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14 Episoden
34 Minuten
In unserer zweiten Folge über das Thema Schönheit beleuchten wir vier Beispiele: die #GlowUpChallenge, Beauty-Filter, Bimbofication und Black- & Asianfishing. Sie zeigen, wie Verschönerungspraktiken im digitalen Raum von einer neoliberalen Weltsicht geprägt sind.

Wir stellen uns die Frage, welche Auswirkungen das aktuelle wirtschaftliche System auf unsere Art und Weise hat, wie wir uns verschönern. Dabei definieren wir eine neue Form der Verschönerung: Beautification. Im Gegensatz zu herkömmlichen Verschönerungspraktiken umfasst Beautification Identitätskonstruktionen durch Konsum und ästhetische Arbeit, um symbolische Macht zu erlangen und dessen Verkörperung. Diese Inszenierung von gesellschaftlich anerkannten Werten wird schließlich über Social-Media-Plattformen kommuniziert.

Der Druck, sich in der Welt der Verschönerung positionieren zu müssen, nimmt zu. Dies bedeutet, dass der Neoliberalismus das Beziehungsverhältnis zwischen uns als Individuen und der Gesellschaft und ihren Normen langfristig verändert hat. Begriffe wie Handlungsmacht, Autonomie, Authentizität und Empowerment treffen auf Marktwert, persönliche Investmentstrategien, Unternehmertum, Eigenverantwortung und Verbraucher:innen.

Letztendlich zeigen wir auf, dass neoliberale Strukturen und soziale Dynamiken bestimmte Arten der Körpergestaltung und Selbstwahrnehmung ohne die Entwicklung digitaler Technologien nicht hätten hervorbringen können. Besonders durch die visuelle Kultur werden Menschen mit einer Fülle von idealisierten Realitäten konfrontiert, die Orientierung und Anleitung für die Praxis von Beautification bieten.

Dabei spiegeln sich soziale Ungleichheiten und die Verteilung von Kapital in der Gesellschaft wider. Die Nutzung der eigenen Identität und des Körpers als Profitquelle ist daher nur aus bestimmten sozialen Positionen heraus erfolgreich möglich. Durch Technologien erfolgt nicht nur ein direktes Feedback und sozialer Vergleich, sondern auch eine ständige Überwachung, Kommodifizierung und Sichtbarkeit, insbesondere im historischen Kontext der Betrachtung weiblicher Körper.

#beauty #filter #bimbo #blackfishing #glowupchallenge #podcast #austria
60 Minuten
Wer schön sein will, muss daran arbeiten Part I

In der neuesten Ausgabe von VIBESBILDER tauche ich zusammen mit Edwina tief in das Thema "Schönheit" und Verschönerungspraktiken ein. Wir erkunden, wie Verschönerung als ein Prozess definiert ist, der weit über einen objektiven Zustand hinausgeht. Es ist eine Möglichkeit, unsere Identität und unsere Position in der Gesellschaft auszudrücken und mit anderen zu kommunizieren. Hier geht es weniger darum, wie wir objektiv aussehen, sondern vielmehr darum, wie wir uns selbst und unsere Körper präsentieren möchten.

Besonders fokussieren wir uns auf die Auswirkungen von Schönheitspraktiken auf unser Selbstwertgefühl und die komplexe Beziehung zwischen Weiblichkeit und Schönheit. Wir beleuchten, wie patriarchale Vorstellungen oft davon ausgehen, dass Frauen und als weiblich gelesene Personen sich ausschließlich verschönern, um die Aufmerksamkeit heterosexueller Männer zu erlangen. Doch eine feministische ökonomische Perspektive zeigt, dass Schönheitspraktiken auch als eine Form der Arbeit und der gesellschaftlichen Teilhabe betrachtet werden können, die mit verschiedenen Faktoren wie Klasse und Ethnizität verflochten ist.

Des Weiteren werfen wir einen Blick auf die Rolle der Schönheitsindustrie im Neoliberalismus und wie dieser Einfluss auf uns ausübt. Wie profitiert die Industrie von unserem Streben nach ständiger Optimierung? Und wie können wir selbstbestimmt handeln?

Im zweiten Teil unserer Diskussion widmen wir uns dann der Dimension von Social Media und ihrer Rolle in der Wahrnehmung von Schönheit.

