zwei nach zwölf. Gespräch über Gott und die Welt Archiv
32 Episoden
1 Stunde
„Von der Ruhrtriennale bis zur documenta fifteen, vom Jüdischen Museum in Berlin bis zum Ökohaus in Frankfurt – jedes Mal melden sich dieselben Leute mit denselben Argumenten zu Wort. Während das eine Lager sich den Kampf gegen Antisemitismus auf die Fahne schreibt, behauptet die Gegenseite, Meinungsfreiheit und Menschenrechte zu verteidigen.“
Meron Mendel, Über Israel reden. Eine deutsche Debatte, Köln 2023, 78
„Wird es jemals möglich sein, hier in Deutschland eine sachliche Debatte über Israel zu führen?“ – fragt Meron Mendel zum Schluss seines Buches „Über Israel reden. Eine deutsche Debatte, Köln 2023“. Ja, es wird möglich sein, aber eben nur, wenn wir endlich lernen, das Lagerdenken zu überwinden und Widersprüche in unseren und fremden Positionen auszuhalten und ein wirkliches Interesse an der Lösung von realen Konflikten im Nahen Osten zu haben.
Was dies konkret heißt, analysiert Meron Mendel u.a. am Streit um den BDS, dem Verhältnis von Antisemitismus und Postkolonialismus (z.B. Achille Mbembe), dem Verhältnis der europäischen Linken zu Israel und dem Zweiten Historikerstreit. Wer besser verstanden hat, wie der deutsche Blick auf Israel entstanden ist, darf sich nicht damit begnügen, nur auf der richtigen Seite der Geschichte stehen zu wollen. Das ist nur eine wichtige Einsicht, die man aus diesem Buch ziehen wird.
Meron Mendel ist Publizist, Historiker, Pädagoge. Er ist Professor für Soziale Arbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences und Direktor der Bildungsstätte Anne Frank.
Meron Mendel, Über Israel reden. Eine deutsche Debatte, Köln 2023, 78
„Wird es jemals möglich sein, hier in Deutschland eine sachliche Debatte über Israel zu führen?“ – fragt Meron Mendel zum Schluss seines Buches „Über Israel reden. Eine deutsche Debatte, Köln 2023“. Ja, es wird möglich sein, aber eben nur, wenn wir endlich lernen, das Lagerdenken zu überwinden und Widersprüche in unseren und fremden Positionen auszuhalten und ein wirkliches Interesse an der Lösung von realen Konflikten im Nahen Osten zu haben.
Was dies konkret heißt, analysiert Meron Mendel u.a. am Streit um den BDS, dem Verhältnis von Antisemitismus und Postkolonialismus (z.B. Achille Mbembe), dem Verhältnis der europäischen Linken zu Israel und dem Zweiten Historikerstreit. Wer besser verstanden hat, wie der deutsche Blick auf Israel entstanden ist, darf sich nicht damit begnügen, nur auf der richtigen Seite der Geschichte stehen zu wollen. Das ist nur eine wichtige Einsicht, die man aus diesem Buch ziehen wird.
Meron Mendel ist Publizist, Historiker, Pädagoge. Er ist Professor für Soziale Arbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences und Direktor der Bildungsstätte Anne Frank.
50 Minuten
„Wir verstärken (…) den Bereich Religion und Außenpolitik.”
Koalitionsvertrag
Religionen sind ebenso ein politischer Konflikt- wie ein Friedensfaktor, woraus unschwer folgt, dass Außenpolitik auf religiöse Expertise nicht verzichten kann. Auf welchem Weg sichert sich die Außenpolitik dieser Expertise? Sind sich die Religionen ihrer politischen Versöhnungskraft bewusst, und wie realisiert sich diese in internationalen Beziehungen? Wie lässt sich die Aufmerksamkeit für dieses Feld verstetigen? Über diese Fragen spreche ich mit Nikodemus Schnabel, dem neuen Abt der Dormition Abbey in Jerusalem. Dass wir auch über die politische und religiöse Lage in Israel sprechen werden, versteht sich von selbst. Von Oktober 2018 bis Oktober 2019 war Schnabel als Berater in dem damals geschaffenen Referat „Religion und Außenpolitik“ im Auswärtigen Amt in Berlin tätig.
Nikodemus Schnabel ist Abt der Benediktinerabtei Dormitio in Jerusalem und Direktor des Jerusalemer Instituts der Görres Gesellschaft (JIGG). In seinem Podcast „Wie mir der Schnabel gewachsen ist“ spricht er über seinen Glauben und sein Leben in Jerusalem.
Koalitionsvertrag
Religionen sind ebenso ein politischer Konflikt- wie ein Friedensfaktor, woraus unschwer folgt, dass Außenpolitik auf religiöse Expertise nicht verzichten kann. Auf welchem Weg sichert sich die Außenpolitik dieser Expertise? Sind sich die Religionen ihrer politischen Versöhnungskraft bewusst, und wie realisiert sich diese in internationalen Beziehungen? Wie lässt sich die Aufmerksamkeit für dieses Feld verstetigen? Über diese Fragen spreche ich mit Nikodemus Schnabel, dem neuen Abt der Dormition Abbey in Jerusalem. Dass wir auch über die politische und religiöse Lage in Israel sprechen werden, versteht sich von selbst. Von Oktober 2018 bis Oktober 2019 war Schnabel als Berater in dem damals geschaffenen Referat „Religion und Außenpolitik“ im Auswärtigen Amt in Berlin tätig.
