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Gstaad Menuhin Festival Podcast - Die Geschichten hinter den Meisterwerken der klassischen Musik Archiv

50 Episoden
7 Minuten
Das Duo Sol Gabetta und Bertrand Chamayou ist in den letzten Jahren überall umjubelt worden; hier präsentieren die beiden nun ein für diese London-Ausgabe unentbehrliches Werk, nämlich Benjamin Brittens erhabene Cellosonate, zu welcher der Komponist durch das leidenschaftliche Spiel von Mstislaw Rostropowitsch inspiriert wurde. Ergänzt wird das Programm durch César Francks Sonate, die ursprünglich für Violine geschrieben wurde, sich aber aufgrund ihrer warmen Klangfarben auch hervorragend für das Cello eignet.
7 Minuten
Robert Schumann erspürte in diesem Trio op. 100 von Franz Schubert «himmlische Längen» – und es stimmt, dass darin etwas Ewiges, Schwebendes anklingt, insbesondere im zweiten Satz, Andante con moto, und seinem eindringlichen, vom Klavier in Staccato gehämmerten Mollthema, das 1975 durch Stanley Kubricks Film «Barry Lyndon» einem breiten Publikum bekannt wurde. Wussten Sie, dass Schubert das Thema dem schwedischen Volkslied «Se solen sjunker» («Sieh’ die Sonne untergehen») entlehnt hat? Eine Aufforderung, der wir gerne folgen, vor allem, wenn uns die Himmelserscheinung wie hier von drei aussergewöhnlichen «Magiern» gedeutet wird: der Geigerin Isabelle Faust, der Cellistin Sol Gabetta und dem Pianisten Bertrand Chamayou.
3 Minuten
«When I'm 64»: Einen besseren Titel für seine Sommertournee 2021 hätte sich Nigel Kennedy, der am 28. Dezember 1956 und damit vor genau 64 Jahren das Licht der Welt erblickte, nicht ausdenken können! Und ein schönes Paradox, handelt es sich doch um einen der ersten Songs, den Paul McCartney im zarten Alter von 15 oder 16 Jahren auf dem Klavier der Familie in der Forthlin Road 20 komponierte. Wie er später einmal erklärte, habe ihm zum einen der «schnalzende» Klang des Wortes «sixty-four» gefallen, zum anderen wollte er seinem Vater mit dem Song eine Ouvertüre für den Eintritt in das Rentenalter schenken. Kennedy, der Yehudi Menuhin bekanntermassen viel zu verdanken hat, kommt zu uns als «Freund der Familie»: Seine unzähligen «legendären» Konzerte mit klassischer oder E-Geige haben sich in goldenen Lettern in das Gedächtnis des Festivals eingebrannt.
8 Minuten
God save the King ... und God save Händel, den englischsten aller deutschen Komponisten! Der im selben Jahr wie Johann Sebastian Bach geborene Hannoveraner, der seine Ausbildung in Italien erhielt und von dort nicht nur als Meister der Opera seria, sondern auch des Oratoriums zurückkehrte, überquerte 1711 den Ärmelkanal und fühlte sich dort sofort heimisch. Neben den brillanten und volltönenden «Coronation Anthems» bzw. «Krönungshymnen» (vier Chorwerke, deren berühmtestes, «Zadok the Priest», die meisten Fussballfans wohl auswendig kennen dürften) bringen Hervé Niquet und sein Ensemble «Le Concert Spirituel» ein weiteres grandioses Werk Händels zu Gehör, das «Dettinger Te Deum», das der Meister 1743 komponierte, und zwar anlässlich des im österreichischen Erbfolgekriegs errungenen Sieges der Engländer und Hannoveraner (!) in der Schlacht von Dettingen in Bayern über die Franzosen. Was wohl als eindeutiger Beweis für die Bescheidenheit der Musiker gewertet werden dürfte – kommen sie doch selbst aus Frankreich!
10 Minuten
1995 gewann sie im Alter von zwölf Jahren den Menuhin-Wettbewerb, machte einen grossen Eindruck auf den Meister und gewann im darauffolgenden Jahr den Eurovisionswettbewerb für junge Instrumentalisten. Heute ist Julia Fischer eine der bekanntesten Geigerinnen der Welt. Nachdem sie beim Gstaad Menuhin Festival 2012 mit einem unvergesslichen Carte blanche-Konzert einen musikalischen Glanzpunkt gesetzt hat, ist sie nun zurück in den Bergen – die sie gut kennt, da sie als Kind jeden Sommer nach Lenk kam, um an den Kursen ihrer Lehrerin Ana Chumachenco teilzunehmen – in Begleitung eines Orchesters, mit dem sie seit langer Zeit zusammenarbeitet, der Londoner Academy of St Martin in the Fields, und zwar mit einem Mozart-Mendelssohn-Programm, das auch Menuhin gefallen würde. Und als herausragende Geigerin nimmt sie die Sache gleich selbst in die Hand und führt neben dem Geigenbogen auch das gesamte Ensemble.