#schönheit #beauty #beautification #vibe #arbeit

Quellen:

Berger, John. 2022.Sehen: Das Bild der Welt in der Bilderwelt. Frankfurt am Main:

Black, Paula. 2004. The Beauty Industry: Gender, Culture, Pleasure. London, New York:

Routledge.

Cahill, Ann J. 2003. Feminist Pleasure and Feminine Beautification. Hypatia 18(4). 42–64.

Craig, Maxine Leeds. 2021a. Introduction. In Craig, Maxine Leeds (Hg.): The Routledge Companion to Beauty Politics, 3–8. London: Routledge.

DeFino, Jessica. 2022. Is It Beauty? Or Is It Coerced Modification? https://jessicadefino.substack.com/p/clare-chambers-unmodified-body.

Degele, Nina. 2004b. Sich Schön machen: Zur Soziologie von Geschlecht und Schönheitshandeln. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Elias, Ana Sofia & Gill, Rosalind. 2018. Beauty surveillance: The digital self-monitoring cultures of neoliberalism. European Journal of Cultural Studies 21(1). 59–77.

Elias, Ana Sofia; Gill, Rosalind & Scharff, Christina. 2017a. Aesthetic Labour - Beauty Politics in Neoliberalism. In Elias, Ana Sofia;Gill, Rosalind & Scharff, Christina (Hg.): Aesthetic Labour - Rethinking Beauty Politics in Neoliberalism, 3–49. London: Palgrave Macmillan UK.

Elias, Ana Sofia; Gill, Rosalind; Scharff, Christina (Hrsg.). 2017b. Aesthetic Labour: Rethinking Beauty Politics in Neoliberalism. London: Palgrave Macmillan UK.

Gimlin, Debra. 2007. What Is ‘Body Work’? A Review of the Literature. Sociology Compass 1(1). 353–370.

Hausbichler, Beate. 2021.Der verkaufte Feminismus: Wie aus einer politischen Bewegung ein profitables Label wurde. Salzburg/Wien: Residenz Verlag.

Jha, Meeta Rani. 2015. The Global Beauty Industry: Routledge.

Mears, Ashley. 2014. Aesthetic Labor for the Sociologies of Work, Gender, and Beauty. Sociology Compass 8(12). 1330–1343.

Rottenberg, Catherine. 2017. Neoliberal Feminism and the Future of Human Capital. Signs: Journal of Women in Culture and Society 42(2). 329–348.

Wolf, Naomi. 2002. The beauty myth: How images of beauty are used against women. New York: Perennial.
1 Stunde 1 Minute
In dieser Folge geht es um die Christin, was wir als Glauben verstehen, das Problem mit religiösen Institutionen und unseren kulturellen Umgang mit Moral und Sexualität.

Ich wurde von der Lehrerin und pensionierten Ministrantin @katrinchurchi begleitet, darüber zu reflektieren wie unterschiedlich Familien Werte vermitteln, die als christliche/katholische gedacht werden. Sowie über die lokalen Strukturen von ländlichen Gemeinschaften und der Kirche als sozialer Ort, welcher bis heute eine enorme Bedeutung für das gesellschaftliche Zusammenleben hat.

Der kritische Blick fällt auf jahrhundertelange indoktrinierte Moralvorstellungen zu Sexualität und Geschlechterrollen, die tief in Institutionen wie dem Vatikan verankert sind. Während 70% aller Ehrenamtlichen Frauen sind, die gratis kochen, organisieren, lehren und bügeln dürfen, ist es ihnen nicht gestattet höhere Ämter oder Pfarrer- & Priester-Posten einzunehmen. Es ist nach internem kath. Kirchenrecht sogar illegal. Neben progressiven Initiativen wie Maria 2.0gibt es auch viele konservative Mächte die Themen wie Abtreibung politisieren und junge Frauen fördern sich für traditionelle Rollen zu entscheiden.

Wir stellen uns große Fragen, ob Feminismus und Christentum vereinbar sind, wie diese Sausage Party seit Ewigkeiten die Rolle von Frauen in der Bewegung verdrängt und welche Modernisierungen unbedingt nötig sind.

