Geschichten aus der Geschichte Archiv
612 Episoden
49 Minuten
Wir springen in die Frühe Neuzeit und beschäftigen uns zum ersten Mal mit dem Thema Hexenverfolgung. Es geht um den Prozess gegen Katharina Kepler, die in Leonberg, im Herzogtum Württemberg wegen Hexerei angeklagt wurde. Das Besondere an dem Fall: Katharina Kepler wurde von ihrem Sohn Johannes verteidigt – einer der bekanntesten Gelehrten aus dieser Zeit. Johannes Kepler, der Astronom und Kaiserliche Hofmathematiker hat seine wissenschaftliche Karriere unterbrochen und ist für etwa ein Jahr nach Württemberg zurückgekehrt. In der Folge schauen wir uns an, wie der Hexenprozess ablief und auf welchen rechtlichen Grundlagen das Verfahren beruhte. Und wir betten die Geschichte in einen größeren Kontext ein und sprechen darüber, was die Lebenswelt der Menschen im 17. Jahrhundert geprägt hat – wie die Kleine Eiszeit, die Gegenreformation oder der Dreißigjährige Krieg.
1 Stunde 30 Minuten
This is a bonus episode that includes the full chat with historian Dr. Emma Southon about Agrippina the Younger. It is the first fully English-language episode, and contains the full, almost unedited chat with Dr. Southon, excerpts of which have been used for the regular German-language episode ZS183.
1 Stunde 2 Minuten
Wir springen in dieser Folge wieder mal in die Antike, und zwar in die frühe Kaiserzeit, also jene von Caligula, Claudius und Nero. Allerdings sprechen wir weniger über diese Männer, und mehr über jene eine Frau, die all diese Männer verbindet: Agrippina die Jüngere. Zur Unterstützung ist diesmal Dr. Emma Southon mit dabei, die mit ihrem im Jahr 2018 veröffentlichten Werk über Agrippina die wohl unterhaltsamste Bearbeitung dieser komplexen Person geschrieben hat.
50 Minuten
Wir springen in die 1920er Jahre und beschäftigen uns mit Streichhölzern: Genauer gesagt, mit dem Mann, der mit Streichhölzern ein gigantisches Firmenimperium aufgebaut hat, im Zentrum des amerikanischen Börsenbooms stand, zahlreiche Finanzprodukte erfunden und einen Finanzskandal ausgelöst hat, der 1933 und 1934 zur Regulierung der Börsen in den USA geführt hat. Sein Geschäftsmodell: Kredite an Staaten zahlen und im Gegenzug dort ein Zündholzmonopol erhalten. Auf diese Weise wurde Kreuger zum größten Kreditgeber für Europa. Der Deal mit Deutschland aus dem Jahr 1930 hatte bis ins Jahr 1983 bestand. Bis dahin durften in Deutschland nur Zündhölzer der Marken Welthölzer und Haushaltsware produziert und verkauft werden.
37 Minuten
Wir springen in dieser Folge in die ungarische Tiefebene, wo vor Jahrhunderten Viehirten eine Suppe kreierten, die in weiterer Folge ein identitätsstiftendes Merkmal ungarischer Kultur werden sollte.Wir sprechen über das, was diese Suppe ausmacht, wann das Paprikapulver dazukam und warum Nationalgerichte eigentlich eine moderne Erfindung sind.
46 Minuten
Wir springen nur einige Jahrzehnte zurück und beschäftigen uns in dieser Episode mit einem Schiffskonvoi, der im Sueskanal während der Zeit des Sechstagekriegs und des Jom-Kippur-Kriegs ankern musste – nachdem der Kanal für die Schifffahrt gesperrt wurde. Die 14 Frachtschiffe wurden als Gelbe Flotte bekannt und waren 8 Jahre lang inmitten des weltpolitischen Geschehens, denn der Sueskanal bildete während der Zeit die Frontlinie: Auf der Westseite des Kanals stand das ägyptische Militär und auf der Ostseite das israelische Militär. Was passierte aber mit der Ladung der Schiffe und wie haben sich die Schiffscrews während der langen Zeit im Großen Bittersee beschäftigt?
41 Minuten
Wir springen in dieser Folge ins Deutschland des 17. Jahrhunderts. In Frankfurt wird Maria Sibylla Merian geboren, Tochter des berühmten Kupferstechers und Verlegers Matthäus Merian, und schnell stellt sich heraus, dass auch sie über außergewöhnliches Talent verfügt. Wir sprechen über Maria Merians Leben und was die Dinge sind, die sie noch so außergewöhnlich machten.
52 Minuten
Wir springen diese Woche in die Mitte des 19. Jahrhunderts nach Rom und beschäftigen uns mit einem Klosterskandal, der von der Inquisition nach Anzeige der adligen Novizin Katharina von Hohenzollern-Sigmaringen aufgedeckt wurde. Es geht um Visionen, Wunder, Nonnen, die sich als Heilige verehren lassen, Teufelsaustreibungen, sexuellen Missbrauch und Giftanschläge. Doch hinter dem Skandal steckt noch mehr, denn die Vorgänge in Sant’Ambrogio wurden in einem Netzwerk von einigen hochrangigen Jesuiten mit sehr guten Kontakten zu Papst Pius IX. gedeckt. Und so zeigt sich an dem Fall der Kampf um die künftige Ausrichtung der katholischen Kirche. Eine Auseinandersetzung, bei der sich am Ende die reaktionären Hardliner um den Papst durchsetzen – was sich zum Beispiel am Unfehlbarkeitsdogma und der Neuscholastik zeigt.
