Der stoische Pirat Archiv
202 Episoden
28 Minuten
Dschalāl ad-Dīn Muhammad Rūmī – kurz Rumi genannt, ist heute mit grosser Wahrscheinlichkeit der meist gelesen persische Dichter, Mystiker und Philosoph. Seine Aphorismen werden tausendfach auf den sozialen Medien geteilt, seine Bücher finden in den USA aber auch in Europa reissenden Absatz. Kein Wunder, denn die Lebensweisheiten des persischen Islamgelehrten haben auch 750 Jahre nach seinem Tod nichts an Bedeutung verloren. In dieser Folge bespreche ich sieben von Rumis Weisheiten.
10 Minuten
Als die ersten Europäer 1722 auf der Osterinsel landeten, haben sie ein kleines, eher ärmliches und wenig fortschrittliches Volk angetroffen, das auf dieser kargen, rauen und baumlosen Insel lebte. Ein grosses Fragezeichen warfen die immensen Steinköpfe auf, die überall auf der Insel rumstanden: Wie konnte dieses winzige, zutiefst isolierte polynesische Volk der Rapa Nui, dem es an moderner Technik und vor allem an Bäumen fehlte, die riesigen, kunstvollen Statuen - einige von ihnen 40 Meter hoch und fast 90 Tonnen schwer – erstellen, transportieren und errichten? Die Europäer kamen zum Schluss, dass Ausserirdische für die Statuen verantwortlich sein mussten. Doch die Erklärung ist bedeutend weniger abenteuerlich: Die Rapa Nui hatten einerseits Pech und andererseits haben sie schlichtweg Mist gebaut. Nicht, dass die Rapa Nui weniger clever waren als wir es heute sind, sie haben genau wie wir zum Teil auch, die Konsequenzen ihres Handeln nicht vorhergesehen.
13 Minuten
Oft glauben wir, die Ursache für ein Problem erkannt zu haben. In der Folge erschaffen wir einen für uns nachvollziehbaren Kausalzusammenhang. Daraus leiten wir dann eine für uns logische Lösung ab. Das Problem aber ist, dass wir in der Regel nicht über die ersten Folgen der Lösung hinausdenken. Wir fokussieren uns auf die offensichtliche Lösung des Problems und ignorieren mögliche weiteren Konsequenzen. Ist das ursprüngliche Problem dann vom Tisch, tauchen plötzlich völlig unerwartete neue Schwierigkeiten auf. Schwierigkeiten mit verheerenden Folgen, die weit grösser sind als das ursprüngliche Problem.
Ein unglaubliches und erschütterndes Beispiel für einen solchen kurzsichtigen und miserablen Entscheid liefert uns Mao Zedong. Der sozialistische Diktator rief durch seinen Krieg gegen die Spatzen, welcher er gewonnen hatte, eine verheerende Hungersnot in China hervor.
Ein unglaubliches und erschütterndes Beispiel für einen solchen kurzsichtigen und miserablen Entscheid liefert uns Mao Zedong. Der sozialistische Diktator rief durch seinen Krieg gegen die Spatzen, welcher er gewonnen hatte, eine verheerende Hungersnot in China hervor.
12 Minuten
«Meine Formel für die Grösse am Menschen ist amor fati: dass man Nichts anders haben will, vorwärts nicht, rückwärts nicht, in alle Ewigkeit nicht. Das Nothwendige nicht bloss ertragen, noch weniger verhehlen sondern es lieben.»
Amor fati - lateinisch für "Liebe zum Schicksal" - ist die Umarmung des Schicksals und die Positivität, die eine solche Denkweise in das Leben bringen kann. Die aus dem Stoizismus stammende Idee wurde später von Friederich Nietzsche adaptiert und erstmals in seinem Buch "Die fröhliche Wissenschaft" ausformuliert.
Das Schicksal kann als das angesehen werden, was wir nicht kontrollieren können. Nietzsche war der Ansicht, dass das Leben besser wäre, wenn wir Dinge akzeptieren würden, die sich unserer Kontrolle entziehen, statt uns über sie zu nerven oder frustriert zu sein.
Das Leben nie genau so ab, wie wir es erwarten, aber amor fati erlaubt uns, mit dem zufrieden zu sein, was passiert, was auch immer das sein mag. Nietzsche kommentiert, wie wir jeden Moment, ob gut oder schlecht, annehmen sollten - und die schlechten Seiten nicht nur ertragen, sondern wirklich lieben sollten.
Ein praktisches Beispiel für Amor Fati liefert uns Thomas Edison. Sein Umgang mit der Feuerkatastrophe, welche seine Unternehmung und Wirkstätte in West Orange/New Jersey - sie galt zu Beginn des 20. Jahrhunderts als das weltweite Nervenzentrums des Fortschritts - am 9. Dezember 1914 fast komplett zerstörte, ist mehr als beeindruckend.