#schwankveiber #podcast #feminist #christianity #fraueninderkirche #femalepriests #christianwomen #godisawoman

Quellen:

Initiative Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche Maria 2.0

Beitrag zu katholischen Priesterinnen: https://www.youtube.com/watch?v=xiDJdXWiSgo

Buch: Carolin Kebekus 2021 “Es kann nur eine geben” Kiwi Verlag

Buch: Christiane Florin "Weiberaufstand"

Doku-Serie Netflix: The Family

Grundlage: „The Family.Der geheime Fundamentalismus im Herzen der amerikanischen Macht“

Artikel: Ursprünge der religiösen Rechten und Paul Weyrich https://www.politico.com/magazine/story/2014/05/religious-right-real-origins-107133/

Abtreibung Snitch-Line Texas: https://www.cbsnews.com/news/texas-abortion-law-whistleblower-website-snitching-shut-down-twice/

Die Hexe - #12

54 Minuten
In dieser Folge geht es um die Hexe. Mit der Sozialwissenschaftlerin und Kräuterexpertin Dinah spreche ich über diese urfeministische und oft eindimensional negativ dargestelle Kategorie.

Alle Frauen, die sich abweichend von den engen patriachalen kirchlichen Weiblichkeitsvorstellungen bewegt haben, wurden im Grunde als Hexen bezeichnet und/oder angeklagt. Diese systematische Vernichtung von wissenden Frauen ist eine der größten Katastrophen der Europäischen Geschichte. Für die 400 (!) Jahre lange Verfolgung von weiblicher Macht war das Werk „der Hexenhammer“ von Heinrich Krämer maßgeblich verantwortlich, er ist auch einer der ersten bekannten Incel. Magie als Projektionsfläche, Ereignisse wie die Pest, die Tensions der Reformation und die wachsende Macht männlicher Institutionen zeichnen den historischen Rahmen der Zeit vom 14. bis zum 18. Jhd aus. Nicht nur wurden tausende Hexenprozesse bis in die „humanistische“ Neuzeit und in frühindustriellen Gesellschaften durchgeführt, ihre Spuren sind bis heute im christlichen Frauen- und Männerbild, sowie auch in den "männlichen Domänen" wie der Medizin und Religion erkennbar.

Diese Folge bespricht welche essentiellen Rollen Frauen und sogenannte Hexen vor der christlichen Inquisition in ihren heidnischen Gesellschaften hatten, inwiefern wirtschaftliche und soziale Kontrolle durch Ehe und Enteigenung damit zusammenhängt sowie, dass es höchste Zeit für den Vatikan wäre seine Archive zu öffnen und Verantwortung zu übernehmen.

#schwankveiber #podcast #feminist #hexe #witches #patriachry #christianity

Referenzen:

- Der Hexenhammer (Malleus maleficarum) von fucking Heinrich Krämer 

- Für Pflanzen- & Kräuterwissen folgt @dinah_mosa_pflanzenwissen :)

- Buch über Homophilie in der Katholischen Kirche: „In the Closet of the Vatican: Power, Homosexuality, Hypocrisy” von Frederic Martel
1 Stunde 5 Minuten
In dieser Folge spricht  Katron und mit der tollen Mirjam über die Rolle der Mutter. Eine höchst emotionale sowie politische Kategorie. Es ist nicht nur der traditionellste Job von Frauen* in der Gesellschaft schlechthin, die Vorstellungen darüber stecken voller Mythen, Widersprüchen und Erwartungen. Einerseits ist es die allumfassendste Arbeit der Welt kleine Menschen zu funktionierenden Teilen der Gesellschaft zu erziehen und andererseits wurde der private Bereich im Vergleich zur Erwerbsarbeit seit der Industrialisierung institutionell abgewertet. Uns stellt sich die Frage, inwiefern Mutter sein heute als Kern patriarchaler Herrschaft zu begreifen ist.

Wir sprechen über unbezahlte und unterbezahlte Care-Arbeit, die viel mehr Inklusion in ökonomische Modelle und Entscheidungen braucht, kulturelle Phänomene wie das Mutterkreuz aus dem Nationalsozialismus, über die Auflösung und Rückeroberung der eigenen Identität nach der Geburt und was die Mutterschaft mit einem Flugzeugabsturz zu tun hat.

Die Mutterrolle ist komplex und findet auf allen Ebenen statt. Wie gehen wir als Gesellschaft mit (werdenden) Müttern um? Es geht um mögliche weibliche Utopien, Tipps für Väter und die Herausforderung für Eltern ihren Kindern Gleichstellung vorzuleben.

