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Energy Voices Archiv

70 Episoden
17 Minuten
Die Schweiz braucht in Zukunft deutlich mehr Strom. Dieser kommt immer häufiger aus dezentraler Produktion – also beispielsweise aus Photovoltaikanlagen von Privatpersonen. Die zunehmende Digitalisierung und Dezentralisierung des Stromnetzes stellen neue Anforderungen an die IT-Sicherheit. «Die Herausforderungen aufgrund der Vernetzung vieler Produktionsanlagen nimmt zu», sagt Markus Limacher, Spezialist für Cyberrisiken bei Infoguard. Er sieht bei vielen Betrieben grossen Nachholbedarf: «Viele Firmen sind schlecht geschützt.» Kritische Infrastrukturen wie die Strom- oder Wasserversorgung sowie das Gesundheitswesen brauchen jedoch besonderen Schutz. Markus Limacher ist optimistisch, dass sich die Schweiz hier verbessern kann. Gerade bei der kritischen Infrastruktur müsse die Politik jedoch mehr Verbindlichkeit schaffen. «Es existieren Vorgaben bezüglich des Schutzes vor Cyberrisiken von Verbänden und dem Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung. Die Firmen müssen diese besser umsetzen.» Markus Limacher im Gespräch mit Karin Frei. 

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21 Minuten
Anna Veronika Wendland ist Historikerin und forscht zur Geschichte der Kernkraft. Sie ist Autorin des Buches «Atomkraft? Ja bitte!». Als junge Studentin protestierte Wendland auf der Strasse gegen Atomkraft. Als spätere Wissenschafterin musste sie aber umdenken. Heute ist die Kernkraft für sie eine sichere und klimafreundliche Produktionstechnologie. Doch es fehle der politische Wille, um die Atomkraft als Lösung für die Dekarbonisierung von Wirtschaft und Gesellschaft wieder ins Spiel zu bringen. Die Kernenergie, so Wendland, werde in politischen Debatten immer als Feind von Solar- und Windenergie dargestellt: «Doch anstelle von Klimazielen, setzen sich Regierungen Technologieziele.» Dabei wäre ein Mix aus Kernkraft und Erneuerbaren Energien für viele Länder das Beste. Logisch, dass sie der Schweiz rät, an ihrem heutigen Strommix festzuhalten. Anna Weronika Wendland im Gespräch mit Karin Frei.

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20 Minuten
Um die Klimaziele von Paris zu erreichen, muss der Atmosphäre zusätzlich CO2 entzogen werden. Dafür wird an Technologien zur CO2-Abcheidung und Speicherung geforscht. Auch in der Schweiz. Geophysiker Stefan Wiemer ist Professor an der ETH Zürich und Direktor des Schweizerischen Erdbebendienstes. Er hat sich in seiner Forschung mit den Voraussetzungen für eine erfolgreiche Speicherung von CO2 in Gestein auseinandergesetzt. So könnte beispielsweise das CO2 von Zementwerken und Kehrichtverbrennungsanlagen abgeschieden und in einem Tiefenlager gespeichert werden. Ist das die Rettung unseres Klimas? Warum er grosses Potenzial sieht, es aber dann trotzdem nicht so einfach ist, erklärt er im Gespräch mit Karin Frei.

 

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16 Minuten
Die Landwirtschaft ist weltweit für ungefähr 25 Prozent des Treibhausgasausstosses verantwortlich. Gleichzeitig ist sie eines der ersten Opfer des Klimawandels. Besonders die Böden leiden. Sie sind vielerorts ausgetrocknet und enthalten zu wenig Humus. Bauern sind gezwungen, immer mehr zu düngen und zu wässern. Gibt es eine Alterative zum gesteigerten Ressourcenverbrauch? Eine Möglichkeit stellt die regenerative Landwirtschaft dar. Was es damit auf sich hat und ob die Ackerflächen auch zur Energiegewinnung genutzt werden können, erklärt Piera Waibel bei EneryVoices. Sie ist Betriebswirtschafterin und berät seit über 20 Jahren Unternehmen und NGOs in Nachhaltigkeitsthemen. So zum Beispiel die Earthworm Stiftung, die sich für eine nachhaltige Landwirtschaft einsetzt.  

