Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche

forsch: Wissenschaft und Menschen Archiv

93 Episoden
22 Minuten
Sascha Sistenich erforscht die queere Perspektive zum Thema Fürsorge (Care). Dabei ist der Begriff viel weitreichender als das, was viele darunter verstehen. In Saschas Definition spielt er eine zentrale gesellschaftliche Rolle. Denn Care wird zum zentralen Wert in einer Gesellschaft des Miteinanders.

Sascha Sistenich erklärt, welche Rolle Care im Leben queerer Menschen spielt und warum die Fragen auch für nicht-queere Menschen wichtig ist.
26 Minuten
Prof. Dr. Adrian Hermann forscht zu Mensch-/Maschine-/Welt-Interaktion unter dem Gesichtspunkt der Barrierefreiheit sowie zum Thema Gaming-Labs und Barrierefreiheit.

In diesem Podcast gibt er uns einen Einblick in die Welt des Gamings für Menschen mit Behinderung und spricht außerdem über Barrierefreiheit als gesellschaftliches Thema - dabei beschreibt er sowohl aktuelle Realitäten als auch Zukunftsvisionen.

Mehr Videos.

https://www.youtube.com/watch?v=U2IeEG5FTcg

https://youtu.be/T7aVUqmQ_Sc?si=E5EqgslmIJ1eGXTX)
4 Minuten
 

Haben Sie schon mal einen Kirchenaltar verschoben? Für Bonner Studierende der Kunstgeschichte ist das jetzt kein Problem mehr, wenn sie die Schwarzrheindorfer Doppelkirche und ihre bald 875-jährige Geschichte digital erkunden. Sie springen von der rekonstruierten Empore in die Unterkirche und zurück oder werfen einen Blick von der Unterkirche in die Oberkirche. "Die immersive 3D-Welt bietet den Studierenden viele Möglichkeiten, über Objekte und Fresken zu diskutieren", berichtet Dr. Christian M. Stracke, Koordinator im Digitalisierungsprojekt ViCo. Er koordiniert an der Universität Bonn die Einführung zukunftsweisender digitaler Kollaborationswerkzeuge zur Verbesserung der Lehre.

Für Dr. Hanna Christine Jacobs vom Kunsthistorischen Institut ist die Kirche ein faszinierendes Beispiel für die Verbindung von Architektur und Malerei. Im Seminarraum und in der Zweidimensionalität von Präsentationsfolien und Aufzeichnungen lässt sich dies nur bedingt vermitteln. Setzt man jedoch die 3D-Brille auf und taucht in das virtuelle Bild ein, eröffnen sich ungeahnte didaktische Möglichkeiten. "Wir können mit dem virtuellen Aufzug in die Höhe fahren, um näher an die Deckenmalereien zu kommen", schwärmt sie von der VR-Lernwelt. Schon mehrfach hat sie die neue Technik in der Lehre eingesetzt. "Für die Studierenden ist es ein echter Gewinn, damit zu arbeiten. Man kann spielerischer vorgehen und in kleinen Gruppen arbeiten. Das eröffnet den Studierenden einen ganz neuen Zugang zur mittelalterlichen Kunstgeschichte."

Ein weiteres neues Werkzeug zur Verbesserung der digitalen Zusammenarbeit ist das Annotationstool Recogito+. Damit können Lehrende und Studierende gemeinsam Dokumente, Grafiken, Texte und Videos transkribieren, analysieren, bearbeiten und erforschen. Die Germanist*innen haben die Entwicklung des Tool maßgeblich mit vorangetrieben und im Masterseminar an mittelhochdeutschen Quellen getestet: "Jetzt können die Studierenden bei uns selbstständig und gemeinsam kommentieren. Das ermöglicht eine präzise und strukturierte Textarbeit. Dabei können sie sich mit ihren unterschiedlichen Wissenshintergründen und Kompetenzen gegenseitig unterstützen", sagt Michael Ventur, Koordinator im Projekt "Kollaboratives digitales Arbeiten in den Textwissenschaften", der die Einführung mit betreut hat. Ein Vorteil sei dabei auch, dass sie sowohl in Echtzeit gemeinsam, aber auch zu verschiedenen Zeitpunkten am Dokument arbeiten können.

