Theater Basel - Unser Einführungs-Podcast Archiv
286 Episoden
17 Minuten
Podcast vom Theater Basel: Die Stückeinführung für unterwegs. ‹Die Perser› – Von Aischylos. Nach einer Übersetzung von Kurt Steinmann Aischylos zeigt ein despotisches Regime kurz vor dem Zusammenbruch. Der Chor der jungen Perserinnen beklagt die im Krieg getöteten Kämpfer:innen. Ihre Trauer verwandelt sich in Wut. Sie begehren auf und setzen eine revolutionäre Bewegung in Gang, die das autokratische System ins Wanken bringt. Wie geht der Westen mit dem Schrecken um, der ihn umgibt? Mit Grenzkontrollen und Abschottung, mit Diplomatie und Waffenlieferungen, mit hohlen Phrasen und belanglosem Geschwätz. Aber auch mit Empathie und Solidarität, mit Hilfe und Schutzangeboten, mit Schuldgefühlen und ausgestreckten Händen. In Bezugnahme auf die aktuellen Ereignisse im Iran und die Reaktionen des Westens darauf befragt die deutsch-iranische Regisseurin Sahar Rahimi den Umgang mit dem Leid des Anderen entlang der Ambivalenz von Empathie und Schadenfreude. Sie überführt Aischylos’ sprachgewaltigen Text in eine bildmächtige Beschwörung.
25 Minuten
Die Radiojournalistin Gabriela Kaegi vertieft sich in die Musik von ‹Die Schöpfung›, dem Oratorium von Joseph Haydn. Sie spricht mit dem Musikalischen Leiter Jörg Halubek, dem Dramaturgen Niels Nuijten und mitwirkenden Schülerinnen.
20 Minuten
Die Radiojournalistin Gabriela Kaegi vertieft sich in die Musik von ‹Coppélia›, ein Ballettklassiker mit Musik von Léo Delibes, ergänzt durch Kompositionen von Milko Lazar. Sie spricht mit dem Musikalischen Leiter Thomas Herzog, der Tänzerin Tana Rosás Suñe und dem Komponisten Milko Lazar.
15 Minuten
Podcast vom Theater Basel: Die Stückeinführung für unterwegs. ‹Die Aufdrängung› – Von Ariane Koch Eine Frau wohnt in einer Kleinstadt neben einem dreieckigen Berg in einem zu grossen Haus. Als ein Fremder auftaucht, nimmt sie ihn direkt bei sich auf. Er weckt ihre Neugier, doch wer oder was ist dieser Gast? In den Augen seiner Gastgeberin wandelt er sich von Tier, zu Wesen, zu Mensch. Diese Uneindeutigkeit macht ihr Angst, sie überwacht und kontrolliert ihn, beginnt damit absurde Regelwerke aufzusetzen. Die Basler Autorin Ariane Koch nahm sich dieser Urszene zwischenmenschlicher Begegnung an und erhielt zahlreiche Preise für ihren Debütroman – ein Kritiker verglich sie mit Kafka. Meisterhaft und zeitlos erzählt sie von unserem Verhalten gegenüber Fremden und zeichnet dabei ein wunderbar komisches und zugleich tiefgründiges Bild der Schweiz. Das Ensemble um Regisseurin Marie Bues schafft daraus eine groteske Reise in abgründige Machtfantasien, in denen die Darstellerinnen immer wieder mit feinem und pointiertem Humor überraschen. Der Gast, seiner Sprache beraubt, spielt nur mit Geräuschen und Musik und bringt damit die geordnete Welt der Frau gehörig durcheinander.
23 Minuten
‹Rigoletto› – Oper Musikalische Leitung – Michele Spotti, Thomas Wise Inszenierung – Vincent Huguet Eifersuchtsdrama in einer Welt der Äusserlichkeiten Am Hof von Mantua herrscht eine üble Macho- Gesellschaft. Der Herzog vertreibt sich seine Langeweile mit zahllosen Liebesabenteuern und mit Erniedrigung seiner Untergebenen. Rigoletto, der Hofnarr, treibt dazu seine zynischen Spässe. Doch als seine Tochter Gilda ins Visier des Herzogs gerät, bricht Rigolettos Welt zusammen. Regisseur Vincent Huguet und Dirigent Michele Spotti widmen sich nach ‹Don Carlos› einem weiteren Meisterwerk Giuseppe Verdis. Der französische Stardesigner Pierre Yovanovitch gestaltet das Bühnenbild. Mit ihrem Debüt in der Rolle der Gilda kehrt die Schweizer Sopranistin Regula Mühlemann ans Theater Basel zurück.
