy. This seems to be one of the roots of her current work with Tarot cards, human design, gene keys and astrology. With these tools she enables people to recognize their own potential.

Leonora Carrington also worked with Tarot cards and even created pictures for Tarot cards. What a nice coincidence!

The picture we are dealing within this episode is called „bird bath“. The content is a very hot topic although the work is from 1974.

Here you can find out more about Karin's work.

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Leonora Carrington, eine britisch-mexikanische Künstlerin (1917 - 2011) lädt uns mit jedem ihrer surrealistischen Bilder zum Entschlüsseln ein. Nicht nur die Ästhetik fesselt, sondern auch der Inhalt lässt uns als Betrachter*innen stehen bleiben. Eine seltsame, mystische Stimmung verbreitet sich.

Ich freue mich sehr, dass mich Karin Volpp-Gardela auf diese Malerin aufmerksam gemacht hat. Nebenbei entstand unsere gemeinsame Podcastfolge. Anders als sonst gibt es hier auch ein Video dazu. Wir unterhalten uns auf Englisch, da Karin seit mehr als 30 Jahren in den USA lebt. Karin hat u. a. Kunsttherapie studiert. Mit Tools wie Tarotkarten, Human Design, Gene Keys und Astrologie lässt sie andere Menschen ihr eigenes Potenzial erkennen.

Beim Recherchieren über Leonora Carrington haben wir erfahren, dass die Künstlerin auch selbst Tarotkarten gestaltet hat. Eine schöne Koinzidenz!

„Bird bath“ lautet der Titel der Serigraphie, über die Karin und ich in dieser Folge sprechen. Das Bild ist inhaltlich brandaktuell, obwohl es schon 1974 entstanden ist.

Mehr zur Arbeit von Karin findest Du hier.
22 Minuten
Elizabeth Peyton läuft mit ihren Menschendarstellungen, meistens Porträts, auf einem schmalen Pfad zwischen der Suche nach Wiedererkennung („oh, das ist doch…“) und klebriger Süße. Nichts davon sehe ich in ihren Bildern. Es sind Personen des öffentlichen Lebens, die uns in irgendeiner Weise berühren und unsere Welt bewegen. Was ist das Besondere an diesen Menschen? Warum haben sie soviel Einfluss mit ihrer Kunst, Musik, Politik? Elizabeth Peyton gibt Antworten in ihren Bildern, indem sie den Zauber von Stars, Celebrities, Prominenten aufkonzentriert und übersetzt. Dennoch fällt es mir schwer, dafür Worte zu finden. Man sieht ihre Bilder und weiß, was gemeint ist. Das Abbild an sich drängt sich nicht in den Vordergrund, sondern es ist die Aura der Figuren, die zuerst wahrgenommen wird.

Für die aktuelle Podcastfolge habe ich „Julian with a broken leg“ ausgesucht. Das Bild ist im Netz nicht leicht zu finden. Eine kleine Darstellung gibt es auf S. 28 in diesem pdf.

https://d2b8urneelikat.cloudfront.net/media/collectiveaccess/images/7/0/52466_ca_object_representations_media_7068_original.pdf
17 Minuten
Als Kunstdrucke zieren seine Bilder so manchen Konferenzraum. Fängt man an, sich jenseits der ästhetischen Oberfläche von Edward Hoppers Werken mit den Inhalten zu beschäftigen, kann das schnell eine Schmerzgrenze berühren oder zumindest betroffen machen. Mit seiner extremen Lichtführung erzeugt Hopper eine subtile Dramatik, die mich immer wieder hinschauen lässt. Messerscharfe Trennlinien zwischen Hell und Dunkel bauen eine eigentümliche Spannung auf und weisen darauf hin, dass es auch im Leben das Eine nicht ohne das Andere gibt.

„Seven A. M.“ hat Hopper das Bild betitelt, um das es in dieser Podcastfolge geht. Es wird wohl ein heißer Sommertag.
15 Minuten
Die Bilder der zeitgenössischen Malerin Charline von Heyl fallen in der Masse abstrakter Malerei besonders auf. Woran liegt es, dass ihre Arbeiten so lebendig wirken? Diese Podcastfolge ist „Old fish new fish“ gewidmet. Ein kleinerer roter Fisch am Bildrand springt auf einen riesigen schwarz-weißen halben Fisch. Damit ist optisch für Nervenkitzel gesorgt. Zu tief braucht das Werk nicht in eine Bedeutung eingetaucht zu werden, denn darum geht es vermutlich gar nicht. Dennoch erscheint das Bild hintergründig, stark und keineswegs nur dekorativ. Es erwartet Dich hier also kein „Plattfisch“.
20 Minuten
Alex Katz ist bekannt für riesige Gesichter, die er in spannenden Kompositionen flächig und in markanten Farben auf die Leinwand bringt. Seine Kunst wird oft unter „Popart“ eingeordnet und von der Anmutung her passt es, aber von der zeitlichen Einordnung nicht. Er hat schon vorher Alltagsszenen großformatig, flächig, klar und scharf abgegrenzt gemalt. Das „Jetzt“ ist ihm wichtig und die Malerei an sich. Mit Mitte 90 wirkt er in dem, was er sagt, wie er sich kleidet und malt, noch immer modern. Seine Bilder sind einerseits zeitlos, andererseits Zeitdokumente der Mode, der Frisuren und der gesellschaftlichen Umstände.