Nikodemus Schnabel ist Abt der Benediktinerabtei Dormitio in Jerusalem und Direktor des Jerusalemer Instituts der Görres Gesellschaft (JIGG). In seinem Podcast „Wie mir der Schnabel gewachsen ist“ spricht er über seinen Glauben und sein Leben in Jerusalem.
44 Minuten
Ob in den Irak 2021 oder wie jüngst in den Südsudan und in den Kongo – über die Apostolischen Reisen von Papst Franziskus wird ausführlich und bildkräftig in den Medien berichtet. Kaum einer aber weiß, was sie wirklich bewirken. Vielen gelten Papstreisen als bloße Symbolpolitik, aber genau das ist ein Irrtum. Mit dem langjährigen Chefredakteur der KNA Ludwig Ring-Eifel (Rom) spricht Joachim Hake über die realen Wirkungen der Friedensreisen des Papstes, über vatikanische Diplomatie und über die Pflege internationaler Beziehungen, die aus der Kraft der Religionen lebt. Ludwig Ring-Eifel war von 2005 bis 2022 Chefredakteur der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Seit 2022 ist er Leiter des Centrum Informationis Catholicum (CIC) in Rom.
50 Minuten
Joachim Hake im Gespräch mit Sebastian Kleinschmidt.
Ein apokalyptischer Ton durchzieht die Gegenwart. Spiritualität, insbesondere wenn sie auf Hoffnung setzt, muss sich dem Verdacht der Weltfremdheit stellen. Aber warum Religion nicht als bereichernde Vorstellung annehmen, als metaphysisches Imaginarium? Narrativ durchmisst Sebastian Kleinschmidt die Annahme, dass Gott und die Erlösung möglich sind, und gibt der Hoffnung eine neue Heimat. Sebastian Kleinschmidt, Herausgeber und Essayist, Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland, geboren 1948 in Schwerin. Er studierte Philosophie und Ästhetik und war von 1991 bis 2013 Chefredakteur der Zeitschrift Sinn und Form. Bei Matthes & Seitz Berlin veröffentlichte er die Essaybände "Gegenüberglück" (2008) und "Spiegelungen" (2018). Im Claudius-Verlag erschien 2022 sein neues Buch "Kleine Theologie des Als ob".
Keywords:
Theologie, Gott, Glaube, Wissen, Wissenschaft, Dom, Liebe, Erbsünde, Gottesflucht, Atheismus, Metapher, Metaphernsturm, Schwerin, DDR, Lutz Seiler, Christian Lehnert
Ein apokalyptischer Ton durchzieht die Gegenwart. Spiritualität, insbesondere wenn sie auf Hoffnung setzt, muss sich dem Verdacht der Weltfremdheit stellen. Aber warum Religion nicht als bereichernde Vorstellung annehmen, als metaphysisches Imaginarium? Narrativ durchmisst Sebastian Kleinschmidt die Annahme, dass Gott und die Erlösung möglich sind, und gibt der Hoffnung eine neue Heimat. Sebastian Kleinschmidt, Herausgeber und Essayist, Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland, geboren 1948 in Schwerin. Er studierte Philosophie und Ästhetik und war von 1991 bis 2013 Chefredakteur der Zeitschrift Sinn und Form. Bei Matthes & Seitz Berlin veröffentlichte er die Essaybände "Gegenüberglück" (2008) und "Spiegelungen" (2018). Im Claudius-Verlag erschien 2022 sein neues Buch "Kleine Theologie des Als ob".
Keywords:
Theologie, Gott, Glaube, Wissen, Wissenschaft, Dom, Liebe, Erbsünde, Gottesflucht, Atheismus, Metapher, Metaphernsturm, Schwerin, DDR, Lutz Seiler, Christian Lehnert
55 Minuten
„Italien ist“ – so der italienische Politikwissenschaftler Angelo Bolaffi – „eher eine Gemeinschaft von konservativen Anarcho-Individualisten. Italiener kümmern sich um ihre eigenen familiären und geschäftlichen Interessen.“ Nun wurde in Italien die Postfaschistin Giorgia Meloni (Fratelli d ‘Italia) zur ersten Ministerpräsidentin gewählt.
Angelo Bolaffi ist einer der besten Kenner deutscher Politik in Italien. Mit ihm spreche ich über die aktuelle Situation in Italien: Welche Bedeutung hat der Postfaschismus in Italien? Wie steht es um die politischen Eliten, die Parteienlandschaft und die Verwaltung? Wie wird sich das deutsch-italienische Verhältnis entwickeln und mit welchen Folgen für Europa?
Keywords:
Italien, Deutschland, Politik, Geschichte, Gegenwart, Zukunft, Gesellschaft, Faschismus, Postfaschismus, Rechtspopulismus
Angelo Bolaffi ist einer der besten Kenner deutscher Politik in Italien. Mit ihm spreche ich über die aktuelle Situation in Italien: Welche Bedeutung hat der Postfaschismus in Italien? Wie steht es um die politischen Eliten, die Parteienlandschaft und die Verwaltung? Wie wird sich das deutsch-italienische Verhältnis entwickeln und mit welchen Folgen für Europa?
