Bruder Paulus´ Kapuzinerpredigt Archiv
178 Episoden
13 Minuten
10. September 2022, 17 Uhr, Liebfrauenkirche Frankfurt am Main, 24. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C
Wo die Zeiten unsicherer werden, versichert uns der Glaube: Niemand geht verloren
Dennoch vertrauen Es ist ein Paukenschlag: NIEMAND geht Gott verloren. Selbst nicht in der Hölle, wenn man denn unbedingt an der Vorstellung eines Ortes der Verdammnis festhalten will. In diesem Glauben gründet sich die Zuversicht der Juden, die sie über die Jahrhunderte bewahrt haben: Der Segen gilt; Gott wird uns heimführen. Die Rede von der Menschenwürde, von dem Recht des Einzelnen, sich entfalten zu dürfen, fußt auf dem biblischen Glauben: Gott sieht nach dir. Und er hütet dich eifersüchtig. Ein Kümmer-Gott. Einer, in dessen Hand ich geborgen bin, auch wenn aller Anschein dagegen spricht.
Wo die Zeiten unsicherer werden, versichert uns der Glaube: Niemand geht verloren
Dennoch vertrauen Es ist ein Paukenschlag: NIEMAND geht Gott verloren. Selbst nicht in der Hölle, wenn man denn unbedingt an der Vorstellung eines Ortes der Verdammnis festhalten will. In diesem Glauben gründet sich die Zuversicht der Juden, die sie über die Jahrhunderte bewahrt haben: Der Segen gilt; Gott wird uns heimführen. Die Rede von der Menschenwürde, von dem Recht des Einzelnen, sich entfalten zu dürfen, fußt auf dem biblischen Glauben: Gott sieht nach dir. Und er hütet dich eifersüchtig. Ein Kümmer-Gott. Einer, in dessen Hand ich geborgen bin, auch wenn aller Anschein dagegen spricht.
11 Minuten
14. August 2022, 9.30 Uhr, Liebfrauenkirche Frankfurt am Main, 20. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C
Immer neu heraustreten aus dem Dunkel und aufblicken zu Jesus
Zuversicht ist etwas anderes als Optimismus
Wer zuversichtlich ist, erwartet nicht, dass eintrifft, was er erwartet. Das wäre Optimismus.
Er vergewissert sich seines Fundamentes, und kann sich im Hier und Heute in seinen Erwartungen verwandeln und diese Erwartungen selbst.
„Bewahre uns vor Verwirrung und Sünde!“ – so beten Christen in der katholischen Liturgie mit den orthodoxen Christen nach dem Vater unser. Dies genau kann nämlich passieren: Dass vor lauter Festhalten an den eigenen Plänen man verwirrt ist und sich absondert von der Gemeinschaft und nur noch das eigene sucht, eben – sündigt.
Darum ist Zuversicht die dialogische Haltung, die von der Zukunft nicht selbstsüchtig die Erfüllung des eigenen Planens erwartet, sondern das Neue, was sich darin mit denen entdecken lässt, mit denen man (unter dem einen Vater im Himmel) entdecken kann.
Immer neu heraustreten aus dem Dunkel und aufblicken zu Jesus
Zuversicht ist etwas anderes als Optimismus
Wer zuversichtlich ist, erwartet nicht, dass eintrifft, was er erwartet. Das wäre Optimismus.
Er vergewissert sich seines Fundamentes, und kann sich im Hier und Heute in seinen Erwartungen verwandeln und diese Erwartungen selbst.
„Bewahre uns vor Verwirrung und Sünde!“ – so beten Christen in der katholischen Liturgie mit den orthodoxen Christen nach dem Vater unser. Dies genau kann nämlich passieren: Dass vor lauter Festhalten an den eigenen Plänen man verwirrt ist und sich absondert von der Gemeinschaft und nur noch das eigene sucht, eben – sündigt.
Darum ist Zuversicht die dialogische Haltung, die von der Zukunft nicht selbstsüchtig die Erfüllung des eigenen Planens erwartet, sondern das Neue, was sich darin mit denen entdecken lässt, mit denen man (unter dem einen Vater im Himmel) entdecken kann.
9 Minuten
7. August 2022, 8:00 Uhr, Liebfrauenkirche Frankfurt am Main, 19. Sonntag im Jahreskreis Lesejahr C
Vom befreienden Denken des glaubenden, der in allem, was geschieht hoffnungsvoll Ausschau hält
Christen sind keine Optimisten. Denn Optimisten wissen, was geschehen soll. Und denken, es wird schon so eintreffen.
Christen sind Hoffnungvolle. Sie wissen, dass in allem, was geschieht, ein Aufbruch enthalten ist, ein Anruf für das Neue, das niemand erwarten kann.
Der Brief an die Hebräer ist ein Hoffnungsbrief. Ich lese ihn sehr gerne. Das elfte Kapitel verweist auf Abraham, der die Heimat nicht im Zurück suchte, sondern im Nach vorn.