 

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16 Minuten
Die meisten Autos befinden sich häufiger im Stillstand als in Bewegung. Start-up-Gründer Marco Piffaretti will den Autos an die Batterie. «Die Autobatterien speichern die Mittagssonne und geben am Abend den Strom ins Netz.» Die stehenden Fahrzeuge haben das Potenzial die kurzfristige Umlage zu übernehmen. So könnten sich die Pumpspeicherkraftwerke auf die saisonale Speicherung konzentrieren. Per App steuern Autobesitzerinnen und Autobesitzer, wie viel Kapazität ihrer Batterie sie freigeben möchten. Für den eingespeisten Strom erhalten sie eine Entschädigung. Die technischen Voraussetzungen sind gemäss Piffaretti vorhanden. Warum bidirektionales Laden heute dennoch nicht der Standard ist, und was es braucht, damit in Zukunft seine Vision zur Realität wird, darüber spricht er mit Karin Frei. 

 

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18 Minuten
Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) leben weltweit mehr als 40 Millionen Menschen in moderner Sklaverei. Viele von ihnen arbeiten in Sektoren, die für die europäische Energiewende entscheidend sind. So wird beispielsweise für die Herstellung von Batterien Kobalt aus der Demokratischen Republik Kongo benötigt, und für Solarzellen Polysilizium aus China. Tim Nelson, Geschäftsführer der NRO Hope for Justice, fühlt sich an den Wilden Westen erinnert, wenn er an die Bedingungen an diesen Standorten denkt. «Ein funktionierender Rechtsstaat ist die Grundvoraussetzung für die Abschaffung der modernen Sklaverei», sagt er. Leider ist diese Voraussetzung oft weit entfernt. Im Interview mit Karin Frei erklärt er, warum er trotz allem optimistisch ist.

 

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21 Minuten
Die Strompreise spielen verrückt. Und die Angst vor Versorgungslücken nimmt zu. Für die Unsicherheit auf den Strommärkten gibt es verschiedene Gründe. Grosser Treiber ist die russische Invasion in die Ukraine. Gleichzeitig stehen in Frankreich Kernkraftwerke still. Zudem hat die Wirtschaft nach der Pandemie einen Nachholbedarf. Erstmals stellt sich im Podcast «Energy Voices» ein Axpo-Vertreter, Chefökonom Martin Koller, den Fragen von Karin Frei. Er erklärt den Strommarkt mit seinen momentanen Turbulenzen. Strom wird genau dann produziert, wenn er verbraucht wird. Das heisst: Der Handel findet im Voraus statt. Und wie steht es um die Versorgungssicherheit? Wir müssen uns zwar auf eine Strommangellage im Winter vorbereiten. Unkontrollierte Blackouts sind gemäss Koller indes unwahrscheinlich.

 

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21 Minuten
Die Wasserkraft ist in der Schweiz für ungefähr 60 Prozent der Stromproduktion verantwortlich. Rund 1500 Wasserkraftwerke sind derzeit in Betrieb. Weil im Winter insgesamt weniger Strom produziert wird, spielen Stauseen eine entscheidende Rolle für die Versorgungssicherheit: Sie können je nach Nachfrage an- und abgestellt werden und Spitzen abdecken. Die sich abzeichnende Stromknappheit im Winter erhöht den Bedarf an genau diesen Kapazitäten. Eine Erhöhung des Staudamms Mattmark im Saas-Tal im Wallis kann dazu einen Beitrag leisten. Über die Bedeutung der Wasserkraft und die Auswirkungen auf die Region sprechen vor Ort Fabian Zurbriggen, Gemeinderat von Saas-Almagell, Philippe Ruffiner, Betriebsleiter der Kraftwerke Mattmark sowie Julia Brändle von WWF Schweiz mit Karin Frei.
17 Minuten
In dreissig Jahren ist die Schweiz eine andere: Das Land versorgt sich eigenständig mit Energie aus ausschliesslich erneuerbaren Quellen, und zwar das ganze Jahr hindurch. Die Atomkraftwerke sind 2050 heruntergefahren, Solarstrom ist eine wichtige Stromquelle als Ergänzung zur Wasserkraft, Netto Null Emissionen bei den Treibhausgasen ist ebenfalls Realität. So liest sich die Vision von Jürg Grossen, GLP-Präsident, Nationalrat, Unternehmer und Mann mit einer eigenen Strom-Roadmap. Dieses Bild scheint aber so gar nicht zu den aktuellen Schlagzeilen wie «Diesen Winter können wir nur Strom sparen und hoffen» oder «Strommangel: Die grosse Angst vor dem Blackout» zu passen. Wieso Grossen trotz allem an seiner Roadmap festhält und warum digitale Netze wichtig sind, damit aus der Vision Grossens Realität wird, erzählt der swisssolar Präsident im Gespräch mit Karin Frei.

 

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17 Minuten
Ausbau, Ausbau, Ausbau!

