Der erste Eindruck direkt nach dem Kino
Podcaster
Episoden
25.07.2026
21 Minuten
Eines vorweg: Christopher Nolan hat das Epos von Homer (und das Publikum) mit Respekt behandelt. Gerade für Zuschauer, die sich kaum oder gar nicht mit griechischer Mythologie oder den Geschichten rund um den trojanischen Krieg auskennen, ist Nolans Film ein wirklich guter Einsteig. Mich hat begeistert, wie viel in der Pause und nach dem Kino von fast allen Zuschauern über die Menschen, Monster und Götter der Odyssee gefragt, geantwortet und diskutiert worden ist. Vom Gilgamesch-Epos abgesehen sind Ilias und Odyssee die ältesten literarischen Werke, die wir kennen – mit Odysseus als einem modernen Helden, der neugierig und eigensinnig ist und lieber auf seinen eigenen scharfen Verstand vertraut als auf die Götter.
Nolan entblättert nach und nach seine depriminierende Botschaft: Wir selbst sind der Untergang unserer Zivilisation – und er zeigt Odysseus (Matt Damon) als den klügsten Krieger, der nicht nur den Trojanischen Krieg mit seiner List gewinnt sondern auch die Schuld erkennt, die die siegreichen Griechen mit dem Massaker in Troja auf sich geladen haben. Ein Held mit posttraumatischer Belastungsstörung, der in den Armen der Nymphe Calypso (Charlize Theron) seine schrecklichen Erinnerungen verdrängt. Nolans ODYSSEE wirkt in keiner Szene wie ein Sandalenfilm, weil immer an realen, wunderbar ausgesuchten Orten gedreht wurde und CGI-Effekte zwar existieren aber praktisch unsichtbar sind.
Im Podcast direkt nach dem Kino sind wir unterschiedlicher Meinung und sprechen über Frauenfiguren, nonlineares Erzählen, über Vorteile und Nachteile einer Starbesetzung und ob Nolan mit IMAX einer fixen Idee nachgejagt ist, die dem Film vielleicht nicht gut getan hat … Am Mikrofon nach drei Stunden Kino: Heidi, Johanna, Anke, Marc, Tom und Thomas.
Thomas war zu seiner großen Freude Gast bei Christian im Filmpodcast Second Unit und die beiden haben sich etwas ausführlicher mit Nolans Film beschäftigt – 2,5 Stunden :-) Wir empfehlen: Erst Film schauen, dann bei SchönerDenken ersten Eindruck hören, dann die Langfassung bei Second Unit (aber immer noch kürzer als der Film).
Nolan entblättert nach und nach seine depriminierende Botschaft: Wir selbst sind der Untergang unserer Zivilisation – und er zeigt Odysseus (Matt Damon) als den klügsten Krieger, der nicht nur den Trojanischen Krieg mit seiner List gewinnt sondern auch die Schuld erkennt, die die siegreichen Griechen mit dem Massaker in Troja auf sich geladen haben. Ein Held mit posttraumatischer Belastungsstörung, der in den Armen der Nymphe Calypso (Charlize Theron) seine schrecklichen Erinnerungen verdrängt. Nolans ODYSSEE wirkt in keiner Szene wie ein Sandalenfilm, weil immer an realen, wunderbar ausgesuchten Orten gedreht wurde und CGI-Effekte zwar existieren aber praktisch unsichtbar sind.
Im Podcast direkt nach dem Kino sind wir unterschiedlicher Meinung und sprechen über Frauenfiguren, nonlineares Erzählen, über Vorteile und Nachteile einer Starbesetzung und ob Nolan mit IMAX einer fixen Idee nachgejagt ist, die dem Film vielleicht nicht gut getan hat … Am Mikrofon nach drei Stunden Kino: Heidi, Johanna, Anke, Marc, Tom und Thomas.
Thomas war zu seiner großen Freude Gast bei Christian im Filmpodcast Second Unit und die beiden haben sich etwas ausführlicher mit Nolans Film beschäftigt – 2,5 Stunden :-) Wir empfehlen: Erst Film schauen, dann bei SchönerDenken ersten Eindruck hören, dann die Langfassung bei Second Unit (aber immer noch kürzer als der Film).
