SchönerDenken FilmPodcast Archiv
313 Episoden
15 Minuten
Wir nehmen unsere Podcast-Episoden immer direkt nach dem Kino auf – bei der Aufnahme, die wir nach DIE FRAU, DIE SINGT aufgenommen haben, kann man hören, wie angeschlagen wir sind. Im Mittelpunkt des Dramas steht Nawal, eine Frau, die aus dem Libanon stammt und mit ihren beiden mittlerweile erwachsenen Zwillingskindern, einer Tochter und einem Sohn, in Kanada lebt. Nach ihrem Tod erhalten die Kinder zwei Briefe: einen Brief, den sie an den unbekannten Vater aushändigen sollen, und einen Brief, den sie einem Halbbruder geben sollen, von dessen Existenz sie nichts wussten. Sie machen sich auf den Weg und erfahren im Libanon die erschütternde Geschichte ihrer Herkunft …
Denis Villeneuve erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen: einmal das dramatische Leben von Nawal in einem Bürgerkrieg, der das Land und die Menschen verheert, ein Leben voller Liebe, Hass, Ablehnung, Mord, Gefangenschaft und Folter. Auf der zweiten Ebene die Suche der Zwillinge nach dem Vater und dem Bruder, in der sie nach und nach Zeitzeugen finden, die vom Schicksal ihrer Mutter Nawal berichten. Die Geschichte nimmt immer mehr biblische Ausmaße an, eine klassische, griechische Tragödie in einem absolut realistisch erzählten Rahmen. Als wäre die Handlung nicht schon berührend und schockierend genug, findet Denis Villenueve dafür intensive Bilder, die sich uns eingebrannt haben (der brennende Bus!). Mit belegter Stimme direkt nach dem Kino am Mikrofon: Bettina, Katharina, Götz und Thomas.
Denis Villeneuve erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen: einmal das dramatische Leben von Nawal in einem Bürgerkrieg, der das Land und die Menschen verheert, ein Leben voller Liebe, Hass, Ablehnung, Mord, Gefangenschaft und Folter. Auf der zweiten Ebene die Suche der Zwillinge nach dem Vater und dem Bruder, in der sie nach und nach Zeitzeugen finden, die vom Schicksal ihrer Mutter Nawal berichten. Die Geschichte nimmt immer mehr biblische Ausmaße an, eine klassische, griechische Tragödie in einem absolut realistisch erzählten Rahmen. Als wäre die Handlung nicht schon berührend und schockierend genug, findet Denis Villenueve dafür intensive Bilder, die sich uns eingebrannt haben (der brennende Bus!). Mit belegter Stimme direkt nach dem Kino am Mikrofon: Bettina, Katharina, Götz und Thomas.
7 Minuten
1989 tötet ein Student 14 Kommilitoninnen, gezielt nur Frauen an der Technischen Universität in Montreal. Er will eine Generation zukünftiger Ingenieurinnen auslöschen. Ein schrecklicher Massen-Femizid. Soll man einen solchen Amoklauf verfilmen und wenn ja wie? Denis Villeneuve entscheidet sich von fiktiven Charakteren zu erzählen – aber in einer authentisch dem echten Verbrechen nachgestellten Handlung. Und er entscheidet sich für Schwarzweiss, um die Wirkung der Gewaltdarstellungen abzumildern. Dabei ist es nicht die Gewalt, die einen als Zuschauer belastet, sondern die starke emotionale Nähe zu den ermordeten und überlebenden Frauen. Der namenlose Täter steht nicht zentral im Mittelpunkt, Villeneuve gibt auch den Opfern und den Zeugen Raum. Er dreht viele Szenen aus drei verschiedenen Perspektiven – erst, wenn man alle Perspektiven gesehen hat, lassen sich die Tat und die Folgen wirklich erfassen. Die Inszenierung ist einfallsreich, aber man bleibt doch sehr auf die dramatische Handlung fokussiert. Thomas – heute alleine am Mikrofon – fühlte sich nach dem Film stark an die eigene (friedliche) Universitätszeit erinnert.
