SchönerDenken FilmPodcast Archiv
313 Episoden
24 Minuten
Ist 2046 der ultimative Liebesfilm? Das verspricht zumindest der offizielle deutsche Untertitel. Oder ist es der ultimative Anti-Liebesfilm? Denn eigentlich geht es um die Unmöglichkeit der Liebe: Mr. Chow (Tony Leung) wurde das Herz gebrochen – das haben wir IN THE MOOD FOR LOVE mitverfolgt. Jetzt geht für ihn der Liebesreigen weiter. Aber er wird sich nicht mehr fallenlassen, er wird keine große Liebe mehr zulassen, auch wenn er sich verliebt, auch wenn er bedingungslos geliebt wird. Romantische Verstrickungen und Leidenschaft, Flirten und Aneinanderverzweifeln – aber keine Chance auf ein Happy End. Zumindest nicht für Mr. Chow. Im Podcast direkt nach dem Film sprechen Thomas und Johanna über die schönsten Frauen Chinas und Hongkongs, über Menschen am Rande des Bildausschnitts, Farben und Atmosphäre, über ein ungewöhnliches Science-Fiction-Element und über das beste Alter, um 2046 als Liebesfilm zu erleben.
10 Minuten
Rom 1946. Männer haben die Welt in 30 Jahren zweimal niedergebrannt. Aber immer noch schlagen sie ihre Frauen, schreiben ihnen vor, wen sie heiraten sollen, verbieten ihnen den Mund, lassen sie nicht an die Wahlurne, zahlen weniger Lohn. Regisseurin Paola Cortellesi seziert in der ersten halben Stunde den toxischen Chauvinismus der Männer – das schmerzt, weil klar ist, wieviel von diesem Chauvinismus heute immer noch real und allgegenwärtig ist, wie alltäglich auch heute schlechtere Löhne und Femizide sind. Und das war Cortellesis Absicht: Sie wollte einen aktuell relevanten Film im Mantel der Vergangenheit machen. Cortellesi gelingt in ihrem Debütfilm das Meisterstück, die Geschichte einer misshandelten Frau mit Tiefe und Ernst, aber auch mit Humor und enormen inszenatorischen Einfallsreichtum zu erzählen. Delia ist mehr als ein Opfer, sie geht einen schwierigen, schmerzhaften, langsamen Weg der Selbstermächtigung, bis sie sich erkämpft, die Wahl zu haben. Ein herausragender Film, klug, schön, witzig, ernst, innovativ. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Johanna, Katharina und Thomas.
21 Minuten
Als Stadtmenschen müssen wir uns erst einmal Hamaguchis Entschleunigung ausliefern. Im Stil einer kontemplativen Dokumentation beobachten wir für eine ungewohnt lange Zeit, wie Takumi (Hitoshi Omika) Holz sägt, es spaltet, es ans Haus bringt, es aufstapelt, bevor er mit einem Freund Wasser aus einer Quelle schöpft, aufreizend langsam, Schöpflöffel für Schöpflöffel, Wasser, das später für den herausragenden Geschmack von Udon-Nudeln in einem Restaurant sorgen wird. Aber die düstere Musik von Eiko Ishibashi macht von Anfang an klar: Diese Idylle ist bedroht, wir spüren kommende Gefahren. Für Konflikte sorgen dann Vertreter einer Firma, die eine Glampinganlage in die Natur setzen will – und damit die Wasserversorgung des Dorfes beeinträchtigen würde.