Die flächendeckende Einführung von JupyterHub an der Universität Bonn richtet sich insbesondere an Studierende der Naturwissenschaften. Sie können damit Texte verfassen, statistische und mathematische Aufgaben lösen und programmieren. Ihre Ergebnisse tauschen sie dann mühelos über die virtuelle Umgebung aus und verbessern sich gegenseitig. Das erleichtert das gemeinsame wissenschaftliche Rechnen, etwa bei der computergestützten Analyse von großen Mengen an Satellitendaten, um ein Vielfaches, wie Stracke weiß: "Wir bieten damit eine einheitliche Lernumgebung für die teilnehmenden Studierenden. Die Studierenden können diese Dateien nutzen, diskutieren, bearbeiten und dann virtuell abgeben." Darüber hinaus ist JupyterHub in eCampus integriert. Darüber lassen sich weitere Fachprogramme, zum Beispiel aus dem Bereich Statistik, bequem öffnen - und das von jedem Ort der Welt aus. "Wir wollen es Lehrenden, Studierenden und Forschenden so einfach wie möglich machen, in Zukunft digital zusammenzuarbeiten", fasst Stracke zusammen.
4 Minuten
„Ein Glücksfall für die Uni“

Rektor der Universität Bonn für dritte Amtszeit gewählt

Groß war die Freude auf allen Seiten, als Ende Januar Rektor Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch erneut in seinem Amt bestätigt wurde – einstimmig im ersten Wahlgang. Die Hochschulwahlversammlung der Universität Bonn, die sich aus den Mitgliedern des Senats und den externen Mitgliedern des Hochschulrats zusammensetzt, hat ihn für eine weitere Amtszeit von vier Jahren ab April 2025 gewählt. Es wird die dritte Amtszeit des 1961 geborenen Entwicklungsbiologen sein.

„Professor Hoch ist ein Glücksfall für diese Universität. Ihm ist es gelungen, eine beispiellose Aufbruchstimmung zu erzeugen. Er hat der Universität und ihren Mitgliedern gezeigt, wozu sie fähig sind, und sie in vielen Bereichen zu Höchstleistungen motiviert“, erklärte der Hochschulratsvorsitzende Prof. Dr. Dieter Engels anlässlich der Wahl.

Die Exzellenzuniversität Bonn als Meilenstein

Die Bilanz von Prof. Hochs bisherigen Amtszeiten kann sich sehen lassen: Unter seiner Führung zählte die Universität Bonn zu den großen Gewinnern der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder. 2018 gewann sie gleich sechs Exzellenzcluster, wurde 2019 zur Exzellenz-Universität erhoben und ging damit als erfolgreichste Hochschule aus dem Wettbewerb hervor.

Außerdem hat Prof. Hoch die Universität Bonn in die Spitzengruppe der deutschen Hochschulen geführt und wichtige strukturelle Veränderungen eingeleitet. So wurden sechs fakultäts- und fächerübergreifende Transdisziplinäre Forschungsbereiche (TRA) als Explorations- und Innovationsräume auf- und ausgebaut – ein zentrales Element der universitären Exzellenzstrategie. Die positive Entwicklung zeichnet sich auch in den einschlägigen weltweiten Hochschulrankings ab, in denen die Universität Bonn unter die TOP 5 in Deutschland, die TOP 20 in Europa und die TOP 100 in der Welt aufgerückt ist.

Lehre und wissenschaftlichen Nachwuchs stärken

Prof. Hoch freut sich über die andauernde Unterstützung aus allen Teilen der Universität: „Gemeinsam mit allen Statusgruppen haben wir die Exzellenzuniversität großartig entwickelt und unsere strategischen Querschnittsbereiche erfolgreich ausgebaut.“ In den kommenden Jahren will er den großen Erfolg der Exzellenzstrategie bestätigen und die hervorragende Position im internationalen Wettbewerb festigen. Dazu gehöre auch, den wissenschaftlichen Nachwuchs in allen Karrierephasen noch besser zu unterstützen und die Lehre mit einer eigenen universitären Exzellenzstrategie deutlich zu stärken. „Darauf freue ich mich sehr, gemeinsam mit meinem gesamten Rektorats-Team!“, bekräftigt Hoch.