Für alle Veränderungsprozesse braucht es eine solche Hoffnung: Dass wir Menschen mehr können als wir bisher konnten. Dass in uns mehr steckt, als wir uns selber zu glauben trauen. Dass im Miteinander sich eine Lösung anbahnt, an die noch nie vorher jemand gedacht hat.
Wachsam sein auf das, was ich anbahnt. Es ins Gespräch bringen. Mut haben. Von den Konservativen sich nicht beeindrucken lassen. An denen, denen die Struktur lieber ist als das Leben darin. Mitarbeiten an einer Atmosphäre, in der das Neue willkommen geheißen wird.
Dazu braucht es ein Fundament. Ein Wertefundament. Eine Überzeugung, dass sie nicht versinken werden, wenn wir anfangen aufzustehen.
Vom befreienden Denken des glaubenden, der in allem, was geschieht hoffnungsvoll Ausschau hält
Christen sind keine Optimisten. Denn Optimisten wissen, was geschehen soll. Und denken, es wird schon so eintreffen.
Christen sind Hoffnungvolle. Sie wissen, dass in allem, was geschieht, ein Aufbruch enthalten ist, ein Anruf für das Neue, das niemand erwarten kann.
Der Brief an die Hebräer ist ein Hoffnungsbrief. Ich lese ihn sehr gerne. Das elfte Kapitel verweist auf Abraham, der die Heimat nicht im Zurück suchte, sondern im Nach vorn.
Für alle Veränderungsprozesse braucht es eine solche Hoffnung: Dass wir Menschen mehr können als wir bisher konnten. Dass in uns mehr steckt, als wir uns selber zu glauben trauen. Dass im Miteinander sich eine Lösung anbahnt, an die noch nie vorher jemand gedacht hat.
Wachsam sein auf das, was ich anbahnt. Es ins Gespräch bringen. Mut haben. Von den Konservativen sich nicht beeindrucken lassen. An denen, denen die Struktur lieber ist als das Leben darin. Mitarbeiten an einer Atmosphäre, in der das Neue willkommen geheißen wird.
Dazu braucht es ein Fundament. Ein Wertefundament. Eine Überzeugung, dass sie nicht versinken werden, wenn wir anfangen aufzustehen.
14 Minuten
30. Juli 2022, 13 Liebfrauenkirche Frankfurt am Main, Segnung von Marcel und Domink
Brot werden für ein Leben, dass nicht von gestern kommt, sondern von Gott aus der Zukunft gereicht wird
Dominik und Marcel kennen sich schon seit ihrer späten Jugendzeit. Nach sieben Jahren haben sie nun beschlossen, als Paar durch die Welt zu gehen und das auf dem Standesamt besiegelt. In der Kirche möchten sie gesegnet werden.
Gott hat jeden Menschen geschaffen, und jedem Menschen Gaben gegeben. Menschsein heißt: Brot sein. Liebe nicht für sich zu empfangen sondern für andere zu geben. Das lehrt uns schon die Natur. Sie gibt, damit auch wir das geben lernen.
Menschen, die in Freundschaft und Liebe miteinander verbunden sind, haben das nicht für sich empfangen. Sind berufen, es weiterzugeben und die Menschen einzuladen, auch Brot zu werden, dass die Gesellschaft mit Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfungsliebe nähert.
Brot werden für ein Leben, dass nicht von gestern kommt, sondern von Gott aus der Zukunft gereicht wird
Dominik und Marcel kennen sich schon seit ihrer späten Jugendzeit. Nach sieben Jahren haben sie nun beschlossen, als Paar durch die Welt zu gehen und das auf dem Standesamt besiegelt. In der Kirche möchten sie gesegnet werden.
Gott hat jeden Menschen geschaffen, und jedem Menschen Gaben gegeben. Menschsein heißt: Brot sein. Liebe nicht für sich zu empfangen sondern für andere zu geben. Das lehrt uns schon die Natur. Sie gibt, damit auch wir das geben lernen.
Menschen, die in Freundschaft und Liebe miteinander verbunden sind, haben das nicht für sich empfangen. Sind berufen, es weiterzugeben und die Menschen einzuladen, auch Brot zu werden, dass die Gesellschaft mit Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfungsliebe nähert.
8 Minuten
30.7.2022, 17:00 Uhr, Liebfrauenkirche Frankfurt am Main, 18. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C
Wir schleppen viel zu viel mit durchs Leben, und dann stumpfen wir ab, und niemand kann mir den Klang der Freiheit hören.
Haben oder Sein
Erich Fromm hat in den siebziger Jahren mit seinem Buch „Haben oder Sein“ viel Aufsehen erregt. Er schöpft aus der jüdischen Tradition: wer sich auf Gott verlässt, der kann vieles loslassen. Hier werden wohl alle Religionen noch neu wieder hin sehen lernen müssen: Sie sind nicht um ihrer selbst willen gestiftet, sondern sind Helfer, die den Menschen freimachen sollen, empathisch mit der Gesellschaft, mit den Mitmenschen und der Natur umzugehen.