In den wenigen Dialogszenen werden die verschiedenen Denkweisen klar: Bemühen um Harmonie und Gleichgewicht auf der einen Seite, auch und gerade mit der Natur, und Gewinnstreben auf der anderen Seite. Der Spätkapitalismus kollidiert mit nachhaltigem Handeln. EVIL DOES NOT EXIST lässt Raum für Interpretationen und allegorische Ebenen: Das Bild von den Menschen, die am oberen Flußlauf wohnen und für die Menschen, die am unteren Flußlauf wohnen, Verantwortung übernehmen müssen, verweist auf die Verantwortung der Reichen gegenüber den Armen und auf die Verantwortung der Menschen für kommende Generationen. Aber während in den ruhigen Bildern solche Gedanken im Publikum aufkommen, und Takumi ein verlockendes Angebot bekommt, eskalieren die Konflikte zwischen Stadt und Land, zwischen Gier und Bescheidenheit. Im Podcast direkt nach dem Film müssen wir erst einmal das dramatische Ende verdauen und den Rätseln nachspüren, die Hamaguchi nicht auflöst. Am Mikrofon: Bettina, Johanna und Thomas.
Wir haben den Film auf Mubi gesehen. Unser erster Eindruck von DRIVE MY CAR und WHEEL OF FORTUNE AND FANTASY.
In den wenigen Dialogszenen werden die verschiedenen Denkweisen klar: Bemühen um Harmonie und Gleichgewicht auf der einen Seite, auch und gerade mit der Natur, und Gewinnstreben auf der anderen Seite. Der Spätkapitalismus kollidiert mit nachhaltigem Handeln. EVIL DOES NOT EXIST lässt Raum für Interpretationen und allegorische Ebenen: Das Bild von den Menschen, die am oberen Flußlauf wohnen und für die Menschen, die am unteren Flußlauf wohnen, Verantwortung übernehmen müssen, verweist auf die Verantwortung der Reichen gegenüber den Armen und auf die Verantwortung der Menschen für kommende Generationen. Aber während in den ruhigen Bildern solche Gedanken im Publikum aufkommen, und Takumi ein verlockendes Angebot bekommt, eskalieren die Konflikte zwischen Stadt und Land, zwischen Gier und Bescheidenheit. Im Podcast direkt nach dem Film müssen wir erst einmal das dramatische Ende verdauen und den Rätseln nachspüren, die Hamaguchi nicht auflöst. Am Mikrofon: Bettina, Johanna und Thomas.
Wir haben den Film auf Mubi gesehen. Unser erster Eindruck von DRIVE MY CAR und WHEEL OF FORTUNE AND FANTASY.
11 Minuten
Cops ständig am Rande eines cholerischen Anfalls, Rumgebrülle, idiotische Entscheidungen … ist es Testosteron, dass uns Männer so dumm macht oder übertreibt POINT BREAK als Kind der späten 80er/frühen90er? Wir haben den Film, 33 Jahre nach dem Erscheinen, jetzt zum ersten Mal gesehen – und zwar auf der großen Leinwand. Trotz der wirklich dämlichen Dialoge ist POINT BREAK ein absolutes Erlebnis im Kino. Hier zeigt sich Kathryn Bigelows Meisterschaft als Regisseurin und ihre Nähe zu Kollegen wie Tony Scott oder Michael Mann: Die Wellen, die Nächte am Meer, die Farben, die Lichter, die Schnitte, das ist im wahrsten Sinne des Wortes ganz großes Kino. Mit zwei charismatischen Hauptdarstellern, die ihren Teil dazu beigetragen haben, aus diesem Drehbuch-B-Picture einen Kultfilm zu machen. Im Podcast direkt nach dem Film am Mikrofon: Johanna und Thomas.
15 Minuten
Der Untertitel „An American Saga“ ist schon ein Hinweis: HORIZON ist ein „Super“-Western – ein Western, der alles parallel erzählt, alles gleichzeitig sein will: ein Film über den Krieg zwischen den Ureinwohnern und den Siedlern, ein Rache-Thriller, eine Romanze, dazu eine Portion 40 WAGEN WESTWÄRTS und eine Prise Bürgerkrieg. Da kommen schon mal 170 Sprechrollen zusammen. Kein Wunder, dass das Herzensprojekt von Kevin Costner völlig den Fokus verliert und sich eher wie drei Folgen einer ambitionierten TV-Serie anfühlt. Zumal sich Costner nicht entscheiden kann, ob er „die Eroberung des Westens“ dekonstruieren oder verherrlichen will. Er versucht beides gleichzeitig. Im Podcast direkt nach dem Film sind wir unterschiedlicher Meinung, einige sind gut unterhalten, andere angeödet. Wir reden über starke Szenen (zwei Männer gehen auf eine Hütte zu!) und vergleichen HORIZON mit NO COUNTRY FOR OLD MAN, THE SEARCHERS, THE SISTERS BROTHERS, DEADWOOD, SILVERADO, OPEN RANGE, HEAVENS GATE und THE REVENANT. Am Mikrofon: Peter, Hendrik, Harald, Tom, Thomas und unser Westernexperte Götz.