10 Minuten
Immer wieder überrascht uns Villeneuves Tragikomödie MAELSTRÖM. Die Geschichte windet sich und wendet sich anders, als wir es erwartet hatten. Es geht um das Leben einer privilegierten jungen Frau, das aus eigener Schuld aus den Fugen gerät. Sie strandet in der Realität und weiß nicht, welches Schicksal auf sie wartet. Villeneuve bettet die Geschichte ein in groteske und märchenhafte Elemente (der sprechende Karpfen), experimentiert mutig, spielt mit Farben und dem Verzicht auf Farben, mit Wasser und Meer, mit Close Ups und einer Erzählerstimme, die Götz sehr stark an Godard und die Nouvelle Vague erinnert. Sehr eigen, sehr sehenswert, aber noch keine klare Filmsprache. Vielleicht ist das der Grund, warum Villeneuve nach Maelström fast zehn Jahre pausiert. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Kristin, Katharina, Götz und Thomas.
7 Minuten
Denis Villeneuves erster Langfilm dreht sich um Simone, eine Frau, die nach einem Autounfall ihre eigene Vergänglichkeit erkennt und jetzt ein Kind will – von ihrem besten Freund Philippe, zu dem sie eine platonische Beziehung hat. Ihr Wunsch führt die beiden in die Große Salzwüste in Utah und wieder zurück nach Kanada. Ein Arthouse-Roadmovie mit immer wieder starken Bildern, das den Zuschauer – vor allem nach dem unerwarteten Ende – angefasst und nachdenklich zurücklässt. Thomas mit seinem ersten Eindruck nach dem Kino.
12 Minuten
Der Hype um HOPE war beträchtlich nach dem sehr gelungenen Trailer. Ich lehne mich mal aus dem Fenster: Da werden viele enttäuscht sein. Ich nicht :-) HOPE ist „nur“ ein Genre-Film mit allen Stärken und Schwächen: Die Stärken: Rasante, aufregende Verfolgungsjagden, perfektes Setdesign, interessante Monster, starker Score von Michael Abels und eine Bad-Ass-Polizistin. Die Schwächen: Hemmungsloses Over-Acting, dämliche Dialoge direkt aus der Drehbuchhölle der 1980er und viel zu lange sich wiederholende Actionelemente. Und vor allem: In HOPE steckt kein einziges Molekül Subtilität, kein Hauch von Meta-Ebene. Wenn man sich daran nicht stört, hat man einen kurzweiligen Abend mit einem handwerklich herausragenden SF-Actioner. In unserem Podcast wird klar: Einige freuen sich auf HOPE 2, andere nicht :-) Direkt nach dem Film am Mikrofon: Anke, Marc, Hendrik, Harald, Tom und Thomas.
10 Minuten
Der Koyote, der mit den verrücktesten Methoden versucht den blitzschnellen Laufvogel Road Runner zu fangen, und dabei immer brutal scheitert, ist vielleicht die einprägsamste Figur der Looney Tunes. Er ist in dieser anarchischen Welt der Sysiphus unter den Cartoonfiguren. Ein Antiheld meiner Kindheit, den ich unglaublich gerne gesehen habe. Jetzt kommt er (nach einigen Schwierigkeiten) zurück auf die große Leinwand – als Gerichtsfilm. Denn Wile E. Coyote hat die Schnauze voll von den nutzlosen Erfindungen der Firma ACME (A Company Manufacturing Everything) und verklagt sie. Sein Anwalt ist nur auf einen schnellen Vergleich mit dem Konzern aus. Aber ACME hat ein Geheimnis, das vor Gericht nicht herauskommen soll … Als Gerichtsfilm funktioniert COYOTE VS. ACME nicht wirklich, aber immer wieder bricht sich der Cartoon-Slapstick Bahn und da macht der Film richtig Spaß. Im Podcast direkt nach dem Film sprechen wir über die reibungslose Integration von Animation und Realfilm, über Peter Lorre, kognitive Dissonanz und Kapitalismus. Direkt nach dem Film schon wieder gut gelaunt am Mikrofon: Johanna, Tina, Tom und Thomas.