Damit ist unweigerlich auch eine Opferbereitschaft verbunden. Wer sich hingibt, der empfängt. Wer alles weiter für sich besetzen will, der wird bald von seinem Besitz besessen sein.
Die Freiheitslehre des Evangeliums klingt durch alle Generationen seit dem einer sie ausgesprochen hat. Mit vielen Verzerrungen, keine Frage.
Aber die Verzerrungen sind für mich noch lange kein Grund, der im Klang nach zu lauschen. Und das Meinige zu tun, zum klingen zu bringen, dass alle Menschen untereinander verbindet: der Uhr Gesang der Schöpfung, der Klang der Engel, die Fähigkeit, dass Mehr in den Dingen zu entdecken, dem Sein den Vorrang zu geben und alle Lust aufs Haben wollen und Behalten wollen hintanzustellen.
Wir schleppen viel zu viel mit durchs Leben, und dann stumpfen wir ab, und niemand kann mir den Klang der Freiheit hören.
Haben oder Sein
Erich Fromm hat in den siebziger Jahren mit seinem Buch „Haben oder Sein“ viel Aufsehen erregt. Er schöpft aus der jüdischen Tradition: wer sich auf Gott verlässt, der kann vieles loslassen. Hier werden wohl alle Religionen noch neu wieder hin sehen lernen müssen: Sie sind nicht um ihrer selbst willen gestiftet, sondern sind Helfer, die den Menschen freimachen sollen, empathisch mit der Gesellschaft, mit den Mitmenschen und der Natur umzugehen.
Damit ist unweigerlich auch eine Opferbereitschaft verbunden. Wer sich hingibt, der empfängt. Wer alles weiter für sich besetzen will, der wird bald von seinem Besitz besessen sein.
Die Freiheitslehre des Evangeliums klingt durch alle Generationen seit dem einer sie ausgesprochen hat. Mit vielen Verzerrungen, keine Frage.
Aber die Verzerrungen sind für mich noch lange kein Grund, der im Klang nach zu lauschen. Und das Meinige zu tun, zum klingen zu bringen, dass alle Menschen untereinander verbindet: der Uhr Gesang der Schöpfung, der Klang der Engel, die Fähigkeit, dass Mehr in den Dingen zu entdecken, dem Sein den Vorrang zu geben und alle Lust aufs Haben wollen und Behalten wollen hintanzustellen.
13 Minuten
24. Juli 2022, 17 Uhr, Liebfrauenkirche Frankfurt am Main, 17. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C
Über Abraham und das Geschenk dessen, der für ihr mmer für uns vor Gott steht
Mittelmäßigkeit gibt es schon genug. Aber wie bleibt man engagiert?
Juden, Christen und Muslime schauen auf Abraham als ihren Vater des Glaubens. Wie Abraham vor Gott steht, mit ihm verhandelt und auch zudringlich wird, ist ein Vorbild für alle, die fest im Glauben stehen.
Wie aber komme ich dazu, zudringlicher zu sein? Indem ich mir darüber klar wäre, worauf ich hoffe. Wofür ich brenne. Welchen Sinn ich es sehe in meiner Existenz.
Für den glaubenden heißt das: Indem ich mir darüber klar werde, wozu ich geboren wurde. Wozu ich berufen bin.
Auch wenn es viele Enttäuschungen gibt, christlich gesprochen: Sünden, so ist das Aufstehen die Frucht des zudringlichen Glaubens, des gläubigen Wissens um eine kreative Mitte in der Welt und im Herzen eines jeden Menschen, die zum Aufbruch ruft.
Über Abraham und das Geschenk dessen, der für ihr mmer für uns vor Gott steht
Mittelmäßigkeit gibt es schon genug. Aber wie bleibt man engagiert?
Juden, Christen und Muslime schauen auf Abraham als ihren Vater des Glaubens. Wie Abraham vor Gott steht, mit ihm verhandelt und auch zudringlich wird, ist ein Vorbild für alle, die fest im Glauben stehen.
Wie aber komme ich dazu, zudringlicher zu sein? Indem ich mir darüber klar wäre, worauf ich hoffe. Wofür ich brenne. Welchen Sinn ich es sehe in meiner Existenz.
Für den glaubenden heißt das: Indem ich mir darüber klar werde, wozu ich geboren wurde. Wozu ich berufen bin.
Auch wenn es viele Enttäuschungen gibt, christlich gesprochen: Sünden, so ist das Aufstehen die Frucht des zudringlichen Glaubens, des gläubigen Wissens um eine kreative Mitte in der Welt und im Herzen eines jeden Menschen, die zum Aufbruch ruft.
13 Minuten
17. Juli 2022, Liebfrauenkirche Frankfurt am Main, 16. Sonntag im Jahreskreis, C
Es ist ein Segen, wenn man weiß, was zu tun ist. Allerdings kann man dabei sein Herz sehr schnell verlieren an das Sicherheitsbedürfnis der eigenen Seele. Dann wird die Gewohnheit zum Hindernis für die wirkliche Begegnung.