14 Minuten
Nachdem Disney die Rechte an 20th Century Fox erworben hatte, war ja automatisch aus jeder Alien-Königin eine Disney-Prinzessin geworden. Und es war klar, dass Disney das wertvolle Alien-Franchise nicht brachliegen lassen würde. Vor diesem Hintergrund entstand ALIEN: ROMULUS von Fede Alvarez. Nachdem ALIEN: COVENANT und PROMETHEUS unter einer Überdosis Mythologie, Religion und Philosophie litten, hat sich Alvarez für eine ganz einfache Geschichte entschieden. Ganz klar orientierte sich Alvarez am ersten ALIEN von Scott und ALIENS von Cameron: Eine eher einfache, klare Handlung, eine kleine Gruppe, die ums Überleben kämpft und Androiden, die mal mehr mal weniger hilfreich sind. Auf jeden Fall ein solider, funktionierender Science-Fiction-Horror. Solide auch die Leistung von Hauptdarstellerin Cailee Spaeny, die wir vor kurzem in CIVIL WAR bewundern durften.
In der ersten Hälfte des Films empfand ich die vielen Zitate und Anspielungen auf die ersten beiden Filme als augenzwinkernde Hommage, in der zweiten Hälfte wirkte die häufige Übernahme bekannter Elemente eher wie übertriebender Fan-Service. Mich hat das abgelenkt: ein spannender Moment verliert an Spannung, wenn mein Unterbewusstsein sich gerade gruseln will aber mein Wachbewusstsein sagt: „Das ist doch X aus Y!“ Trotz solcher Schwächen ist Alvarez viel näher an der Qualität der Sigourney-Weaver-Ära als an den Alien-vs-Predator-Filmen. Im Podcast direkt nach dem Kino sprechen wir über Zitate, dünnes Eis und stellen Vergleiche mit PREY an. Am Mikrofon: Hendrik, Tom und Thomas.
In der ersten Hälfte des Films empfand ich die vielen Zitate und Anspielungen auf die ersten beiden Filme als augenzwinkernde Hommage, in der zweiten Hälfte wirkte die häufige Übernahme bekannter Elemente eher wie übertriebender Fan-Service. Mich hat das abgelenkt: ein spannender Moment verliert an Spannung, wenn mein Unterbewusstsein sich gerade gruseln will aber mein Wachbewusstsein sagt: „Das ist doch X aus Y!“ Trotz solcher Schwächen ist Alvarez viel näher an der Qualität der Sigourney-Weaver-Ära als an den Alien-vs-Predator-Filmen. Im Podcast direkt nach dem Kino sprechen wir über Zitate, dünnes Eis und stellen Vergleiche mit PREY an. Am Mikrofon: Hendrik, Tom und Thomas.
8 Minuten
Für hartgesottene Fans der Marvel-Comics ist die Hassliebe zwischen Deadpool und Wolverine ebenso bekannt wie beliebt. In den beiden Deadpool-Kinofilmen wurde zwar viel auf Wolverine angespielt, aber er war kaum zu sehen. Der dritte Teil schließlich erfüllt die Wünsche der Fans (und von Deadpool, respektive Ryan Reynolds): Durch Multiversumszeitlinienschnickschnack treffen die beiden endlich aufeinander. Kämpfe zwischen den beiden sind ja nicht nur extrem blutig sondern schon in sich eine Parodie, denn beide regenerieren ja sofort wieder – es kann also etwas länger dauern mit dem gegenseitigen Abschlachten.
