Konzerteinführung digital Archiv
122 Episoden
12 Minuten
Rebecca Saunders hat ihr Violinkonzert „Still“ für Carolin Widmann geschrieben, die es auch in unserem Konzert spielen wird. „Ich hatte ein Klangfragment, das ich auf meiner eigenen Geige gefunden hatte. Ich bin dann mit diesem Fragment auf der Handfläche zu ihr gegangen und habe gesagt: Was tut das mit dir? Kannst du es ausprobieren?“ Die erste Begegnung war so inspirierend für beide, dass sie gleich zwei Stunden zusammen experimentiert haben. Der Name Saunders steht für Gegenwartsmusik, die ihre Hörer:innen in den Bann zieht und emotional tief berührt. Für Emotionalität und Tiefe steht auch eine der bekanntesten Liebesgeschichten der Weltliteratur. Sergei Prokofjews Ballettmusik zu „Romeo und Julia“ gehört zweifellos zu seinen Meisterwerken. Programm Eric Satie Musik zu „Parade – Ballet réaliste“ nach einem Thema von Jean Cocteau (1916/17) Rebecca Saunders „Still“ für Violine und Orchester (2011) Sergei Prokofjew Suite Nr. 2 aus dem Ballett „Romeo und Julia“ (1935/36) Mitwirkende Maxime Pascal Dirigent Carolin Widmann Violine Dresdner Philharmonie Orchester
15 Minuten
Wenn die norwegische Geigerin Vilde Frang die Bühne betritt, groß gewachsen, oft in leichte, fließende Kleider gehüllt, hat sie etwas Elfenhaftes. Doch darin verbirgt sich eine junge Frau mit einem ausgeprägten Charakter und einer starken Persönlichkeit. Das hört man auch ihrem Spiel an, das von Spannung, Intensität und vor allem Neugier geprägt ist. „Die Musik stellt permanent Fragen, auf die man als Interpret Antworten finden muss“, sagte sie einmal in einem Interview. Neugierig war sie offenbar auch auf Schostakowitschs Violinkonzert, das sie nun im Kulturpalast interpretiert. Aufregend bleibt es auch mit der Sinfonie des Abends. Rachmaninow schuf seine Zweite in Dresden, gleichwohl wurde sie 1908 in St. Petersburg uraufgeführt – am Pult stand der Komponist selbst. Heute ist sie für viele die „russischste“ Sinfonie überhaupt. Ein Konzert im Rahmen der Dresdner Musikfestspiele Dmitri Schostakowitsch Violinkonzert Nr. 1 a-Moll Sergei Rachmaninow Sinfonie Nr. 2 e-Moll Kahchun Wong | Dirigent Vilde Frang | Violine
17 Minuten
Joana Mallwitz ist außerhalb der Musikwelt nicht berühmt. Aber sie ist auf dem besten Weg dahin und in der Klassikwelt kennt man sie längst. 2019 wurde sie zur "Dirigentin des Jahres" und Kritiker schrieben, bei Joana Mallwitz stimme "nun wirklich alles", sie schaffe es, "große Geschichten aus der Musik herauszuarbeiten". Zur Dresdner Philharmonie kommt sie schon das zweite Mal, diesmal mit der Ersten Sinfonie von Johannes Brahms. Vierzehn Jahre hatte Brahms an ihr gearbeitet, zu groß war der Respekt vor dem großen Vorbild Beethoven. Aber mit ihr gelang ihm 1876 der Durchbruch, und heute zählt sie zu den beliebtesten seiner Sinfonien. Ein Konzert im Rahmen der Dresdner Musikfestspiele Kurt Weill Sinfonie Nr. 1 „Berliner Sinfonie“ (1921) Peter I. Tschaikowski Variationen über ein Rokoko-Thema A-Dur (1877) Johannes Brahms Sinfonie Nr. 1 c-Moll (1876) Joana Mallwitz | Dirigentin Gautier Capuçon | Violoncello Dresdner Philharmonie
16 Minuten
Bruckners Sechste zusammen mit Werken von Charles Ives und Toshio Hosokawa Lebenslanges Lernen war für Kent Nagano schon Leitbild, als es den Begriff so noch gar nicht gab. Für den gebürtigen Kalifornier, der durch einen hoch engagierten Musiklehrer zu seiner Leidenschaft kam und heute zu den weltweit besten Dirigenten gehört, bedeutet das zweierlei: Werke selbst immer wieder zu hinterfragen, um Neues über sie zu lernen, und sein Wissen an junge Menschen weiterzugeben. Anton Bruckners Sechste Sinfonie gehört zweifellos zu diesen Werken und ist zudem perfekt auf die Akustik der Frauenkirche zugeschnitten. Ein Konzert im Rahmen der Dresdner Musikfestspiele Toshio Hosokawa Intermezzo aus der Oper „Stilles Meer“ (2016) Charles Ives „The Unanswered Question“ (1906/1935) Anton Bruckner Sinfonie Nr. 6 A-Dur (1879-1881) Kent Nagano | Dirigent Dresdner Philharmonie
