Mach' Mal Lauter Archiv
51 Episoden
48 Minuten
„Ich mache das alles, weil ich es kann.“ Verena Möckel ist eine der Gründerinnen und Vorständinnen des Hamburger Gabenzaun e.V.. In dieser Folge sprechen wir über die Entstehung des Gabenzauns, die Idee dahinter und wie sich, seit der Pandemie, diese Idee deutschlandweit integriert hat. Verena Möckel ist ganz nah an ihren Gästen dran. So nennt sie die Menschen, denen sie am Gabenzaun begegnet. Ein deutliches Zeichen dafür, wie menschlich und zugewandt diese Frau ist.
1 Stunde 19 Minuten
„Wie hält man es gemeinsam aus?“ Axel Mangat ist seit 10 Jahren Leiter der Bahnhofsmission in Hamburg am Hauptbahnhof und trifft dort täglich auf die vielen unterschiedlichen Welten, die in einer Großstadt aufeinanderprallen. Wir sprechen mit Axel über Drogensucht, Obdachlosigkeit und gesamtgesellschaftliche Konflikte. Der gelernte Sozialpädagoge hat lange Zeit mit Jugendlichen im Schwerpunkt Suchtprävention zusammengearbeitet und weiß, dass es sich lohnt einen Blick hinter die Fassade zu werfen. Der Hauptbahnhof ist Anlaufstelle für verschiedenste Persönlichkeiten und Geschichten - jeder bringt seine Eigene mit. Aber wie kann man die unterschiedlichen Welten miteinander vereinbaren und wie kann man es in dieser Gesellschaft gemeinsam aushalten, ohne sich dabei zu verlieren? In diesem Gespräch kommen wir zu keiner endgültigen Lösung, eines ist aber klar: Wenn man sich mit der Gesellschaft beschäftigt, in der man lebt, reicht es nicht aus, nur in der eigenen Blase stattzufinden - auch, wenn es oft leichter fällt. Wer Fragen stellt, bekommt Antworten. Es kann sein, dass diese manchmal unbequem sind, aber warum glaubt ein Mensch, der Weg auf die Straße und in die Abhängigkeit von Suchtmitteln und Drogen, sei die einzige Lösung? Vielleicht Flucht aus der „eigenen Realität“? Was bewegt jemanden dazu, sich zu diesem Schritt zu entscheiden? Können wir Empathie lernen und wenn ja, wie? Axel versucht mit uns, diesen Fragen nachzugehen und spricht so ein Thema an, das uns alle betrifft. Wenn auch nur im Vorbeifahren.
1 Stunde 8 Minuten
„Ich bin HIV positiv und dennoch eine Schutzmaßnahme beim Sex.“ Ahmed Mnissi erfuhr 2016 auf einem Städtetrip mit Freund:innen, dass er HIV positiv ist. Eine Diagnose, viele Fragen, viele Emotionen und die Frage der Schuld. Ahmed gibt uns einen ehrlichen und ungeschminkten Einblick in seine Gefühlswelt. Er erklärt uns, was es mit der Nachweisgrenze auf sich hat, warum das Virus nicht vollständig zerstörbar ist, wieso er wegen fehlendem Gefühl zu sich mehrfach am seidenen Faden hing und warum wir genau zu diesem Thema eine Fortsetzung machen sollten. Eine zarte Folge mit einem genügsamen Menschen, von dem wir alle viel lernen können.
1 Stunde 7 Minuten
„Ich möchte lesbisch sein können, ohne dafür diskriminiert zu werden.“ Ein vermeintlich simpler Wunsch, der aber an zu vielen Stellen so noch nicht gelebt werden kann. Im Zuge des Pride Month sprechen wir mit der Schauspielerin und „Actout“ Mitwirkenden Merve Aksoy. Was bedeutet „heterosexuell gelesen“, „pinkwashing“ und "nonbinary“? Welchen Anfeindungen sind queere Menschen täglich ausgesetzt? Welche Kompromisse müssen sie täglich eingehen? Wie funktioniert gute Aufklärung und was können wir dafür tun? Merve spricht mit uns über ihre Erfahrungen, über das weltweit erste, lesbische Datingformat, über den „Shane Faktor“ und darüber, dass Lieben zwar nicht einfacher als Hassen ist, aber immer die richtigere Entscheidung. Eine Folge, in der wir uns anlässlich des Pride Month vergangenen Monat etwas außerhalb der üblichen Stiftungsthemen bewegen.
50 Minuten
„Wenn ihr kein Geld habt oder geben wollt, sagt doch einfach mal Hallo!“ Christoph Marnitz ist Projektleiter im Bereich der Obdachlosenhilfe der Karin und Walter Blüchert Gedächtnisstiftung. Auch in diesem Jahr richtet die Stiftung das DOCK „Tage ohne Sorgen“ aus. Wir sprechen mit Christoph über die DOCK Zielgruppe, über den Umgang mit Bedürftigen in unserer Gesellschaft, über Abgrenzung und darüber, wieso Pfandflaschen nicht in den Mülleimer gehören und wieso es, seit Corona, für Obdach-und Wohnungslose noch schwieriger geworden ist, an Trinkwasser zu kommen.