Keywords:
Italien, Deutschland, Politik, Geschichte, Gegenwart, Zukunft, Gesellschaft, Faschismus, Postfaschismus, Rechtspopulismus
56 Minuten
Gespräch vom 14.12.2022
Flüchtlingspolitik in Europa ist – so Gerald Knaus – eine Politik der Gewalt. Hier Tote im Mittelmeer, Misshandlungen durch Staatsorgane und Pushbacks, dort Menschen, die (wie bei der russischen Invasion der Ukraine oder im Syrienkrieg) als politische Waffe instrumentalisiert werden, um die Angst vor einer „unkontrollierten Massenmigration“ zu schüren. Joachim Hake spricht mit seinem Gast darüber, ob angesichts dieser Gewaltsituation eine überzeugende und umsetzbare Strategie humaner Grenzkontrolle möglich ist.
Gerald Knaus ist Gründungsdirektor der Denkfabrik European Stability Initiative (ESI) und Gründungsmitglied des European Council on Foreign Relations. Letzte Veröffentlichungen: "Wir und die Flüchtlinge" (Brandstätter Verlag, 2022) und "Welche Grenzen brauchen wir?" (Piper-Verlag, 2020).
Keywords:
Politik, Migration, irreguläre Migration, Flüchtlinge, Geflüchtete, Menschenrechte, Grenzen, Frontex, Pushbacks, ONHCR, Resettlement, Europäische Union (EU), Victor Orban, Sebastian Kurz, Syrien, Griechenland, Kanada, Österreich, Deutschland
Flüchtlingspolitik in Europa ist – so Gerald Knaus – eine Politik der Gewalt. Hier Tote im Mittelmeer, Misshandlungen durch Staatsorgane und Pushbacks, dort Menschen, die (wie bei der russischen Invasion der Ukraine oder im Syrienkrieg) als politische Waffe instrumentalisiert werden, um die Angst vor einer „unkontrollierten Massenmigration“ zu schüren. Joachim Hake spricht mit seinem Gast darüber, ob angesichts dieser Gewaltsituation eine überzeugende und umsetzbare Strategie humaner Grenzkontrolle möglich ist.
Gerald Knaus ist Gründungsdirektor der Denkfabrik European Stability Initiative (ESI) und Gründungsmitglied des European Council on Foreign Relations. Letzte Veröffentlichungen: "Wir und die Flüchtlinge" (Brandstätter Verlag, 2022) und "Welche Grenzen brauchen wir?" (Piper-Verlag, 2020).
Keywords:
Politik, Migration, irreguläre Migration, Flüchtlinge, Geflüchtete, Menschenrechte, Grenzen, Frontex, Pushbacks, ONHCR, Resettlement, Europäische Union (EU), Victor Orban, Sebastian Kurz, Syrien, Griechenland, Kanada, Österreich, Deutschland
55 Minuten
Verwüstung geistiger Vielfalt, emotionale und geistige Verwahrlosung sind die Klimafolgen der digitalen Transformation und lassen den Sinn für das Heilige erodieren. Die Würde des Menschen wie das Heilige sind gleichermaßen bedroht und fordern ein radikales Umdenken – so die These von Johannes Hoff in seinem ebenso streitbaren wie gelehrten Buch „Verteidigung des Heiligen. Anthropologie der digitalen Transformation“, Herder 2022.
Mit Johannes Hoff spreche ich über holistische Theologie und Spiritualität und über die (fatalen) Dualismen der Moderne im Zuge ihrer Konzepte von Wissenschaft, Rationalität und geistiger Autonomie. Und wir sprechen über die Not von Wahrnehmung und Erinnerung und vor allem über die Frage: Welche geistigen Haltungen und spirituelle Selbsttechnologien können uns helfen, das Heilige zu verteidigen?
Prof. Dr. Johannes Hoff ist nach Lehr- und Forschungstätigkeit in Tübingen und ordentlichen Professuren in London und Wales seit 2020 Professor für Dogmatik an der Universität Innsbruck, außerdem Honorarprofessor an der University of Durham und Senior Research Associate an der University of Cambridge.
Mit Johannes Hoff spreche ich über holistische Theologie und Spiritualität und über die (fatalen) Dualismen der Moderne im Zuge ihrer Konzepte von Wissenschaft, Rationalität und geistiger Autonomie. Und wir sprechen über die Not von Wahrnehmung und Erinnerung und vor allem über die Frage: Welche geistigen Haltungen und spirituelle Selbsttechnologien können uns helfen, das Heilige zu verteidigen?
Prof. Dr. Johannes Hoff ist nach Lehr- und Forschungstätigkeit in Tübingen und ordentlichen Professuren in London und Wales seit 2020 Professor für Dogmatik an der Universität Innsbruck, außerdem Honorarprofessor an der University of Durham und Senior Research Associate an der University of Cambridge.