14 Minuten
Beethovens C-Dur-Messe mit Dresdner Kreuzchor und Philharmonie im Kulturpalast. Dresdner Kreuzchor und Dresdner Philharmonie – es lässt sich kaum eine engere und traditionsreichere musikalische Verbindung in Dresden denken. Mit diesem Programm gehen wir 20 Jahre in der gemeinsamen Geschichte zurück und erinnern an eine gemeinsame Südamerika-Tournee 2002, auf der ebenfalls Beethovens Messe in C-Dur gespielt wurde. Bereits damals unter der Leitung von Kreuzkantor Roderich Kreile. Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit schließt sich sozusagen ein Kreis und erinnert aufs Beste an viele Jahre fruchtbarer Zusammenarbeit. Johann Sebastian Bach „Ich hatte viel Bekümmernis“ Kantate für Sopran, Bass, Chor und Orchester BWV 21 (1713/1723) Ludwig van Beethoven Messe in C-Dur für Soli, Chor und Orchester (1807) Kreuzkantor Roderich Kreile | Dirigent Elisabeth Breuer | Sopran Marie Henriette Reinhold | Alt Cornel Frey | Tenor Krešimir Stražanac | Bass Dresdner Kreuzchor Dresdner Philharmonie
17 Minuten
Chefdirigent Janowski kombiniert ein Werk des Sinfonikers Karl Amadeus Hartmann mit dem Violinkonzert von Johannes Brahms Ein Violinkonzert, in dem die Solovioline gar nicht so richtig brillieren kann? Das war im 19. Jahrhundert ungewöhnlich. Johannes Brahms hat der Violine aber ganz bewusst eine neue Rolle gegeben: Er wollte, dass sie gemeinsam mit dem Orchester musiziert, beide sollten sich gegenseitig ergänzen und dadurch die Musik noch eindringlicher werden lassen. Heute wissen wir: das ist ihm gelungen! Für viele ist es DAS Violinkonzert schlechthin... Auch Karl-Amadeus Hartmann leistete Widerstand, allerdings ganz anderer Art. Nach 1933 ging der Münchner Komponist in die innere Emigration und schrieb nur noch für die Schublade. Seine Sechste Sinfonie, die als Reaktion auf die Schrecken der Kriegszeit entstand, gilt heute als seine beste. Grußwort (am 30. APR) Dirk Hilbert, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden Johannes Brahms Violinkonzert D-Dur (1879) Karl Amadeus Hartmann Sinfonie Nr. 6 (1953) Marek Janowski | Dirigent James Ehnes | Violine Dresdner Philharmonie
17 Minuten
"Die Qualität ist ungeheuer hoch, ist ungeheuer inspiriert, und es ist eine großartige kompositorische Leistung Wagners." Marek Janowski schätzt Wagners „Siegfried-Idyll“ außerordentlich und hat es in seiner langen Laufbahn schon oft dirigiert. Diesmal setzt er es in Kontrast mit zwei anderen musikalischen Dichtungen: Seiner Tondichtung "Luonnotar" legte Jean Sibelius eine finnische Ur-Erzählung über die Erschaffung der Welt zugrunde. Und auch Alban Berg hat sich von Literatur inspirieren lassen. Seine „Bruchstücke aus ‚Wozzeck‘“ stellte er aus seiner gleichnamigen Büchner-Oper zusammen. Wobei „Bruchstücke“ etwas irreführend ist. Berg wählte ganz bewusst bestimmte Stellen und Szenen aus, die charakteristisch sind für das Armeleutestück und seine Atmosphäre musikalisch beeindruckend wiedergeben. Jean Sibelius Sinfonie Nr. 7 C-Dur (1924) Jean Sibelius „Luonnotar“ Tondichtung für Sopran und Orchester op. 70 (1913) Richard Wagner „Siegfried-Idyll“ (1870) Alban Berg Drei Bruchstücke aus „Wozzeck“ (1923)
17 Minuten