Im Lukasevangelium erzählt Jesus mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter, dass es auf die Wachsamkeit im Augenblick ankommt, die einen dazu bringen kann, die gewohnten Pfade zu verlassen.
Der anschließende Besuch Jesu bei Maria und Martha wird zu einem weiteren Beispiel. Martha ist ganz davon in Anspruch genommen, ihre Gastgeberpflicht zu erfüllen. Sie weiß, was zu tun ist, wenn da einer kommt, der auf Reisen ist. Die zu Jesu Füßen sitzende Maria erkennt in Jesus, dass er selbst ein Gastgeber ist: Sie isst vom Reich gedeckten Tisch seines Wortes.
Wachsam bleiben in allem, was wir vorhaben: Erkennen, dass im Augenblick hören wichtiger sein kann als handeln. Der Neugier auf das Unbekannte mehr Raum geben, und so eine neue Freiheit entdecken. Hier erschließt sich der Sinn für Kontemplation: so wichtig das nützliche ist, es muss immer wieder neue befragt werden. Statt sich daraus die Liebe verabschiedet und dann wird das nützliche zu einer scheppernden Wirklichkeit, in der die Liebe nicht mehr klingen kann.
Es ist ein Segen, wenn man weiß, was zu tun ist. Allerdings kann man dabei sein Herz sehr schnell verlieren an das Sicherheitsbedürfnis der eigenen Seele. Dann wird die Gewohnheit zum Hindernis für die wirkliche Begegnung.
Im Lukasevangelium erzählt Jesus mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter, dass es auf die Wachsamkeit im Augenblick ankommt, die einen dazu bringen kann, die gewohnten Pfade zu verlassen.
Der anschließende Besuch Jesu bei Maria und Martha wird zu einem weiteren Beispiel. Martha ist ganz davon in Anspruch genommen, ihre Gastgeberpflicht zu erfüllen. Sie weiß, was zu tun ist, wenn da einer kommt, der auf Reisen ist. Die zu Jesu Füßen sitzende Maria erkennt in Jesus, dass er selbst ein Gastgeber ist: Sie isst vom Reich gedeckten Tisch seines Wortes.
Wachsam bleiben in allem, was wir vorhaben: Erkennen, dass im Augenblick hören wichtiger sein kann als handeln. Der Neugier auf das Unbekannte mehr Raum geben, und so eine neue Freiheit entdecken. Hier erschließt sich der Sinn für Kontemplation: so wichtig das nützliche ist, es muss immer wieder neue befragt werden. Statt sich daraus die Liebe verabschiedet und dann wird das nützliche zu einer scheppernden Wirklichkeit, in der die Liebe nicht mehr klingen kann.
12 Minuten
10. Juli 2022, 8 Uhr, Liebfrauenkirche Frankfurt am Main, 15. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C
Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter als Beispiel der Nächstenliebe
Woran kranken wir? Das Evangelium vom barmherzigen Samariter lehrt: An uns selbst und unserem vermeintlichen Wissen darüber, was richtig ist, was „man“ tun muss.
Jesus als DAS schöpferische Wort Gottes wird beim Diskussionsangriff schöpferisch, wehr nicht ab, ist nicht beleidigt. Er macht sich dem Fragenden zum Nächsten und führt behutsam die dessen rationale und mit dessen verborgener emotionalen Intelligenz zusammen.
Dieses Meisterstück der Weltliteratur klingt bis heute nach und wirkt religionsübergreifend: Auf, machen wir uns mit allem, was uns heilig ist, zu empathischen Menschen, die sich im Hier und Heute von ausgetretenen (Denk- und Glaubens-) Wegen abbringen lassen.
Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter als Beispiel der Nächstenliebe
Woran kranken wir? Das Evangelium vom barmherzigen Samariter lehrt: An uns selbst und unserem vermeintlichen Wissen darüber, was richtig ist, was „man“ tun muss.
Jesus als DAS schöpferische Wort Gottes wird beim Diskussionsangriff schöpferisch, wehr nicht ab, ist nicht beleidigt. Er macht sich dem Fragenden zum Nächsten und führt behutsam die dessen rationale und mit dessen verborgener emotionalen Intelligenz zusammen.
Dieses Meisterstück der Weltliteratur klingt bis heute nach und wirkt religionsübergreifend: Auf, machen wir uns mit allem, was uns heilig ist, zu empathischen Menschen, die sich im Hier und Heute von ausgetretenen (Denk- und Glaubens-) Wegen abbringen lassen.
14 Minuten
3. Juli 2022, 8 Uhr, Liebfrauenkirche Frankfurt am Main, 14. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C
Über das Hiersein und Hierbleiben als Charakterzug Jesu und Weg der Erlösung
Hape Kerkeling hat mit seinem Buch „Ich bin dann mal weg“ einen großen Erfolg gelandet. Fragt man Christen der 1. Stunde, was an Jesus so faszinierend war, würde man die Auskunft erhalten: Jesus war einfach da. Und er blieb da. Er hielt stand. Und in seiner Gegenwart, wenn er da war, konnten andere auch plötzlich ihr Dasein bejahen.