Wie groß sein Rückhalt in der Universität Bonn ist, erlebte Prof. Hoch bereits vergangenes Jahr, als ihm der Deutsche Hochschulverband (DHV), die Berufsvertretung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland, nach seiner dreimaligen Kür zum „Rektor des Jahres“ (2020, 2021 und 2023) den Ehrentitel „Rektor des Jahrzehnts“ verlieh. Grundlage für diese Auszeichnung ist eine jährliche Befragung der Mitglieder des Verbandes an den Universitäten.
37 Minuten
Wie Informatik-Studis gemeinsam mit Forschenden der Uni Bonn KI-Lösungen finden

Am Anfang stehen Daten, und zwar bearbeitete. „Ohne gut strukturierte oder annotierte Daten fällt jedes Machine-Learning- und KI-Projekt in sich zusammen“, stellt Moritz Wolter vom BnTrAInee-Projektteam (siehe Kasten) fest. „Denn nur so können wir eine KI darin schulen, die Muster zu erkennen und hilfreich zu sein.

Was das bedeutet, zeigt sich am Zeitungsprojekt von PD. Dr. Felix Selgert,  Institut für Geschichtswissenschaften. „Wir wollen herausfinden, wie die wirtschaftliche Lage in vielen Bereichen war. Dafür sehen wir uns Stellenangebote der Kölnische Zeitung an“, berichtet er. Nur: Anders als heute waren Zeitungen um die Jahrhundertwende vergleichsweise unstrukturiert gesetzt: Unterschiedliche Schriftgrößen, Zeilenabstände oder unerwartete Spaltenumbrüche machen es für Menschen heute bereits schwer, Artikel ohne Übung zu lesen. Für Computer ist es erst einmal ein Ding der Unmöglichkeit. „Wie wir Menschen benötigen die Rechner Übung“, so Wolter. „Ohne korrekte Daten können die Systeme keine Muster erkennen und sich weiterentwickeln.“  Sonst liefe man schnell in die KI-Falle hinein. Das bedeutet: Menschen gehen in Vorarbeit, korrigieren die Daten, weisen auf Fehler und Fehlerquellen hin.

Auch die Informatikstudierenden profitieren. Sie müssen im Rahmen ihres Studiums eine praktische Programmierarbeit ableisten. Bei BN-Trainee werden sie mit Herausforderungen und Forschungsfragen unterschiedlicher Fachdisziplinen in Kontakt gebracht - ein Gewinn und zugleich eine Herausforderung für beide Seiten. Sie müssen ein gemeinsames Verständnis von fachspezifischen Herausforderungen entwickeln. "Für Informatiker aus dem Bereich KI geht es erst einmal um Daten. Aber das Verstehen von ganz speziellen Forschungsfragen und Anforderungen spielen bei der Auswertung ja auch eine Rolle", so Wolter. Aus den Daten und den Aufgaben entwickeln sie selbst Modelle oder passen bestehende an - und leisten damit einen Vorschub für nachfolgende Teams. "Wenn einmal eine Lösung entwickelt wurde, lässt sie sich oftmals auch einfach auf andere Herausforderungen anwenden, berichtet Informatikerin Elena Trunz vom Projektteam “Es gibt Methoden aus dem Machine Learning , die wahnsinnig vielseitig sind." 

So  lässt Dr. Barbara Wichtmann von der Medizinischen Fakultät mithilfe Künstlicher Intelligenz Magnetresonanzbilder von Prostatakrebs auswerten. Es ist das selbe Modell, mit dem Prof. Dr. Matthias Lang von den Digital Humanities archäologische Strukturen wie Meiler, Bombentrichter oder Grabhügel aus Luftaufnahmen erkennen lässt. Ein anderes Projekt, dass im Rahmen von BnTrAInee umgesetzt  wurde, ist die Analyse von Medikamentenabgaben und ihre Wirksamkeit. 