Mozarts letzte Sinfonie gilt als seine vollendetste. Und sein Fagottkonzert als eins der schönsten für dieses Instrument. Mozart hat seine letzte Sinfonie selbst nie „Jupiter“ genannt, der Name wurde ihr erst im 19. Jahrhundert gegeben - in der Überzeugung, dass es sich um den „höchsten Triumph der Instrumentalkomposition“ handle. Auch wenn man das heute für etwas übertrieben hält, gehört das Werk doch zum Schönsten und kompositorisch Vollendetsten, das Mozart geschaffen hat. Heute im Konzertgeschehen etwas im Hintergrund, war das Fagott zu Mozarts Lebzeiten ein beliebtes Solo-Instrument und galt sogar als „Instrument der Liebe“. Liebevoll ist Mozart in jedem Fall mit ihm umgegangen und hat alle Möglichkeiten seines spezifischen Klangs genutzt um ihm (und dem Solisten!) eine große Bühne zu verschaffen. Auf ganz andere Art unterhaltsam sind Igor Strawinskis Danses concertantes. Er schrieb sie nicht ausdrücklich als Ballettmusik, sondern für ein kalifornisches Unterhaltungsorchester. Aber die erste – berühmt gewordene – Tanzchoreografie schuf George Balanchine schon zwei Jahre später. Ihr folgten zahlreiche weitere, aber bis heute sind die fünf aparten Stücke auch beim Konzertpublikum beliebt. Das Programm wurde coronabedingt kurzfristig geändert. Tickets behalten ihre Gültigkeit. Igor Strawinski Danses concertantes (1941/42) Wolfgang Amadeus Mozart Konzert für Fagott und Orchester B-Dur KV 191 (1774) Wolfgang Amadeus Mozart Sinfonie Nr. 41 C-Dur "Jupiter-Sinfonie" KV 551 (1788) Jonathan Nott | Dirigent Felix Amrhein | Fagott Dresdner Philharmonie
14 Minuten
Boris Giltburg gilt als der erste Pianist an der Weltspitze, der alle Werke digitalisiert hat, die er spielt. Auf die Bühne kommt er nicht mit einem Notenheft, sondern mit dem iPad. Wenn er überhaupt Noten braucht. Rachmaninows „Klassiker“fulminantes Zweites Klavierkonzert spielt er natürlich auswendig… Ravels Ballettmusik „Daphnis et Chloé“ gehört ebenfalls zu den Klassikern der Konzertsäle weltweit. Dabei war Ravel einfach nur froh, als das Werk das erste Mal über die Bühne gegangen war. Heute ist kaum noch vorstellbar, wie schwierig die Proben waren und was für einen Tumult es bei der Uraufführung eines Werks gab, das vielen als das „schönste Schäferstündchen der Klassik“ gilt. Donghoon Shin „Kafka’s Dream“ (2018/19), Deutsche Erstaufführung Sergei Rachmaninow Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll (1901) Anatoli Ljadow „Der verzauberte See“ op. 62. Ein Märchenbild für Orchester (1909) Maurice Ravel „Daphnis et Chloé“ 2. Suite (1907/12) Tung-Chieh Chuang | Dirigent Boris Giltburg | Klavier Dresdner Philharmonie
18 Minuten
Wir können uns heute kaum noch vorstellen, wie fern und exotisch China noch vor hundert Jahren für Westeuropäer war. Auch Gustav Mahler war fasziniert vom Fernen Osten und beschäftigte sich mehrere Jahre mit der „Chinesischen Flöte“, einer Sammlung von Nachdichtungen chinesischer Lyrik. Im „Lied von der Erde“ hat er sieben dieser Gedichte vertont. Tragisch waren die Begleitumstände: In dieser Zeit starb seine älteste Tochter, er wurde antisemitisch verleumdet und musste als Direktor der Wiener Hofoper zurücktreten, und schließlich stellte sich heraus, dass er schwer herzkrank war. Vielleicht ist deshalb „Das Lied von der Erde“ sein tiefsinnigstes und berührendstes Werk überhaupt. Alexander von Zemlinsky „Sinfonietta“ (1934) Gustav Mahler „Das Lied von der Erde“ (1908) Eine Sinfonie für eine Tenor- und eine Altstimme und Orchester
17 Minuten
Ein Jahr vor seinem Tod fuhr Beethoven zu seinem Bruder auf dessen Gut in Gneixendorf. Auf der Rückreise wurde er krank und starb wenig später. Unser Programm widmen wir zwei Klavierkonzerten, die damit in Beziehung stehen. Sein Fünftes Klavierkonzert schrieb Beethoven zwar einige Jahre eher, aber auch da litt er schon an Schwerhörigkeit. Brett Dean wiederum hat sich von der letzten Reise Beethovens zu seinem neuen Klavierkonzert inspirieren lassen, das hier zum ersten Mal in Deutschland aufgeführt wird. Wir laden zum Vergleichen ein und spielen zuvor noch eine Ouvertüre von Beethoven, in denen er sich als meisterhafter Verarbeiter tragischer Stoffe zeigt. Konzerteinführung zu ›Beethoven und Gneixendorf‹ Ludwig van Beethoven Ouvertüre "Coriolan" (1807) Brett Dean Klavierkonzert "Gneixendorfer Musik - eine Winterreise" (2020) Deutsche Erstaufführung Ludwig van Beethoven Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur (1808-09) Krzysztof Urbański | Dirigent Jonathan Biss | Klavier Dresdner Philharmonie