11 Minuten
Ich bewundere Regisseurin Jane Schoenbrun für die unbekümmerte Art, wie sie eine Meta-Slasher-Groteske inszeniert, ohne sich auch nur einen Deut um Genre-Gesetze und Publikumserwartungen zu scheren. Allein schon die ersten Minuten, die Geburt, Ruhm, Ausbreitung, Absturz und Verachtung eines Horror-Franchises im Schnelldurchlauf zeigen, sind eine liebevolle, kreative und sachkundige Hommage und Parodie der großen Slasher-Reihen. Aber Schoenbrun arbeitet sich nicht an diesen Filmen ab – sie zeigt eine ganz eigene Geschichte: Eine Independent-Regisseurin (Hannah Einbinder), die die abgewirtschaftete Camp-Miasma-Slasher-Reihe irgendwie woke, irgendwie frisch, neu starten soll. Aber sie weiß nicht wie – bis sie auf die Hauptdarstellerin bzw. das Final Girl (herausragend als Diva: Gillian Anderson) des ersten Camp Miasma-Films stößt.
Die beiden charismatischen Frauen nähern sich auf verschiedenen Ebenen an. Es entsteht ein faszinierender Reboot mit unerwarteten Wendungen, der schnell die Oberfläche der üblichen Genreparodien hinter sich lässt und irgendwo zwischen Freud und Marx, zwischen Erotik und Blutfontänen dahin geht, wo weder ein Arthouse-Film noch ein Slasher-Film jemals zuvor gewesen ist. Ein richtiger Festivalfilm – und das ist ein Kompliment. Filmwissenschaftler werden sich die Finger wundtippen bei der Analyse von CAMP MIASMA: die queere Anziehung, das Spannungsfeld von Angst, Gefahr, Gewalt und Sexualität, die Abrechnung mit dem Film-Business, der ebenso subtile wie groteske Humor. Viel Stoff zum Nachdenken auf der einen Seite, aber auch einfach ein großer Spaß auf der anderen Seite. Absolut sehenswert. Direkt nach dem Film gut gelaunt am Mikrofon: Anke, Marc und Thomas.
Die beiden charismatischen Frauen nähern sich auf verschiedenen Ebenen an. Es entsteht ein faszinierender Reboot mit unerwarteten Wendungen, der schnell die Oberfläche der üblichen Genreparodien hinter sich lässt und irgendwo zwischen Freud und Marx, zwischen Erotik und Blutfontänen dahin geht, wo weder ein Arthouse-Film noch ein Slasher-Film jemals zuvor gewesen ist. Ein richtiger Festivalfilm – und das ist ein Kompliment. Filmwissenschaftler werden sich die Finger wundtippen bei der Analyse von CAMP MIASMA: die queere Anziehung, das Spannungsfeld von Angst, Gefahr, Gewalt und Sexualität, die Abrechnung mit dem Film-Business, der ebenso subtile wie groteske Humor. Viel Stoff zum Nachdenken auf der einen Seite, aber auch einfach ein großer Spaß auf der anderen Seite. Absolut sehenswert. Direkt nach dem Film gut gelaunt am Mikrofon: Anke, Marc und Thomas.
13 Minuten
Erika Mann fährt ihren berühmten Vater Thomas Mann 1949 durch das zerstörte und geteilte Deutschland. Der Westen Deutschlands buhlt dabei genauso um den Literaturnobelpreisträger wie die Sowjetzone. Thomas Mann (gespielt von Hanns Zischler) sieht sich selbst als Relikt eines vergangenen Bildungsbürgertums und verlässt trotz dieser Reflektion mit seiner Goethe-Rede in Weimar den Elfenbeinturm der deutschen Hochkultur nicht. Als gäbe es Deutschland gar nicht mehr, wenn er auch das noch preisgeben würde. Selbst als Sohn Klaus stirbt, setzt er seine Reise unbeirrt fort. Seine Tochter Erika ist hingegen nah an der Wirklichkeit und nah an ihren Gefühlen – Tränen, Schreie und eine überfällige Ohrfeige inklusive.