Die beiden ersten Filme haben sich ganz auf Deadpool konzentriert und Reynolds konnte den anarchistischen, dekonstruierenden Deadpool-Humor komplett ausleben. Im dritten Teil ist Deadpool erstmal nur ein langweiliger Autoverkäufer (mittlerweile trauriger Single), und als er endlich wieder als Held unterwegs ist, teilt er sich die Bühne mit Wolverine. Nicht schlecht, aber anders. Nach meinem Gefühl hätte es ruhig mehr anarchischen Humor geben können und dafür ein paar Cameos weniger (der Film ist bis zum Bersten voll davon). Ich will nicht spoilern, aber es gibt eine Menge abgefahrener Cameos, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Unter dem Strich: zwei sehr gut aufgelegte Hauptdarsteller, genug Gags und abgefahrene Einfälle (die nekrophile erste Actionszene!) und mehr Meta-Spaß und Marvelselbstverarsche, als man beim ersten Mal anschauen komplett mitschneiden kann. Großer Spaß – vorausgesetzt man mag kaputten, geschmacklosen Pubertätshumor. Mögen wir Direkt nach dem Film am Mikrofon: Harald und Thomas.
P.S. Im vierten Teil bitte wieder mehr Morena Baccarin!
Die beiden ersten Filme haben sich ganz auf Deadpool konzentriert und Reynolds konnte den anarchistischen, dekonstruierenden Deadpool-Humor komplett ausleben. Im dritten Teil ist Deadpool erstmal nur ein langweiliger Autoverkäufer (mittlerweile trauriger Single), und als er endlich wieder als Held unterwegs ist, teilt er sich die Bühne mit Wolverine. Nicht schlecht, aber anders. Nach meinem Gefühl hätte es ruhig mehr anarchischen Humor geben können und dafür ein paar Cameos weniger (der Film ist bis zum Bersten voll davon). Ich will nicht spoilern, aber es gibt eine Menge abgefahrener Cameos, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Unter dem Strich: zwei sehr gut aufgelegte Hauptdarsteller, genug Gags und abgefahrene Einfälle (die nekrophile erste Actionszene!) und mehr Meta-Spaß und Marvelselbstverarsche, als man beim ersten Mal anschauen komplett mitschneiden kann. Großer Spaß – vorausgesetzt man mag kaputten, geschmacklosen Pubertätshumor. Mögen wir Direkt nach dem Film am Mikrofon: Harald und Thomas.
P.S. Im vierten Teil bitte wieder mehr Morena Baccarin!
9 Minuten
Folge 1303 – Ins Mainstream-Katastrophenfilmkino geht man ja mit hohen Erwartungen an spannende Unterhaltung und geringen Erwartungen an erzählerische Tiefe. So auch bei TWISTERS. Der Unterhaltungswert ist in der Tat beachtlich: Mit der Windgeschwindigkeit steigt auch der Adrenalinpegel im Zuschauerraum, die Helden stellen sich am Ende ihren Ängsten – und ihrer Vergangenheit. Während man die Arbeit einer Polizistin oder eines Rettungssanitäters im Film nicht in Frage stellt, denkt man sich bei den Tornadojäger:innen dann doch: Warum? Das heißt, man würde es denken, wenn nicht rechtzeitig wieder der nächste stürmische Adrenalinstoß durch das Publikum fahren würde. (Das Rodeo! Das Kino!)
Insgesamt gesehen funktioniert der Film überraschend gut, die Charaktere sind besser gezeichnet als gedacht, die Geschichte vielschichtiger. So wie TWISTER vor vielen Jahren von Helen Hunt und Bill Paxton aufgewertet wurde, lebt auch TWISTERS vom Charisma seiner Hauptdarsteller: Daisy Edgar-Jones ist absolut überzeugend und Glen Powell startet ja ohnehin mit seinem lausbübischen All-American-Hero-Marlboro-Mann-Charme gerade in Hollywood durch. Im Podcast sprechen wir über unsere erfüllten Erwartungen und Thomas fragt sich, wie man einen Film über mehr Regen, mehr Hitze und mehr Stürme drehen kann, ohne einmal die Klimakatastrophe zu erwähnen. Im Podcast direkt nach dem Film am Mikrofon: Johanna, Hendrik, Harald, Tom und Thomas.