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18.07.2026
12 Minuten
SAI: DISASTER gehört zu den Thrillern, bei denen das Publikum mehr weiß als die Polizei – auch wenn es den Zuschauern nicht einfach gemacht wird: Der nonlineare Struktur und die Vielzahl der Protagonisten führen zu einer Überforderung und Irritation, die sich dann Stück für Stück auflöst. Roter Faden ist ein Mann, der als Serienmörder unerkannt bleibt. Kaum ein Polizist erkennt die gemeinsamen Elemente der Taten. Auch wenn die Dramaturgie verkopft wirken mag, die Atmosphäre, die Orte, die Inszenierung und die Darsteller:innen sind großartig. Am stärksten in Erinnerung bleibt ein faszinierender Täter, der gleichzeitig abstoßend und charismatisch ist. Wenn er seinen Opfern nahekommt, ist die Bedrohung fast unerträglich intensiv. Im Podcast direkt nach dem Film auf Nippon Connection 2026 vergleichen wir SAI: DISASTER mit MEMORIES OF MURDER und DAS VERPRECHEN von Dürrenmatt. Am Mikrofon mit ganz unterschiedlichen Eindrücken: Markus von translate or die, Alex von den Abspannguckern, André, Andras, Hendrik und Thomas.
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14.07.2026
11 Minuten
Ich war neugierig auf einen Film, der mit einem überschaubaren Budget einen so großen Erfolg an den Kinokassen hat. Dabei ist er auf den ersten Blick ein eher konventioneller Film: Ein junger Mann traut sich nicht, einer jungen Frau zu sagen, dass er in sie verliebt ist. Aber er hat einen Wunsch frei und so wird die junge Frau mit dem Fluch belegt, ihn mehr als alles andere zu lieben. Das geht auf grausame Weise schief.
Das Besondere: Der junge Mann ist nicht nur völlig außerstande offen seine Liebe zu gestehen – nach dem Wunsch versagt er wirklich in jedem Augenblick dabei mit der bedingungslosen Liebe von Nikki umzugehen. Er stürzt sie in Angst und brennende Eifersucht. Doch das ist nicht der eigentliche Grund ihrer Höllenqualen – das spoilere ich hier nicht.
OBSESSION ist eine düstere, schräge Splatter-Komödie aber zugleich auch eine bitterböse Abrechnung mit einem Incel-artigen Mann. Die jüngeren Menschen im Kino (fast alles Pärchen) hatten einen leichteren Zugang zum Film. Ich war im Podcast mit Heidi direkt nach dem Film beeindruckt aber nicht begeistert. Aber der Film hallt durchaus nach – auch wegen der herausragenden Inde Navarrette als Nikki.
Das Besondere: Der junge Mann ist nicht nur völlig außerstande offen seine Liebe zu gestehen – nach dem Wunsch versagt er wirklich in jedem Augenblick dabei mit der bedingungslosen Liebe von Nikki umzugehen. Er stürzt sie in Angst und brennende Eifersucht. Doch das ist nicht der eigentliche Grund ihrer Höllenqualen – das spoilere ich hier nicht.
OBSESSION ist eine düstere, schräge Splatter-Komödie aber zugleich auch eine bitterböse Abrechnung mit einem Incel-artigen Mann. Die jüngeren Menschen im Kino (fast alles Pärchen) hatten einen leichteren Zugang zum Film. Ich war im Podcast mit Heidi direkt nach dem Film beeindruckt aber nicht begeistert. Aber der Film hallt durchaus nach – auch wegen der herausragenden Inde Navarrette als Nikki.
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08.07.2026
14 Minuten
Wir waren auf angenehmste Weise extrem unangenehm berührt: BACKROOMS – basierend auf der Webserie des noch sehr jungen Regisseurs Kane Parsons – ist einer der originellsten und ungewöhnlichsten Horrorfilme, die wir seit langer Zeit gesehen haben. Wenn wir den Protagonisten durch die endlosen Räume folgen, die wie architektonische Metastasen einer sadistischen KI wirken, dann es ist es als würden wir hellwach durch den eigenen Alptraum gehen. Die bedrückende Atmosphäre und das unter die Haut gehende Sounddesign ziehen einen in seinen Bann. Eine Welt, die man so noch nie gesehen hat: Räume, die man zwar glaubt wiederzuerkennen, die aber nur ein sinnentleertes, kaskadierendes Echo einer Erinnerung an Räume ist.