Mehrere Krisen gefährden derzeit die Versorgungssicherheit der Schweiz mit Strom. Dazu zählen das fehlende Stromabkommen mit der EU und der Krieg in der Ukraine. Werner Luginbühl, Präsident der ElCom, sagt im Gespräch mit Karin Frei, was die Schweiz jetzt tun muss.
13 Minuten
In der südafrikanischen Metropole Kapstadt sind Stromausfälle an der Tagesordnung. Grund dafür ist die marode Infrastruktur im Land. Um eine Überlastung des Stromnetzes zu verhindern, stellt der Netzbetreiber den Strom nach einem vorgegebenen Plan für jeweils mehrere Stunden am Tag ab. In einem Alltagsbericht aus Südafrika sprechen drei Schweizer Auswanderer mit Karin Frei, wie sie mit der Situation umgehen. Nicht ganz überraschend spielt dabei die eigene Solaranlage eine sehr zentrale Rolle.

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17 Minuten
Der Krieg in der Ukraine stellt die Energieversorgung vieler europäischer Länder fundamental in Frage. Die Abhängigkeit von russischen Rohstoffen trat so deutlich zu Tage wie noch nie. Andreas Goldthau, Professor und Direktor an der Willy Brandt School of Public Policy, sieht die europäischen Energiesysteme an einen Kipppunkt gekommen. Um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern, mobilisieren Staaten und Unternehmen zur Dekarbonisierung so viele Ressourcen wie nie zuvor. «2022 ist der Punkt, an dem unser Energiesystem eindeutig auf Erneuerbare getrimmt wird.» Er ist überzeugt, dass der stark globalisierte Energiemarkt mehr und mehr den regional integrierten Energiesystemen Platz macht. Ein Mix aus Erneuerbaren Energien wird die Abhängigkeiten vom globalen Gas- und Ölmarkt verringern. Prof. Andreas Goldthau im Gespräch mit Karin Frei. 

 

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19 Minuten
Mario Cavigelli, Energieminister des Kantons Graubünden und Präsident der kantonalen Energiedirektoren verneint: Die Wasserkraft sei fundamental anders als die Stromproduktion durch die Sonne. Bei der Photovoltaik spricht er gar von einer Art «Volksstrom» die ohne zusätzliche Verteuerung auskommen soll. Doch Cavigelli setzt sich auch für die Wasserkraft ein. «Zwei Terawattstunden Strom könnten in den kommenden Jahren allein durch die Neukonzessionierung verloren gehen.» Da gelte es eine Lösung zu finden. Die Herausforderungen im Energiebereich bleiben riesig, die SVP fordert darum einen Stromgeneral. Wären nicht Sie, Herr Cavigelli, die Idealbesetzung? Spoiler: Er findet die Idee nur mässig gut. Karin Frei im Gespräch mit Mario Cavigelli.

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17 Minuten
«Stromausfall und innert Tagen bricht das totale Chaos los.» Kurt Fluri, Nationalrat, langjähriger Stadtpräsident von Solothurn, Präsident des Schweizerischen Städteverbands und Präsident der Stiftung Landschaftsschutz kennt die Risiken einer Versorgungslücke. Doch der Zubau von erneuerbarer Energie harzt. «Stauseeerhöhungen sind vertretbar, aber unberührte Landschaften müssen unberührt bleiben. Oder wollen wir die Landschaft verschandeln, Verluste von Biodiversität in Kauf nehmen, um ein Klimaziel zu erreichen, dass sich global nicht auswirkt?». Fürs Klimaziel sieht er schwarz und kritisiert, dass die Energiestrategie durch das Klimaziel überlagert wurde. Kurt Fluri im Gespräch mit Karin Frei.

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17 Minuten
«Biodiversität- und Klimaschutz gehören zusammen», ist SP-Nationalrätin und Pro Natura Präsidentin Ursula Schneider Schüttel überzeugt. «Die Zerstörung von Mikroorganismen und der Rückgang der Artenvielfalt verschärft die Klimakrise.» Der Ausbau erneuerbarer Energien steht aber teilweise im Konflikt zum Natur- und Landschaftsschutz. Das führt zu einem Seilziehen zwischen den Interessengruppen, viele Ausbauprojekte sind blockiert. Die Lösung sieht die Naturschützerin in der frühen Einbindung. Die Umweltverträglichkeit soll in der Projektplanung den technischen und wirtschaftlichen Aspekten gleichgestellt werden. "So könnten auch die Einsprache- und Beschwerdeverfahren verkürzt werden». Karin Frei im Gespräch mit Ursula Schneider Schüttel über Zielkonflikte und Lösungswege.

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