Amor fati - lateinisch für "Liebe zum Schicksal" - ist die Umarmung des Schicksals und die Positivität, die eine solche Denkweise in das Leben bringen kann. Die aus dem Stoizismus stammende Idee wurde später von Friederich Nietzsche adaptiert und erstmals in seinem Buch "Die fröhliche Wissenschaft" ausformuliert.
Das Schicksal kann als das angesehen werden, was wir nicht kontrollieren können. Nietzsche war der Ansicht, dass das Leben besser wäre, wenn wir Dinge akzeptieren würden, die sich unserer Kontrolle entziehen, statt uns über sie zu nerven oder frustriert zu sein.
Das Leben nie genau so ab, wie wir es erwarten, aber amor fati erlaubt uns, mit dem zufrieden zu sein, was passiert, was auch immer das sein mag. Nietzsche kommentiert, wie wir jeden Moment, ob gut oder schlecht, annehmen sollten - und die schlechten Seiten nicht nur ertragen, sondern wirklich lieben sollten.
Ein praktisches Beispiel für Amor Fati liefert uns Thomas Edison. Sein Umgang mit der Feuerkatastrophe, welche seine Unternehmung und Wirkstätte in West Orange/New Jersey - sie galt zu Beginn des 20. Jahrhunderts als das weltweite Nervenzentrums des Fortschritts - am 9. Dezember 1914 fast komplett zerstörte, ist mehr als beeindruckend.
31 Minuten
In diesem Podcast erzähle ich die Geschichte des polnischen Juden Harry Haft, basierend auf dem Buch "Harry Haft - Survivor of Auschwitz, Challenger of Rocky Marciano".
Als 14-Jähriger erlebte Harry Haft im September 1939 den Einmarsch der Deutschen in seiner polnischen Heimatstadt Belchatow Kurz darauf wurde er unter ganz besonderen Umständen noch vor seinem 16. Geburtstag in ein Arbeitslager und danach nach Auschwitz deportiert. Im Aussenlager Jawornzo wird er durch einen hochrangigen SS-Offizier zu Boxer gemacht. Jeden Sonntag muss Haft nun vor johlenden Mitgliedern der SS im KZ Boxkämpfe gegen andere Juden bestreiten. Hafts Gegner sind ausgemergelte halbtote Menschen, die Haft möglichst langsam zur Gaudi der Deutschen zu Tode schlagen muss.
Haft bleibt nichts erspart, als ihm auf einem Todesmarsch die Flucht gelingt, versteckt er sich im Wald. Als er auf Menschen trifft, ermordet er diese, ohne Rücksicht. Wenn wunderst, nach alledem was Haft in seinen jungen Jahren bereits durchgemacht hatte. In der Folge wird er zum unfreiwilligen Bordellbesitzer, gewinnt die jüdischen Boxmeisterschaften in München und wandert 1948 in die USA aus.
Seinen Unterhalt versucht er in Amerika als Profiboxer zu bestreiten. Es dauert nicht lange, dass er mit der Mafia, welche den Boxsport kontrollierte, in Kontakt kommt. 1949 steigt Harry Haft sogar gegen die Boxlegende Rocky Marciano in den Ring.
Getrieben wurde der jüdische Boxer stets durch die Suche nach seiner verschollenen Liebe, welche er viele Jahre später tatsächlich wieder findet. Aber auch dieses Wiedersehen ist getrübt von brutaler Tragik. Man hat den Eindruck, dass das Drehbuch für das Leben von Harry Haft durch den Teufel persönlich geschrieben wurde.
Als 14-Jähriger erlebte Harry Haft im September 1939 den Einmarsch der Deutschen in seiner polnischen Heimatstadt Belchatow Kurz darauf wurde er unter ganz besonderen Umständen noch vor seinem 16. Geburtstag in ein Arbeitslager und danach nach Auschwitz deportiert. Im Aussenlager Jawornzo wird er durch einen hochrangigen SS-Offizier zu Boxer gemacht. Jeden Sonntag muss Haft nun vor johlenden Mitgliedern der SS im KZ Boxkämpfe gegen andere Juden bestreiten. Hafts Gegner sind ausgemergelte halbtote Menschen, die Haft möglichst langsam zur Gaudi der Deutschen zu Tode schlagen muss.
Haft bleibt nichts erspart, als ihm auf einem Todesmarsch die Flucht gelingt, versteckt er sich im Wald. Als er auf Menschen trifft, ermordet er diese, ohne Rücksicht. Wenn wunderst, nach alledem was Haft in seinen jungen Jahren bereits durchgemacht hatte. In der Folge wird er zum unfreiwilligen Bordellbesitzer, gewinnt die jüdischen Boxmeisterschaften in München und wandert 1948 in die USA aus.
