Neues vom Ballaballa-Balkan Archiv
179 Episoden
1 Stunde 10 Minuten
In unserer 23. Episode geht es um Geschichtsmythen auf dem Balkan. Wusstet ihr, dass der erste kroatische König im Jahr 925 auf dem Feld von Danijels Vater in Tomislavgrad gekrönt wurde? Kurz darauf verschwand König Tomislav auch wieder spurlos – wir vermuten um ein Wettbüro in Berlin aufzumachen. Für das Geschichtsverständnis der Serben ist eine Schlacht aus dem Jahr 1389 zentral und die Nordmazedonier (hihi Nord) beziehen sich gleich auf Alexander den Großen, der vor über 2300 Jahren lebte. Wir gehen dem in unserer aktuellen Episode auf den Grund und haben uns dafür einen Experten eingeladen. Den Ralf Grabuschnig vom Déjà-vu-Podcast (https://ralfgrabuschnig.com/deja-vu-blog/ ) Nebenbei erfahrt ihr was der kroatische Geheimdienst so treibt, wie heftig die Reaktionen auf die Ankündigung der ersten Gay Pride in Sarajevo ausfielen und warum nicht alle feministischen Soziologieprofessorinnen gute Menschen sind.
48 Minuten
Zum Weltfrauentag machen Danijel und Krsto mal etwas, worin sie sonst nichts so gut sind. Sie halten den Mund. Dafür sprechen Olivera und Tanja über Feminismus und die Rolle der Frauen auf dem Balkan. Es geht um Partisaninnen, Frauenbilder im ehemaligen Jugoslawien und den frauenpolitischen Backlash während und nach den Jugoslawienkriegen in den 1990er Jahren. Soundtrack dieser Zeit war der Turbofolk, der viele Sängerin hervorbrachte, die mit ordentlich Silikon in den Brüsten zu den neuen Popstars der Region wurden. Olivera und Tanja amüsieren sich zudem über serbische Frauenzeitschriften und sprechen ernst über die mangelnde Repräsentation von Frauen in der postjugoslawischen Medienlandschaft. Viele Frauen aus der Region wollen sich das nicht mehr antun und hauen ab. Der Balkan leidet unter einem Brain-Drain und es sind vor allem die jungen und gut ausgebildete Frauen, welche die Region verlassen.
56 Minuten
Man vergisst es manchmal aber Krsto und Danijel sind tatsächlich Journalisten. Und als solche sind sie nicht nur regelmäßig in Kontakt mit Kollegen auf dem Ballaballa-Balkan, sondern beobachten auch, was sich in Sachen Pressefreiheit in Südosteuropa so tut. Freundlich gesagt: Wirklich gut sieht es nicht aus. In Serbien hetzen regierungsnahe Tabloids gegen kritische Journalisten, in Montenegro gibt es regelmäßig Anschläge gegen Investigativreporter und in Kroatien ist die Justiz eher Feind als Verteidiger der Pressefreiheit. Und dann ist da ja auch noch Ungarn... Nebenbei erfahrt Ihr, wieso Krsto auf dem besten Weg zum Internetmeme ist, warum "Za dom spremni" nun auf einmal doch kein "alter kroatischer Gruß" mehr ist und warum die Tatsache, dass die serbische Ministerpräsidentin nun zusammen mit ihrer Partnerin ein Kind bekommen hat, nicht wirklich ein Hoffnungsschimmer für die LGBTIQ-Community in Serbien darstellt.