#schwankveiber #podcast #mutter #motherhood #carearbeit #kindererziehung #eltern

Quellen:

Artikel zu care-zentrierte Ökonomie: https://www.bpb.de/apuz/care-arbeit-2020/317855/wirtschaft-neu-ausrichten-wege-in-eine-care-zentrierte-oekonomie

Die französische Komödie, in der ein Chauvinist im Matriachart aufwacht, gibts auf Netflix „Kein Mann für leichte Stunden“ (Je ne suis pas un homme facile)

Instagram: @seiten.verkehrt

Die Muse - #10

1 Stunde 4 Minuten
Der schwankveiber-Podcast ist mit neuem Format zurück! Katron spricht in der 10. Folge mit der großartigen Kulturwissenschhaftlerin Edwina über DIE MUSE.

Einst als griechische Schutzgöttinnen der Kultur, scheint heute diese Kategorie ein Beiwagen von patriachalen Erfolgsgeschichten der Kreativität zu sein. Als vermeintlich ehrvoller Begriff, werden eigentlich die ausbeuterischen Bedingungen und romantisierten Realitäten von Frauen* verschleiert.

Ob Picasso, Einstein oder Bowie, unzählige „Genies“ haben Frauen als Inspirationen seit Anbeginn der Zeit quer durch alle Kunstformen kreativ verheizt und die angemessenen symbolischen und finanziellen Credits haben sich dabei gleich mit aufgelöst.

Obwohl es ohne Musen keine historischen Abenteuer, Wissenschaften oder Kunststile gegeben hätte, bleibt die historische Aufarbeitung eine männlich beherrschte Einbahnstraße. Wir fordern eine kulturelle Identität, in der die Perspektiven der unzähligen Unterstützerinnen, Managerinnen, Liebhaberinnen und selbst Künstlerinnen sichtbar werden.

Wie dies mit ungleichen Machtbeziehungen, victim blaming, metoo und body accessibility zusammenhängt und ob es männliche Musen gibt, erfahrt ihr in dieser Folge.

Wir wollen ins Zentrum und nicht länger im Vorhof der Kunst verweilen, nicht die Wege der Muse nehmen, sondern selbst die Künstlerin sein.

Wer ist eure Muse?

#schwankveiber #podcast #diemuse #feministart #wallyneuzil #inspiration

Big thanks to @Edwinamarlene 

Quellen: 

Künstlerin Bettina Eichin: "Neun Musen"

Khadija Mbowe: Kulturwissenschaftlicher Youtube-Chanel 

Liv Strömquist: Graphic Novel "I am every Woman"
56 Minuten
Die neue Reihe NO SHAME SESSIONS des schwankveiber-Podcasts beschäftigt sich mit unverblümten Erfahrungen von und mit Menstruation. Sei es die Leistbarkeit von Periodenartikel, die Werbungen mit der blauen Flüssigkeit oder Cismänner die ihre Probleme und Lösungen zum Thema an Frauen* verkaufen wollen. Die Scham im Hinblick auf die Periode wird bis heute durch bestimmte patriarchale Strukturen im Alltag vielfältig reproduziert.

Heute sind Menstruationsprodukte eine weltweite Multi-Milliarden-Dollar-Industrie. Und wir wissen, dass negative und schamvolle Bilder und Geschichten Einfluss darauf haben, wie gesellschaftlich mit der Periode umgegangen wird. Es ist notwendig mächtige Konzerne zu kritisieren, die feminist, social oder greenwashing betreiben. Menstruationsartikel können nicht zu mehr neoliberaler Effizienz führen, sie sind nicht da um uns sauber zu halten, da Vulven und Vaginas das sehr gut selbst können und keinen diskreten Umgang brauchen, da rot bis braunes Menstrualblut ein natürlicher Bestandteil menschlicher Körper ist.

PS: Wir haben einen Artikel zum Thema auf dem Mosailk-Blog veröffentlicht. Check it out!
60 Minuten
Hip Hop ist Teil der weltweiten Mainstream Kultur, die von ganzen Generationen zelebriert wird. Heute in unterschiedlichste Formen entwickelt, ist es zu einem äußerst lukrativen Geschäft geworden. Wie alle gesellschaftlichen Bereichen ist auch das Herrschaftsprinzip in der Musikindustrie patriarchal. Seit ca. einem Jahrzehnt spielen immer mehr weibliche Talente im Game mit, die mit der Kunstform des Raps erfolgreich sind, Rekorde brechen und künstlerisch neue Perspektiven schaffen. Viele weiblich gelesene Artists setzen auf die Umkehr und Wiederaneignung weiblicher Sexualität, einem selbstbestimmten Bitchtum und der Profitabilität dahinter.

