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Erleuchtung garantiert - Wissenschaftliche Spotlights auf Religion und Spiritualität Archiv

93 Episoden
33 Minuten
Die Kreuzigung Jesu diente nicht der Satisfaktion eines beleidigten, zornigen Gottes und war auch kein kultisch-religiöser Akt. Jörg Frey, Professor für Neutestamentliche Wissenschaft mit dem Schwerpunkt antikes Judentum, zeichnet einflussreiche Narrative und Denkfiguren nach, erläutert die historischen Hintergründe und die politische Gemengelage und bietet zudem eine theologische Deutung. Dabei argumentiert er gegen Missverständnisse und fatale antisemitische Klischees.
25 Minuten
Bismillah. Musiklabels, die während des Ramadans geschlossen sind, Musik, die davon erzählt, wie die Hinwendung zum Islam zur positiven Lebenswende führt, Musik, die von Politiker*innen für gewaltsame Unruhen verantwortlich gemacht wird - um das geht es im Gespräch mit Andrea Suter vom Religionswissenschaftlichen Seminar. Sie erklärt, wie die Figur des Rappers zum symbolischen Sammelbecken für das postkoloniale Frankreich wurde, und berichtet von Rappern, die ganz selbstverständlich darüber diskutieren, ob es «haram» (verboten) ist, Hunde zu kaufen.
26 Minuten
Gibt es eine Verantwortung schuldig zu werden? Der Theologe Dominik Weyl spricht mit Bezügen zum Krieg in der Ukraine darüber, welche Vorstellung von Gott für Bonhoeffers Denken entscheidend war, was er über das Töten dachte, warum Freiheit immer nur in Beziehung zu verstehen ist und vom Wunsch, Tyrannen aus der Szene zu nehmen. Dietrich Bonhoeffer hat den kirchlichen und politischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus nicht nur theologisch durchdacht, sondern ihn auch aktiv mitgetragen – und wurde dafür im April 1945 im KZ Flossenbürg hingerichtet.
27 Minuten
In unmittelbarer Todesnähe machen Menschen tiefgreifende Erfahrungen ganz unterschiedlicher Art: Sie werden durch einen Tunnel gesaugt, wandeln über paradiesische Wiesen, beobachten von aussen, wie ihr Körper wiederbelebt wird, oder sehen in rasender Geschwindigkeit ihren eigenen Lebensfilm rückwärts vor sich ablaufen. Prof. Dr. Jens Schlieter, Religionswissenschaftler und Tibetologe an der Universität Bern, spricht über die Geschichte solcher Nahtoderfahrungen, über ihre unterschiedliche Gestalt in verschiedenen Kulturen und davon, wie sie aus wissenschaftlicher Sicht interpretiert werden können.
28 Minuten
Sterben ist nicht nur mit Trauer und Verlust verbunden, sondern ermöglicht auch Momente stiller Fröhlichkeit und zeitloser Präsenz. Simon Peng-Keller, Professor für Spiritual Care an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich, berichtet von seinen empirischen Untersuchungen zu den visionären Begegnungen Sterbender und plädiert für einen Perspektivenwechsel: Nicht die dominante medizinische Aussensicht auf den Tod sei letztlich zentral, sondern das spirituelle Erleben der Sterbenden am Übergang in einen anderen Lebensmodus. Zuversichtlich stimmen dann nicht nur die Besuche von geliebten, längst verstorbenen Haustieren am Totenbett, sondern auch das letzte Staunen von Steve Jobs.
31 Minuten
Eine etwas andere Folge zum Abschluss dieser ersten Staffel. Markus Huppenbauer, Ethiker, Theologe, Geniesser und kritischer Geist ist vor knapp einem Jahr plötzlich verstorben. In Gesprächen mit Barbara Bleisch, Stefan Jütte, Tobias Brügger und Niklaus Peter wird einigen Themen seines Denkens nachgegangen: Der Frage nach dem Guten Leben, nach Reichtum, nach dem Unkontrollierbaren und ob Religion spezifisch oder universal zu verstehen ist. Was (u.a.!) bleibt, ist die Erkenntnis, dass es Glanz im Leben braucht und auch das Schwere seinen Raum haben darf.
25 Minuten
Eine Liebesgeschichte aus dem Mittelalter zwischen zwei Gelehrten, die damals für Furore (und Verbrechen) sorgte und bis heute von AutorInnen immer wieder neu erzählt wird. Warum sie ein Stück religiöser Zeitgeschichte ist und wie sie um 1900 in den USA aus emanzipierter Feder klingt, erzählt die Kirchenhistorikerin Prof. Dr. Silke Petra Bergjan. In einem Seminar ist sie den LeserInnen und FolgeautorInnen gefolgt und hat vergessene Romane wieder ausgegraben.
22 Minuten
Das Interesse an grenzüberschreitenden Fragen führt den systematischen Theologen und Religionsphilosophen Prof. Dr. Matthias Wüthrich zur Frage aller Fragen: Was ist der Mensch? In der heutigen Folge geht es um Grenzverschmierungen, falsche Analogien und die Frage der Willensfreiheit.
27 Minuten
Sonne, Freude, Erleichterung - das kommt Isaac Osei-Tutu in den Sinn, wenn er an sein Heimatland denkt. Der Wirtschaftsethiker befasst sich mit charismatischen Pfingstgemeinden in Ghana und erzählt von luxusliebenden Pfarrern mit Maseratis, bewundernden und kritischen Gläubigen, und von Verträgen, in denen Geld und Hoffnung eine Rolle für den Glauben spielen.
23 Minuten
Wenn es um muslimische Gruppierungen geht, gibt es oftmals viele Vorurteile und wenig Differenzierung. Die Ethnologin Dr. Mira Menzfeld klärt Missverständnisse auf und gibt Einblicke in ihre Forschungsarbeit zu Salafis.
16 Minuten
Indien scheitert im Umgang mit der Pandemie. Dr. Nina Rageth erzählt von eigenen Erfahrungen in Indien, Gurus und ihren Corona-Heilmitteln und von persönlichen Tragödien, die sich in dieser humanitären Katastrophe abspielen.
27 Minuten
Welche Rolle spielt Religion im Konflikt zwischen Israel und Palästina? Konrad Schmid spricht über Schulkinder im Shelter, Flüchtlinge ohne Rückkehrrecht, romantische Wertvorstellungen, die das Staatsverständnis Israels begründen und die Frage wie säkular Israel ist.
24 Minuten
Seinem Namen getreu, stellt sich Prof. Dr. Thomas Schlag dem schlagfertigen Schlagabtausch. In der heutigen Folge geht es mit der CONTOC Studie um kirchliche Digitalisierung in Zeiten von Corona, gläserne Wände in Gottesdiensten, religiöse InfluencerInnen und die Frage nach der Schwarmintelligenz der Kirche.
25 Minuten
Zwei Zeitreisende thematisieren verzerrte westliche Wahrnehmungen und das Doch-nicht-ganz-so-Anders-Sein. Ahyatolla Khomeni als unfreiwilliger Frauenbefreier? Tolerante Sassaniden und Intolleranz unter christlicher Herrschaft? Und schliesslich: Koffer packen für zukünftige Studienreisen.
22 Minuten
Ein Frischling spricht über das Essen, aber auch darüber, dass nicht aus jeder Krise zwingend etwas Positives zu ziehen ist. Im Blick auf das Neue Testament ist Prof. Dr. Stefan Krauter aber auch wichtig, dass Krankheiten nicht auf die Sünde und Schuld des Einzelnen zurückgeführt werden.