Dazu kommt, dass uns einzelne Szenen genauso verwirren wie die extrem irritierende Architektur der endlosen Gänge, Hallen und Zimmer. Der Versuch, dahinter einen Grund und einen Zweck zu erkennen, laugt unseren Verstand aus: Was das alles bedeutet, dass muss jeder mit sich selbst ausmachen. Meine Idee: Der Raum ist ein Phänomen, dass aus dem Unterbewusstein der Menschen, die den Raum betreten, immer neue Räume Realität werden lässt (wie einst auf Solaris). Nur so ein Gedanke. Im Podcast direkt nach dem Kino wieder draußen in der vertrauten Welt reden wir auch über die großartigen Darsteller, über Höhenangst und Jump Scares. Am Mikrofon: Marc, Hendrik, Tom und Thomas.
Dazu kommt, dass uns einzelne Szenen genauso verwirren wie die extrem irritierende Architektur der endlosen Gänge, Hallen und Zimmer. Der Versuch, dahinter einen Grund und einen Zweck zu erkennen, laugt unseren Verstand aus: Was das alles bedeutet, dass muss jeder mit sich selbst ausmachen. Meine Idee: Der Raum ist ein Phänomen, dass aus dem Unterbewusstein der Menschen, die den Raum betreten, immer neue Räume Realität werden lässt (wie einst auf Solaris). Nur so ein Gedanke. Im Podcast direkt nach dem Kino wieder draußen in der vertrauten Welt reden wir auch über die großartigen Darsteller, über Höhenangst und Jump Scares. Am Mikrofon: Marc, Hendrik, Tom und Thomas.
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03.07.2026
11 Minuten
NEW GROUP ist ein Film über den Konformitätsdruck in Japan – Schauplatz eine strenge Schule, geprägt von Mobbing und militärisch anmutendem Sportunterricht. Plötzlich fangen Schüler an Menschenpyramiden zu bilden – immer mehr Schüler, immer größere Pyramiden. Die Jugendlichen wirken dabei wie ferngesteuert. In Traumsequenzen wird Gesellschaftskritik sichtbar: geldgierige Politiker, die jeden Kontakt zur Realität verloren haben, und narzisstische, social media-süchtige Jugendliche ohne einen Hauch von Empathie.
NEW GROUP bietet keinen harten Horror, sondern ist gleichzeitig albern und bedrohlich. Der sehr unterhaltsame Film lässt einen über die eigenen gesellschaftlichen Mechanismen nachdenken – der Schrecken ist wie eine Nacht auf der Wiesn, wenn man keinen Alkohol trinkt :-) Den Podcast haben wir direkt nach dem Film auf Nippon Connection 2026 aufgenommen. Am Mikrofon: Markus Mäurer von translate or die, André, Andras, Alex von den Abspannguckern, Hendrik und Thomas.
NEW GROUP bietet keinen harten Horror, sondern ist gleichzeitig albern und bedrohlich. Der sehr unterhaltsame Film lässt einen über die eigenen gesellschaftlichen Mechanismen nachdenken – der Schrecken ist wie eine Nacht auf der Wiesn, wenn man keinen Alkohol trinkt :-) Den Podcast haben wir direkt nach dem Film auf Nippon Connection 2026 aufgenommen. Am Mikrofon: Markus Mäurer von translate or die, André, Andras, Alex von den Abspannguckern, Hendrik und Thomas.
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Über diesen Podcast
Der erste Eindruck - direkt nach dem Kino - in etwa 12 Minuten und
spoilerfrei, versprochen. Das ist unser Kerngeschäft. Ansonsten
echte Liebe für japanische Filme, eine Schwäche für Science-Fiction
und ungebrochene Entdeckungslust für bekannte und unbekannte
Klassiker.
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