27 Minuten
Die Radiojournalistin Gabriela Kaegi vertieft sich in die Musik von ‹Intolleranza 1960› von Luigi Nono. Sie spricht mit dem Regisseur Benedikt von Peter, dem Musikalischen Leiter Stefan Klingele und der Sängerin Jasmin Etezadzadeh. ‹Intolleranza 1960› – Oper Szenische Handlung in zwei Teilen von Luigi Nono Inszenierung – Benedikt von Peter, Musikalische Leitung – Stefan Klingele Heimat im Kollektiv Auf der Suche nach seiner Heimat irrt ein Vertriebener durch die Trümmer des 20. Jahrhunderts. In der Begegnung mit verschiedenen Kollektiven erfährt er von den Ungerechtigkeiten seiner Epoche, von politischem Widerstand und seiner Unterdrückung. Luigi Nonos erstes Bühnenwerk entstand 1961 als bekennende Anklage gegen Ausbeutung und Gewalt. In Benedikt von Peters Inszenierung betritt das Publikum die Bühne und mischt sich unter den Chor. So wird es Teil einer kollektiven Erfahrung. Das unsichtbar im Bühnenraum verteilte Orchester lässt Nonos expressive Partitur zum klangtheatralen Erlebnis werden. Koproduktion mit Opera Ballet Vlaanderen Basierend auf einer Produktion der Staatsoper Hannover
20 Minuten
Podcast vom Theater Basel: Die Stückeinführung für unterwegs. ‹Ein Sommernachtstraum› – Von William Shakespeare Die Hochzeit des Königspaares von Athen ist Anlass für dieses sommernächtliche Schauspiel. Davor aber liegen drei Nächte, die alle in einen zauberhaften Wald führen. Hier regieren Titania und Oberon und der Kobold Puck. Zaubertränke und Identitäten fliessen und Partner:innen wechseln. Die Nacht im Wald setzt die Gesetze des Tages ausser Kraft und jede und jeder offenbart ganz eigene Träume. Es entsteht ein Raum voller neuer Möglichkeiten, inszeniert von Antú Romero Nunes. Gemeinsam mit der Basler Compagnie folgt er damit dem Urgrund von Theater – dem Gebrauch der Phantasie.
27 Minuten
Die Radiojournalistin Gabriela Kaegi vertieft sich in die Musik von ‹Der wunderbare Mandarin/Herzog Blaubarts Burg›. Sie spricht mit dem Musikalischen Leiter Ivor Bolton, der Sängerin Evelyn Herlitzius, dem Sänger Christof Fischesser und mit Regisseur Christof Loy. ‹Der wunderbare Mandarin/Herzog Blaubarts Burg› – Oper Pantomime und Oper von Béla Bartók Inszenierung – Christof Loy, Musikalische Leitung – Ivor Bolton Zwei Stücke über die Abgründe des Begehrens Regisseur Christof Loy nimmt sich der düsteren Märchenwelt Béla Bartóks an und verbindet zwei symbolistische Schlüsselwerke des Komponisten. Die Pantomime handelt von einem rätselhaften Mandarin, der unsterblich scheint und nur durch die wahre Liebe besiegt werden kann. Im zweiten Teil des Abends kommt Judith dem Geheimnis ihres zukünftigen Mannes, Herzog Blaubart, Schritt für Schritt näher und entdeckt die grausame Wahrheit über seine Vergangenheit. In Bartóks berühmter und einziger Oper spielen Christof Fischesser und Evelyn Herlitzius das düstere Paar. Ivor Bolton, Chefdirigent des Sinfonieorchester Basel, leitet erstmals eine Opernaufführung am Theater Basel. Koproduktion mit dem Teatro Real Madrid
16 Minuten