Interessiert uns Thomas Mann noch, oder geht es eigentlich darum, wie sich zwei verschiedene Ideologien ein Land aufteilen und versuchen die gleiche Kultur ganz unterschiedlich in Besitz zu nehmen? Geht es nicht nur um die Trauer um einen Bruder und Sohn sondern auch mitten in den Ruinen um die Trauer, was Deutschland hätte sein können? Darüber, über berührende Momente, über Gründgens und Bach sprechen wir direkt nach dem Kino im Podcast. Und als SandaHüllerUltras natürlich auch über Sandra Hüller. Am Mikrofon: Katharina, Bettina, Johanna, Anke, Marc und Thomas.
Interessiert uns Thomas Mann noch, oder geht es eigentlich darum, wie sich zwei verschiedene Ideologien ein Land aufteilen und versuchen die gleiche Kultur ganz unterschiedlich in Besitz zu nehmen? Geht es nicht nur um die Trauer um einen Bruder und Sohn sondern auch mitten in den Ruinen um die Trauer, was Deutschland hätte sein können? Darüber, über berührende Momente, über Gründgens und Bach sprechen wir direkt nach dem Kino im Podcast. Und als SandaHüllerUltras natürlich auch über Sandra Hüller. Am Mikrofon: Katharina, Bettina, Johanna, Anke, Marc und Thomas.
19 Minuten
Achtung, diesmal SPOILERN wir, sowohl hier im Text als auch im Podcast. Nach dem Trailer hatte ich etwas anderes erwartet: einen postapokalyptischen Actionthriller, düster und niederschmetternd, weil einem Protagonisten ans Herz wachsen, die dann nach und nach sterben. So sind die Genre-Vorgaben.
Es geht erst einmal langsam los, wir begleiten den Piloten Hig (Jacob Elordi) auf seinen Streifzügen durch das fast menschenleere Denver. Es fühlt sich lange Zeit an, wie eine realistische und ruhige Version von THE OMEGA MAN (I Am Legend) und dann wie A BOY AND HIS DOG. Aber irgendwann trifft Hig auf Cima, eine junge Frau (Margaret Qualley). Beide haben in der pandemischen Apokalypse ihre Partner verloren und nähern sich ganz langsam an.
Auch wenn zwischendurch marodierende Banden für Lebensgefahr und Spannung sorgen, kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich hier um eine postapokalyptische Version von JENSEITS VON AFRIKA handelt. Es geht um Hig und Cima und die respektvolle und anständige Art, wie diese beiden Menschen in einer gesetzlosen Welt nach dem Ende der Zivilisation miteinander umgehen. Es geht um die Frage, ob man gut sein und bleiben kann in einer bösen, gescheiterten Welt.
Ridley Scott wählt dafür zurecht eine ruhige Erzählweise und dreht wunderbare Bilder fast komplett in einer Natur, von der wir erkennen, dass sie bleiben wird, wenn wir längst verschwunden sein werden – durch eine Pandemie oder was auch immer. Im Podcast direkt nach dem Kino sind wir ganz unterschiedlicher Meinung und diskutieren zu siebt über Pacing und Musik, über ein absurdes Zwischenspiel, über Higs Hund und ein Happy End unter Sternen. Am Mikrofon: Johanna, Anke, Gabriele, Heidi, Marc, Tom und Thomas.
Es geht erst einmal langsam los, wir begleiten den Piloten Hig (Jacob Elordi) auf seinen Streifzügen durch das fast menschenleere Denver. Es fühlt sich lange Zeit an, wie eine realistische und ruhige Version von THE OMEGA MAN (I Am Legend) und dann wie A BOY AND HIS DOG. Aber irgendwann trifft Hig auf Cima, eine junge Frau (Margaret Qualley). Beide haben in der pandemischen Apokalypse ihre Partner verloren und nähern sich ganz langsam an.