Blinde sahen plötzlich, was sie nicht für möglich gehalten hätten. Gelähmte Konten Bewegung ins Leben bringen, an die sie nie zuvor gedacht hatten. Haube empfingen plötzlich Stimmungen, die ihnen die Welt sehr klangvoll erscheinen ließ. Jesu Gegenwart vor heilsam. Und die Aufgabe der Christen ist es, heute und hier ganz da zu sein.
Wer Jesus begegnen will, findet ihn ohne Buch, ohne Katechismus und ohne schöne Sprüche. Die Glaubenserfahrung heißt: du bist da. Ich bin da. Und das ist genug.
Über das Hiersein und Hierbleiben als Charakterzug Jesu und Weg der Erlösung
Hape Kerkeling hat mit seinem Buch „Ich bin dann mal weg“ einen großen Erfolg gelandet. Fragt man Christen der 1. Stunde, was an Jesus so faszinierend war, würde man die Auskunft erhalten: Jesus war einfach da. Und er blieb da. Er hielt stand. Und in seiner Gegenwart, wenn er da war, konnten andere auch plötzlich ihr Dasein bejahen.
Blinde sahen plötzlich, was sie nicht für möglich gehalten hätten. Gelähmte Konten Bewegung ins Leben bringen, an die sie nie zuvor gedacht hatten. Haube empfingen plötzlich Stimmungen, die ihnen die Welt sehr klangvoll erscheinen ließ. Jesu Gegenwart vor heilsam. Und die Aufgabe der Christen ist es, heute und hier ganz da zu sein.
Wer Jesus begegnen will, findet ihn ohne Buch, ohne Katechismus und ohne schöne Sprüche. Die Glaubenserfahrung heißt: du bist da. Ich bin da. Und das ist genug.
10 Minuten
26. Juni 2022, 8 Uhr, Liebfrauenkirche Frankfurt am Main, 13. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C
Predigt anlässlich des Treffens der Ehrenamtlichen des Franziskustreffs
Leben ist Loslösung von einem zum anderen, Schritt. Nichts bleibt. In diesen Erfahrungen wird jeder geschult, ob er will oder nicht. Der Gläubige kann daraus ein Motto machen: Erstens kommt es anders, und zweitens als Gott denkt. Oder auch: Als Gott lenkt. Jeder christliche Gottesdienst ist eine Versammlung der Losgelösten. Eine Versammlung derer, die eine besondere Einstellung dazu haben. Sie sagen: In allem, was an Loslösung geschieht im Leben, in allem, wo das Leben anders wird, wo wir Heimatlosigkeit und Fremde erfahren, in allem bleibt ein Zuhause bestehen, das Gott uns gibt.
Predigt anlässlich des Treffens der Ehrenamtlichen des Franziskustreffs
Leben ist Loslösung von einem zum anderen, Schritt. Nichts bleibt. In diesen Erfahrungen wird jeder geschult, ob er will oder nicht. Der Gläubige kann daraus ein Motto machen: Erstens kommt es anders, und zweitens als Gott denkt. Oder auch: Als Gott lenkt. Jeder christliche Gottesdienst ist eine Versammlung der Losgelösten. Eine Versammlung derer, die eine besondere Einstellung dazu haben. Sie sagen: In allem, was an Loslösung geschieht im Leben, in allem, wo das Leben anders wird, wo wir Heimatlosigkeit und Fremde erfahren, in allem bleibt ein Zuhause bestehen, das Gott uns gibt.
13 Minuten
16. Juni 2022, 11 Uhr, Liebfrauenkirche Frankfurt am Main, Fronleichnam
Dürfen sich Katholiken zeigen? Müssen Sie sich zeigen? Ja, denn im Gebrochenen ist Leben eingestiftet
Persönliche Fehler, die ein Christ macht, weil er auch nur Mensch ist. Institutionelle Fehler, die die Kirche macht, weil sie auch nur eine Institution ist. Schockierende Nachrichten über Kirchenmitglieder, die einen fassungslos, traurig oder mit Scham erfüllen, wie es die gibt in allen Gruppen von Menschen, die zusammenhalten. Soviel Gründe, sich lieber nicht zu zeigen. Am Menschenmaß gemessen.
An Gottes Maß gemessen, muss man sich jetzt erst recht zeigen als Christ, als Katholik: Davon spreche ich an diesem Fronleichnamsfest, dem Tag öffentlicher Prozessionen. Denn diese Botschaft wird dringender denn je gebraucht:
Du bist nicht das, was du geleistet hast, sondern dass, was Gott in dich hineingestiftet hat. Und durch die Stiftung im Abendmahlssaal wird an den hundertausenden von Tischen, von Altären über fast 2000 Jahre die Dividende ausgezahlt: Der Anteilsschein an einem Leben in Fülle, das der uns garantiert, der in der Welt lebt und in allem, was ist, die vollendende Kraft ist.