48 Minuten
Felicitas Hoppe ist als drittes von fünf Kindern schlesischer Flüchtlinge in der katholischen Diaspora Niedersachsens aufgewachsen. Das Katholische prägt ihre Literatur, aber als katholische Schriftstellerin möchte sie sich nicht bezeichnen. Mit ihr spreche ich über ihren – wie sie einmal schreibt – „vermutlich leichtfertigen, also ziemlich katholischen“ Umgang mit Literatur und Religion, über die katholische Welt der Liturgie, über Schutzpatrone und Heilige, über das „Ohr Gottes“, den Balken im eigenen Auge, die Plätze am runden Tisch des Abendmahls und das Jüngste Gericht.
Und über Träume, denn sie stammt aus einer Familie „von schlesischen Vielrednern auf der Flucht, die auch ihre Träume einander nicht vorenthielten.“ Wobei sich die dringende Frage stellt, von was für einem Katholizismus wir heute eigentlich träumen?
Felicitas Hoppe lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. Seit 1996 veröffentlicht sie Erzählungen, Romane, Kinderbücher und Feuilletons; sie ist auch als Übersetzerin tätig. Sie ist Trägerin des Georg-Büchner-Preises und Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Zuletzt erhielt sie ein Ehrendoktorat der Leuphana Universität Lüneburg. Veröffentlichungen u.a.: Die Nibelungen. Ein deutscher Stummfilm (2021, S. Fischer-Verlag); Fährmann, hol über! Oder wie man das Johannesevangelium pfeift. Mit einem Essay von Thomas Brose erscheint (2021, Herder-Verlag) und Fieber 17 (2021, Dörlemann Verlag).
Tags:
Katholizismus, ökumenisch, Bad Pyrmont, Krise, Kirche, Glaube, Religion, Schlesien, Literatur, Vertrauen
Und über Träume, denn sie stammt aus einer Familie „von schlesischen Vielrednern auf der Flucht, die auch ihre Träume einander nicht vorenthielten.“ Wobei sich die dringende Frage stellt, von was für einem Katholizismus wir heute eigentlich träumen?
Felicitas Hoppe lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. Seit 1996 veröffentlicht sie Erzählungen, Romane, Kinderbücher und Feuilletons; sie ist auch als Übersetzerin tätig. Sie ist Trägerin des Georg-Büchner-Preises und Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Zuletzt erhielt sie ein Ehrendoktorat der Leuphana Universität Lüneburg. Veröffentlichungen u.a.: Die Nibelungen. Ein deutscher Stummfilm (2021, S. Fischer-Verlag); Fährmann, hol über! Oder wie man das Johannesevangelium pfeift. Mit einem Essay von Thomas Brose erscheint (2021, Herder-Verlag) und Fieber 17 (2021, Dörlemann Verlag).
Tags:
Katholizismus, ökumenisch, Bad Pyrmont, Krise, Kirche, Glaube, Religion, Schlesien, Literatur, Vertrauen
53 Minuten
Wie kann ich katholisch und gleichzeitig modern sein? Diese Frage wurde nicht erst im Zweiten Vatikanischen Konzil gestellt, sondern in der Katholischen Aufklärung des 18. Jahrhunderts. Der Rückzug der katholischen Kirche in ein intellektuelles Ghetto nach den Erfahrungen der Französischen Revolution und die anschließende Abwehrstellung der Kirche gegen die Moderne hat die Katholische Aufklärung vergessen lassen.
Mit seinem Gast Ulrich Lehner spricht Joachim Hake ich über die vergessene Geschichte der reformfreudigen Katholiken des 18. Jahrhunderts in Nord- und Südamerika, Europa und Asien, die gegen Aberglauben kämpften und für die Ideale von Demokratie, Gleichheit der Geschlechter und den Wert der Naturwissenschaften einstanden.
Die Katholische Aufklärung tanzte auf „vielen Hochzeiten“, aber nach Lehner macht dies gerade den Ernst und Reiz dieses Jahrhunderts aus, denn die Kirche war immer dann am kreativsten „wenn sie sich offen einem eklektischen Dialog mit der Kultur ihrer Zeit stellte“. Was bedeutet dies für die heutige Reform der Kirche?
Prof. Dr. Ulrich L. Lehner ist spezialisiert auf Religionsgeschichte und Theologie der Frühen Neuzeit, der Aufklärung und des 19. Jahrhunderts. Er ist Inhaber des William K. Warren Lehrstuhls für Theologie an der US-amerikanischen Universität von Notre Dame und Verfasser zahlreicher Werke, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Veröffentlichung u.a. Die Katholische Aufklärung - Weltgeschichte einer Refombewegung, Schöningh-Verlag 2017 und Gott ist unbequem - Eine Herausforderung, Herder-Verlag 2019.
Mit seinem Gast Ulrich Lehner spricht Joachim Hake ich über die vergessene Geschichte der reformfreudigen Katholiken des 18. Jahrhunderts in Nord- und Südamerika, Europa und Asien, die gegen Aberglauben kämpften und für die Ideale von Demokratie, Gleichheit der Geschlechter und den Wert der Naturwissenschaften einstanden.
Die Katholische Aufklärung tanzte auf „vielen Hochzeiten“, aber nach Lehner macht dies gerade den Ernst und Reiz dieses Jahrhunderts aus, denn die Kirche war immer dann am kreativsten „wenn sie sich offen einem eklektischen Dialog mit der Kultur ihrer Zeit stellte“. Was bedeutet dies für die heutige Reform der Kirche?