Auch wenn zwischendurch marodierende Banden für Lebensgefahr und Spannung sorgen, kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich hier um eine postapokalyptische Version von JENSEITS VON AFRIKA handelt. Es geht um Hig und Cima und die respektvolle und anständige Art, wie diese beiden Menschen in einer gesetzlosen Welt nach dem Ende der Zivilisation miteinander umgehen. Es geht um die Frage, ob man gut sein und bleiben kann in einer bösen, gescheiterten Welt.
Ridley Scott wählt dafür zurecht eine ruhige Erzählweise und dreht wunderbare Bilder fast komplett in einer Natur, von der wir erkennen, dass sie bleiben wird, wenn wir längst verschwunden sein werden – durch eine Pandemie oder was auch immer. Im Podcast direkt nach dem Kino sind wir ganz unterschiedlicher Meinung und diskutieren zu siebt über Pacing und Musik, über ein absurdes Zwischenspiel, über Higs Hund und ein Happy End unter Sternen. Am Mikrofon: Johanna, Anke, Gabriele, Heidi, Marc, Tom und Thomas.
7 Minuten
Da gehört schon eine Portion Mut dazu, das mittlerweile ausgelutschte Genre „Menschen kämpfen gegen Dinosaurier“ zu bedienen. Grundidee des Films: Eine spielbergeske amerikanische Vorstadtstraße wird in die Zeit der Dinosaurier versetzt. Die Reptilien freuen sich über frisches Fleisch und unsere vierköpfige Familie kämpft ums Überleben. Die Mutter (gut aufgelegt: Anne Hathaway) hat dabei die besten Nerven. Der Vater bemüht sich, eignet sich aber nicht für die Heldenrolle, die Kinder sind ganz realistisch sehr ängstlich. Auch die Saurier sehen glaubwürdig aus – und damit weniger beeindruckend als im Jurassic-Franchise. Überhaupt ist THE END OF OAK STREET düsterer und expliziter. Regisseur David Robert Mitchell kennen wir vom sehr sehenswerten IT FOLLOWS. Hier bleibt er etwas unentschieden, er hätte den Film als humoriger Familien-Action-Film oder als knallhart realistischen Survivalthriller anlegen können. Es ist ein bisschen von beiden – durchaus kurzweilig aber kein großer Wurf. Und über das cheesige Ende kann man auch streiten. Im Podcast direkt nach dem Kino sind wir sehr unterschiedlicher Meinung :-) Am Mikrofon: Harald, Tom und Thomas.
14 Minuten
Peter Parker steht wieder am Anfang: Nach all den Abenteuern, sogar mit den Avengers im All, ist er plötzlich wieder ein Niemand. Selbst sein bester Freund Ned kennt ihn nicht mehr und viel schlimmer noch: MJ kann sich überhaupt nicht an Peter Parker erinnern. Wir erleben ihn wieder als sehr nahbaren Charakter, ein junger Mann, der sich vor lauter Liebeskummer kopfüber in die Superheldenarbeit wirft, bis ihn der Stress in die Knie zwingt. Da ist genau die Coming-of-Age-Melancholie zu spüren, die Spider-Man schon in den Comics zum interessantesten Superhelden gemacht hat. Mit ihm konnten wir uns als junge Leser identifizieren. Und niemand konnte das bislang so gut verkörpern wie Tom Holland.
In SPIDER-MAN: BRAND NEW DAY schwingt ein düsterer Ton mit – von Trauer um die Mutterfigur May, Trauer um die verlorene große Liebe, Trauer um den verlorenen besten Freund und Angst die Kontrolle zu verlieren und die eigenen Werte preiszugeben. Die Gegenspielerin erweist sich ebenfalls als verzweifelter Charakter: Sadie Sink, die mit STRANGER THINGS berühmt wurde, steigt hier in das Marvel Cinematic Universe ein und ich fresse einen Besen, wenn sie nicht in kommenden Filmen noch eine große Rolle spielen wird. Ihr Auftritt hier ist auf jeden Fall sehr beeindruckend und erinnert stark an den unterschätzten Film FALLEN (1998) mit Denzel Washington.