Insgesamt gesehen funktioniert der Film überraschend gut, die Charaktere sind besser gezeichnet als gedacht, die Geschichte vielschichtiger. So wie TWISTER vor vielen Jahren von Helen Hunt und Bill Paxton aufgewertet wurde, lebt auch TWISTERS vom Charisma seiner Hauptdarsteller: Daisy Edgar-Jones ist absolut überzeugend und Glen Powell startet ja ohnehin mit seinem lausbübischen All-American-Hero-Marlboro-Mann-Charme gerade in Hollywood durch. Im Podcast sprechen wir über unsere erfüllten Erwartungen und Thomas fragt sich, wie man einen Film über mehr Regen, mehr Hitze und mehr Stürme drehen kann, ohne einmal die Klimakatastrophe zu erwähnen. Im Podcast direkt nach dem Film am Mikrofon: Johanna, Hendrik, Harald, Tom und Thomas.
18 Minuten
Eine deutsche Komödie? Eine deutsch-deutsche Komödie? Das rief schon eine Menge Vorurteile auf den Plan. Aber erstens: Sandra Hüller! Und zweitens: Unser Lieblingskino CAPITOL hat mit diesem Film wieder neu eröffnet! Und es hat sich gelohnt: Es ist eine Heist-Komödie, die auf wahren Ereignissen beruht. In einer Zwischenzeit der deutschen Geschichte, kurz nachdem die D-Mark als Zahlungsmittel ausgegeben wurde – im Wechselkurs 2:1 (daher der Filmtitel), entdecken einige DDR-Bürger in Halberstadt, dass in einer riesigen Bunkeranlage das komplette Scheingeld der DDR eingelagert wurde. Und noch drei Tage bleiben, um das Geld zu tauschen ...
Regisseurin Natja Brunckhorst, die auch das Drehbuch geschrieben hat, erzählt ganz leichtfüßig eine Geschichte, in der es aber dann doch nicht nur um plötzlichen Reichtum geht, um Gier und Neid. Es geht auch um die Illusion des Sozialismus und die Illusion des Kapitalismus, um Familie und darum, wie man seine Würde und sich selbst nicht verliert, wenn die Geschichte einem den Boden unter den Füßen wegzieht. Wir haben erst viel gelacht, dann nachgedacht. Im Podcast diskutieren wir über großartige Schauspieler, starke Songs, Verfolgungsjagden, über den niedlichen Kapitalismus von 1990, über unseren Westblick und offene Baustellen. Und wir zählen DDR-Geld, denn Regisseurin Natja Brunckhorst verteilte nach dem Film das Requisitengeld an die Zuschauer, rückwirkendes Begrüßungsgeld Am Mikrofon direkt nach dem Film: Johanna, Anke, Marc und Thomas
Regisseurin Natja Brunckhorst, die auch das Drehbuch geschrieben hat, erzählt ganz leichtfüßig eine Geschichte, in der es aber dann doch nicht nur um plötzlichen Reichtum geht, um Gier und Neid. Es geht auch um die Illusion des Sozialismus und die Illusion des Kapitalismus, um Familie und darum, wie man seine Würde und sich selbst nicht verliert, wenn die Geschichte einem den Boden unter den Füßen wegzieht. Wir haben erst viel gelacht, dann nachgedacht. Im Podcast diskutieren wir über großartige Schauspieler, starke Songs, Verfolgungsjagden, über den niedlichen Kapitalismus von 1990, über unseren Westblick und offene Baustellen. Und wir zählen DDR-Geld, denn Regisseurin Natja Brunckhorst verteilte nach dem Film das Requisitengeld an die Zuschauer, rückwirkendes Begrüßungsgeld Am Mikrofon direkt nach dem Film: Johanna, Anke, Marc und Thomas
8 Minuten