Die achte Folge beschäftigt sich mit dem Phänomen der Bad Bitch, in der wir über die Frauen Lil' Kim als OG dieser Kategorie und Cardi B als Repräsentantin einer neuen Ära sprechen. Als eine der ersten überlebensgroßen Künstlerinnen hat Lil’ Kim mit ihren Werken, ihrem Style und inmitten des Geschehen der wichtigsten Momente des Hip-Hop-Universums Geschichte geschrieben. Ihre sexuell expliziten Texte, ihr Flow als auch ihre politischen Beobachtungen haben sie zu einer Ikone gemacht. Christopher Wallace, aka the Notorious B.I.G. entdeckte sie und wurde danach zu ihrem Lover. Drei Platin-Alben, einige Rap-Beefs, eine Gefängnisstrafe und eine Tochter später, zählt Lil' Kim zur Pionierin des Bad Bitch Image. Cardi B wuchs mit einer Mutter aus Trinidad und einem dominikanischem Vater in der Bronx auf. Mit 19 Jahren fing sie an als Stripperin zu arbeiten, um sich ökonomisch unabhängig von ihrem damaligen gewalttätigen Freund zu machen. Wenige Zeit später erreichte sie Bekanntheit durch eine Reality TV-Show und nahm ihr erstes Mixtape auf. Seit 2017 ist die junge Mutter eine der größten Hip Hop-Stars weltweit. Ständig in der Kritik stehend, spielt sie mit ihrer Weiblichkeit, bekommt riesige Werbedeals mit Pepsi oder Reebok, setzt sich für politische Themen ein und rappt wie sie will über ihre Wet-Ass Pussy.

Es geht darum, wie wir als weisse Frauen black culture konsumieren, inwiefern der Bad Bitch internalisierte Misogynie eingeschrieben ist und gleichzeitig Selbstbestimmtheit kreiert, was diese Kategorie mit Kapitalismus zu tun hat und welchen qualitativen Unterschied heutige weibliche Solidarität in den Strukturen der Musikindustrie machen kann.

#schwankveiber #podcast #feminist #badbitch #lilkim #cardib #sexymotherfucker
1 Stunde 2 Minuten
Gesellschaftliche Veränderungen und das Vorankommen politischer Bewegungen brauchen mutige Menschen und Identifikationsfiguren. Der Blick auf soziale Ungleichheit und historische Machtstrukturen zeigt uns, dass schon einiges erreicht wurde, jedoch noch viel Arbeit vor uns liegt. Letztes Jahr hat der Welt wieder sichtbar gemacht, inwieweit Rassismus tief verwurzelt in das Gesellschaftssystem, vor allem westlicher Staaten ist. Diese Unmenschlichkeiten zeigen, dass wir es noch nicht geschafft haben koloniale, rassistische Handlungsweisen zu überwinden. Es kann nicht mehr gewartet werden, Entschuldigungen sind nicht mehr ok. Wir möchten im Zuge des kanadischen/us-amerikanischen Black History Month über großartige schwarze Frauen sprechen, die unendlich wichtige Beiträge für die Gesellschaft geleistet haben. In dieser siebten Folge geht es um die zwei Aktivistinnen WANGARI MAATHAI & ANGELA DAVIS.

Als erste grüne Politikerin in einer afrikanischen Regierung, als erste Frau die den Doktortitel an der University of Nairobi erwarb und Gründerin des Green Belt Movement war, ist Dr. Wangari Maathai bekannt. Sie ermöglichte die Eröffnung von 600 Baumschulen, sowie die Neupflanzung von 45 Millionen Bäume zum Schutz vor Erosion, um damit die Lebensgrundlage von lokalen Bäuerinnen zu sichern. Bekannt als “Mutter der Bäume” bekam sie durch diese politische Arbeit als erste afrikanische Frau den Friedensnobelpreis. Angela Davis ist einer der wichtigsten Bürgerrechtlerinnen des 20. Jhd. Sie kritisierte vor allem den Gefängnis-Komplex der USA, den sie als moderne Sklaverei beschrieb. Durch ihren marxistischen Feminismus war sie eine Vordenkerin vom Konzept der Intersektionalität - sie sah den Klassenkampf auf gleicher Stufe mit dem Geschlechterkampf und den Kampf um Ethnizität. Als Mitglied der Black Panther Party und bekennende Kommunistin wurde Davis vom FBI auf die Liste der zehn meist gesuchtesten VerbrecherInnen der USA gesetzt.