Seinen Unterhalt versucht er in Amerika als Profiboxer zu bestreiten. Es dauert nicht lange, dass er mit der Mafia, welche den Boxsport kontrollierte, in Kontakt kommt. 1949 steigt Harry Haft sogar gegen die Boxlegende Rocky Marciano in den Ring.
Getrieben wurde der jüdische Boxer stets durch die Suche nach seiner verschollenen Liebe, welche er viele Jahre später tatsächlich wieder findet. Aber auch dieses Wiedersehen ist getrübt von brutaler Tragik. Man hat den Eindruck, dass das Drehbuch für das Leben von Harry Haft durch den Teufel persönlich geschrieben wurde.
18 Minuten
Obwohl die heutige Zeit, mit ihren, durch die Pandemie bedingten Einschränkungen, zugegebenermassen etwas mühsam ist, sollte dies kein Grund sein frustriert zu sein. Mit Hilfe von Friedrich Nietzsche, Baruch Spinoza und Chuck Pahlaniuk können wir diese Zeit nutzen, um den Philosophen in uns zu wecken.
In chaotischen Zeiten suchen die Menschen nach einer Laterne, einem Leuchtturm oder einem Kompass als Führungshilfe. Man schaut zu den Politikern, doch dort findet man eigentlich schon seit vielen Jahren nicht viel erleuchtendes und in der heutigen Situation scheint es, dass die meisten genauso ratlos und verwirrt sind wie wir. Aber vielleicht liegt das Licht, welches uns in düsteren Zeiten helfen kann, viel näher als wir meinen: Nämlichen in uns selbst!
Nietzsche, Spinoza und Pahlaniuk zeigen auf, dass Fortschritt nicht in der lauwarmen, bequemen Normalität entsteht, sondern im Chaos. Und statt in Selbstmitleid zu verfallen, sollten wir nach Vervollkommnung streben, egal wie misslich die Umstände sind. Statt über den Tod, sollen wir uns über das Leben nachdenken. Alle drei Denker rufen dazu auf, den Mut zu haben, unsere Gegenwart, unser Tun, die Gesellschaft, die Politik und somit das Leben zu hinterfragen und zu verstehen, statt einfach der Mehrheit alles nachzuplappern.
In chaotischen Zeiten suchen die Menschen nach einer Laterne, einem Leuchtturm oder einem Kompass als Führungshilfe. Man schaut zu den Politikern, doch dort findet man eigentlich schon seit vielen Jahren nicht viel erleuchtendes und in der heutigen Situation scheint es, dass die meisten genauso ratlos und verwirrt sind wie wir. Aber vielleicht liegt das Licht, welches uns in düsteren Zeiten helfen kann, viel näher als wir meinen: Nämlichen in uns selbst!
Nietzsche, Spinoza und Pahlaniuk zeigen auf, dass Fortschritt nicht in der lauwarmen, bequemen Normalität entsteht, sondern im Chaos. Und statt in Selbstmitleid zu verfallen, sollten wir nach Vervollkommnung streben, egal wie misslich die Umstände sind. Statt über den Tod, sollen wir uns über das Leben nachdenken. Alle drei Denker rufen dazu auf, den Mut zu haben, unsere Gegenwart, unser Tun, die Gesellschaft, die Politik und somit das Leben zu hinterfragen und zu verstehen, statt einfach der Mehrheit alles nachzuplappern.
23 Minuten
Das Reich des persischen Herrschers Kyros umfasste vor 2'500 Jahren die halbe Erde. Und obwohl seine Herrschaft bereits so lange zurückliegt, sind seine Führungsgrundsätze und sein Führungsstil fortschrittlicher, als dies bei den meisten heutigen Führungspersonen der Fall ist. Kyros war ein Staatsmann, wie man sie heute vergeblich sucht: Menschlich, grossmütig, intelligent sowie strategisch und taktisch brillant.
Den Führungsstil des grossen Persers sollten sich auch heutigen Manager, Politiker, Militäroffiziere und andere Führungskräfte näher zum Vorbild nehmen. In dieser Folge werden die sechs folgenden Führungsmerkmale von Kyros des Grossen behandelt:
- Der Chef trägt die alleinige Verantwortung.
- Überzeugen statt zwingen.
- Die Wichtigkeit der Selbsterkenntnis.
- Standesdünkel bringt Schaden.
- Die Stärke der Vielfalt (Diversity)
- Grosszügigkeit
Den Führungsstil des grossen Persers sollten sich auch heutigen Manager, Politiker, Militäroffiziere und andere Führungskräfte näher zum Vorbild nehmen. In dieser Folge werden die sechs folgenden Führungsmerkmale von Kyros des Grossen behandelt:
- Der Chef trägt die alleinige Verantwortung.
- Überzeugen statt zwingen.
- Die Wichtigkeit der Selbsterkenntnis.
- Standesdünkel bringt Schaden.
- Die Stärke der Vielfalt (Diversity)
- Grosszügigkeit