1 Stunde 19 Minuten
"Das System kann doch nur gesprengt werden, weil das System mangelhaft ist.“ In dieser Folge sprechen wir mit Lisa über die Kinder- und Jugendhilfe. Was ist paradoxe Intervention? Wie ist die Jugendhilfe aufgebaut? Wie funktioniert Abgrenzung? Lisa gibt uns einen unzensierten Einblick in ihre Arbeit. Wir sprechen über systemische Versäumnisse, über Kinder, die auf der Strecke bleiben müssen, weil es zu wenig individuelle Angebote gibt, über den Kampf gegen Windmühlen und über kleine Meilensteine, die eine ganze Welt bedeuten können. Ein mangelndes Fremdunterbringungs- sowie Therapiesystem - Welche Veränderungen brauchen wir, um hier Verbesserung zu erlangen? Viele Fragen, aber auch einige wichtige Antworten!
1 Stunde 13 Minuten
*Diese Folge birgt Trigger Potential. Achtet auf euch und hört sie euch nur an, wenn ihr euch dazu in der Lage seht* „Seien wir ehrlich, Täterkreise sind super vernetzt! Helfersysteme haben ordentlich Nachholbedarf.“ In dieser Folge setzen wir das Gespräch aus Folge eins mit Susana Pietsch von den „Dolle Deerns“ fort. Wir sprechen über Täter*innenkreise, rituelle Gewalt, Traumafolgen und persönliche und subjektive Erfahrungen. Hierbei geht es darum, ein hoch komplexes Thema niedrigschwellig zu platzieren und thematisieren. Wir tauschen uns aus und teilen unsere Erfahrungen, privat sowie im Arbeitskontext, mit euch. Dies ist kein Fachexpert*innen Dialog.
1 Stunde 2 Minuten
„Wer sagt, in Deutschland muss keiner obdachlos sein, weiß schlicht nicht, wovon er redet.“ Manuela Szepan ist Teil des Teams von Hanseatic Help. Sie ist dort in der Logistik tätig und somit das „Herz“ des Vereins, der 2015 seine Anfänge fand. In dieser Folge kriegen wir einen Einblick in die Arbeit von Hanseatic Help. Wir sprechen über die Herausforderungen in Zeiten von Corona, über Unter- und Überversorgung, gesellschaftliche Versäumnisse, persönlichen Wachstum, Geschichten, die uns anders auf Dinge schauen lassen und darüber, dass Wut und Resignation manchmal sehr dicht beieinander liegen.
1 Stunde 14 Minuten
„Die Wahrheit ist, ja, ich bin voll gefangen im System.“ Manchmal entwickeln sich Gespräche in eine völlig andere Richtung als ursprünglich geplant, aber diese organische Entwicklung sorgt für starken Inhalt und zeigt auf, was uns Menschen umtreibt. Maximilian Mann ist Musicaldarsteller und Moderator. In dieser Folge brechen wir eine kleine Lanze für Künstler*innen in Zeiten von Corona. Wenn Altes wegbricht und Neues noch nicht steht, ist Unsicherheit eine Tatsache, die es auszuhalten gilt. Aber wie genau geht das? Wie gebe ich mir ein Gefühl von Sicherheit, wenn Fragen viel Raum bekommen aber Antworten nicht gegeben sind? Und wie gehe ich richtig mit vermeintlich gut gemeinten Tipps um, die aber eigentlich nur verletzen? Maximilian Mann spricht offen und klar über die aktuelle Lage, über die toxischen Seiten von Social Media und er erzählt uns, wieso er rational Vieles versteht, es aber emotional eben nichts verändert.
41 Minuten
„Ich möchte mal sehen, was Menschen täten, wenn Pflegefachkräfte plötzlich streiken“ Im offenen Gespräch mit Steffen Hering, Mitarbeiter der Karin und Walter Blüchert Gedächtnisstiftung und Projektleiter von Gewalt im Alltag, über die letzte Veranstaltung, die Herausforderungen in Zeiten von Corona, großartige Speaker*innen und die massiven Missstände im Bereich der Pflege und zum Thema Gewalt am Arbeitsplatz.
54 Minuten
„Wer Bossing erlebt, erlebt auch, dass die Chance auf Hilfe gering ist. Weil jeder weiß, dahinter steckt unser Boss!“ Prof. Dr. Jens Weidner lehrt Kriminologie und Sozialisationstheorie an der HAW Hamburg. Ein vielseitiger Mensch, der in seiner Tätigkeit die verschiedensten Menschen traf. Darunter zum Beispiel Straftäter und Totschläger, mit denen er arbeitete. In dieser Folge sprechen wir über Aggressionen, Bossing, Mobbing, Hilfestellung für Arbeitnehmer*innen und darüber, wie salonfähig Mobbingstrukturen geworden sind. Welche Beratungsmöglichkeiten Prof. Dr. Jens Weidner anbietet, wie er mit Betroffenen von „Bossing“ arbeitet und was all das auch mit seiner eigenen Geschichte zu tun hat, erfahrt ihr in dieser Folge. Im Rahmen unserer Veranstaltung "Gewalt im Alltag" am 26. & 27. März 2021 hält Prof. Dr. Jens Weidner einen Vortrag zum Thema "Bossing und seine Folgen für das berufliche und private Leben" und wird außerdem an einer Dialogrunde teilnehmen. Mehr Informationen dazu bekommt ihr auf unserer Webseite www.gewalt-im-alltag.de.