43 Minuten
Wir springen in dieser Zeitsprung-Spezialfolge etwas weiter zurück als sonst und beschäftigen uns zum ersten Mal mit einem archäologischen Thema. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums in Hamburg, ist zu Gast und erzählt im Interview von einer Kultur, die erst seit wenigen Jahrzehnten erforscht wird und in Fachkreisen einen wenig einprägsamen Namen hat: BMAC, Bactria-Margiana-Archeological-Complex. Eine Kultur aus der Bronzezeit in der Gegend der Karakum-Wüste im heutigen Turkmenistan. Wir sprechen darüber, was von der Margiana-Kultur überliefert ist und was das Besondere an dieser Kultur ist. Dabei geht es unter anderem um schnell rotierende Töpferscheiben und Baktrische Prinzessinnen.
41 Minuten
Wir springen in dieser Folge in die Mitte des 19. Jahrhunderts, Schauplatz der Geschichte ist China. Protagonist ist Robert Fortune, Botaniker und Experte für exotische Pflanzen. Seine Aufgabe: den wohl wertvollsten Schatz Chinas zu finden und außer Landes zu schaffen: Tee!
52 Minuten
Wir springen mal wieder in die Mitte des 19. Jahrhunderts und beschäftigen uns diesmal mit den Anfängen des Anarchismus und der Schweizer Uhrenindustrie. In den 1860er- und 1870er-Jahren war die Gegend um Saint-Imer im Berner Jura eine Hochburg des Anarchismus in seiner Entstehungsphase als internationale politische Bewegung und gleichzeitig ein Zentrum der Uhrenindustrie, die in dieser Zeit dort weltweit führend war. In der Episode sprechen wir darüber, wie sich die Arbeitsbedingungen der Uhrmacher in der Schweiz veränderten durch die Globalisierung und der Streit zwischen Marxisten und Anarchisten zum Bruch der Ersten Internationalen führte – und damit die Juraföderation für kurze Zeit zum Zentrum der anarchistischen Bewegung wurde.
50 Minuten
Wir springen in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Telegraph ist soeben erfunden und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt worden, und sowohl in Europa als auch den USA wird fleißig ferngeschrieben. Doch zwischen den Kontinenten herrscht noch immer Funkstille – einzig die Schifffahrt ermöglicht Nachrichtenaustausch. Wir sprechen darüber, wie ein Unternehmer sich daran macht, dieses Problem zu lösen und warum alles überhaupt nicht so einfach war, wie erwartet.
48 Minuten
Wir springen diesmal in die USA und beschäftigen uns mit einer der bekanntesten Persönlichkeiten der US-Geschichte: Harriet Tubman. Sie war eine der erfolgreichsten Aktivistinnen der Underground Railroad, einem Netzwerk von Personen, die Sklaven und Sklavinnen bei der Flucht in den Norden geholfen haben. In der Folge sprechen wir über ihr Leben vor der Flucht und ihre Zeit als "Conductor" der Underground Railroad. Außerdem streifen wir noch ihre Beteiligung am Sezessionskrieg, bei dem sie als Kundschafterin, Soldatin und Krankenschwester die Unionstruppen unterstützt hat.
40 Minuten
Wir springen in dieser Folge in die Mitte des 17. Jahrhunderts. Nicolas Fouquet, höchster Finanzbeamter Frankreichs und damit einer der mächtigsten Männer des Landes, beschließt die – wie er hofft – bald bevorstehende Krönung seiner Karriere mit dem Bau eines Anwesens zu feiern, das Frankreich bisher noch nicht gesehen hat. Wir sprechen über dieses Anwesen und warum der Bau für Fouquet ungeahnte Konsequenzen hatte.
47 Minuten
Wir beschäftigen uns in dieser Folge mit dem Thema Armut und sprechen darüber, wie sich der Umgang mit hilfsbedürftigen Menschen vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit verändert hat – und welche Auswirkungen das hatte. In der Zeit von 1500 bis 1850 nahm Armut in Europa deutlich zu und stieg vor allem die Anzahl der Personen, die auf Lohnarbeit angewiesen waren. In weiten Teilen Europas setzt sich in dieser Zeit das Gemeindeprinzip durch: Armenunterstützung wurde lokal organisiert und Hilfsleistungen erhielten Personen nur in ihren Heimatgemeinden. Gleichzeit wurde Betteln immer mehr kriminalisiert. In England lassen sich dann um 1600, mit der Etablierung der Old Poor Laws, die Anfänge des Sozialstaats beobachten. Und nicht nur das, mit den Speenhamland-Tabellen verbreitete sich ab 1795 ein System, das die Hilfsleistungen einheitlich regelte und an die reale Preisentwicklung koppelte. Bis 1834, da kam es dann zur Reform der Armengesetze und für unterstützte Personen wurde die Unterbringung in Arbeitshäusern verpflichtend.
Geschichten aus der Geschichte
Seit über zehn Jahren erzählen sich die Historiker Daniel Meßner und Richard Hemmer Woche für Woche eine Geschichte aus der Geschichte.