AUDIOFEATURE Archiv
40 Episoden
15 Minuten
Giacomo Puccinis fünfte Oper Tosca ist ein hochprozentiger Cocktail aus Liebe, Verrat, Kunst und Politik. Tosca, die gefeierte Sängerin, muss der Folter ihres Geliebten zuhören, der Polizeichef Scarpia will Sex und findet den Tod. Ein schnelles, hartes Stück mit erregend wirkungsvoller Musik: Puccini lieferte dem gerade ein paar Tage alten 20. Jahrhundert die ersten Opern-Hits. Der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó erzählt diesen Thriller vor dem Hintergrund der 1970er Jahre in Italien, als der linke Filmemacher Pier Paolo Pasolini das herrschende System mit Filmen provozierte, die Faschismus und Gewalt thematisierten. Auch Pasolini hatte seine Tosca, sie verkörperte eben diese Rolle wie keine andere: Maria Callas.
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Cathrin Störmer, Andrea Battistoni, Kornél Mundruczó, Eleonora Buratto, Charles Castronovo
Schnitt: Robert Rotzinger
Betreuung: Olaf Roth
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Cathrin Störmer, Andrea Battistoni, Kornél Mundruczó, Eleonora Buratto, Charles Castronovo
Schnitt: Robert Rotzinger
Betreuung: Olaf Roth
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
14 Minuten
Was haben Ottorino Respighis letzte Oper Lucrezia und Carl Orffs Märchen Der Mond miteinander zu tun? – Zweimal geht es um Raub: Lucrezia wird vergewaltigt, sie tötet sich, weil sie danach nicht weiterleben will. Bei Orff stehlen vier Burschen den Mond – weil sie es können. Beide Stücke wurden Ende der 1930er Jahre komponiert, im Italien Mussolinis und im Hitlerreich. Die neue Produktion der Bayerischen Staatsoper wagt einen ungewöhnlichen Doppelabend, und die ukrainische Regisseurin Tamara Trunova sieht die zwei Werke vor dem aktuellen Hintergrund des Krieges. Kein Märchen: „Wir haben nicht den Auftrag, Geschichten zu erzählen, wir sind keine Bücher. Und wir haben nicht den Auftrag, Bilder zu zeigen, wir sind kein Museum.“
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Cathrin Störmer, Tamara Trunova, Ustina Dubitsky, Thomas Mole
Schnitt: Sven Eckhoff
Betreuung: Olaf Roth
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Cathrin Störmer, Tamara Trunova, Ustina Dubitsky, Thomas Mole
Schnitt: Sven Eckhoff
Betreuung: Olaf Roth
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
14 Minuten
Lisa verliert die Fassung: Ist die Frau, die ihr auf der Passage nach Brasilien begegnet, eben jene Marta, Gefangene im Lager Auschwitz, als Lisa dort SS-Aufseherin war? Ein Vierteljahrhundert ist das her, doch die Vergangenheit holt Lisa ein. – Mieczysław Weinberg, der als Jude nach dem deutschen Überfall auf Polen in die Sowjetunion fliehen musste, schuf aus dem Stoff der polnischen Widerstandskämpferin und KZ-Überlebenden Zofia Posmysz 1968 Die Passagierin. Kann man das Grauen von Auschwitz als Oper zeigen? Die Neuproduktion der erst spät entdeckten Passagierin an der Bayerischen Staatsoper stellt sich aktuellen und drängenden Fragen über unsere Gedenk-Kultur: Wie lässt sich das Ungeheuerliche erinnern, wenn die Zeitzeugen nicht mehr da sind?
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Cathrin Störmer, Vladimir Jurowski, Tobias Kratzer, Noa Beinart
Schnitt: Robert Rotzinger
Betreuung: Olaf Roth
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Cathrin Störmer, Vladimir Jurowski, Tobias Kratzer, Noa Beinart
Schnitt: Robert Rotzinger
Betreuung: Olaf Roth
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
14 Minuten
Hermann ist ein hoffnungsloser Fall, lost. Er läuft durch die Welt und träumt von Reichtum und der ganz großen Liebe. Diese Welt ist in der neuen Pique Dame der Bayerischen Staatsoper aber nicht das Sankt Petersburg der Zarenzeit, das Tschaikowsky 1890 aus Alexander Puschkins Novelle musikalisch wiederaufleben ließ. In der Inszenierung des australischen Regisseurs Benedict Andrews sehen wir Hermann in Räumen, die eher an den amerikanischen Film Noir erinnern. Triste Orte. Schauplätze eines Psychokrimis um das ominöse Geheimnis der drei Karten, für das eine alte Gräfin sterben muss, und eine Liebe tödlich endet. Lisa und Herrmann: Hatten sie eine Chance?
