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40 Episoden
16 Minuten
Auf einer fernen Insel herrscht die legendäre Zauberin Alcina. Der Krieger Ruggiero landet in ihrem Reich und verfällt ihr. Aber als seine Verlobte ihm nachreist und der Mann dann doch zur Besinnung kommt, bröckelt die Macht der Magierin. In der Neuinszenierung von Händels „Alcina“ der Bayerischen Staatsoper im Prinzregententheater schärft die Regisseurin Johanna Wehner den Blick für die Tragik dieser einsamen Zauberin. Und Händels Musik entfaltet ihren eigenen Zauber.

Autor und Sprecher: Holger Noltze
17 Minuten
In Richard Wagners „Die Walküre“, dem zweiten der vier Teile des „Ring des Nibelungen“, läuft das Kraftwerk der Gefühle auf Hochtouren: Winterstürme weichen dem „Wonnemond“, aber nur kurz. Und durch alle Emotionen hindurch macht Tobias Kratzers neue „Ring“-Inszenierung an der Bayerischen Staatsoper Wagners schonungslose Analyse der großen Menschheitsfragen sichtbar: Sterblichkeit, Liebe, Macht, Gier, Gewalt. Heillos verstrickt sich der Gott Wotan in seine Projekte und will nur eines noch: „das Ende“. Eine zutiefst menschliche Geschichte.

Autor und Sprecher: Holger Noltze
18 Minuten
Wie eine lange Blutspur zieht sich die Tragödie der so ungleichen “rival queens” Mary Stuart und Elizabeth Tudor seit fast fünf Jahrhunderten durch die Geschichte des Theaters, der Literatur, auch der Oper. OF ONE BLOOD: so heißt die neue Oper des australischen Komponisten Brett Dean. Zwei wollen Königin sein. Elizabeth gewinnt, Mary wird enthauptet.

Aus Originalquellen und mit Zitaten zeitgenössischer Rennaissancemusik lässt Dean erleben, wie entsteht, was wir

“Geschichte” nennen. Claus Guth inszeniert die Uraufführung von OF ONE BLOOD, Vladimir Jurowski dirigiert. Eine Bühne nicht nur für zwei große Soprane.

Autor und Sprecher: Holger Noltze
16 Minuten
Als Hofspassmacher seines Herzog ist Rigoletto nichts heilig, da regieren Zynismus und Lüsternheit. Privat hält er seine junge Tochter vor der bösen Welt versteckt. Am Ende ist sie tot, die Geschichte hat den denkbar schlimmsten Ausgang genommen. In der Neuproduktion von Verdis RIGOLETTO an der Bayerischen Staatsoper geht es um Macht, Sex, Liebe und Angst: bestürzend aktuelle Themen, mitreißende Musik.

Autor und Sprecher: Holger Noltze
15 Minuten
Faust auf Französisch: Charles Gounod hatte Goethe genau gelesen – für die erfolgreichste Faust-Oper aller Zeiten aber fokussierte er klug, was in diesem Welttheater bereits „Oper“ war: den Teufelspakt des frustrierten Gelehrten, der wieder jung sein will, und die Geschichte der Verführung, des Untergangs und der „Rettung“ der jungen Frau, die jetzt nicht mehr Gretchen, sondern Marguerite heißt. Die Regisseurin Lotte de Beer erzählt Faust als Entscheidungsspiel zwischen Gut und Böse, und Dirigentin Nathalie Stutzmann freut sich an Gounods himmlisch-höllischer Musik.

Autor und Sprecher: Holger Noltze
17 Minuten
Es ist die Nacht der Wintersonnenwende, wenn die reale Welt durchlässig wird für Geister und Dämonen, auch für einen Dorf-Teufel, der sich an dem guten Schmied Wakula rächen und dessen Liebe zur schönen Oksana hintertreiben will. Die Bayerische Staatsoper zeigt zum ersten Mal Rimski-Korsakows Die Nacht vor Weihnachten: Irdische Intrigen und übernatürliche Mächte durchdringen sich zu einer betörend märchenhaften Musik, die schon die Klangwelt des 20. Jahrhunderts vorausahnt.

