hr2 Camino - Religionen auf dem Weg Archiv
100 Episoden
26 Minuten
Manche Menschen werden in einen Glauben hineingeboren. Sie fühlen sich aber manchmal als Heranwachsende oder Erwachsene nicht mehr darin wohl. Andere wachsen unreligiös auf und suchen sich später einen Glauben, der ihnen entspricht. Gemeinsam ist ihnen die Suchbewegung nach einer religiösen oder spirituellen Heimat. In unserer Sendung Camino begleitet Uwe Birnstein drei Menschen, die eine religiöse Beheimatung gesucht - und gefunden haben: in Gott, in der Natur - oder im Alltag.
26 Minuten
Pontius Pilatus - eine legendenumwobene Randfigur der Passionsgesichte - ist wohl eher eine Symbolfigur für Entscheidungsschwäche. Wer war der Mann, der Jesus kreuzigen ließ? Henker oder Heiliger? Feigling oder Machtmensch. Alle historischen Quellen, auch die biblischen, färben Pilatus für ihre Absichten ein: Als Schwächling, als Schurke und als Bewunderer Jesu? Ein Porträt des Menschen Pontius Pilatus von Andreas Malessa.
29 Minuten
Die 1914 in den Niederlanden geborene Jüdin Etty Hillesum wurde 1943 in Auschwitz ermordet. In ihren Tagebüchern umkreist sie angesichts der Shoah den Umgang mit existentiellen Gefühlen wie Hass und Liebe, Verzweiflung und Hoffnung. Sie findet ihre Mitte in der Beziehung zum Göttlichen und erkennt ihre eigentliche Berufung: den jüdischen Mitmenschen in mörderischen Zeiten seelisch und praktisch beizustehen. „Ich kann keinen Menschen hassen“ - unter diesem Titel zeichnet Burkhard Reinartz den Lebensweg der Etty Hillesum anhand ihrer Tagebücher nach.
25 Minuten
Mehr als 500.000 Schülerinnen und Schüler besuchen in Deutschland kirchliche Privatschulen. Der Run auf Privatschulen in Trägerschaft religiöser Gemeinschaften, wie die evangelische Grundschule in Oberissigheim bei Hanau oder das katholische Gymnasium in Königstein im Taunus, ist ungebremst. Auch bei Eltern, die wenig mit Kirche zu tun haben. Trotzdem sind etliche dieser Schulen von einer Schließung bedroht. Einerseits, weil den Kirchen das Geld fehlt - andererseits fragen sich Kirchenleitungen, ob es sich noch lohnt, Schulen zu betreiben, wenn weniger als die Hälfte der Schülerschaft Mitglied einer Kirche ist. Mit diesem Thema hat sich Michael Hollenbach in Camino auseinandergesetzt.
26 Minuten
Hier die Guten - da die Bösen; hier Gott - da der Teufel. Im religiösen und politischen Bereich tummeln sich allerlei Schwarz-Weiß-Demagogen und -Prediger. Ihre Verheißung: Einfache Antworten machen das Leben erträglicher. Stimmt das? Uwe Birnstein erkundet in Camino die Faszination des Schwarz-Weiß-Denkens.
26 Minuten
Es gibt sie als Bild oder Symbol in vielen christlichen Kirchen, aber meist ist sie gut versteckt: die Figur des "Grünen Mannes". In der christlichen Kunstgeschichte wurde sie meist ignoriert. Sie gilt als Spielerei früher Kirchenbauer ohne tieferen Sinn. Sie steht jedoch für eine tiefe spirituelle Verbindung mit der Natur. In Camino stellt Geseko von Lüpke die Frage: Brauchen wir angesichts von Klimakrise und Naturzerstörung eher mehr "Grüne Männer"?
24 Minuten
Im Januar ist der Benediktinerpater Anselm Grün 80 Jahre alt geworden. Er ist der erfolgreichste spirituelle Autor in Deutschland. In seinen Büchern und Vorträgen gibt er Lebenshilfe und zeigt Verständnis für sehr unterschiedliche Wege der Sinn-Suche. Er ist überzeugt: Auch in religionsferner Zeit suchen Menschen nach einer Verbindung zu Sinn und Transzendenz. Irene Dänzer-Vanotti blickt auf Anselm Grüns erstaunlichen Lebensweg.
27 Minuten
Jedes Jahr sterben in Deutschland rund eine Millionen Menschen, nahezu die Hälfte von ihnen in Krankenhäusern. In den letzten Jahren hat das Bewusstsein für den Bedarf an spiritueller Begleitung Sterbender deutlich zugenommen. Heute wird anerkannt, dass Pflegende, die im Krankenhaus, in Pflege- oder Tageseinrichtungen sensibel auf spirituelle Fragen eingehen, einen wertvollen Beitrag zur Behandlung leisten. Die Weltgesundheitsorganisation hat im Jahr 2002 den Begriff „Spiritual Care“ in ihre Definition der Palliativversorgung aufgenommen. Sie betont, dass eine ganzheitliche Betreuung die Spiritualität des Menschen einbeziehen muss. Auch im Krankenhaus sollen Trauer, Leid und Abschiednehmen als wichtige Elemente des Lebens anerkannt werden. Andreas Boueke hat sich mit eigenen Erfahrungen in diesem Bereich für die Sendung Camino mit dem Thema auseinandergesetzt.