„Self portrait with sunglasses“ (1969) heißt das Bild, um das es in der aktuellen Podcast-Folge geht.
25 Minuten
Cy Twombly’s Blatt mit Morchel und Lamellenpilzen, einer locker hingeworfenen Andeutung eines Schwanes, Marmeladenglas-Etiketten, Zahlen und Buchstaben aus der Serie „Natural History, Part 1“ lädt zum Entschlüsseln ein. Je länger ich darauf schaue, desto größer wird das Rätsel und der Ansporn, es zu lösen. Ich sehe aber bald ein, dass es ein hoffnungsloses Unterfangen bleibt, einen Anfang und ein Ende zu finden und alles dazwischen mit (Marmeladenglas-)Etiketten zu versehen. Ein großes Thema - so reduziert, ästhetisch und leicht dargestellt!
15 Minuten
Beim Malen kam es zu unerwarteten Wiederauferstehungen. Dafür war nicht einmal das Ausarbeiten der Gesichter der dargestellten Personen erforderlich. Kleidung und Körperhaltung, mit ein paar Pinselstrichen angedeutet, haben ausgereicht, um meine Verwandtschaft wieder lebendig werden zu lassen. Das passierte beim Malen einer Hochzeitsgesellschaft, mit Bedacht gruppiert für das Familienfoto. Vor einigen Jahren fiel mir das Schwarzweiß-Foto wieder in die Hände. Ohne zu ahnen, was ich dabei erleben würde, fing ich an zu skizzieren.

Das Bild von 2013 trägt den schlichten Titel „Ja“ und Du findest es auf meiner Website unter https://astridblohme.de/malerei
19 Minuten
Ein Maschendrahtzaun spielt zumindest symbolisch die Hauptrolle in Marlene Dumas’ Bild „The Schoolboys“, was sie 1987 in Öl auf Leinwand gemalt hat. Diesseits des Zauns dominieren Jungen in Schul-Uniformen, dahinter ist schemenhaft eine schwarze Person zu erkennen. Das Bild wirkt durch seine extremen Hell-Dunkelkontraste und die harten, zeichnerischen Elemente in manchen Partien holzschnitthaft. Es ist im wahrsten Wortsinn und auf jeder Ebene einschneidend, so wie der Graben zwischen Schwarz und Weiß in Südafrika.

Das Hineinwachsen in ihre Rollen und die Formung der Persönlichkeit ist anhand der unbeholfen bis lässig herumstehenden vier Jungen im Bildvordergrund gut nachvollziehbar: vom runden rosa „Milchgesicht“ zur festen und bestimmten Kantigkeit, die wohl dafür sorgt, dass der Zaun bestehen bleibt.

Dieses Bild hat vieles zu erzählen.
28 Minuten
„Fragment of a crucifixion“ heißt das Bild von Francis Bacon, über das Malerin Svenja Wetzenstein und ich uns dieses Mal unterhalten. Damit knüpfen wir an unsere letzte gemeinsame Podcast-Folge (#11) an. Damals ging es um ein Werk von Lovis Corinth: „Im Schlachthaus“.

Francis Bacon ist nicht gerade als Meister der Lieblichkeit bekannt, sondern für seine brutale Direktheit. Zum Leben gehört nun einmal der Tod und umgekehrt. Der Fahrstuhl in die andere Welt kann jederzeit bestiegen werden. Zumindest ist das eine von vielen Deutungsmöglichkeiten, die uns beim Gespräch über das farblich sparsam gehaltene Bild von Bacon in den Sinn kam.

Die Gegenwart des Todes im Leben ist auch ein zentrales Thema im Werk von Svenja Wetzenstein. Einen tieferen Einblick erhältst Du auf ihrer Website https://svenja-wetzenstein.de/ und im Rahmen eines Interviews, das Du unter https://astridblohme.de/interview-mit-svenja-wetzenstein findest.