Podcast vom Theater Basel: Die Stückeinführung für unterwegs. ‹Giselle› – Ballett in zwei Akten mit Musik von Adolphe Adam Albrecht und Bathilde sind verlobt. Er verliebt sich aber in Giselle, die bei seiner reichen Familie als Putzkraft arbeitet. Ihre unterschiedliche Herkunft und die Erwartungen seiner Familie erschweren ihre Liebe. Als sein Doppelleben auffliegt, stürzt sich Giselle im Wahnsinn in den Tod. Sie wird von den Wilis aufgenommen, den Geistern der Vergangenheit, und verfolgt Albrecht in seinen Träumen. Pontus Lidberg macht aus diesem romantischen Ballett zur Originalmusik von Adolphe Adam einen modernen Tanzabend mit aktueller Thematik. «Die Choreographie [ist] sehr leicht und luftig [… und] entwickelt sich in einem kontinuierlichen Fluss und man erlebt einen ständigen Energieaustausch zwischen den Tanzpaaren.» – Chroniques de Danse
13 Minuten
Grand Finale – Ballett Choreographie / Musik – Hofesh Shechter Ein Urknall aus Tanz und Musik Die Welt ist im freien Fall. Durch eine schwarze Bühnenlandschaft hetzen Körper ihrem Untergang entgegen und verausgaben sich in rituellen Totentänzen. Apokalyptisches Licht, surreale Szenen, pure Emotionen und Livemusik eines Mini-Orchesters auf der Bühne lassen eine bedrückende Endzeitstimmung entstehen und berühren mit Momenten von innigem Glück und Zärtlichkeit. Hofesh Shechters Choreographien fegen mit roher Kraft über die Bühne und stechen durch Originalität und politische Relevanz hervor. «Shechter ist ein unbarmherziger Beobachter dieser Gegenwart. Vor allem aber ringt er selbst apokalyptischen Szenarien eine Kunst ab, die den Betrachter mit Schönheit fesselt und ihm zugleich Schockwellen der Erkenntnis durchs Gehirn jagt.» – Süddeutsche Zeitung In Kooperation mit der Hofesh Shechter Company
14 Minuten
‹Lady in the Dark› – Oper Inszenierung – Martin G. Berger; Musikalische Leitung – Thomas Wise Psychoanalyse als Broadway-Show-Spektakel Hin- und hergerissen zwischen verschiedenen Titelblättern, Männern und Lebensentwürfen, stolpert die erfolgreiche Mode-Chefredaktorin Liza Elliott ungebremst in ein Burn-out. Sie begibt sich in Psychoanalyse und legt ihre Träume auf den Seziertisch. In Kurt Weills Broadway- Musical von 1941 wird Liza Elliots Traumwelt zum überdrehten Revue-Spektakel mit vollbesetztem Sinfonieorchester. Nach seiner Erfolgsinszenierung ‹Ein Käfig voller Narren (La cage aux folles)› am Theater Basel übernimmt Martin G. Berger die Schweizer Erstaufführung. Die Sängerin und Schauspielerin Delia Mayer spielt die Hauptrolle an der Seite von Stefan Kurt. Musical Play in zwei Akten Musik und Gesangstexte von Kurt Weill und Ira Gershwin, Buch von Moss Hart; Deutsche Fassung von Roman Hinze
25 Minuten
Die Radiojournalistin Gabriela Kaegi vertieft sich in die Musik von ‹Lady in the Dark›, und die Geschichte dieses Musicals von Kurt Weill. Sie spricht mit der Hauptdarstellerin und dem Musikalischen Leiter. ‹Lady in the Dark› – Oper Inszenierung – Martin G. Berger; Musikalische Leitung – Thomas Wise Psychoanalyse als Broadway-Show-Spektakel Hin- und hergerissen zwischen verschiedenen Titelblättern, Männern und Lebensentwürfen, stolpert die erfolgreiche Mode-Chefredaktorin Liza Elliott ungebremst in ein Burn-out. Sie begibt sich in Psychoanalyse und legt ihre Träume auf den Seziertisch. In Kurt Weills Broadway- Musical von 1941 wird Liza Elliots Traumwelt zum überdrehten Revue-Spektakel mit vollbesetztem Sinfonieorchester. Nach seiner Erfolgsinszenierung ‹Ein Käfig voller Narren (La cage aux folles)› am Theater Basel übernimmt Martin G. Berger die Schweizer Erstaufführung. Die Sängerin und Schauspielerin Delia Mayer spielt die Hauptrolle an der Seite von Stefan Kurt. Musical Play in zwei Akten Musik und Gesangstexte von Kurt Weill und Ira Gershwin, Buch von Moss Hart; Deutsche Fassung von Roman Hinze