Prof. Dr. Ulrich L. Lehner ist spezialisiert auf Religionsgeschichte und Theologie der Frühen Neuzeit, der Aufklärung und des 19. Jahrhunderts. Er ist Inhaber des William K. Warren Lehrstuhls für Theologie an der US-amerikanischen Universität von Notre Dame und Verfasser zahlreicher Werke, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Veröffentlichung u.a. Die Katholische Aufklärung - Weltgeschichte einer Refombewegung, Schöningh-Verlag 2017 und Gott ist unbequem - Eine Herausforderung, Herder-Verlag 2019.
57 Minuten
War das Christentum zu Beginn der Neuzeit in Fundamentalfeindschaft zerrissen und Grund schwerer Konflikte, nahm es im Verlauf des 30jährigen Krieges eine Wende zu Frieden und rechtlicher Anerkennung. Es ebnete damit dem pluralen Europa der Gegenwart den Weg.
Heinz Schilling nimmt uns mit auf eine eindrucksvolle Zeitreise von der Reformation bis in die beginnende Moderne. Er erzählt anhand zahlreicher Beispiele, wie aus der einen lateinischen Christenheit das multikonfessionelle Europa der Frühen Neuzeit hervorging. Er schildert die Machtkämpfe um das Verhältnis von Politik und Kirche und veranschaulicht, wie diese Konflikte die weltanschauliche Pluralität der Moderne hervorbringen – ein Prozess, der unsere Welt bis heute entscheidend prägt. Sein neues Werk ist eine fesselnde und der Öffentlichkeit weitgehend unbekannte Entstehungsgeschichte der modernen Welt aus den Wurzeln des Christentums, in der sich der Autor einmal mehr als ein Meister seines Fachs erweist.
Heinz Schilling ist em. Professor für Europäische Geschichte der frühen Neuzeit an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zuletzt publiziert: Das Christentum und die Entstehung des modernen Europa, Herder 2022, 1517 – Weltgeschichte eines Jahres, C.H. Beck Verlag 2017 (Italienische Übersetzung: Rovereto 2017) und Martin Luther. Rebell in einer Zeit des Umbruchs. Eine Biographie, C.H. Beck Verlag 2016 (4. Aufl. 2017).
Shownotes:
Das Christentum muss in die Welt wirken und sich in ihr bewähren.
Tags:
Katholische Kirche, Evangelische Kirche, Orthodoxie, Judentum, Pluralismus, Vielheit, Säkularisierung, Minderheiten, Konfession, Freiheit, Luther, Calvin, Moderne, Aufklärung, Reformation, Staatenbildung, Frühe Neuzeit, Mittelalter, Gegenwart, Religion und Politik, Krieg in der Ukraine, Migration, Migrationskirche, Synodaler Weg
Heinz Schilling nimmt uns mit auf eine eindrucksvolle Zeitreise von der Reformation bis in die beginnende Moderne. Er erzählt anhand zahlreicher Beispiele, wie aus der einen lateinischen Christenheit das multikonfessionelle Europa der Frühen Neuzeit hervorging. Er schildert die Machtkämpfe um das Verhältnis von Politik und Kirche und veranschaulicht, wie diese Konflikte die weltanschauliche Pluralität der Moderne hervorbringen – ein Prozess, der unsere Welt bis heute entscheidend prägt. Sein neues Werk ist eine fesselnde und der Öffentlichkeit weitgehend unbekannte Entstehungsgeschichte der modernen Welt aus den Wurzeln des Christentums, in der sich der Autor einmal mehr als ein Meister seines Fachs erweist.
Heinz Schilling ist em. Professor für Europäische Geschichte der frühen Neuzeit an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zuletzt publiziert: Das Christentum und die Entstehung des modernen Europa, Herder 2022, 1517 – Weltgeschichte eines Jahres, C.H. Beck Verlag 2017 (Italienische Übersetzung: Rovereto 2017) und Martin Luther. Rebell in einer Zeit des Umbruchs. Eine Biographie, C.H. Beck Verlag 2016 (4. Aufl. 2017).
Shownotes:
Das Christentum muss in die Welt wirken und sich in ihr bewähren.
Tags:
Katholische Kirche, Evangelische Kirche, Orthodoxie, Judentum, Pluralismus, Vielheit, Säkularisierung, Minderheiten, Konfession, Freiheit, Luther, Calvin, Moderne, Aufklärung, Reformation, Staatenbildung, Frühe Neuzeit, Mittelalter, Gegenwart, Religion und Politik, Krieg in der Ukraine, Migration, Migrationskirche, Synodaler Weg
55 Minuten
„Ich habe eine hohe Meinung von den Kirchen.“ Detlef Pollack
Die Bedeutung des Christentums in Deutschland geht zurück. Immer mehr Menschen fremdeln mit der Kirche, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit und über die Konfessionen hinweg. Die Coronakrise und vor allem der Missbrauchsskandal in der Katholischen Kirche lassen das Vertrauen in die Kirche weiter drastisch zurückgehen. Anlässlich der im März 2022 erscheinenden Neuauflage des Buches von Detlef Pollack und Gergely Rosta, Religion und Moderne (2015, 2022) spricht Joachim Hake mit dem Religionssoziologen Detlev Pollack über die (schwindende) Kraft der Kirchen im Horizont der Frage nach Religion und Moderne.