Wenn Du Lust hast, mit einem selbst ausgewählten Bild an einer Podcast-Folge teilzunehmen, schreibe mich gerne über das Kontaktformular auf meiner Website an: https://astridblohme.de/kontakt
18 Minuten
Eine Eisenbahnexpertin bin ich nicht, und so hielt ich die Lokomotive in Dirk Skrebers unbetiteltem Bild von 1988 tatsächlich für einen Waggon. Nein, es ist eine Lokomotive. Sie trägt den Spitznamen „Picasso“, denn der Aufbau auf dieser Lok wirkt genauso deplatziert wie Augen und Nase in manchen von Picasso gemalten Gesichtern.

Das Bild lockte mich aber nicht durch den Bildgegenstand an sich, sondern eher durch die besondere Atmosphäre, die auf der Kippe zur Surrealität zu stehen scheint. Hinzu kommen wohl die Farben, die an Spielzeug aus den 1960/70er Jahren erinnern. Was ist es sonst noch, das dieses Bild auf subtile Weise über die üblichen Sehgewohnheiten hinaushebt?
17 Minuten
Lotte Laserstein (1898 - 1993) zeigt sich in ihrem Bild „Mackie Messer und ich“ in der Rolle von Polly Peachum aus Brechts Dreigroschenoper. In edle Spitze gehüllt und mit üppigem Federhut spaziert sie an der Seite des verschlagenen Ganoven Mackie Messer. Lottes Schirmstock und Mackies Spazierstock weisen symbolisch in gegensätzliche Richtungen und bilden den Rahmen für die Bände sprechenden Porträts der beiden Personen.

Lotte Laserstein malte dieses Bild 1932. Gab es schon eine Vorahnung dessen, was sie erwartete?
19 Minuten
Ein Alphabet aus Kreisen, Ellipsen, Dreiecken, Quadraten und anderen Grundformen hat der in Ungarn geborene Graphiker und Maler Victor Vasarely (1906 - 1997) entwickelt, um damit Bilder in unendlichen Variationen zusammenzusetzen. Allen gemeinsam ist eine strenge Ordnung und der geschickte Einsatz von Farben, sodass die Formelemente extrem räumlich wirken und sich manchmal sogar zu bewegen scheinen.

Heutzutage würde man solche Op-Art-Bilder digital produzieren, aber zumindest seine „Prototypen“ hat Vasarely großformatig selbst gemalt, bevor sie dann z. B. als Serigraphien vervielfältigt wurden. Der Titel des Bildes in dieser Podcast-Folge heißt „Vega-Tek“. Man könnte dabei an ein technisches Gerät denken. Vasarely hielt die Physik für eine neue Quelle der Poesie.
18 Minuten
Clyfford Still (1904 - 1980), ohne Titel (1959). Zwei zerklüftete, von Weiß durchbrochene, schroffe Farbflächen stehen sich beinahe diagonal gegenüber in diesem riesigen Bild. Es hat eine sehr große Kraft und ich bewundere das, weil das Bilddesign genial einfach und selbstverständlich erscheint: ein warmes Gelb und ein tiefes Orange im Gespräch. Hinzu kommt eine zarte schwarze vertikale Linie, die durch beide Farbbereiche hindurchläuft. Das ist eine „Life line“ und diese findet sich in sehr vielen von Clyfford Still’s dynamischen, expressiven Bildern.

Wie wirkt das Bild auf Dich? Vielleicht findest Du es irgendwo im Netz, während Du diese 14. Folge von „Kunst musst Du nicht verstehen“ hörst. Es gibt sehr viele ähnliche Werke von Clyfford Still, aber z. B. mit folgender Kombination an Suchbegriffen „untitled clyfford still 1959“ gelangst Du zum hier besprochenen Bild.
17 Minuten
„Lila - der letzte Versuch!“, „Lila schützt vor Schwangerschaft“ oder "Emanzen-Lila" und was dieser Farbe sonst noch an Spott anhaften sollte, hat mich beim Malen des Bildes „Try To Hold“ nicht interessiert. Was es sonst noch zu dieser Farbe, die eigentlich gar keine ist, zu sagen gibt, erfährst Du in dieser Podcast-Folge.

Meistens greifen wir z. B. bei der Auswahl unserer Kleidung oder einer Wandfarbe unbewusst oder auch bewusst zu einer Farbe, mit der wir eine besondere Wirkung oder Stimmung erzielen wollen. Du musst aber kein neues T-Shirt kaufen und auch nicht Dein Haus renovieren, wenn Du Farbe intensiv erleben möchtest. Das geht auch beim Malen traditioneller Mandalas. Eine Anleitung dazu gibt es auf meinem YouTube-Kanal ALLES IN FARBE: Mandala Malen 1 und Mandala malen 2