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Cathrin Störmer, Aziz Shokhakimov, Benedict Andrews, Asmik Grigorian
Schnitt: Thomas Rott
Betreuung: Nicolas Léwy
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Cathrin Störmer, Aziz Shokhakimov, Benedict Andrews, Asmik Grigorian
Schnitt: Thomas Rott
Betreuung: Nicolas Léwy
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
14 Minuten
Am Ende muss ein Ehemann seine Gattin um Verzeihung bitten – aber ganz anders als in Wolfgang Amadeus Mozarts „Figaro“, und auch das Finale im fidelen Gefängnis hat wenig zu tun mit Ludwig van Beethovens Befreiungsoper: Johann Strauß‘ Die Fledermaus zeigt eine champagnergetriebene Gesellschaft, der die Stunde geschlagen hat. Aber man amüsiert sich prächtig. Barrie Kosky, Regisseur der neuen Fledermaus an der Bayerischen Staatsoper, liebt den sarkastischen Charme Wiener Art, und inszeniert eine doppelbödige Screwball-Farce, in der nicht einmal den Räumen zu trauen ist. Ist es ein Traum? Ist es ein Alptraum? – Es ist jedenfalls lustig, und ziemlich ernst.
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Cathrin Störmer, Barrie Kosky, Vladimir Jurowski, Diana Damrau, Georg Nigl
Schnitt: Thomas Rott
Betreuung: Nicolas Léwy
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Cathrin Störmer, Barrie Kosky, Vladimir Jurowski, Diana Damrau, Georg Nigl
Schnitt: Thomas Rott
Betreuung: Nicolas Léwy
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
15 Minuten
Susanna und Figaro wollen heiraten. Graf Almaviva will Sex mit Susanna und beruft sich auf ein „Recht“ der ersten (Hochzeits-)Nacht. Die Gräfin trauert vergangenem Glück nach. Der junge, ziemlich genderfluide Cherubino hat Lust auf alles, und alles drängt sich zusammen an diesem „tollen Tag“. In der ersten ihrer drei epochalen Opernkollaborationen zeigen Wolfgang Amadeus Mozart und Lorenzo Da Ponte, was Menschen mit Menschen machen, ein lustvoll aberwitziges Spiel aus Intrigen und Gegenintrigen und Gegen-Gegenintrigen. Regisseur Evgeny Titov interessiert sich vor allem für die Machtfrage: „Wie weit geht einer, wenn man ihn nicht stoppt?“ Der neue Figaro der Bayerischen Staatsoper ist eine Bühne für ein junges prominentes Mozartensemble um den italienischen Dirigenten und Alte-Musik-Spezialisten Stefano Montanari.
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Cathrin Störmer, Stefano Montanari, Evgeny Titov, Louise Alder, Konstantin Krimmel, Elsa Dreisig
Schnitt: Sven Eckhoff
Betreuung: Nicolas Léwy
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Cathrin Störmer, Stefano Montanari, Evgeny Titov, Louise Alder, Konstantin Krimmel, Elsa Dreisig
Schnitt: Sven Eckhoff
Betreuung: Nicolas Léwy
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
13 Minuten
Semele soll Athamas heiraten. Alles ist vorbereitet für die Hochzeit. Die Braut aber spielt nicht mit, Semele will etwas anderes. Ihr Geliebter ist immerhin der Gott Jupiter selbst. Als dessen Gattin Juno in der jungen Frau den Wunsch nach Unsterblichkeit weckt, als sie dem Geliebten in seiner göttlichen Gestalt begegnen will, ist das ihr Untergang: Im Glanz der Erscheinung Jupiters muss sie verbrennen. – Claus Guth liest Georg Friedrich Händels Opern-Oratorium als den Versuch einer Befreiung aus gesellschaftlichen Konventionen. Am Ende ist Semele psychisch durchgeglüht, „es wird halt anders geheiratet und die Story geht weiter…“
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Cathrin Störmer, Claus Guth, Michael Spyres, Brenda Rae
Schnitt: Thomas Rott
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Cathrin Störmer, Claus Guth, Michael Spyres, Brenda Rae
Schnitt: Thomas Rott
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
15 Minuten
„… or not to be“: Nach nicht einmal sechs Minuten fallen die berühmten Hamlet-Worte. Dem australischen Komponisten Brett Dean glückte 2017, William Shakespeares monumentales Stück Hamlet als vielschichtige, vielstimmige Oper zu erzählen, ein Erfolg beim Publikum wie bei der Kritik. Die Bayerische Staatsoper legt die Uraufführungs-Produktion aus Glyndebourne, die bereits bei der Metropolitan Opera in New York zu erleben war, neu auf, ein musikdramatisches Welttheater um Leben und Tod, Sein und Nichtsein, Liebe, Lüge und Heuchelei.