Studierende begeistern für Machine Learning und KI

Dabei ist der Aspekt der Kooperation aber nur einer von insgesamt drei Zielen bei BnTrAInee. Zugleich geht es darum, Studierende aus dem Fachbereich Informatik zu gewinnen und im Austausch mit Forschenden andere Fachsysteme zu schulen. "Informatikstudierende sind ja nicht von sich aus auf den KI-Bereich fokussiert.  Und nicht jeder kann nach einer Ausbildung in Bonn per se mit KI- und Machine Learning umgehen", so Elena Trunz vom Projektteam.  Daher möchte man sie auch für diesen Bereich und die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten gewinnen. 

 

Mehr: https://www.uni-bonn.de/de/universitaet/presse-kommunikation/publikationen/forsch/forsch-2024-01/artikel/kuenstliche-intelligenz-verstehen-lernen
4 Minuten
Noch schnell das Kapitel zu Ende lesen, die Folien der Vorlesung zusammenfassen, dann einkaufen, kochen und den Lernplan für die nächste Klausur zusammenstellen. Der Alltag im Studium kann oft sehr stressig und fordernd sein. Doch was passiert, wenn nicht mehr alles klappt, wenn Stress und Belastung in Angst umschlagen? Zahlreiche Studierende sind von Versagens- und Prüfungsängsten sowie Selbstzweifeln bis hin zu depressiven Verstimmungen betroffen. Dass man damit nicht allein ist, können Studierende bei der Psychologischen Beratung der Zentralen Studienberatung (ZSB) lernen.

Mehr dazu: https://www.uni-bonn.de/de/universitaet/presse-kommunikation/publikationen/forsch/forsch-2023-01/artikel/wie-das-richtige-mindset-hilft-aengste-im-studium-zu-bewaeltigen/
4 Minuten
Projekt der Christlichen Archäologie und des Bonn Center for Digital Humanities

Mal eben nach Venedig, um sich in der Krypta des Markusdoms umzusehen? Für Studierende und Forschende wird dies bald möglich – per Mausklick.

Gelesen von Miriam Kalliwoda

Prof. Dr. Sabine Feist von der Christlichen Archäologie und Dr. Matthias Lang vom Bonn Center for Digital Humanities planen eine virtuelle Aufbereitung. Beide waren im letzten Herbst in Venedig und haben mit Kameras einen dreidimensionalen Scan der Krypta aufgenommen, der derzeit bearbeitet wird.

„Das venezianische Beispiel eignet sich in besonderem Maße für eine virtuelle Aufbereitung“, sagt Prof. Feist. Die Krypta des Markusdoms gewährt Einblick in eine Vielzahl zentraler Aspekte der Christlichen Archäologie, die durch das Studium herkömmlicher Karten, aber auch bei einem Besuch vor Ort verborgen bleiben. Die Krypta des Markusdoms bildet das architektonische und sakrale Zentrum des Gotteshauses: Dort wird das Grab des namensgebenden Patrons verehrt. Exakt oberhalb der Grabstätte befindet sich der Altar der oberirdischen Kirche.

In welchem Maße Krypta und Kirche aufeinander bezogen sind, kann aber nur bedingt anhand von Grund- und Aufrissen vermittelt werden. „Auch der ohnehin nur in Ausnahmefällen und mit besonderer Genehmigung mögliche Besuch der unterirdisch gelegenen Anlage vermag es wegen der strikten Abgrenzung einzelner Bereiche nicht, diese enge Verbundenheit und die damit einhergehende Bauidee vor Augen zu führen“, sagt die Archäologin, die Mitglied im Exzellenzcluster Bonn Center for Dependency and Slavery Studies und im Transdisziplinären Forschungsbereich „Present Pasts“ ist.

Die digitale Visualisierung der Krypta des Markusdoms, die den Studierenden dreidimensionale Einsichten und virtuelle Besuche ermöglicht, sei eine optimale Bereicherung für die Lehre, ist Sabine Feist überzeugt. Anhand der Virtual Collaboration-Fallstudie können wesentliche Aspekte der Christlichen Archäologie, wie etwa die Bedeutung von Heiligen und deren Gräbern oder Reliquien, für die christliche Sakralarchitektur anschaulich vermittelt werden. Und dies ohne Reisekosten und unvorhersehbare Risiken wie das Hochwasser, das die Lagunenstadt regelmäßig überflutet und den Markusdom samt Krypta unzugänglich macht.