Im Podcast direkt nach dem Kino kommen acht verschiedene Stimmen und Meinungen zu Wort – vom Wunsch in dieser Welt von Spider-Man zu bleiben und einfach im Kino gleich sein nächstes Abenteuer anzuschauen, über den Wunsch nach weniger vorhersehbaren Geschichten bis hin zur Enttäuschung über einzelne Nebendarsteller ist alles dabei. Aber die Runde ist sich einig: SPIDER-MAN: BRAND NEW DAY ist visuell sehr gelungen und sehr unterhaltsam. Das Kino auf jeden Fall war an einem Werktag ausverkauft und Applaus gab es auch. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Anke, Johanna, Gabriele, Katharina P., Marc, Harald, Tom und Thomas.
In SPIDER-MAN: BRAND NEW DAY schwingt ein düsterer Ton mit – von Trauer um die Mutterfigur May, Trauer um die verlorene große Liebe, Trauer um den verlorenen besten Freund und Angst die Kontrolle zu verlieren und die eigenen Werte preiszugeben. Die Gegenspielerin erweist sich ebenfalls als verzweifelter Charakter: Sadie Sink, die mit STRANGER THINGS berühmt wurde, steigt hier in das Marvel Cinematic Universe ein und ich fresse einen Besen, wenn sie nicht in kommenden Filmen noch eine große Rolle spielen wird. Ihr Auftritt hier ist auf jeden Fall sehr beeindruckend und erinnert stark an den unterschätzten Film FALLEN (1998) mit Denzel Washington.
Im Podcast direkt nach dem Kino kommen acht verschiedene Stimmen und Meinungen zu Wort – vom Wunsch in dieser Welt von Spider-Man zu bleiben und einfach im Kino gleich sein nächstes Abenteuer anzuschauen, über den Wunsch nach weniger vorhersehbaren Geschichten bis hin zur Enttäuschung über einzelne Nebendarsteller ist alles dabei. Aber die Runde ist sich einig: SPIDER-MAN: BRAND NEW DAY ist visuell sehr gelungen und sehr unterhaltsam. Das Kino auf jeden Fall war an einem Werktag ausverkauft und Applaus gab es auch. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Anke, Johanna, Gabriele, Katharina P., Marc, Harald, Tom und Thomas.
21 Minuten
Eines vorweg: Christopher Nolan hat das Epos von Homer (und das Publikum) mit Respekt behandelt. Gerade für Zuschauer, die sich kaum oder gar nicht mit griechischer Mythologie oder den Geschichten rund um den trojanischen Krieg auskennen, ist Nolans Film ein wirklich guter Einsteig. Mich hat begeistert, wie viel in der Pause und nach dem Kino von fast allen Zuschauern über die Menschen, Monster und Götter der Odyssee gefragt, geantwortet und diskutiert worden ist. Vom Gilgamesch-Epos abgesehen sind Ilias und Odyssee die ältesten literarischen Werke, die wir kennen – mit Odysseus als einem modernen Helden, der neugierig und eigensinnig ist und lieber auf seinen eigenen scharfen Verstand vertraut als auf die Götter.
Nolan entblättert nach und nach seine depriminierende Botschaft: Wir selbst sind der Untergang unserer Zivilisation – und er zeigt Odysseus (Matt Damon) als den klügsten Krieger, der nicht nur den Trojanischen Krieg mit seiner List gewinnt sondern auch die Schuld erkennt, die die siegreichen Griechen mit dem Massaker in Troja auf sich geladen haben. Ein Held mit posttraumatischer Belastungsstörung, der in den Armen der Nymphe Calypso (Charlize Theron) seine schrecklichen Erinnerungen verdrängt. Nolans ODYSSEE wirkt in keiner Szene wie ein Sandalenfilm, weil immer an realen, wunderbar ausgesuchten Orten gedreht wurde und CGI-Effekte zwar existieren aber praktisch unsichtbar sind.
Im Podcast direkt nach dem Kino sind wir unterschiedlicher Meinung und sprechen über Frauenfiguren, nonlineares Erzählen, über Vorteile und Nachteile einer Starbesetzung und ob Nolan mit IMAX einer fixen Idee nachgejagt ist, die dem Film vielleicht nicht gut getan hat … Am Mikrofon nach drei Stunden Kino: Heidi, Johanna, Anke, Marc, Tom und Thomas.