Das Rezept für diesen Sommerfilm: Romantische Komödie, ein bisschen Geheimdienst und Verschwörung, ein bisschen Hochstapler-Charme und eine starke Frauenrolle – dazu ein bisschen Nostalgie mit der Mondlandung 1969. Und geht das Rezept auf? Jein. Scarlett Johansson (auch Produzentin) ist großartig als Marketingwirbelwind, der die NASA auf Vordermann bringen soll. Aber ihre Screwball-Sätze kommen nicht so richtig zurück von Channing Tatum. Er ist zwar sympathisch aber hier glatt eine Fehlbesetzung. Denn zu einem Screwballduell gehören immer zwei temperamentvolle Partner – wie einst Katherine Hepburn und Spencer Tracy. Ursprünglich war Chris Evans für diese Rolle vorgesehen und das wäre in der Tat ein ganz anderer Film geworden. FLY ME TO THE MOON hätte grundsätzlich auch ein flotteres Pacing gut getan, kürzere Schnitte, schnellere Pointen. Immerhin als leichte Kinosommerunterhaltung mit dem Schatz an der Seite geeignet, finde ich. Im Podcast direkt nach dem Film sind meine Gäste Heidi, Hendrik und Tom kritischer.
27 Minuten
In unserer Jubiläumsfolge (eintausenddreihundert Folgen, yeah!) feiern wir das immer wieder so schöne Wiedersehen mit filmbegeisterten Freunden, dazu gibt es Erdbeeren, Croissants, Kaffee und entspannte Diskussionen über die Filme, die wir schon gesehen haben – das ist die Tradition beim Frühstück der Filmpodcaster und Filmblogger, offen für alle, die dabei sein wollen. 2024 waren dabei: Karoline aka DieMelanie, Daniel Haberkorn vom Altstadtkino, Malte und Helena von Sneaky Monday, Claudia, Steffi von Miss Booleana, die Abspanngucker René und Marcel, Kaidan, Andras, Jan Lukas und natürlich Thomas von SchönerDenken.
Wie immer reden wir vor allem über alle Filme, die wir bis dahin schon auf dem Festival gesehen hatten und die Meinungen gehen weit auseinander :-) Wir diskutieren unter anderem über 18×2 Beyond Youthful Days, Best Wishes to All, The J-Horror-Virus, Dreaming in between, Takano Tofu, Kubi, Wheel of Fortune and Fantasy, Yoko, Ichiko, September 1923, Inch Forward, Visitors – Complete Edition, Fly me To The Saitama 2 und Making Of A Japanese. Großer Dank an an alle, die dabei waren und an Nippon Connection für die Organisation und den schönen Raum!
Shownotes
00:00 Begrüßung
00:38 Daniel Haberkorn, Altstadtkino
04:15 Marcel, Abspanngucker
05:41 René, Abspanngucker
06:40 Claudia
07:15 Steffi, Miss Booleana
09:43 Kaidan
13:06 Malte, Sneaky Monday
14:57 Helena, Sneaky Monday
16:53 Jan Lukas, Berlitz von Mandelbrot
20:17 Andras
22:06 Karoline aka DieMelanie
24:33 Thomas, SchönerDenken
26:07 Danke an Nippon Connection und Verabschiedung
26:32 Ende
Hier alle Filmpodcasterfilmbloggerfrühstücke der vergangenen Jahre.
Wie immer reden wir vor allem über alle Filme, die wir bis dahin schon auf dem Festival gesehen hatten und die Meinungen gehen weit auseinander :-) Wir diskutieren unter anderem über 18×2 Beyond Youthful Days, Best Wishes to All, The J-Horror-Virus, Dreaming in between, Takano Tofu, Kubi, Wheel of Fortune and Fantasy, Yoko, Ichiko, September 1923, Inch Forward, Visitors – Complete Edition, Fly me To The Saitama 2 und Making Of A Japanese. Großer Dank an an alle, die dabei waren und an Nippon Connection für die Organisation und den schönen Raum!