Ohne nasse Füße zu bekommen und bei Schonung ihres Geldbeutels können Studierende aktuelle Forschungsfragen diskutieren: Gehörte die Krypta schon zur ersten Markuskirche des 9. Jahrhunderts oder entstand sie erst zeitgleich mit dem heutigen Markusdom im 11. Jahrhundert? Wo genau befinden sich Grab oder Reliquien des Heiligen Markus? Feist: „Zwar scheint die zweistöckige Säulenarchitektur im Zentrum der Krypta für eine Grablege konzipiert, doch ist eine solche an dieser Stelle nicht vorhanden.“

Das ist erst der Anfang: „Das Projekt kann ohne größeren personellen wie finanziellen Aufwand erweitert werden“, sagt die Archäologin. Möglich wäre zunächst eine Untersuchung der Krypta von San Liberale in Treviso (Venetien), die als Kopie der Krypta des Markusdoms gilt. Der Aufbau einer Datenbank für 3D-Modelle wäre nach Ansicht der Wissenschaftlerin für den Lehrbetrieb der Christlichen Archäologie ein Meilenstein, mit dem methodisch veraltete Apparate kurzfristig ergänzt und langfristig abgelöst werden könnten.

Johannes Seiler

Mehr: https://www.uni-bonn.de/de/universitaet/presse-kommunikation/publikationen/forsch/forsch-2023-01/artikel/digitales-abbild-der-krypta-des-markusdoms
6 Minuten
Der erste RealitätscheckSo erleben Medizinstudierende in Bonn Prüfungen im OSCE-Format

Von Merlin Barkowsky, gelesen von Miriam Kalliwoda

Im neuen Lehrgebäude der Medizinischen Fakultät beweisen Studierende ihr fachliches Können und ihren Umgang mit Patient*innen.

Es ist acht Uhr am Morgen. Ein schriller Pfiff hallt durch den zweiten Stock des Lehrgebäudes der Medizinischen Fakultät. Eilig klappen Studierende die an Türen befestigten Aufgabenblätter mit beeindruckender Syn-

chronität auf. Konzentriert versuchen sie, diese schnellstmöglich zu erfassen. Unter ihnen sind auch Carlotta Petri und Victor Moldovan, die sich beide im sechsten Fachsemester befinden.

Eine Minute haben sie nach dem Ertönen der Trillerpfeife Zeit, die ausgehängten Aufgabenstellungen zu lesen und zu verstehen. Anschließend treten sie in den zugehörigen Raum. Die Prüfungssituation beginnt. Vier Minuten haben sie ab diesem Moment Zeit, den Prüfenden einer jeden Station, welche sich bereits im Raum befinden, ihr Können unter Beweis zu stellen. Am Ende einer jeden Station erhalten sie jeweils eine kurzes Feedback, bevor wieder ein Pfiff ertönt und es zur nächsten Station geht. Einzige Ausnahme ist das Patient*innengespräch, hierfür ist die doppelte Menge an Zeit eingeplant.

Für die beiden Medizinstudierenden und ihre Kommilitoneinnen ist es die erste OSCE-Prüfung während ihres Studiums. OSCE, das steht für „objective structured clinical examination“. Es beschreibt ein außergewöhnliches, praktisches Prüfungsformat, bei dem die Studierenden einen Parcours aus verschiedenen Themen-Stationen absolvieren. Heute werden die Grundlagen klinischer Untersuchungen und der Umgang mit Patientinnen (GKU) geprüft.

Vor Beginn der Tests war eine leichte Anspannung bei den Prüfungsteilnehmenden spürbar, die auch die obligatorischen FFP2-Masken nicht komplett verstecken konnten. „Vor der Prüfung war ich nervös, da es das erste Mal war, dass man in seiner praktischen Tätigkeit bewertet wurde“, fasst Victor seine Gefühlslage zusammen. „Aber sobald man die erste Station bewältigt hatte, sank die Nervosität schnell. Nach der Prüfung war ich erleichtert, dass ich es geschafft hatte“, fügt er hinzu, auch wenn dieses Gefühl der Erleichterung mitten in der Klausurenphase nur von kurzer Dauer gewesen sei. Auch Carlotta gibt zu, vor der ersten Station etwas nervös gewesen zu sein. Für sie habe sich dieses Gefühl aber „im Rahmen der normalen Prüfungsangst“ bewegt. Einen Grund dafür sieht sie darin, „dass es ein komplett neues Konzept war“.