Thomas war zu seiner großen Freude Gast bei Christian im Filmpodcast Second Unit und die beiden haben sich etwas ausführlicher mit Nolans Film beschäftigt – 2,5 Stunden :-) Wir empfehlen: Erst Film schauen, dann bei SchönerDenken ersten Eindruck hören, dann die Langfassung bei Second Unit (aber immer noch kürzer als der Film).
Nolan entblättert nach und nach seine depriminierende Botschaft: Wir selbst sind der Untergang unserer Zivilisation – und er zeigt Odysseus (Matt Damon) als den klügsten Krieger, der nicht nur den Trojanischen Krieg mit seiner List gewinnt sondern auch die Schuld erkennt, die die siegreichen Griechen mit dem Massaker in Troja auf sich geladen haben. Ein Held mit posttraumatischer Belastungsstörung, der in den Armen der Nymphe Calypso (Charlize Theron) seine schrecklichen Erinnerungen verdrängt. Nolans ODYSSEE wirkt in keiner Szene wie ein Sandalenfilm, weil immer an realen, wunderbar ausgesuchten Orten gedreht wurde und CGI-Effekte zwar existieren aber praktisch unsichtbar sind.
Im Podcast direkt nach dem Kino sind wir unterschiedlicher Meinung und sprechen über Frauenfiguren, nonlineares Erzählen, über Vorteile und Nachteile einer Starbesetzung und ob Nolan mit IMAX einer fixen Idee nachgejagt ist, die dem Film vielleicht nicht gut getan hat … Am Mikrofon nach drei Stunden Kino: Heidi, Johanna, Anke, Marc, Tom und Thomas.
Thomas war zu seiner großen Freude Gast bei Christian im Filmpodcast Second Unit und die beiden haben sich etwas ausführlicher mit Nolans Film beschäftigt – 2,5 Stunden :-) Wir empfehlen: Erst Film schauen, dann bei SchönerDenken ersten Eindruck hören, dann die Langfassung bei Second Unit (aber immer noch kürzer als der Film).
12 Minuten
SAI: DISASTER gehört zu den Thrillern, bei denen das Publikum mehr weiß als die Polizei – auch wenn es den Zuschauern nicht einfach gemacht wird: Der nonlineare Struktur und die Vielzahl der Protagonisten führen zu einer Überforderung und Irritation, die sich dann Stück für Stück auflöst. Roter Faden ist ein Mann, der als Serienmörder unerkannt bleibt. Kaum ein Polizist erkennt die gemeinsamen Elemente der Taten. Auch wenn die Dramaturgie verkopft wirken mag, die Atmosphäre, die Orte, die Inszenierung und die Darsteller:innen sind großartig. Am stärksten in Erinnerung bleibt ein faszinierender Täter, der gleichzeitig abstoßend und charismatisch ist. Wenn er seinen Opfern nahekommt, ist die Bedrohung fast unerträglich intensiv. Im Podcast direkt nach dem Film auf Nippon Connection 2026 vergleichen wir SAI: DISASTER mit MEMORIES OF MURDER und DAS VERPRECHEN von Dürrenmatt. Am Mikrofon mit ganz unterschiedlichen Eindrücken: Markus von translate or die, Alex von den Abspannguckern, André, Andras, Hendrik und Thomas.
11 Minuten
Ich war neugierig auf einen Film, der mit einem überschaubaren Budget einen so großen Erfolg an den Kinokassen hat. Dabei ist er auf den ersten Blick ein eher konventioneller Film: Ein junger Mann traut sich nicht, einer jungen Frau zu sagen, dass er in sie verliebt ist. Aber er hat einen Wunsch frei und so wird die junge Frau mit dem Fluch belegt, ihn mehr als alles andere zu lieben. Das geht auf grausame Weise schief.