Shownotes
00:00 Begrüßung
00:38 Daniel Haberkorn, Altstadtkino
04:15 Marcel, Abspanngucker
05:41 René, Abspanngucker
06:40 Claudia
07:15 Steffi, Miss Booleana
09:43 Kaidan
13:06 Malte, Sneaky Monday
14:57 Helena, Sneaky Monday
16:53 Jan Lukas, Berlitz von Mandelbrot
20:17 Andras
22:06 Karoline aka DieMelanie
24:33 Thomas, SchönerDenken
26:07 Danke an Nippon Connection und Verabschiedung
26:32 Ende
Hier alle Filmpodcasterfilmbloggerfrühstücke der vergangenen Jahre.
10 Minuten
Der letzte Film, den wir 2024 auf Nippon Connection gesehen haben: Wir hatten hohe Erwartungen – und wurden nicht enttäuscht. Die Titelfigur Yoko (großartig gespielt von Rinko Kikuchi) ist Anfang 40. Ihre Träume sind geplatzt, sie lebt zurückgezogen, geht nicht mehr aus dem Haus, eine Hikikomori. Der Tod ihres Vaters reisst sie aus ihrer Lethargie, sie muss sich auf den Weg machen zur Beerdigung, 658 Kilometer nach Norden. YOKO ist ein Roadmovie wie ein Entwicklungsroman, Schicksalsschläge, katastrophale und wunderbare Begegnungen verändern Yoko. Immer wieder erscheint geisterhaft aus ihren Erinnerungen ihr Vater, den sie seit 20 Jahren nicht mehr gesehen hat. YOKO ist ein beeindruckendes Drama, ein düsterer Film über Entfremdung und über den Weg zurück in die Familie. Kazuyoshi Kumakiri erinnert uns mit YOKO daran, dass wir alle nur zwei bis drei Fehlentscheidungen vom Scheitern entfernt sind. Im Podcast direkt nach dem Film habe ich Sven von Alle Videospiele und Daniel vom Altstadtkino zu Gast. Wir sprechen über eine Beichte ohne Zuhörer, über Monster, denen man als Anhalterin begegnet und fragen uns, ob wir diesen sehr guten aber auch sehr belastenden Film noch einmal sehen können. YOKO war das erhoffte Festivalhighlight und ein toller Ausklang am letzten Tag für mich.
11 Minuten
Ein Kind wird vermisst, es verschwindet am einzigen Abend, an dem die junge Mutter nicht da ist. Zur Angst, dass das Kind tot sein könnte, kommt ein Shitstorm – erst gegen die Mutter, dann gegen den Onkel des vermissten Mädchens, der hätte aufpassen sollen. Dazu Prank-Anrufe, man hätte Hinweise auf den Aufenthalt des Mädchens oder gefakte Anrufe der Polizei, das Kind sein gefunden worden – mehr als die Familie ertragen kann. Eine große Rolle spielen im berührenden Drama MISSING aber auch die Journalist:innen eines TV-Senders, die die Geschichte für TV-Quote und Onlinerankings ausschlachten. Regisseur Keisuke Yoshida schaut dabei sehr genau hin und zeigt uns authentisch die Diskussionen in den Redaktionen und das grausame Abhängigkeitsverhältnis der Angehören zu den Medien. Denn ohne die Berichterstattung sinkt die Chance, das Mädchen zu finden. Auf vielen Ebenen ein sehr kluger, sehr beeindruckender Film – und sollte Pflichtprogramm für Journalist:innen sein. Direkt nach dem Film auf Nippon Connection habe ich Daniel vom Filmpodcast Altstadtkino und Andras am Mikrofon. Von Keisuke Yoshida haben wir 2022 den beeindruckenden INTOLERANCE gesehen, in dem die Medien und ihr Umgang mit einem Familiendrama auch eine Rolle spielen. Hier unser Podcast zu INTOLERANCE mit Patrick Torma von journalistenfilme.de.