1 Stunde
Seit Monaten sitzen bei Bihać an der bosnisch-kroatischen Grenze mehrere Tausend Geflüchtete fest - und das unter teils menschenunwürdigen Bedingungen. Ihre Versorgung ist kaum geregelt, der bosnische Staat hilflos und allein das Engagement der Zivilbevölkerung hat bislang eine noch größere humanitäre Krise verhindert. Die kroatische Grenzpolizei betätigt sich derweil als Türsteher der EU und schreckt dabei auch vor physischen Übergriffen nicht zurück. Und die extreme Rechte in Kroatien hat nach langem Zögern das Thema "Flüchtlinge" für sich entdeckt. Danijel und Krsto sprechen über die Situation vor Ort mit der lokalen Journalistin Niha Džanić-Ninski. Und sie widmen sich der neuesten Hetze von Rechten und vermeintlich Linken gegen die Migranten. Nebenbei regt sich Krsto tierisch über die Balkan-Reportagen von Claas Relotius auf. Also wirklich tierisch. Ihr erfahrt warum überall auf dem Balkan demonstriert wird und warum ein bestimmter Feiertag dieses Jahr besonders umstritten war.
1 Stunde 12 Minuten
Babylon Balkan! Wenn man der offiziellen Sprachregelung glauben mag, dann spricht man auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens inzwischen ganze sechs südslawische Sprachen. Komisch. Gab es da nicht mal so etwas wie Serbokroatisch? Darf man das heute überhaupt noch sagen? Heißt es nicht inzwischen B/K/M/S oder so ähnlich? Und wenn das alles verschiedene Sprachen sind, warum verstehen sich diese Jugos untereinander eigentlich alle? Fragen über Fragen. Und wie immer auf dem Balkan haben die Antworent sehr wenig mit wissenschaftlichen Fakten und sehr viel mit Ideologie zu tun. Macht Euch also bereit für eine Einführung in die (slawischen) Sprachen des ehemaligen Jugoslawiens. Und für die eine oder andere Absurdität. Nebenbei erfahrt Ihr, was Krsto im letzten Monat so auf dem Balkan getrieben hat, wie Danijel prominente Vertreter der "Neuen Rechten" einschüchtert und warum sich "Präsidentin Knutsch-Knutsch" alias Kolinda Grabar-Kitarovic ihre Politik von einem rechtsextremen TV-Moderator diktieren lässt.
51 Minuten
Auf dem Ballaballa-Balkan stehen mal wieder Landesgrenzen zur Disposition. Die Staatspräsidenten Serbiens und Kosovos verhandeln offen darüber, ob man nicht ein paar Gebiete tauschen könnte, damit da unten endlich mal Schluss ist mit dem ganzen Völker-Kuddelmuddel. Und die Idee hat durchaus ihre Befürworter - sogar in der EU. Man ist zwar weit davon entfernt, handelseinig zu werden, aber schon jetzt sorgt die Idee für Aufregung in der gesamten Region. Warum das so ist, das erläutern Krsto und Danijel in der aktuellen Ausgabe. Nebenbei geht es mal wieder um FYROM und griechische Befindlichkeiten, die Milchindustrie im sozialistischen Jugoslawien und die Frage, ob der Montenegriner an sich wirklich so faul ist, wie allgemein behauptet.
1 Stunde 3 Minuten
In dieser Episode reden Krsto und Danijel über... ja, wie sagt man denn jetzt richtig? Schon die Frage nach der richtigen Bezeichnung für alle jene Gruppen, die in Westeuropa inzwischen gemeinhin Roma genannt werden, ist Teil des Problems - oder besser gesagt: vieler Probleme. Unter anderem über diese Frage aber diskutieren die beiden Ballaballa-Balkanesen dieses Mal. Natürlich geht es mal wieder schwerpunktmäßig um Ex-Jugoslawien. Aber auch über Deutschland wird überraschend viel geredet. Darüber hinaus erfahrt Ihr, wie es in Slowenien nach der Parlamentswahl weiter gegangen ist, warum mal wieder um Grenzen geschachert wird und wie sich der zweite Platz der kroatischen Nationalmannschaft auf den Podcast und seine beiden Macher ausgewirkt hat.