Autor und Sprecher: Holger Noltze
15 Minuten
Eine Frau wartet auf ihren Mann, zwanzig Jahre war er im Krieg und auf Irrfahrten. Als er, in der Verkleidung eines greisen Bettlers, zurückkehrt, ist die Frau von Freiern belagert, nur durch List hat sie sich deren Drängen entzogen. Die Rache des Mannes ist blutig. Gabriel Faurés einzige Oper stellte 1913 die wartende Frau in den Mittelpunkt: „Pénélope“ fokussiert, in klassischer Formvollendung, ihre inneren Zustände. In der Erstaufführung an der Bayerischen Staatsoper zeigt die Regisseurin Andrea Breth das Warten der Pénélope in der Monotonie alltäglicher Rituale.

Autor und Sprecher: Holger Noltze
14 Minuten
Don Giovanni – ein Urbild toxischer Männlichkeit. Das Stück beginnt mit einem Mord und endet (fast) mit einer Höllenfahrt. Für Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski ist es die „üppigste, effektvollste, theatralisch wirksamste“ von Mozarts epochalen drei Opern auf Texte von Lorenzo Da Ponte. In seiner neuen Produktion von Mozarts „Oper aller Opern“ wagt Regisseur David Hermann ein kühnes Experiment: Was, wenn der notorische Frauen-Verführer und -Betrüger von einer Frau kontrolliert würde? – Auf jeden Fall kommen die Gewissheiten über den Helden – oder Antihelden – ins Wanken.

Autor und Sprecher: Holger Noltze
14 Minuten
Zwei süditalienische Eifersuchtsdramen unter „normalen“ Leuten: „Cavalleria rusticana“ und „Pagliacci“ mischten 1890 und 1892 den Opernbetrieb auf. Schnelle, starke Stücke mit katastrophalem Ausgang und unwiderstehlich aufwühlender Musik. In München erzählt der italienische Regisseur Francesco Micheli die beiden Klassiker des Verismo als Fortsetzungsgeschichte in den 1960er Jahren: das Drama des Turiddu, der unter neuem Namen als Gastarbeiter nach München kommt. Daniele Rustioni dirigiert, auf der Bühne sorgt eine starke Besetzung für vokale Power.

Autor und Sprecher: Holger Noltze
13 Minuten
Auf den ersten Blick scheint es die Allerweltsgeschichte eines Ehebruchs zu sein: Die junge Káťa, verheiratet in eine toxische Familie, mit einem trunksüchtigen schwachen Mann und einer herrschsüchtigen Schwiegermutter, lässt sich mit dem jungen Boris ein. Sie weiß, es wird nicht gut ausgehen, und es geht nicht gut aus. – Leoš Janáček formte aus Alexander Ostrowskis Drama „Gewitter“ einen hochkonzentrierten Opern-Thriller mit einer faszinierend rätselhaften Titelheldin: An der Bayerischen Staatsoper forscht der polnische Regisseur Krzysztof Warlikowski nach den dunklen Gründen der Seele dieser Káťa, von der Janáček sagte: „Sie verschwindet, wenn man nur an sie denkt.“

Autor und Sprecher: Holger Noltze
15 Minuten
Götterchef Jupiter, noch einmal auf Liebesabenteuer. Doch diesmal geht es schief. Gegen alles Gold der Welt und das Versprechen auf göttliche Gegenwart wählt die schöne Danae den Eseltreiber Midas, den Jupiter bloß als Werkzeug benutzen wollte. Und Richard Strauss komponiert, während in Europa der Zweite Weltkrieg tobt, eine „heitere Mythologie“, die sich um altphilologische Korrektheit wenig schert und die ihm am Ende zum großen Abschiedsgesang gerät. Claus Guth inszeniert, Sebastian Weigle dirigiert Straussʼ (vor-)letzte Oper an der Bayerischen Staatsoper, erstmals wieder seit 1988.