Darum aufstehen. Gehen. Einladen. Lachen. Denn Gott ist in uns realpräsent. Wir sind wirklich Fleisch und Blut Christi in der Welt und für sie.
Dürfen sich Katholiken zeigen? Müssen Sie sich zeigen? Ja, denn im Gebrochenen ist Leben eingestiftet
Persönliche Fehler, die ein Christ macht, weil er auch nur Mensch ist. Institutionelle Fehler, die die Kirche macht, weil sie auch nur eine Institution ist. Schockierende Nachrichten über Kirchenmitglieder, die einen fassungslos, traurig oder mit Scham erfüllen, wie es die gibt in allen Gruppen von Menschen, die zusammenhalten. Soviel Gründe, sich lieber nicht zu zeigen. Am Menschenmaß gemessen.
An Gottes Maß gemessen, muss man sich jetzt erst recht zeigen als Christ, als Katholik: Davon spreche ich an diesem Fronleichnamsfest, dem Tag öffentlicher Prozessionen. Denn diese Botschaft wird dringender denn je gebraucht:
Du bist nicht das, was du geleistet hast, sondern dass, was Gott in dich hineingestiftet hat. Und durch die Stiftung im Abendmahlssaal wird an den hundertausenden von Tischen, von Altären über fast 2000 Jahre die Dividende ausgezahlt: Der Anteilsschein an einem Leben in Fülle, das der uns garantiert, der in der Welt lebt und in allem, was ist, die vollendende Kraft ist.
Darum aufstehen. Gehen. Einladen. Lachen. Denn Gott ist in uns realpräsent. Wir sind wirklich Fleisch und Blut Christi in der Welt und für sie.
10 Minuten
5. Juni 2022, 11 Uhr, Liebfrauenkirche Frankfurt am Main, Pfingsten
Von der Liebe Gottes, die in jedem Menschen geweckt werden kann
Zum Leben gehört Wachsen und zum Leben gehört Abnehmen. Mehr werden. Weniger werden. Darin atmet Gottes Gegenwart Mut zu. Darin entfaltet sich die Vielfalt Gottes. Pfingsten feiert den Atem Gottes in aller Kreatur und lädt ein, Grenzen zu überwinden und eine Einheit zu leben, deren Frucht Vielfalt ist, deren Frucht Frieden ist.
Von der Liebe Gottes, die in jedem Menschen geweckt werden kann
Zum Leben gehört Wachsen und zum Leben gehört Abnehmen. Mehr werden. Weniger werden. Darin atmet Gottes Gegenwart Mut zu. Darin entfaltet sich die Vielfalt Gottes. Pfingsten feiert den Atem Gottes in aller Kreatur und lädt ein, Grenzen zu überwinden und eine Einheit zu leben, deren Frucht Vielfalt ist, deren Frucht Frieden ist.
15 Minuten
30.4.2022. 17 Uhr, Liebfrauenkirche Frankfurt am Main, 3. Ostersonntag, Lesejahr C
Jesus bewegte Menschen im Leben auf Erden und nach seiner Auferstehung: Er IST der WEG.
Ikonen zeigen den auferstehenden Christus, wie er tanzend einen Reigen von Verstorbenen aus seinem Grab mitführt: Ostern ist das Bewegungsfest schlechthin. Kein Wunder, denn Gott ist für Christen eben nicht ein unbewegter Beweger, einer, über dem Himmel thront. Der Glaube an den Dreifaltigen Gott entspringt der Osterbewegung, in die die erstarrten Jünger gebracht wurden: Gott selber ist Bewegung, Tanz, Hingabe und Liebe, Ich und Du. Gott geht über sich selbst hinaus in der Menschwerdung Jesu, in seinem Leiden und Tod und vollendet diesen Kreuzweg in der Auferstehung. Alles in der Welt ist da mitgenommen, einbezogen: Ein Tanz der Erlösung.
THE LORD OF THE DANCE
Danced in the morning when the world was young
I danced in the moon and the stars and the sun
I came down from Heaven and I danced on Earth
At Bethlehem I had my birth
Dance, dance wherever you may be
I am The Lord Of The Dance, said He
And I′ll lead you all, wherever you may be
And I'll lead you all in the dance, said He
I danced for the scribe and the Pharisee
They would not dance; they would not follow me
So I danced for the fisherman, for James and John
They came with me and the dance went on
I danced on the Sabbath and I cured the lame
They holy people said it was a shame
So they whipped, they stripped, they hung me high
And they left me on the cross to die
I danced on a Friday, when the sky turned black
Its hard to dance with the Devil on your back
Oh they buried my body and they thought I′d gone
But I am the lord and the dance went on
They cut me down, but I leapt on high
I am the light that never will die
But I'll live in you if you'll live in Me
I am The Lord Of The Dance, said he
https://www.songtexte.com/songtext/the-dubliners/the-lord-of-the-dance-7bfc4a44.html
DER HERR DES TANZES
Ich tanzte am Morgen, als die Welt noch jung war
Ich tanzte im Mond und in den Sternen und in der Sonne
Ich kam vom Himmel herab und tanzte auf der Erde
In Bethlehem kam ich zur Welt
Tanzt, tanzt, wo immer ihr auch sein mögt
Ich bin der Herr des Tanzes, sagte er
Und ich werde euch alle führen, wo immer ihr sein mögt
Und ich werde euch alle zum Tanz führen, sagte Er
Ich tanzte für den Schriftgelehrten und den Pharisäer
Sie wollten nicht tanzen; sie wollten mir nicht folgen
Also tanzte ich für den Fischer, für Jakobus und Johannes
Sie kamen mit mir, und der Tanz ging weiter.