20 Minuten
Podcast vom Theater Basel: Die Stückeinführung für unterwegs. Ein zielloses Singspiel Für seinen Bestseller recherchiert Sebastianus Brant auf einem seltsamen Schiff. Die dorthin verstossenen Narren sind auf einer Reise ohne Ziel. Über einen Sturm, die ein oder andere Liebschaft, einige Sammlerstücke und viele Lieder erreichen sie am Ende die Selbsterkenntnis. Zumindest rückblickend. Das ‹Narrenschiff›, 1494 in Basel erschienen, war der erste deutschsprachige Bestseller. Die Moralsatire versammelt eine Typologie von über hundert Närrinnen und Narren auf symbolischer Reise in das imaginäre Land Narragonien. Habsucht, Wollust, Hass und Neid werden ebenso verspottet wie «seiner selbst vergessen» und «nicht Scherz verstehen». Marthe Meinhold und Marius Schötz haben – sehr frei nach dem Original – Text und Musik für ein heutiges «Narrenschiff» geschrieben. Spätmittelalterliche Verse treffen auf schmissige Songs; dazu Pianobegleitung. Ein Reigen mit Reimen und Refrains über die immer wieder mögliche Veränderung.
18 Minuten
Podcast vom Theater Basel: Die Stückeinführung für unterwegs. Psychogramm einer dysfunktionalen Familie Prinzessin Salome ist besessen von dem mysteriösen Propheten Jochanaan. Seinen Mund zu küssen, ist alles, was sie will. Da sich Jochanaan verweigert, verlangt Salome von ihrem Stiefvater, König Herodes, das Ungeheuerliche: den Kopf des Propheten in einer Silberschüssel. Herbert Fritsch inszeniert die Obsessionen der Figuren als groteske Familienaufstellung zwischen Totentanz und Fiebertraum. Heather Engebretson ist mit ihrer intensiven und viel gelobten Darstellung der Titelpartie erstmals am Theater Basel zu hören und zu sehen. Koproduktion mit dem Luzerner Theater und dem Nationaltheater Mannheim
17 Minuten
Podcast vom Theater Basel: Die Stückeinführung für unterwegs. Endlich wieder Bock auf Zukunft – eine Pop-Oper Draussen tobt eine Katastrophe und drinnen verdienen einige Wenige «le gros d’argent», Unmengen von Geld. Doch die grosse Finanzbubble crasht erneut. Schon wieder hat sich das System nicht bewiesen, und hinterlässt einen traurigen Haufen Financiers. Gesucht werden dringend neue Ideen! Diese Männer – einer anderen Zeit entfallen – sind nicht mehr imstande, solche zu liefern. Stattdessen singen sie und weinen. Wer zahlt, damit es nicht zum Kollaps kommt? Sie hoffen auf die Jugend – hier einen kleinen Jungen. Er fragt nach einem neuen, besseren Geld, das schön und gut ist, und erzählt uns die Legende vom Phönix aus der Währung. Ihn kann man beschwören, wenn man alle Währungen der Welt verbrennt und seinen Wohlstand aufgibt. Der Preis ist hoch, aber die einzige Chance, das Unglück abzuwenden. Autor und Regisseur Bonn Parks neues Stück erzählt von einer Gesellschaft am Abgrund, die zu neuer Hoffnung findet. Der Komponist Ben Roessler schrieb dazu die Musik. Bekannte Pop-Songs, umgeschrieben für Barockinstrumente und neue Lieder erzählen von einer Welt, in der jede und jeder ein Millionär sein kann. Aber nur, wenn man bereit ist, damit die Welt zu retten. Inszenierung und Text – Bonn Park Komposition – Ben Roessler