14 Minuten
Folge 1297 – Eine ziemlich wahre Geschichte über den cholerischen Regisseur und Produzent Koji Wakamatsu, über einen unermüdlich-optimistischen Kino-Manager, einen Nachwuchsfilmemacher und eine Studentin. Für alle, die sich mit der japanischen Filmszene der 1980er Jahre auskennen ein großes Fest, für alle anderen nicht immer leicht zugänglich: Es hieß zwar, man muss den ersten DARE TO STOP US nicht gesehen haben, aber ohne Hintergrund werden einige Schwächen des Films deutlich: Zum einen hat der Film das Problem, dass er sich nicht zu weit von der Realität entfernen darf, auch wenn es dramaturgisch sinnvoll wäre. Und der Film etabliert gleich vier Hauptfiguren und verliert zwischendurch etwas den Fokus, zumal verschiedene spannende Nebenfiguren einfach wieder aus der Handlung verschwinden.
Aber bei allen Schwächen ist es ein sehenswertes Portrait eines wichtigen Kapitels der japanischen Filmgeschichte. Wir kommen den Figuren sehr nah – der junge Nachwuchsfilmer kostet uns als Regie-Assistent bei Koji Wakamatsu wirklich Nerven und der Kino-Manager hat unsere Herzen erobert. Im Podcast direkt nach dem Film habe ich Helena und Malte vom Frankfurter Filmpodcast Sneaky Monday zu Gast – wir reden über das berührende Ende, über die Stadt Naguya, über Pinku-Filme und Malte schlägt dringend einen dritten Teil vor, der vor allem auf die Filmstudentin eingehen sollte. P.S. Mir ist erst später klar geworden, dass ich den ersten Teil tatsächlich 2019 auf Nippon Connection gesehen hatte.
Aber bei allen Schwächen ist es ein sehenswertes Portrait eines wichtigen Kapitels der japanischen Filmgeschichte. Wir kommen den Figuren sehr nah – der junge Nachwuchsfilmer kostet uns als Regie-Assistent bei Koji Wakamatsu wirklich Nerven und der Kino-Manager hat unsere Herzen erobert. Im Podcast direkt nach dem Film habe ich Helena und Malte vom Frankfurter Filmpodcast Sneaky Monday zu Gast – wir reden über das berührende Ende, über die Stadt Naguya, über Pinku-Filme und Malte schlägt dringend einen dritten Teil vor, der vor allem auf die Filmstudentin eingehen sollte. P.S. Mir ist erst später klar geworden, dass ich den ersten Teil tatsächlich 2019 auf Nippon Connection gesehen hatte.
11 Minuten
PENALTY LOOP ist ein Zeitschleifenfilm mit Rache-Motiv. Bei diesem Genre hat man das Gefühl, man hätte bereits alles gesehen. Also stellt sich die Frage: Gibt es neue Ansätze, gibt es neue Ideen? Hier ist das Besondere: (ACHTUNG SPOILER!) Nicht nur der Rächer, sondern auch das Opfer seiner Rache wissen, dass sie in einer Zeitschleife hängen und das führt dazu, dass die beiden ungewollt eine eigenartige Beziehung eingehen. Im Podcast reden wir über den starken Darsteller des Auftragskillers, den sehr gelungenen Tonschnitt, um den Loop zu definieren und die sehr gut ausgesuchten Locations. Im letzten Drittel bringt der Film einen überraschenden Twist, der nicht alle überzeugt. Am Mikrofon habe ich als Gäste direkt nach dem Film: Daniel vom Altstadtkino, Rene von den Abspannguckern und Andras. Am Ende der Folge habe ich nach den Lieblingszeitschleifenfilm gefragt – folgende Filme wurden genannt: GROUNDHOG DAY, LIVE DIE REPEAT (aka EDGE OF TOMORROW aka ALL YOU NEED IS KILL), PALM SPRINGS und HAPPY DEATHDAY. Und als Mentions: BOSS LEVEL und ENDLESS EIGHT.