Ich tanzte am Sabbat, und ich heilte die Lahmen.
Die heiligen Leute sagten, es sei eine Schande
Also peitschten sie mich, zogen mich aus und hängten mich auf
Und sie ließen mich am Kreuz zum Sterben
Ich tanzte an einem Freitag, als der Himmel schwarz wurde
Es ist schwer zu tanzen mit dem Teufel auf dem Rücken
Oh, sie begruben meinen Körper und sie dachten, ich wäre tot
Aber ich bin der Herr und der Tanz ging weiter
Sie schnitten mich nieder, aber ich sprang hoch
Ich bin das Licht, das niemals sterben wird
Aber ich werde in dir leben, wenn du in mir leben wirst
Ich bin der Herr des Tanzes, sagte er
Jesus bewegte Menschen im Leben auf Erden und nach seiner Auferstehung: Er IST der WEG.
Ikonen zeigen den auferstehenden Christus, wie er tanzend einen Reigen von Verstorbenen aus seinem Grab mitführt: Ostern ist das Bewegungsfest schlechthin. Kein Wunder, denn Gott ist für Christen eben nicht ein unbewegter Beweger, einer, über dem Himmel thront. Der Glaube an den Dreifaltigen Gott entspringt der Osterbewegung, in die die erstarrten Jünger gebracht wurden: Gott selber ist Bewegung, Tanz, Hingabe und Liebe, Ich und Du. Gott geht über sich selbst hinaus in der Menschwerdung Jesu, in seinem Leiden und Tod und vollendet diesen Kreuzweg in der Auferstehung. Alles in der Welt ist da mitgenommen, einbezogen: Ein Tanz der Erlösung.
THE LORD OF THE DANCE
Danced in the morning when the world was young
I danced in the moon and the stars and the sun
I came down from Heaven and I danced on Earth
At Bethlehem I had my birth
Dance, dance wherever you may be
I am The Lord Of The Dance, said He
And I′ll lead you all, wherever you may be
And I'll lead you all in the dance, said He
I danced for the scribe and the Pharisee
They would not dance; they would not follow me
So I danced for the fisherman, for James and John
They came with me and the dance went on
I danced on the Sabbath and I cured the lame
They holy people said it was a shame
So they whipped, they stripped, they hung me high
And they left me on the cross to die
I danced on a Friday, when the sky turned black
Its hard to dance with the Devil on your back
Oh they buried my body and they thought I′d gone
But I am the lord and the dance went on
They cut me down, but I leapt on high
I am the light that never will die
But I'll live in you if you'll live in Me
I am The Lord Of The Dance, said he
https://www.songtexte.com/songtext/the-dubliners/the-lord-of-the-dance-7bfc4a44.html
DER HERR DES TANZES
Ich tanzte am Morgen, als die Welt noch jung war
Ich tanzte im Mond und in den Sternen und in der Sonne
Ich kam vom Himmel herab und tanzte auf der Erde
In Bethlehem kam ich zur Welt
Tanzt, tanzt, wo immer ihr auch sein mögt
Ich bin der Herr des Tanzes, sagte er
Und ich werde euch alle führen, wo immer ihr sein mögt
Und ich werde euch alle zum Tanz führen, sagte Er
Ich tanzte für den Schriftgelehrten und den Pharisäer
Sie wollten nicht tanzen; sie wollten mir nicht folgen
Also tanzte ich für den Fischer, für Jakobus und Johannes
Sie kamen mit mir, und der Tanz ging weiter.
Ich tanzte am Sabbat, und ich heilte die Lahmen.