Detlef Pollack arbeitet empirisch, historisch und theoretisch – wie er schreibt – „multiparadigmatisch“. Er ist grundsätzlich skeptisch gegenüber allzu weiträumigen Großerzählungen und legt konkrete Fallstudien zu Ländern wie Italien, Niederlande, Deutschland, Polen, Russland, USA, Südkorea und Brasilien vor. Dabei macht er erstaunliche Entdeckungen, über die Schwächung und Stärkung religiöser Bindungen.
Shownotes
Religion leistet die Unterscheidung von Immanenz und Transzendenz und die Symbolisierung der Transzendenz in der Immanenz.
Wie wird das Transzendente lebensweltlich relevant? Nicht dadurch, dass es sich als das Transzendente selber zeigt, sondern indem es sich symbolisiert. Wir sprechen auch von Codes oder von Chiffren. Das heißt, dass die Transzendenz durch die Unterscheidung zwischen dem Profanen und dem Heiligen irgendwo auch zu einem Bestandteil der Immanenz wird und dadurch eben auch erfahrbar, kommunizierbar, erlebbar, also etwas, was den Menschen bewegen kann. Die Grundidee der katholischen Kirche verstehe ich genauso: Es ist eben nicht nur die Transzendenz, von der gesprochen wird, sondern man spricht auch von der heiligen Kirche, an die man glauben kann, und in der sich irgendetwas von dieser Transzendenz manifestiert. Und wenn es sich nicht manifestiert, dann hat die Kirche ein Problem, dann gibt es möglicherweise auch die Anfrage, inwieweit sie überhaupt ihrem Anspruch gerecht wird.
Wir haben in den letzten Jahren in vielen Ländern, die wir in unserem Buch als religiös relativ stabil und vital dargestellt haben, dramatische Prozesse der Entkirchlichung und Säkularisierung festgestellt, also in den USA, in Italien, in Polen, in Irland. Man könnte weitere Länder aufführen. In den USA ist inzwischen der Anteil derjenigen, die sich als nicht religiös bezeichnen in etwa so hoch wie in Westdeutschland. Etwa ein Drittel der Amerikaner, sagen, sie können mit Religion nichts anfangen.
Wir können in Westeuropa eigentlich kaum Phänomene beobachten, die die These der sogenannten Markttheorie bestätigen, nämlich das mit einer Erhöhung des Grades der erhöhten Pluralität auch die Vitalität der Religion ansteigt. Das Gegenteil ist der Fall: Wir haben in Europa eine zunehmende religiöse Pluralität, aber das Religiositätsniveau sinkt nach wie vor.
Die katholische Kirche kann sich reformieren und reformieren und reformieren und zeigen, wie wandlungsfähig sie ist, und trotzdem wird dieser Abwärtstrend ganz gewiss nicht gestoppt werden können.
Die Mehrheit derjenigen, die die katholische Kirche für ihre derzeitige Gestalt kritisieren, haben eine unglaublich starke Kirchenbindung.
Ich kann mir keine katholische Kirche vorstellen, die sich nicht über ihren Anspruch auf Heiligkeit definiert.
Die Institution kann zur Fessel werden, aber sie ist auch ein Ermöglichungsraum. Und davon lebt nicht nur der fromme konventionelle Kirchenchrist, davon leben auch die Kritiker an der Kirche. Auch sie nutzen die Kanäle der Kirche, auch sie profitieren davon, dass die Kirche so viel Infrastruktur bereitstellt, wie das der Fall ist.
Die Bedeutung des Christentums in Deutschland geht zurück. Immer mehr Menschen fremdeln mit der Kirche, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit und über die Konfessionen hinweg. Die Coronakrise und vor allem der Missbrauchsskandal in der Katholischen Kirche lassen das Vertrauen in die Kirche weiter drastisch zurückgehen. Anlässlich der im März 2022 erscheinenden Neuauflage des Buches von Detlef Pollack und Gergely Rosta, Religion und Moderne (2015, 2022) spricht Joachim Hake mit dem Religionssoziologen Detlev Pollack über die (schwindende) Kraft der Kirchen im Horizont der Frage nach Religion und Moderne.
Detlef Pollack arbeitet empirisch, historisch und theoretisch – wie er schreibt – „multiparadigmatisch“. Er ist grundsätzlich skeptisch gegenüber allzu weiträumigen Großerzählungen und legt konkrete Fallstudien zu Ländern wie Italien, Niederlande, Deutschland, Polen, Russland, USA, Südkorea und Brasilien vor. Dabei macht er erstaunliche Entdeckungen, über die Schwächung und Stärkung religiöser Bindungen.
Shownotes
Religion leistet die Unterscheidung von Immanenz und Transzendenz und die Symbolisierung der Transzendenz in der Immanenz.