Dieses spezielle Prüfungsformat wurde in Bonn erstmalig im Jahr 2012 vom Fachbereich der Kinderheilkunde durchgeführt. Seitdem hat sich dieses Prüfungskonzept nicht nur bewährt, sondern darüber hinaus auch Einzug in immer mehr Fachbereiche und Lehrpläne erhalten. „Der größte Unterschied zwischen Standard- und OSCE-Prüfung bestand darin, dass ich zum ersten Mal die Chance hatte, zu merken, wie viele Informationen ich aufnehmen konnte, ohne die Angst zu haben, die Klausur wiederholen zu müssen“, hebt Carlotta hervor. Denn diese erste OSCE-Prüfung ist unbenotet. Auch wenn sich dies mit den späteren Prüfungen im Studienverlauf ändern wird, ist es hier noch nicht möglich, durchzufallen. Das gefällt auch Victor: „Normalerweise steht bei Prüfungen immer der Druck des Bestehens oder eine Note im Vordergrund. Bei dieser OSCE-Prüfung ist das anders. Hier geht es nicht um das Bestehen, sondern man versucht das, was man im vergangenen Jahr im GKU-Kurs gelernt hat, anzuwenden.“

Weiterlesen: https://www.uni-bonn.de/de/universitaet/presse-kommunikation/publikationen/forsch/forsch-2023-01/artikel/der-erste-realitaetscheck
2 Minuten
Die Kinderuni ist wieder ins Sommersemester 2023 gestartet. Einen kurzen EInblick bietet dieser Podcast.

Mehr zur Kinderuni an der Universität Bonn:

https://www.uni-bonn.de/de/studium/studienorientierung-und-uni-bonn-entdecken/junge-uni/veranstaltungen-und-wettbewerbe/kinderuni
6 Minuten
Von Bonn nach Ghana im Freiwilligen Politischen Jahr

[forsch gelesen 2023/01]

Gelesen von Miriam Kalliwoda.

Hannah Weisheit machte ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Uni Bonn – und stärkte ihre interkulturellen Kompetenzen bei einem Trip nach Ghana

Sofort als Hannah Weisheit den Airbus der Air France verlässt, schlägt ihr die feuchte Hitze Ghanas ins Gesicht. 28 Grad zeigt das Thermometer an, während in Bonn noch Winterwetter herrscht. Es ist der Beginn einer achttägigen Konferenzreise in Kumasi und Accra, die sie im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres im politischen Leben (FSJ-P) begleiten darf, das sie über den Träger Internationale Gemeinschaftsdienste (ijgd) an der Universität Bonn macht. Ein Kulturschock und zugleich eine faszinierende Achterbahnfahrt!  

Ein freiwilliges Jahr im internationalen Umfeld, dazu noch eine Reise ins Ausland: All das stand noch nicht fest, als Hannah Weisheit vergangenen Sommer auf die Annonce des Dezernat Internationales der Uni Bonn in der Tageszeitung stieß. Ihr Interesse aber war geweckt. „Ich interessiere mich seit längerem für den Bereich Internationale Beziehungen und den interkulturellen Austausch. Daher klang die Idee eines FSJ-P spannend“, erinnert sich die 18-jährige Freiwillige. Sie bewarb sich spontan und arbeitet seitdem mit im fünfzehn-köpfigen Team – ganz nah an den vielfältigen internationalen Themen aus Forschung und Verwaltung.

Eines davon war die Feier des 25-jährigen Bestehens des Kumasi Center for Collaborative Research in Tropical Medicine (KCCR) in Ghana. „Wir möchten unseren FSJler*innen während ihrer Zeit im Dezernat die Teilnahme an einer Auslandsreise ermöglichen“, berichtet Christine Müller vom Dezernat Internationales. „In der Regel soll es dabei um Ziele in Europa gehen. In diesem Fall konnten wir Hannahs Hilfe vor Ort jedoch sehr gut gebrauchen. Wir hatten durch die Kooperation mit der Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST) über das Erasmus-Programm eine Finanzierung und konnten ihr dadurch diese besondere Erfahrung einer Reise nach Ghana bieten.“ Als Schwerpunktland hat Ghana für die Universität Bonn einen besonderen Stellenwert und viele partnerschaftliche Verbindungen.