Die heiligen Leute sagten, es sei eine Schande
Also peitschten sie mich, zogen mich aus und hängten mich auf
Und sie ließen mich am Kreuz zum Sterben
Ich tanzte an einem Freitag, als der Himmel schwarz wurde
Es ist schwer zu tanzen mit dem Teufel auf dem Rücken
Oh, sie begruben meinen Körper und sie dachten, ich wäre tot
Aber ich bin der Herr und der Tanz ging weiter
Sie schnitten mich nieder, aber ich sprang hoch
Ich bin das Licht, das niemals sterben wird
Aber ich werde in dir leben, wenn du in mir leben wirst
Ich bin der Herr des Tanzes, sagte er
18 Minuten
10.4.2022. 11 Uhr, Liebfrauenkirche Frankfurt am Main, Ostern Lesejahr C
Wir leben im Jahr 2022 mit Christus, nicht nach Christus. Gedanken zu einer Weltgestaltung, die mit dem Auferstandenen rechnet
Die Osterbotschaft erklingt durch zwei Jahrtausende, von Jahrhundert zu Jahrhundert. Der Blick auf die lange Prozession der Glaubenden vom Leeren Grab erstaunt den kritischen Betrachter, die kritische Betrachterin: Immer neu brach das Halleluja hervor, und keine Übeltat und kein Übelwiderfahrnis konnte es mehr behindern. Seit der menschgewordene Gottessohn, am Kreuz allem beraubt, im Grab weggeschlossen, durch einen neuen Schöpfungsakt auferweckt wurde, ist es die Grundmelodie, die alle Misstöne übersteht. Christus wirkt nun von der Ewigkeit her in der Zeit seine Wunder weiter.
Ich danke Gott, dass ich mich zu diesem Bekenntnis neu durchringen konnte in den vergangenen Monaten, und mir mein Osterglaube wertvoller denn je ist. Insofern ist diese Predigt ein Schluss- und Anfangspunkt, ist Zeugnis meiner Erfahrung von Zeitenwende.
Wir leben im Jahr 2022 mit Christus, nicht nach Christus. Gedanken zu einer Weltgestaltung, die mit dem Auferstandenen rechnet
Die Osterbotschaft erklingt durch zwei Jahrtausende, von Jahrhundert zu Jahrhundert. Der Blick auf die lange Prozession der Glaubenden vom Leeren Grab erstaunt den kritischen Betrachter, die kritische Betrachterin: Immer neu brach das Halleluja hervor, und keine Übeltat und kein Übelwiderfahrnis konnte es mehr behindern. Seit der menschgewordene Gottessohn, am Kreuz allem beraubt, im Grab weggeschlossen, durch einen neuen Schöpfungsakt auferweckt wurde, ist es die Grundmelodie, die alle Misstöne übersteht. Christus wirkt nun von der Ewigkeit her in der Zeit seine Wunder weiter.
Ich danke Gott, dass ich mich zu diesem Bekenntnis neu durchringen konnte in den vergangenen Monaten, und mir mein Osterglaube wertvoller denn je ist. Insofern ist diese Predigt ein Schluss- und Anfangspunkt, ist Zeugnis meiner Erfahrung von Zeitenwende.
16 Minuten
04. April 2022, 17 Uhr Liebfrauenkirche Frankfurt am Main, 5. Fastensonntag, Lesejahr C
Von der Leidenschaft und der Wachsamkeit, sich für die richtige Sache einzusetzen
Wunderbar, wenn ein Mensch leidenschaftlich ist. Schlimm, wenn die Leidenschaft für die falsche Sache gilt. Gute Begriffe wie Vertrauen, Pflicht, Vaterland, Familie und Treue zu sich selber können sich in das Gegenteil verkehren, wenn man dabei den Mitmenschen aus dem Blick verliert. Die Pharisäer, die die Ehebrecherin zu Jesus schleppen, waren leidenschaftlich gläubige Menschen. Aber sie hatten wohl mehr sich und ihr Gedankengebäude im Blick. Jesus hat den Blick zum lebendigen Vater im Himmel, und in die lebendigen Augen des Mitmenschen. Ohne ihn zu verurteilen. Eine Aufgabe für Ostern könnte sein, sich zu fragen, ob man wirklich für die richtige Sache sich leidenschaftlich einsetzt. Christlicher Gottesdienst macht die Menschen nicht besser, aber kritischer. Sich selber gegenüber, und über allen anderen Menschen.
Von der Leidenschaft und der Wachsamkeit, sich für die richtige Sache einzusetzen
Wunderbar, wenn ein Mensch leidenschaftlich ist. Schlimm, wenn die Leidenschaft für die falsche Sache gilt. Gute Begriffe wie Vertrauen, Pflicht, Vaterland, Familie und Treue zu sich selber können sich in das Gegenteil verkehren, wenn man dabei den Mitmenschen aus dem Blick verliert. Die Pharisäer, die die Ehebrecherin zu Jesus schleppen, waren leidenschaftlich gläubige Menschen. Aber sie hatten wohl mehr sich und ihr Gedankengebäude im Blick. Jesus hat den Blick zum lebendigen Vater im Himmel, und in die lebendigen Augen des Mitmenschen. Ohne ihn zu verurteilen. Eine Aufgabe für Ostern könnte sein, sich zu fragen, ob man wirklich für die richtige Sache sich leidenschaftlich einsetzt. Christlicher Gottesdienst macht die Menschen nicht besser, aber kritischer. Sich selber gegenüber, und über allen anderen Menschen.