15 Minuten
Max Regers einziges Klavierkonzert ist für den Solisten so schwer, dass es nur von wenigen überhaupt gespielt werden kann. Zu ihnen gehört Marc-André Hamelin, der als der Mann mit dem vermutlich größten Repertoire unter den lebenden Pianisten gilt. Er ist eine Art Universalgelehrter am Klavier, seine musikalische Neugier ist legendär und reicht bis in die entlegensten Ecken. Und er wird gerühmt für die technische Brillanz und interpretatorische Schärfe seines Spiels. Marek Janowski setzt mit Regers Klavierkonzert ein weiteres Mal ein Werk auf das Programm, das fast nie öffentlich zu hören ist. Gepaart ist es mit Beethovens Sechster Sinfonie „Pastorale“, der vielleicht bekanntesten musikalischen Schilderung eines Sommertags. Max Reger Klavierkonzert f-Moll (1910) Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 6 F-Dur „Pastorale“ (1807/1808) Marek Janowski | Dirigent Marc-André Hamelin | Klavier Dresdner Philharmonie
16 Minuten
Josef Suk nannte seine „Asrael“-Sinfonie ein „Werk übermenschlicher Kraft“. Als sein Schwiegervater Antonín Dvořák 1904 gestorben war und Suk gerade eine Trauermusik für ihn komponierte, starb überraschend auch seine Frau, mit nur 27 Jahren. Beiden widmete er diese Sinfonie, die vielleicht zu den am meisten unterschätzten Werken der Musikgeschichte gehört. Wenn Bertrand Chamayou Liszt spielt, spricht die Presse von einer „punktgenauen und einschneidenden Projektion, wie wenn ein Laserstrahl durch Metallplatten hindurchfährt“. Das Publikum darf also gespannt sein auf eine so kenntnisreiche wie intensive Interpretation seines Ersten Klavierkonzerts. Franz Liszt Klavierkonzert Nr. 1 Es-Dur Josef Suk Sinfonie Nr. 2 c-Moll „Asrael“ (1905/06) Dima Slobodeniouk | Dirigent Bertrand Chamayou | Klavier Dresdner Philharmonie
12 Minuten
Krzysztof Urbański war bereits mehrfach bei uns zu Gast und er kommt gern wieder. Diesmal mit Antonín Dvořáks Neunter Sinfonie, die dieser - erfüllt von seinen Amerika-Eindrücken - während seines dreijährigen Aufenthaltes in New York schrieb und zu seinen populärsten Werken gehört. Daneben stellen wir „Waves“, das neue Werk von Pascal Dusapin, und wer wäre für seine Interpretation geeigneter als sein französischer Landsmann Olivier Latry? Unser aktueller Palastorganist präsentiert sich damit erneut als Kenner und Liebhaber zeitgenössischer Musik für sein Instrument. Pascal Dusapin „Waves“ Konzert für Orgel und Orchester (2021) Antonín Dvořák Sinfonie Nr. 9 e-Moll "Aus der neuen Welt (1893) Krzysztof Urbański | Dirigent Olivier Latry | Orgel Dresdner Philharmonie
16 Minuten
Wenn Thibaudet die Bühne betritt, ist das Publikum oft überrascht. Mit seinen extravaganten Outfits passt er nicht so recht in die Klassik-Schublade. Und auch seine Vorliebe für Jazz und seine Opernbearbeitungen für Klavier lassen nicht sofort an den Klassikstar denken. Aber wenn er sich ans Klavier setzt, sind schnell alle Zweifel vergessen. Und wenn er erst anfängt, uns in die Welt des Tango mitzunehmen, wird es vermutlich ein unvergesslicher Konzertabend. Maurice Ravel Shéhérazade Ouverture Aaron Zigman „Tango Manos“ Klavierkonzert Nikolai Rimski-Korsakow Sheherazade Lionel Bringuier | Dirigent Jean-Yves Thibaudet | Klavier Dresdner Philharmonie