Wie wird das Transzendente lebensweltlich relevant? Nicht dadurch, dass es sich als das Transzendente selber zeigt, sondern indem es sich symbolisiert. Wir sprechen auch von Codes oder von Chiffren. Das heißt, dass die Transzendenz durch die Unterscheidung zwischen dem Profanen und dem Heiligen irgendwo auch zu einem Bestandteil der Immanenz wird und dadurch eben auch erfahrbar, kommunizierbar, erlebbar, also etwas, was den Menschen bewegen kann. Die Grundidee der katholischen Kirche verstehe ich genauso: Es ist eben nicht nur die Transzendenz, von der gesprochen wird, sondern man spricht auch von der heiligen Kirche, an die man glauben kann, und in der sich irgendetwas von dieser Transzendenz manifestiert. Und wenn es sich nicht manifestiert, dann hat die Kirche ein Problem, dann gibt es möglicherweise auch die Anfrage, inwieweit sie überhaupt ihrem Anspruch gerecht wird.
Wir haben in den letzten Jahren in vielen Ländern, die wir in unserem Buch als religiös relativ stabil und vital dargestellt haben, dramatische Prozesse der Entkirchlichung und Säkularisierung festgestellt, also in den USA, in Italien, in Polen, in Irland. Man könnte weitere Länder aufführen. In den USA ist inzwischen der Anteil derjenigen, die sich als nicht religiös bezeichnen in etwa so hoch wie in Westdeutschland. Etwa ein Drittel der Amerikaner, sagen, sie können mit Religion nichts anfangen.
Wir können in Westeuropa eigentlich kaum Phänomene beobachten, die die These der sogenannten Markttheorie bestätigen, nämlich das mit einer Erhöhung des Grades der erhöhten Pluralität auch die Vitalität der Religion ansteigt. Das Gegenteil ist der Fall: Wir haben in Europa eine zunehmende religiöse Pluralität, aber das Religiositätsniveau sinkt nach wie vor.
Die katholische Kirche kann sich reformieren und reformieren und reformieren und zeigen, wie wandlungsfähig sie ist, und trotzdem wird dieser Abwärtstrend ganz gewiss nicht gestoppt werden können.
Die Mehrheit derjenigen, die die katholische Kirche für ihre derzeitige Gestalt kritisieren, haben eine unglaublich starke Kirchenbindung.
Ich kann mir keine katholische Kirche vorstellen, die sich nicht über ihren Anspruch auf Heiligkeit definiert.
Die Institution kann zur Fessel werden, aber sie ist auch ein Ermöglichungsraum. Und davon lebt nicht nur der fromme konventionelle Kirchenchrist, davon leben auch die Kritiker an der Kirche. Auch sie nutzen die Kanäle der Kirche, auch sie profitieren davon, dass die Kirche so viel Infrastruktur bereitstellt, wie das der Fall ist.
55 Minuten
Die Katholische Kirche ist der älteste globale Player der Welt. Da verwundert es, dass katholische Weltkirche vor allem als religiöse Größe wahrgenommen wird und oftmals Unkenntnis über ihr politisches und diplomatisches Wirken besteht?
Mit Annette Schavan spricht Joachim Hake über ihre Arbeit als Botschafterin in Rom und die einzigartigen Chancen der Diplomatie des Heiligen Stuhls, über die theologische Bedeutung Europas und die politische Bedeutung der Kurie wie der weltweit tätigen Orden und geistlichen Gemeinschaften wie Sant’ Egidio oder dem Souveränen Malteserorden.
Das Pontifikat von Papst Franziskus hat den Blick auf die Weltkirche tiefgreifend verändert. Nach Franziskus sollte sich Theologie hier als ein „kulturelles Laboratorium“ (Veritatis Gaudium 2017) verstehen, also auch als anspruchsvolle Deutung der religiösen und politischen Erfahrungen einer Weltkirche und ihrer Transformationen vor allem in Afrika und Asien. Was schließlich bedeutet diese Veränderung für die katholische Kirche in Deutschland und Europa?
Weitere Themen:
Dialog mit China, synodaler Weg, Barmherzigkeit, Volkskirche, Insolvenzrhetorik
Annette Schavan war 25 Jahre in Politik und Diplomatie tätig, u.a. als Bundesministerin für Bildung und Forschung (2005-2013) sowie als Botschafterin Deutschlands beim Heiligen Stuhl (2014-2018). Heute ist sie international tätig, nimmt seit 2014 eine Gastprofessur an der Shanghai International Studies University wahr, von wo aus Sie sich für den Dialog mit China einsetzt, und ist u.a. die Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft in Berlin.
Mit Annette Schavan spricht Joachim Hake über ihre Arbeit als Botschafterin in Rom und die einzigartigen Chancen der Diplomatie des Heiligen Stuhls, über die theologische Bedeutung Europas und die politische Bedeutung der Kurie wie der weltweit tätigen Orden und geistlichen Gemeinschaften wie Sant’ Egidio oder dem Souveränen Malteserorden.
Das Pontifikat von Papst Franziskus hat den Blick auf die Weltkirche tiefgreifend verändert. Nach Franziskus sollte sich Theologie hier als ein „kulturelles Laboratorium“ (Veritatis Gaudium 2017) verstehen, also auch als anspruchsvolle Deutung der religiösen und politischen Erfahrungen einer Weltkirche und ihrer Transformationen vor allem in Afrika und Asien. Was schließlich bedeutet diese Veränderung für die katholische Kirche in Deutschland und Europa?