Diese zwei Pionierinnen zeigen wie unterschiedlich Aktivismus gelebt werden kann, sei es in einer akademischen Laufbahn, als Straßenopposition, als Reaktion auf die lokalen Bedürfnisse oder direkt in einer Partei. Dieses letzte Jahrhundert war Schauplatz vieler dieser Kämpfe um Rechte, Gleichstellung und gesellschaftlichen Fortschritt. Die Gesellschaft braucht solche Frauen um zu wachsen, sich weiterzuentwickeln, sei das sozial, politisch oder ökologisch gedacht. Wir sprechen über neue Arten von heutigem Aktivismus, wie wichtig die Auseinandersetzung mit Rassismen (und den Erfahrungen) sind und wer nicht das Recht hat darüber medial zu polemisieren.

#schwankveiber #podcast #wangarimaathai #angeladavis #greenbeltmovement #activism #blackwomen #blackhistorymonth
56 Minuten
Hetero Beziehungsformen wie die Ehe definieren sich hauptsächlich anhand von alten Rollenvorstellungen, die die Aufgabenteilung genderspezifisch bestimmen. Dieses vorgefertigte Verständnis davon, welches Geschlecht welche Aufgabe hat, wird oftmals mithilfe von “Natur” oder “Kultur” erklärt. Personen/Paare in der konservativen Öffentlichkeit haben in diesem Sinne eine repräsentative Funktion, die solche Erklärungen bestätigen soll. Die Rolle der Frau von einem Regierungschef z.B. zeigt diese Absurdität und Präsenz mittelalterlicher Vorstellungen. In der Politik bzw. der dominanten US-amerikanischen Kultur ist die First Lady wie das Amen im Gebet. Ihre Aufgaben sind dekorativ und unterstützend. Wir sprechen in dieser Folge über zwei besondere First Ladies EDITH WILSON & BRIGITTE MACRON, die nicht nur durch 100 Jahre und den atlantischen Ozean getrennt sind. Edith war nach dem ersten Weltkrieg Gatekeeperin ihres erkrankten Mannes und hielt Umfang und Schwere seiner Erkrankung bis zum Ende seiner Amtszeit vor seinem Kabinett geheim. Aus diesem Grund wurde der 25. Zusatz zur amerikanischen Verfassung erlassen, wonach das Kabinett den Präsidenten wegen Unfähigkeit absetzen kann. Brigitte ist nicht nur 24 Jahre älter als ihr Ehemann, sondern auch maßgeblich für seinen Wahlsieg verantwortlich. In diplomatischen Kreisen hat sie schockiert, weil sie sich geweigert hat zwei Meter hinter Emmanuel zu gehen. Die Auseinandersetzung mit der Kategorie First Lady lässt uns über einige positive als auch negativ Beispiele sprechen. Wir philosophieren darüber, wie es sein muss mit einem der mächtigsten Personen im Land das Bett zu teilen. Warum man sein Leben als Frau für die Karriere des Mannes nicht aufgeben sollte und wie man es schaffen kann aus dessen Schatten zu treten & seine eigene Identität kreieren kann. Es geht um aktuelle Entwicklungen, Designerklamotten und Message Control. #schwankveiber #podcast #frauenbusiness #wien #feminist #firstlady #brigittemacron #edithwilson
1 Stunde 9 Minuten
Dadurch, dass das weibliche* Geschlecht so lange als Ausschließungsgrund für quasi alle menschlichen Aktivitäten galt, gibt es bis heute Kategorien, in denen man die Erste werden kann. Einige Dinge sind schon lange ausständig, manche Sphären werden gerade erobert.

In dieser fünften Folge beschäftigen wir uns mit zwei extrem unterschiedlichen Frauen*. ANNA KOMNENE war die erste Historikerin & WALENTINA TERESCHKOWA war die erste Frau* im All. Beide haben auf ganz spezielle Art und Weise Geschichte geschrieben. Anna war nicht nur byzantinische Prinzessin im Hochmittelalter, sondern politische Akteurin in einer Zeit voller Krieg, politischen Allianzen und dem wachsenden Christentum. Sie hat mit dem Werk “Alexiad” die Herrschaft ihres Vaters festgehalten und damit die wichtigste Primärquelle dieser Zeit in Form eines Epos verfasst. Walentina war die erste Kosmonautin, sie musste 1963 den Planeten 48 Mal für die UdSSR umrunden und danach aus 7km Höhe auf den Erdboden springen. Mitten im Rennen der Großmächte gelandet, wurde sie im Kalten Krieg von einer Näherin zum Propagandainstrument. Sie reiste um die ganze Welt, war auf Briefmarken und ist heute mit 83 Jahren aktives Mitglied in der Partei Putins (“Einiges Russland”).