25 Minuten
Das Thomasevangelium: 114 Jesus-Worte. Manche sehr knapp, andere rätselhaft. Manche klingen wie spirituelle Anweisungen, und es gibt Dialoge. Etwa die Hälfte davon hat parallele Überlieferungen in den Evangelien der Bibel. Als Autor dieses apokryphen (nichtbiblischen) Evangeliums wird der Jünger Thomas angegeben. Viele Wissenschaftler meinen, in diesem Text sehr nahe an ursprüngliche Jesusworte heranzukommen. Trotzdem wurde er nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen. Die Theologen der ersten Jahrhunderte kannten den Text und haben immer wieder auf ihn Bezug genommen. Danach galt er Jahrhunderte als verschollen. Erst 1945 wurde er vollständig wiederentdeckt. Seither ist das Thomasevangelium für viele christliche Kreise, Theologen und spirituell Interessierte eine ganz eigene Inspirationsquelle. Matthias Morgenroth hat sich für Camino mit dem Thema auseinandergesetzt.
26 Minuten
In Westeuropa scheint die Frage nach Gott auffallend selten geworden zu sein. Wer das Wort in den Mund nimmt, wirkt wie ein Exot oder läuft Gefahr, als Fundamentalist abgestempelt zu werden. Vielfach löst die Gottesfrage Fremdheit und Achselzucken aus. Womöglich sind aber Sprachlosigkeit, Zweifel und Unsicherheit gute Begleiter, um sich der mystischen Gotteslehre heute neu anzunähern? In seinem Buch „Grenzgänge“ umkreist der Theologe und Psychologe Stefan Seidel in Gesprächen mit Künstlerinnen, Literaten und kreativen Theologen das “Gottsuchen”. Georg Magirius fragt in der Sendung Camino, was es bedeuten könnte, dass die Sehnsucht nach Segen und einem liebevollen „Angesehen werden“ wieder wächst.
26 Minuten
Beginen waren im Mittelalter selbstständige Frauen, die in Beginenkonventen oder Beginenhöfen in großen oder kleinen Gemeinschaften lebten. Jenseits der Klöster und Ordensgemeinschaften richteten sie ihr Leben am Armuts- und Bußideal in der Nachfolge Jesu Christi aus. Sie verrichteten vor allem karitative Tätigkeiten für Kranke, Arme und Sterbende. Im 16. Jahrhundert bekämpften Kirchen und Zünfte die Beginen und sie gerieten in Vergessenheit. Erst in den 1970er Jahren wurden sie von Frauen wiederentdeckt und neu interpretiert. Heute knüpfen Frauen erneut an die Tradition der Beginen an und bilden unabhängige Lebensgemeinschaften.
25 Minuten
Afrika ist ein Kontinent mit sehr unterschiedlichen Kulturen und wirtschaftlichen Entwicklungsstufen. In der Öffentlichkeit wird der Erdteil meist als unterentwickelte „Notregion“ wahrgenommen, krisengeschüttelt und ohne wirkliche Zukunftschancen. Nun aber zeigen sich in vielen Ländern Afrikas engagierte Vordenkerinnen und Vordenker, die eine andere Zukunft Afrikas skizzieren: Sie betonen das kreative Potential der Diversität Afrikas, seine multikulturelle Vielfalt und das ungenutzte Potential der Frauen. Diese neue Denkweise zwischen Tradition und Moderne beschreibt Geseko von Lüpke in der Sendung „Camino“.
26 Minuten
Begonnen hat alles mit einem Schuttabladeplatz: Am Rande der nordhessischen Stadt Spangenberg entstand ein Berg aus Bauschutt, der sogenannte „Himmelsfels“. Er soll zu einem „Berg der Hoffnung“ werden. Dazu hat der ehemalige Besitzer des Geländes junge Christinnen und Christen eingeladen, um einen Ort für internationale christliche Begegnungsarbeit entstehen zu lassen. In dieser ökumenischen Lebensgemeinschaft gibt es unter anderem ein Camp mit vielen bunten Bauwagen, eine Kirche und eine Akademie, in der Erzieherinnen und Erzieher ausgebildet werden. Michael Hollenbach zeigt in Camino, wie auf dem „Himmelsfels“ in Spangenberg ökumenische Gastfreundschaft gelebt wird.
25 Minuten
Die jüdische Geschichte Polens reicht bis ins erste Jahrtausend zurück. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit blühte das jüdische Leben im polnischen Königreich. Vor dem Zweiten Weltkrieg stellten Juden etwa zehn Prozent der polnischen Bevölkerung. Der Holocaust löschte dieses Leben fast vollständig aus. Wie sich nach dem Krieg und der kommunistischen Ära das jüdische Leben in Polen neu entwickelt hat, besonders in Warschau, das beschreibt jetzt Martin Sander in der Sendung “Camino”.
26 Minuten
Gegen den Trend einer egoistischer werdenden Gesellschaft entdeckt die Wissenschaft eine klassische Tugend wieder: die Dankbarkeit. Gemeint ist nicht die Höflichkeitsform des „Bitte und Danke“ im alltäglichen Miteinander, und auch nicht das Tauschgeschäft von Geben und Nehmen. Gemeint ist, den Blick zu schärfen für das Gute, das uns täglich geschieht. Es geht darum, nicht bei den Defiziten hängen zu bleiben. Rita Homfeldt fragt in Camino, wie der Perspektivwechsel gelingen kann und was die Haltung der Dankbarkeit in unserem Leben verändert.