Weitere Themen:
Dialog mit China, synodaler Weg, Barmherzigkeit, Volkskirche, Insolvenzrhetorik
Annette Schavan war 25 Jahre in Politik und Diplomatie tätig, u.a. als Bundesministerin für Bildung und Forschung (2005-2013) sowie als Botschafterin Deutschlands beim Heiligen Stuhl (2014-2018). Heute ist sie international tätig, nimmt seit 2014 eine Gastprofessur an der Shanghai International Studies University wahr, von wo aus Sie sich für den Dialog mit China einsetzt, und ist u.a. die Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft in Berlin.
55 Minuten
Anlässlich des 200. Geburtstags von Rudolf Virchow und Hermann von Helmholtz spricht Joachim Hake mit Detlev Ganten über die große medizinische Tradition der Gesundheitsstadt Berlin, über das Ineinander von Medizin, Öffentlichkeit und Politik, über ein ganzheitliches und soziales Verständnis von Gesundheit und Krankheit sowie über die Erfahrungen des World Health Summit, der nicht zufällig in Berlin gegründet wurde. Worin besteht das Erbe der Charité und wie werden wir ihm unter den Bedingungen der Corona-Pandemie gerecht?
Detlev Ganten ist ehem. Vorstandsvorsitzender der Charité, des Max Delbrück Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und Gründungspräsident des World Health Summit. Er ist Autor zahlreicher Bücher, zuletzt zusammen mit Ernst Peter Fischer: "Die Idee des Humanen. Rudolf Virchow und Hermann von Helmholtz. Das Erbe der Charité", Hirzel Verlag, Stuttgart 2021.
Detlev Ganten ist ehem. Vorstandsvorsitzender der Charité, des Max Delbrück Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und Gründungspräsident des World Health Summit. Er ist Autor zahlreicher Bücher, zuletzt zusammen mit Ernst Peter Fischer: "Die Idee des Humanen. Rudolf Virchow und Hermann von Helmholtz. Das Erbe der Charité", Hirzel Verlag, Stuttgart 2021.
55 Minuten
Nach der Rückgabe von 26 Kunstwerken des „Schatzes von Behanzin“ durch die Französische Regierung von Emmanuel Macron an die Republik Benin spricht Joachim Hake mit Bénédicte Savoy über Afrikas Kampf um seine Kunst, das „Freilassen von Dingen“, ihr unerwartetes Eigenleben und ihre poetische Kraft, ihren Ort im Wandel und Fortschritt von Dekolonialisierungs-Diskursen, über die Zukunft der Museen und die Kräfte der Erinnerung, über die Grenzen der Steuerbarkeit und Kontrollierbarkeit und über das (adventliche) Glück, das wir nicht wissen, was uns in der Zukunft erwartet. Aber das ist gewiss: Es wird – so Bénédicte Savoy – „ein Vorher und ein Nachher geben.“
Bénédicte Savoy ist Professorin für Kunstgeschichte der Moderne an der Technischen Universität Berlin. Zuletzt: Afrikas Kampf um seine Kunst. Geschichte einer postkolonialen Niederlage (C.H. Beck, 2021) und Die Provenienz der Kultur (Matthes & Seitz, 2021). Mitherausgeberin von Beute. Ein Bildatlas zu Kunstraub und Kulturerbe (Matthes und Seitz, 2021).
Bénédicte Savoy ist Professorin für Kunstgeschichte der Moderne an der Technischen Universität Berlin. Zuletzt: Afrikas Kampf um seine Kunst. Geschichte einer postkolonialen Niederlage (C.H. Beck, 2021) und Die Provenienz der Kultur (Matthes & Seitz, 2021). Mitherausgeberin von Beute. Ein Bildatlas zu Kunstraub und Kulturerbe (Matthes und Seitz, 2021).
55 Minuten
Als im Frühling 2020 die Welt im Corona-Lockdown zum Stillstand kommt, liest Marica Bodrožić zwei Monate lang Rilkes Gedicht „Der Panther“ von ihrem Balkon und stellt sich der Frage, was wir tun können, wenn wir gar nichts mehr tun können. Ihr Buch „Pantherzeit. Vom Innenmaß der Dinge“, Salzburg/Wien 2021 ragt aus der Corona-Literatur in seiner geistigen und geistlichen Kraft heraus. Es feiert die Langsamkeit und die Genauigkeit, weist ein in das Niederknien vor der Gnade und die Verwandlungen des Lebens. Und es ist ein Fest der Freiheit, denn: „Wilder als alles Vergängliche sei der Wunsch“ – so Marica Bodrožić – „des Menschen in Freiheit zu leben“.
Marica Bodrožić schreibt Gedichte, Romane, Erzählungen und Essays. Zuletzt u.a. Das Auge hinter dem Auge. Betrachtungen (Wien/ Salzburg 2015); Poetische Vernunft im Zeitalter gusseiserner Begriffe (Berlin 2017).
Marica Bodrožić schreibt Gedichte, Romane, Erzählungen und Essays. Zuletzt u.a. Das Auge hinter dem Auge. Betrachtungen (Wien/ Salzburg 2015); Poetische Vernunft im Zeitalter gusseiserner Begriffe (Berlin 2017).