Das Besondere: Der junge Mann ist nicht nur völlig außerstande offen seine Liebe zu gestehen – nach dem Wunsch versagt er wirklich in jedem Augenblick dabei mit der bedingungslosen Liebe von Nikki umzugehen. Er stürzt sie in Angst und brennende Eifersucht. Doch das ist nicht der eigentliche Grund ihrer Höllenqualen – das spoilere ich hier nicht.
OBSESSION ist eine düstere, schräge Splatter-Komödie aber zugleich auch eine bitterböse Abrechnung mit einem Incel-artigen Mann. Die jüngeren Menschen im Kino (fast alles Pärchen) hatten einen leichteren Zugang zum Film. Ich war im Podcast mit Heidi direkt nach dem Film beeindruckt aber nicht begeistert. Aber der Film hallt durchaus nach – auch wegen der herausragenden Inde Navarrette als Nikki.
Das Besondere: Der junge Mann ist nicht nur völlig außerstande offen seine Liebe zu gestehen – nach dem Wunsch versagt er wirklich in jedem Augenblick dabei mit der bedingungslosen Liebe von Nikki umzugehen. Er stürzt sie in Angst und brennende Eifersucht. Doch das ist nicht der eigentliche Grund ihrer Höllenqualen – das spoilere ich hier nicht.
OBSESSION ist eine düstere, schräge Splatter-Komödie aber zugleich auch eine bitterböse Abrechnung mit einem Incel-artigen Mann. Die jüngeren Menschen im Kino (fast alles Pärchen) hatten einen leichteren Zugang zum Film. Ich war im Podcast mit Heidi direkt nach dem Film beeindruckt aber nicht begeistert. Aber der Film hallt durchaus nach – auch wegen der herausragenden Inde Navarrette als Nikki.
14 Minuten
Wir waren auf angenehmste Weise extrem unangenehm berührt: BACKROOMS – basierend auf der Webserie des noch sehr jungen Regisseurs Kane Parsons – ist einer der originellsten und ungewöhnlichsten Horrorfilme, die wir seit langer Zeit gesehen haben. Wenn wir den Protagonisten durch die endlosen Räume folgen, die wie architektonische Metastasen einer sadistischen KI wirken, dann es ist es als würden wir hellwach durch den eigenen Alptraum gehen. Die bedrückende Atmosphäre und das unter die Haut gehende Sounddesign ziehen einen in seinen Bann. Eine Welt, die man so noch nie gesehen hat: Räume, die man zwar glaubt wiederzuerkennen, die aber nur ein sinnentleertes, kaskadierendes Echo einer Erinnerung an Räume ist.
Dazu kommt, dass uns einzelne Szenen genauso verwirren wie die extrem irritierende Architektur der endlosen Gänge, Hallen und Zimmer. Der Versuch, dahinter einen Grund und einen Zweck zu erkennen, laugt unseren Verstand aus: Was das alles bedeutet, dass muss jeder mit sich selbst ausmachen. Meine Idee: Der Raum ist ein Phänomen, dass aus dem Unterbewusstein der Menschen, die den Raum betreten, immer neue Räume Realität werden lässt (wie einst auf Solaris). Nur so ein Gedanke. Im Podcast direkt nach dem Kino wieder draußen in der vertrauten Welt reden wir auch über die großartigen Darsteller, über Höhenangst und Jump Scares. Am Mikrofon: Marc, Hendrik, Tom und Thomas.
Dazu kommt, dass uns einzelne Szenen genauso verwirren wie die extrem irritierende Architektur der endlosen Gänge, Hallen und Zimmer. Der Versuch, dahinter einen Grund und einen Zweck zu erkennen, laugt unseren Verstand aus: Was das alles bedeutet, dass muss jeder mit sich selbst ausmachen. Meine Idee: Der Raum ist ein Phänomen, dass aus dem Unterbewusstein der Menschen, die den Raum betreten, immer neue Räume Realität werden lässt (wie einst auf Solaris). Nur so ein Gedanke. Im Podcast direkt nach dem Kino wieder draußen in der vertrauten Welt reden wir auch über die großartigen Darsteller, über Höhenangst und Jump Scares. Am Mikrofon: Marc, Hendrik, Tom und Thomas.