Lange Konferenztage

Natürlich hatte sich Weisheit vorher genau über ihr Gastland informiert. Visum, Impfung und Reisepass, interkulturelles Training: Nichts fehlte – und dennoch war vieles anders. „Es gab sehr beeindruckende und auch prägende Erfahrungen“, fasst Weisheit zusammen, „und es war zugleich herausfordernd. Die Konferenztage waren so lang wie die Aufgaben.“ Hinzu kam die Erfahrung einer ersten großen Reise ohne Eltern oder Lehrende. „Man sollte viel selbstständig entscheiden, das kannte ich vorher so nicht“, stellt sie fest. Kumasi ist die größte Stadt Ghanas, Wirtschafts- und Studierendenmetropole und heimliches Herz des Landes. Vor 25 Jahren wurde dort das international herausragende Tropenforschungsinstitut KCCR gegründet, welches tropischen Infektionskrankheiten auf die Spur kommen will.

Mehr: https://www.uni-bonn.de/de/universitaet/presse-kommunikation/publikationen/forsch/forsch-2023-01/artikel/von-bonn-nach-ghana-im-freiwilligen?_authenticator=c486297166bc4f79822e8a7e35f18c68c3f169a5
9 Minuten
Plastikmüll ist auf der Erde weit verbreitet: auf dem Festland, in der Atmosphäre und in den Weltmeeren. Durch Wind, Sonneneinstrahlung und mechanische Einflüsse wird Kunststoff zerkleinert und kommt als winzige Plastikteilchen selbst in unserem Blut vor. Wie lässt sich die Ausbreitung der Plastikflut verhindern? Wo sammeln sich die winzigen Kunststoffpartikel an? Können sie dauerhaft Schäden anrichten? Solche Forschungsfragen untersuchen Forschende an der Universität Bonn. Wir stellen vier Beispiele vor.
5 Minuten
Seit Januar rollen die Umzugswagen vom barocken Hauptgebäude der Universität in das neue Interimsgebäude an der Rabinstraße. Neben der Philosophischen Fakultät sind von dem Umzug auch die beiden Theologischen Fakultäten betroffen. Und mit ihnen mehre tausend Studierende, die sich an neue Laufwege gewöhnen müssen. Doch das Schloss wird auch in den kommenden Jahren noch für die Lehre genutzt werden können.
36 Minuten
An der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn läuft unter der Leitung von Veronica Albrink und Dr. Michael Herkenhoff eine der umfassendsten Spurensuchen des Landes: Zehntausende Bücher werden durchgeblättert, ebenso viele Karteikarten in alten Katalogen gesichtet, Eingangsbücher Zeile für Zeile durchgegangen – auf der Suche nach Büchern, die von den Nazis geraubt und in Bonn gelandet sind. Es ist das erste Projekt seiner Art an der ULB.
3 Minuten
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Projekte der Universität Bonn in Millionenhöhe

Künstliche Intelligenz (KI) erhält einen Schub: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert insgesamt acht neue KI-Forschungsgruppen mit insgesamt 31,4 Millionen Euro. Zwei Vorhaben der Universität Bonn in den Bereichen Geodäsie und Präzisionslandwirtschaft sind dabei. Die Förderung in Millionenhöhe fließt in den nächsten vier Jahren. Eine Verlängerung ist möglich.
3 Minuten
Life and health matter(s): Bei einem außergewöhnlichen Netzwerktreffen haben sich Mitglieder der Transdisziplinären Forschungsbereiche „Bausteine der Materie und fundamentale Wechselwirkungen“ (Matter) und „Leben und Gesundheit“ der Universität Bonn kennengelernt und ausgetauscht.
forsch: Wissenschaft und Menschen

forsch: Wissenschaft und Menschen

forsch: Wissenschaft und Menschen