40 Minuten
Bei der Fußball-WM in Russland zeigt sich der Balkan mal wieder von seiner besonders "sympathischen" Seite. Nationalismus, wohin man blickt. Und die Welt schaut zu. Kroatische Spieler feiern zu Rechtsrock, der serbische Trainer will einen Schiedsrichter vor den internationalen Strafgerichtshof für Kriegsverbrechen bringen und Schweizer provozieren mit nationalistischen albanischen Symbolen. Grund genug für das nächste Ballaballa-Balkan Extra. Und wieder mit von der Partie: Dario Brentin, Experte für das Themenfeld Fußball und Nationalismus.
1 Stunde 3 Minuten
Es war mal wieder einer der ganz großen Auftritte des Alleinherrschers aus Ankara. Ende Mai fanden sich Tausende Anhänger des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ausgerechnet in der ehemaligen Olympiahalle in Bosniens Hauptstadt Sarajevo zu einer Wahlkampfveranstaltung ein. Doch es waren nicht nur AKP-Wähler, die dort dem Autokraten huldigten. Niemand geringeres als Bakir Izetbegovic, Sohn des Staatsgründers Alija Izetbegovic und Mitglied im Staatspräsidium Bosnien-Herzegowina, bescheinigte Erdogan ein "Gesandter Gottes" zu sein. Darunter macht man es auf dem Ballaballa-Balkan halt nicht... Einmal mehr schien sich zu bestätigen, dass Bosnien zunehmend in die Einflusssphäre des sogenannen "Neo-Osmanismus" gleitet. Doch wie stark ist der Einfluss der Türkei auf Bosnien tatsächlich? Diese Frage diskutieren Danijel und Krsto in dieser Episode ausführlich. Außerdem erfahrt Ihr, warum es in Slowenien nicht wirklich einen Rechtsruck gab, warum ein bekannter (patriotischer) Fußballmanager über zwei Staatsbürgerschaften verfügt und warum Krsto Köln für eine sozialistische Stadt hält.
42 Minuten
Jahr für Jahr treffen sich an der österreichisch-slowenischen Grenzen tausende von Kroaten, um an die sogenannte Tragödie von Bleiburg zu erinnern. Das Gedenken an die Opfer von Kriegsverbrechen seitens der kommunistischen Partisanen am Ende des Zweiten Weltkriegs allerdings ist schon lange ins Hintertreffen geraten. Schon seit Jahren ist Bleiburg in erster Linie ein nationaler Mythos - und nebenbei ein Fest des Geschichtsrevisionismus und der mal mehr mal weniger offenen Ustascha-Verehrung. In diesem Jahr entbrannte in Österreich erstmals eine breite öffentliche Kontroverse um die Veranstaltung...und die Organisatoren standen unter besonderer Beobachtung. Zeit sich vor Ort ein Bild zu machen, dachten Krsto und Danijel.
1 Stunde 7 Minuten
Ihr habt es ja nicht anders gewollt! Ihr alle habt uns so lange mit euren ständigen Nachfragen nach irgendwelchen Geheimtipps, Empfehlungen und Ratschlägen für Euren Balkan-Urlaub genervt, dass wir schließlich diese Folge aufgenommen haben. Mehr als eine Stunde über Strände, Ausflugsziele, gutes Essen. So jetzt habt Ihr, was Ihr wollt! Aber sagt am Ende nicht, wir hätten Euch gesagt, Ihr solltet auf dem Ballaballa-Balkan Urlaub machen...haben wir nämlich nicht! Ansonsten erfahrt Ihr, wie man aus 5000 Demonstranten ganz schnell 100.000 macht, warum ein Skandal, den es vermutlich nie gegeben hat, die Beziehungen zwischen Serbien und Kroatien belastet und warum Ihr in nicht ganz einer Woche schon mit der nächsten Episode unseres Podcasts rechnen solltet.