Wir sprechen darüber was “die Erste sein” mit Wettkampf, der Gläsernen Decke und Frauenquoten zu tun hat. Was wollen wir dieses Jahr zum ersten Mal machen und warum ist jetzt die Zeit eigene Bereiche zu kreieren, in denen wir die erste Person sein könnten?

#schwankveiber #podcast #frauenbusiness #wien #feminist #art #annakomnene #walentinatereschkowa
52 Minuten
In der vierten Folge der schwankveiber sprechen wir über die Künstlerinnen Frida Kahlo & Katsushika Ōi. Frida Kahlo nannte sich selbst ein Kind der mexikanischen Revolution. Ihr von Leid und Leidenschaft geprägtes Leben hat sie zu einer der berühmtesten Personen der Kunst gemacht und im 21. Jahrhundert eine regelrechte Fridamania ausgelöst. Katsushika Ōi war eine der einflussreichsten Künstlerin des Edo-Japans, nicht weil sie die Tochter von Hokusai (The Great Wave) war. Wir erfahren, dass sie die Hand hinter seinen größten Erfolgen gewesen sein soll (!) und diskutieren warum es nur so wenige Informationen über sie gibt.

Beide Künstlerinnen haben sich nicht an die Normen der Kunst gehalten und jeweils  in ihrem kulturellen Kontext ein kreatives Erbe hinterlassen. Beide künstlerische Visionen zeigen uns die Wichtigkeit der eigenen weiblichen Repräsentation, die Frau als Subjekt und die Auseinandersetzung, was weibliche Realitäten wirklich sind. Wie werden Frauen in der Kunst/Werbung/Kultur dargestellt und von wem? Kunst kann beeinflussen, wie wir uns selbst und die Welt sehen vor allem in Zeiten von Social Media.
57 Minuten
Die dritte Folge ist zwei Riesinnen gewidmet: Rosa Luxemburg und Olympe de Gouges. Sie beide trennt zwar über ein Jahrhundert, ihr Mut aber und ihr Wille zur Veränderung ist ihnen dennoch gleich. Olympe sah sich als Analphabetin und Arbeiterin mit dem Sexismus und Klassismus jener zeitgenössischen Revolutionäre konfrontiert, die sie schließlich zum Tode durch die Guillotine verurteilten. Rosa war ihrer Zeit voraus und wollte sich nicht mit dem Konformismus ihrer Genossen zufriedengeben, auch sie wurde deshalb getötet. Wir sprechen über radikalen Wandel, wie er nur durch die Beteiligung von Frauen stattfindet. Was es heute braucht und wie wir es endlich schaffen die Rednerinnenbühnen zu erobern, die die Welt bedeuten im kapitalistischen Patriarchat.

PS: Der Platz der Frau war, ist und wird nirgendwo anders sein als in der Revolution selbst.
51 Minuten
In der zweiten Folge schwankveiber sprechen wir über "die Prinzessin". Anhand der zwei Ikoninnen der letzten Jahrhunderte SISSI & LADY DIANA interpretieren wir, wie politisch eine Prinzessin sein kann und was diese Kategorie uns über Liebe und Beziehungen beigebracht hat. Wir zeigen die Schattenseiten hinter den Figuren und versuchen zu verstehen, was ein Märchen eigentlich ist. Mit einer Kritik an Disney und dem Bezug zu zeitgenössischer Popkultur wie The Crown erkennen wir den Gehalt, den ihre Darstellungen haben können. Von Spielzeug bis hin zu Real Life Royals, Prinzessinnen haben in der heutigen Zeit nicht an Zauber verloren. Prinzessinnen begleiten uns seit Kindertagen und wir reflektieren über Kitsch, Mutterrollen, Freiheit, Privilegien und den goldenen Käfig. Wir schweifen zum Ende aus, philosophieren über mögliche Verbindungen zur Rollenverteilung in Beziehungen und haben sogar einen Überraschungsanrufer.
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