Autor und Sprecher: Holger Noltze

Betreuung: Saskia Kruse
14 Minuten
Donizetti-Belcanto in Form einer französischen Opéra-comique: „La Fille du régiment“ ist die nicht nur lustige, sondern auch rührende Geschichte der „Regimentstochter“ Marie, die als Findelkind im 21. Regiment der französischen Armee aufwächst, sich aber als Baronesse erweist. Für den italienischen Regisseur Damiano Michieletto geht es, außer um schönen Gesang und komische Situationen, um ziemlich heutige Identitätsfragen. Schlüsselszene ist eine Musikstunde, in der Marie nicht nur Harfe, sondern auch die Regeln der feinen Gesellschaft lernen soll. Das geht schief, als Adoptivvater Feldwebel Sulpice sie wieder in das Regimentslied zurücklockt – mitsamt „Rataplan“-Getrommel. Marie will ohnehin lieber den Tiroler Bauern Tonio heiraten als den Duc de Crakentorp. Da kann Sunnyi Melles als Tante Crakentorp noch so ätzen. – Nach 90 Jahren ist „La Fille du régiment“ erstmals wieder an der Bayerischen Staatsoper zu sehen – und die wahrscheinlich höchste Dichte von hohen Tenor-Cs der Operngeschichte zu hören.

Autor und Sprecher: Holger Noltze

Betreuung: Saskia Kruse
16 Minuten
Was für eine Zumutung! In 16 Stunden Musik beschreibt Richard Wagner in seinem vierteiligen Opernzyklus Der Ring des Nibelungen, dem größten Weltuntergangs-Epos der Musikgeschichte, Aufstieg und Fall von Göttern und Menschen. Das Rheingold ist dabei der vermeintlich leichtfüßig daherkommende „Vorabend“, der die Abgründe der späteren drei Operndramen stets durchschimmern lässt. Tobias Kratzer inszeniert, Vladimir Jurowski dirigiert den inzwischen zwölften Ring an der Bayerischen Staatsoper, und die Götter dürfen wieder unsterblich sein.

Autor und Sprecher: Holger Noltze

Betreuung: Olaf Roth
12 Minuten
Vier Generationen, vom greisen König bis zum kleinen Jungen, leben abgeschlossen von der Welt in dunklen Mauern zusammen. Was geschieht, wenn in diesem Haus voll Sprachlosigkeit und Konventionen eine neue Frau einzieht: die junge, schöne, rätselhafte Mélisande, und sich um sie herum alles neu sortiert?

Claude Debussy fand in dem gleichnamigen symbolistischen Schauspiel des belgischen Dichters Maurice Maeterlinck sein Ideal eines Opernstoffes verwirklicht. Seine einzige Oper Pelléas et Mélisande aus dem Jahr 1902 ist eine Tragödie der leisen Töne, voller Andeutungen und Ahnungen und schillernder Klangfarben. Regisseurin Jetske Mijnssen sucht und findet die Menschen hinter den Symbolen.

Autor und Sprecher: Holger Noltze

Betreuung: Olaf Roth
14 Minuten
Ein Komet rast auf die Erde zu. Der selbsternannte Prophet Nekrotzar verkündet den baldigen Weltuntergang. Die Menschheit fällt zurück auf ihre „basic instincts“: Es wird viel getrunken und reichlich Sex gehabt in György Ligetis einziger Oper „Le Grand Macabre“. Ein apokalyptisches Welttheater, gewaschen mit allen Wassern musikalischen Raffinements, rasend virtuos, grell und grotesk wie ein Wimmelbild von Breughel oder Bosch. Eine Weltuntergangsoper aus dem Jahr 1978, bei der am Ende noch der Weltuntergang ausfällt. War alles nur ein Albtraum? – Kent Nagano dirigiert die Münchener Erstaufführung eines der großen Werke des Musiktheaters des 20. Jahrhunderts.

Autor und Sprecher: Holger Noltze

Betreuung: Olaf Roth
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der Bayerischen Staatsoper