54 Minuten
Hvaljen Isus...oder was auch immer! Pünktlich zu Ostern veröffentlichen wir den bislang katholischsten Podcast, den die Welt je gesehen haben dürfte. Schon oft haben Krsto und Danijel sich mit allerlei nationalistischen Umtrieben in den kroatisch-katholischen Gemeinden in Deutschland befassen müssen. In dieser Episode nun fassen sie alles zusammen und stellen sich die Frage, warum sich in Deutschland niemand so wirklich für dieses Thema zu interessieren scheint. Daneben erfahrt Ihr, warum ein paar Hektar unbewohnte Geröll-Landschaft im Kosovo ein politisches Erdbeben auslösen, warum eine Konvention zur Stärkung von Frauenrechten den Blutdruck der kroatischen Rechten in die Höhe treibt und was für ein Geschichtsbild die kroatische Präsidentin bei ihrem Argentinienbesuch offenbart hat. Und wir lassen ein paar Prominente zu Wort kommen. Deniz Yücel klärt über die Vokalungerechtigkeit im ehemaligen Jugoslawien auf. Und Kroatiens bekanntester Rechtsradikaler, TV-Moderator Velimir Bujanec (der mit dem Koks), kommt auch zu Wort.
57 Minuten
Turbofolk ist Schund, Nationalismus pur, verdirbt die Jugend, sorgt für Rückenmarksschwund und schlechten Atem! Vor allem aber hört niemand diese Musik. Wirklich niemand! Also vielleicht ein paar Leute, aber die kennen wir nicht. Tatsächlich handelt es sich um die wohl erfolgreichste Musikrichtung, die das ehemalige Jugoslawien in den letzten 30 Jahren hervorgebracht hat. Aber ist es wirklich eine eigene Musikrichtung? Oder nur eine bestimmte Form von Ästhetik? Und warum ist Turbofolk eigentlich so allgegenwärtig, obwohl es angeblich niemand hört? Da Krsto und Danijel selbstverständlich auch kein Turbofolk hören, sind sie in dieser Sendung auf das Wissen einer Expertin angewiesen. Sonja Vogel, die sich eingehend mit dem Phänomen beschäftigt und darüber ein lesenswertes Buch geschrieben hat, erklärt den beiden, was es damit auf sich hat. Ansonsten erfahrt Ihr in dieser Folge, warum man mit dem serbischen Präsidenten lieber keine Witzchen auf Snapchat macht und wie es im ewigen Streit zwischen Kroatien und Slowenien um die Bucht von Piran weitergeht. Und wir nehmen Abschied von einem der wichtigsten, lustigsten und geistreichsten Publizisten des ehemaligen Jugoslawien: Predrag Lucic.
51 Minuten
Kurz bevor das Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag (ICTY) seine Arbeit einstellt, haben der spektakuläre öffentliche Suizid des verurteilten kroatischen Kriegsverbrechers Slobodan Praljak und das Urteil gegen den bosnisch-serbischen General Ratko Mladic, der unter anderem für das Massaker von Srebrenica verantwortlich zeichnet, den Gerichtshof noch einmal in den Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung gerückt. Krsto und Danijel beschäftigen sich mit der Arbeit des ICTY, der Rezeption seiner Urteile in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens und der Frage, was eigentlich alle "Patrioten" auf dem Ballaballa-Balkan dazu bringt, Massenmörder abzufeiern. Nebenbei feiern die beiden, dass nun auch Montenegro eine eigene Sprache hat, beschäftigen sich - schon wieder - mit katholisch-kroatischen Gemeinden in Deutschland, und haben ein wenig Angst davor, dass FYROM demnächst einfach nur noch "Neues Mazedonien" heißt.
30 Minuten
In dieser Bonusepisode geben es sich Krsto und Danijel so richtig dreckig. Eine halbe Stunde lang lesen Sie die schönsten Hassmail, die kreativsten Facebook-Schmähungen und die prägnantesten Twitter-Pöbeleien vor, die ihnen "Patrioten" aus aller Herren Länder (aber natürlich vor allem vom Ballaballa-Balkan)haben zukommen lassen. Kurz: EINE HALBE STUNDE HASS!!! Ein kleines Dankeschön an alle Zuhörer und gleichzeitig eine ganz eigene Einstimmung auf die Vorweihnachtszeit.