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecherin: Cathrin Störmer, Vladimir Jurowski, Caroline Wettergreen, Neil Armfield, John Tomlinson
Schnitt: Thomas Rott
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecherin: Cathrin Störmer, Vladimir Jurowski, Caroline Wettergreen, Neil Armfield, John Tomlinson
Schnitt: Thomas Rott
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
16 Minuten
Nicht eingemauert in einem unterirdischen Tempelgewölbe, sondern vor einem Berg aus Asche sterben Aida und Radamès in Damiano Michielettos Neuproduktion von Giuseppe Verdis gern monumental verstandener Ägyptenoper. Wie der Krieg auf die Menschen und ihre Suche nach Glück wirkt, das hat sich seit der Zeit der Pharaonen bis heute kaum verändert. So zeigt Aida eine scharfe Gesellschaftsanalyse über das tödliche Ineinander des Privaten und des Politischen. Und die berühmten Triumphmarschtrompeten klingen gar nicht mehr so triumphal. – Holger Noltze über Verdis langen Weg nach Ägypten und die neue Aida an der Bayerischen Staatsoper.
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecherin: Cathrin Störmer, Damiano Michieletto, Anita Rachvelishvili
Schnitt: Sven Eckhoff
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecherin: Cathrin Störmer, Damiano Michieletto, Anita Rachvelishvili
Schnitt: Sven Eckhoff
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
14 Minuten
Zwanzig Jahre war Ulisse fort, im Trojanischen Krieg und auf anderen Irrfahrten. Zuhause in Ithaka wehrt sich seine Frau Penelope gegen mehrere penetrante Verehrer, aber auch gegen die Stimmen der Wohlmeinenden, sich doch neu zu verlieben. Dann kehrt der Mann zurück, auf wunderbare Weise. – Der Regisseur Christopher Rüping erzählt Monteverdis späte Oper Il ritorno d‘Ulisse in patria als großes Denkbild über das Festhalten (und Loslassen), im Dialog mit Joan Didions Buch Das Jahr des magischen Denkens, dem Bericht, was der amerikanischen Schriftstellerin geschah, als ihr Mann plötzlich starb: den Einbruch magischen Denkens in ein modern aufgeklärtes Hirn. Ist vielleicht die Oper, die so viel von Trauer und Verlust und Sehnsucht handelt, nichts anderes als magisches Denken? Holger Noltze über Il ritorno / Das Jahr des magischen Denkens, die zweite Neuproduktion der Bayerischen Staatsoper beim Ja, Mai!-Festival.
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Cathrin Störmer, Christopher Rüping, Sibylle Canonica
Schnitt: Sven Eckhoff
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Cathrin Störmer, Christopher Rüping, Sibylle Canonica
Schnitt: Sven Eckhoff
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
12 Minuten
Die junge Frau mit dem Fächer kommt Tag für Tag zum Bahnhof, um dort auf einen Mann zu warten: Ein „Fall“, über den sogar in der Zeitung zu lesen ist. Der japanische Komponist Toshio Hosokawa fand den Stoff zu seiner zweiten Oper Hanjo in einem Stück des Dichters Yukio Mishima aus den 1950er Jahren, das seinerseits auf eine Vorlage aus dem 14. Jahrhundert zurückgeht. Hanako, das Mädchen das wartet, im Hause einer Malerin, die sie liebt. Als Yoshio, der Mann, eines Tages erscheint, kommt es zur Entscheidung. – Ein dichtes Kammerspiel, dazu raffiniert fragile Klangtexturen, zum Auftakt des neuen Jahrgangs des Ja, Mai-Festivals der Bayerischen Staatsoper.
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecherinnen: Cathrin Störmer, Sarah Aristidou, Sidi Larbi Cherkaoui
Schnitt: Sven Eckhoff
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecherinnen: Cathrin Störmer, Sarah Aristidou, Sidi Larbi Cherkaoui
Schnitt: Sven Eckhoff
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
15 Minuten
Sergej Prokofjews monumentales Projekt einer Oper nach Lew Tolstois Roman Krieg und Frieden, mit allein 70 Solist:innen, mit Ball- und Schlachtenszenen, entstand 1941 unter dem Eindruck des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion. Die historischen Ereignisse des Jahres 1812, als Napoleons Angriff mit einer vernichtenden Niederlage der Invasoren endete, wurden zum Spiegel der Gegenwart des Weltkriegs. Dmitri Tcherniakov, der Regisseur der Münchener Erstaufführung von Krieg und Frieden, lässt Prokofjews Oper in einem höchst geschichtsträchtigen Raum spielen, und natürlich ist der aktuelle Hintergrund des russischen Überfalls auf die Ukraine dabei nicht wegzudenken. Ein Audiofeature über die Frage, was Krieg und Frieden im Jahr 2023 bedeutet.