1 Stunde 5 Minuten
„Schmerz bleibt Schmerz, ohne Frage. Aber er hat mich unglücklich gemacht. Und ich wollte nicht unglücklich sein.“ Dayan Kodua ist Autorin, Verlegerin und Schauspielerin. Ein Bild, dass sie bis heute sehr präsent in sich trägt, ist der Moment als sie mit zehn Jahren in Deutschland ankam. Aus einem starken Kind wurde eine starke Frau. Sie hat viele Kämpfe bestritten, neue Wege probiert und sich jede Freiheit, innen wie außen, hart erarbeitet. Es ist genau diese Erfahrung, die sie auch anderen wünscht und die sie hier und da „absolut“ wirken lässt. „Jede:r verdient es, frei und glücklich zu sein.", so Dayan. "Der Weg dahin ist allerdings nicht immer einfach. Aber wir können uns entscheiden.“ Ein kontroverses Gespräch mit einer gesunden Dosis Wut. Ein Gespräch über Mut, Altlasten und Entscheidungen.
46 Minuten
„Wir werden vermutlich erst in den kommenden Jahren bemerken, was diese Zeit bei Vielen angerichtet hat.“ Janine Mehner ist Moderatorin und Journalistin. Seit 2019 moderiert sie unsere Veranstaltung Gewalt im Alltag. Auch in diesem Jahr wird sie diesen wichtigen Part übernehmen. Anders als in den Jahren davor, wird es das Forum „Gewalt im Alltag“ ab 2021 zweimal jährlich geben. Am 26. und 27. März starten wir unseren diesjährigen Auftakt. Schwerpunktmäßig wird es im März um die Bereiche „Gewalt in der Pflege“ und „Gewalt am Arbeitsplatz“ gehen. Wie bereitet sich Janine auf ihren Moderationsjob vor? Warum sie diese Veranstaltung als Projekt und nicht als Job wahrnimmt, wieso sie Vieles auch mit nach Hause nimmt, welche Unterthemen uns in diesem Jahr erwarten und warum es für sie als Moderatorin wichtig ist, die Aufregung nicht vollständig zu verlieren, erfahrt ihr in dieser Folge. Alle Infos rund um unsere Veranstaltung findet ihr unter www.gewalt-im-alltag.de. MEHR DAZU: Janine Mehner im Web: www.janinemehner.de, auf Instagram: https://www.instagram.com/moderatorin_janinemehner/ und auf Facebook: https://www.facebook.com/janinemehner.tv | Die Karin und Walter Blüchert Gedächtnisstiftung im Web: https://www.kwb-stiftung.de, https://www.gewalt-im-alltag.de, https://anpacken.org, https://www.dock.hamburg, https://www.erfahrungstraeger.de und bei Instagram: https://www.instagram.com/kwbstiftung/ Facebook: https://www.facebook.com/kwbstiftung und Twitter: https://twitter.com/KwbStiftung
1 Stunde 10 Minuten
„Wir sind der Berufsstand, der die schlechtesten Bedingungen hat, sich aber keine Lobby aufbaut.“ Sara Dosenbach arbeitet seit fast zwei Jahrzehnten im Bereich der Pflege. Ihre Leidenschaft für den Beruf und die Fähigkeit der Weitsicht hat sie, trotz der teilweise schwierigen Bedingungen für Pflegefachkräfte, an vielen Stellen durchhalten lassen. Wenn sich die Waage aber auf zu vielen Ebenen nicht hält, verliert man die Balance. Nach einem Burnout und einigen Prozessen des Umdenkens sagt Sara heute: "Ich musste lernen, dass ich nicht alles verbessern kann, auch wenn ich die Missstände sehe. Wenn ich dies weiter versucht hätte, wäre ich nicht nur krank geworden, ich wäre es auch geblieben.“ Ein offenes, mutiges und ehrliches Gespräch über ein großes gesellschaftliches Versäumnis, Grenzen, Fürsorge und einen Appell, der uns alle angeht.
1 Stunde 15 Minuten
„Was sollen Betroffene denn noch alles aushalten?“ Susana Pietsch ist Mitarbeiterin der Dollen Deerns, einer Fachberatungsstelle für junge Mädchen und Frauen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Ihre eigene Geschichte und ihre besondere Fähigkeit des Einfühlens sorgt dafür, dass Betroffene die Sicherheit erfahren, die sie brauchen um über ihre belastenden Erfahrungen sprechen zu können. Susana scheut sich nicht davor, Dinge beim Namen zu nennen. Sie kann über Missstände sprechen, ohne anzuklagen. Ihren Fokus hat sie kompromisslos gesetzt. Er liegt zu jeder Zeit bei den Betroffenen.