Künste im Gespräch Archiv
50 Episoden
28 Minuten
Kirchtürme sind auch Zeitkapseln. In den Turmspitzen wurden häufig Dinge für die Nachwelt eingeschlossen: Schriftstücke, Münzen, Schmuck oder Reliquien. Ausserdem: Die brasilianische Filmerin Lillah Halla befeuert mit ihrem Spielfilm zum Thema Schwangerschaftsabbruch eine wichtige Debatte. Die Kugel einer Kirchturmspitze kann ein kleines Geheimnis enthalten. Oft sind darin jahrhundertealte Schriftstücke eingeschlossen, aber auch Münzen, Schmuck oder Reliquien. Schweizer Historiker Beat Kümin hat rund 1300 Kirchturmkugeln in der Schweiz, Österreich und Deutschland erfasst. Seiner Schätzung nach ist etwa die Hälfte davon gefüllt. Das zweite Thema: Weil in Brasilien Abtreibungen unter Strafe stehen, weiss Lillah Halla, dass sie mit ihrem Spielfilm «Levante» provoziert. Doch genau dies sei eben nötig, erklärt die Filmemacherin im Gespräch. Weitere Themen: - Das Geheimnis der Kirchturmkugeln - «Levante»: Ein brasilianischer Spielfilm sorgt für rote Köpfe
27 Minuten
Fussball begeistert. Auch der Komponist Dmitri Schostakowitsch war ein angefressener Fan. Das hinterliess Spuren in seinem Werk. Ausserdem: Die Zürcher Autorin Nadine Olonetzky recherchiert mit ihrer Familiengeschichte, wie beschämend die Wiedergutmachungsprozesse für Holocaust-Opfer waren. Während der Europameisterschaft dürfen Tausende vollumfänglich ihrem liebsten Hobby frönen. Ein eingefleischter Fussballfan war auch der grosse russische Komponist Dmitri Schostakowitsch. Seine Fussballbegeisterung prägt auch sein Werk. Wie genau, das ist Thema für Künste im Gespräch. Das zweite Thema: Für ihr neues Buch «Wo geht das Licht hin, wenn der Tag vergangen ist» erforscht Nadine Olonetzky die eigene Familiengeschichte. Die Aktenberge zu den Wiedergutmachungsprozessen, die ihr Vater führte, prägen den Text der Zürcher Autorin. Weitere Themen: - Dmitri Schostakowitsch: Fussballfanatiker und Sportchronist - Ist Wiedergutmachung möglich? – Eine jüdische Familiengeschichte
28 Minuten
Nach fast fünfzig gemeinsamen Jahren zu viert auf den Weltbühnen folgt nun ein Abschied: Zwei Streicher aus dem «Kronos Quartet» treten ab. Und: Der Roman «Treibgut» des Schriftstellers Julien Green wird neu übersetzt. Beim bekannten US-amerikanischen «Kronos Quartet» kommt es zu zwei Abgängen. Zwei der vier Mitglieder hören nach fast fünfzig Jahren der gemeinsamen Auftritte auf: John Sherba (Violine) und Hank Dutt (Viola). Wie sie zu dieser Entscheidung gekommen sind und wie sich diese für sie anfühlt, erzählen sie in «Künste im Gespräch». Ein Werk des 1998 verstorbenen Autors Julien Green lässt sich neu entdecken: Sein Roman «Treibgut», der vom Niedergang des Pariser Bürgertums in den 1930er-Jahren handelt, erscheint in einer neuen Übersetzung. Weitere Themen: - Seit über 45 Jahren Teil des «Kronos Quartet»-Klangs - Julien Green – ein Jahrhundertautor
26 Minuten
«Ama Gloria»: Wenn das Kindermädchen gehen muss, bricht für ihre Schützlinge eine wichtige Bezugsperson weg. – Und «Ich stelle mich schlafend»: ein Roman über alltägliche Gewalt gegen Frauen. Ausgehend von ihren eigenen Erinnerungen, beschäftigt sich die Regisseurin Marie Amachoukeli-Barsacq mit «Nannies»: Die sechsjährige Cléo lebt mit ihrem Vater in Paris. Die kapverdische Nanny Gloria kümmert sich um sie. Doch Gloria muss in ihre Heimat zurückkehren, um sich um ihre eigenen Kinder zu kümmern. Eine schmerzhafte Trennung. Das grosse Thema der Autorin Deniz Ohde aus Frankfurt ist das Leben in prekären Verhältnissen in Deutschland. In ihrem neuen Roman «Ich stelle mich schlafend» verarbeitet sie dies mit Blick auf die Sexualität einer jungen Frau. Weitere Themen: - Jetzt im Kino: «Ama Gloria», die Miet-Mutter und ihr Temporär-Kind - Leben mit Übergriffen: «Ich stelle mich schlafend» von Deniz Ohde
25 Minuten
Damit ein Theater auf der Bühne glänzen kann, sind viele Menschen im Hintergrund tätig. Wir stellen Menschen vor, die sonst hinter den Kulissen arbeiten. Das Tamburin gehört zur Familie der Rahmentrommeln, der ältesten Instrumente der Welt. Wir erklären, weshalb diese gerade ein Comeback feiern. Theaterhäuser sind komplexe Organisationen. Das Publikum sieht davon meistens nur die Menschen, die auf der Bühne stehen. Doch im Hintergrund sind viele im Einsatz, ohne die es keine Vorstellungen gäbe. Wir schauen hinter die Kulissen und reden mit einigen, die sonst meistens im Verborgenen bleiben. Es gibt sie auf der ganzen Welt und ihre Geschichte geht in prähistorische Zeiten zurück. Trotzdem kennen viele die Rahmentrommel nicht. Einer, der dies ändern möchte, ist der amerikanische Perkussionist Glen Velez. Wir haben ihn am Festival Tamburi Mundi getroffen. Weitere Themen: - Hinter den Theaterkulissen: Vier Fachleute erzählen - Das älteste Instrument der Welt feiert ein Comeback