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Cathrin Störmer, Vladimir Jurowski, Dmitri Tcherniakov
Schnitt: Thomas Rott
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Cathrin Störmer, Vladimir Jurowski, Dmitri Tcherniakov
Schnitt: Thomas Rott
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
15 Minuten
An einem Waldrand bewohnt eine Frau namens Dido ein Haus, das ihr nicht gehört. Sie ist eine Geflüchtete. Man weiß nichts über sie, außer dass sie von weit her kommt. Ihr Verhalten, ihre immer wiederkehrenden Verweise auf sehr alte Geschichten, ihre Ängste lassen auf eine psychische Zerbrechlichkeit schließen. Vergangenheit und Gegenwart, Realität und Phantasie vermischen sich so sehr bei ihr, dass man nicht weiß, ob die mysteriösen Gestalten und bösen Geister, die zeitweise auftauchen, den Wald oder ihren Geist bewohnen. Dido empfindet eine verrückte, ausschließliche Liebe zu einem Mann, der ebenfalls ein Geflüchteter ist: Aeneas. – Der polnische Regisseur Krzysztof Warlikowski verbindet Henry Purcells Kurzoper Dido and Aeneas (1689) über das Sterbenwollen der verlassenen Dido mit Arnold Schönbergs explosivem Monodram Erwartung (1909) zu einem Opern-Psychodrama über zweihundert Jahre Musikgeschichte hinweg.
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Cathrin Störmer, Krzysztof Warlikowski,
Ausrine Stundyte, Andrew Manze
Schnitt: Sven Eckhoff
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Cathrin Störmer, Krzysztof Warlikowski,
Ausrine Stundyte, Andrew Manze
Schnitt: Sven Eckhoff
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
14 Minuten
Es sollen uns die Sinne vergehen: Weltentrückt, in himmlischen Höhen, beginnt Richard Wagners Oper Lohengrin. Ein unbekannter Ritter erscheint, um einer bedrängten Unschuld beizustehen. „Elsa! Ich liebe dich,“ singt er. Die junge Frau ergibt sich dem, der ihr als Held und Retter vorkommt. Doch dann bricht sie das Verbot, ihn nach seinem Namen und seiner Herkunft zu fragen, und alles Glück ist dahin. Eine verpasste Begegnung des Irdischen und des Wunderbaren. So ist das letzte Wort ein kollektives „Weh!“. Der neue Lohengrin in einer Inszenierung von Kornél Mundruczó an der Bayerischen Staatsoper zeigt unsere Sehnsucht nach Erlösung als großen Versuchsaufbau.
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Kornél Mundruczó, Monika Pormale, Johanni van Oostrum, Cathrin Störmer, François-Xavier Roth
Schnitt: Thomas Rott
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Kornél Mundruczó, Monika Pormale, Johanni van Oostrum, Cathrin Störmer, François-Xavier Roth
Schnitt: Thomas Rott
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
15 Minuten
Die Revolution des Begehrens: „Die Schule der Liebenden“, so der Untertitel von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper Così fan tutte, fängt lustig an, als kreuzweise Treueprobe. Am Ende aber herrscht Verstörung, denn Dorabella und Fiordiligi, die Verlobten der beiden Jungens Guilelmo und Ferrando, erweisen sich als sehr wohl verführbar, eine früher, eine später. Was aber heißt das für die Idee von der wahren Liebe? Und was für die heile Welt unserer Gesellschaft, die auf Heirat, Kinder, Festanstellung … baut? Behält Don Alfonso Recht, der lebenserfahrene „Philosoph“ und Regisseur des abgründigen Spiels, der zu wissen meint: Così fan tutte, so machen es alle (Frauen) –? Oder gibt es, nachdem hier zwei Paare durch das Feuer des Zweifels und der Verzweiflung gegangen sind, noch mehr zu lernen?
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Magda Willi, Benedict Andrews, Vladimir Jurowski, Cathrin Störmer
Schnitt: Thomas Rott
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth
Autor und Sprecher: Holger Noltze
Sprecher:innen: Magda Willi, Benedict Andrews, Vladimir Jurowski, Cathrin Störmer
Schnitt: Thomas Rott
Dramaturgie und Projektleitung: Christopher Warmuth