Tatort Geschichte - True Crime meets History Archiv
141 Episoden
42 Minuten
Nach dem Ausbruch des Lotterieaufstandes im Jahr 1997 herrschen in Albanien bürgerkriegsähnliche Zustände. Viele Menschen fliehen aus ihrer Heimat über den gefährlichen Seeweg nach Italien. Am 28. März endet die Überfahrt des kleinen Motorbootes Katër i Radës schließlich in einer Tragödie. Circa 80 Menschen ertrinken nach der Kollision mit einem Schiff der italienischen Marine. Wir reflektieren die Hintergründe und sprechen im Anschluss mit unserem Gast, der Geflüchteten auf dem Mittelmeer hilft: Martin Kolek, Co-Skipper des Beobachtungsschiffs Nadir, der auch schon auf der Sea-Watch 2 im Einsatz war.
39 Minuten
Nach tagelangen Angriffen von rechten Randalierern und einer jubelnden Menge eskaliert die Gewalt am Montag, dem 24. August 1992 in Rostock-Lichtenhagen. Ein Mob versucht das sog. Sonnenblumenhaus zu stürmen und bewirft das Gebäude mit Steinen und Molotowcocktails. Wir beleuchten die Hintergründe der Tat und sprechen mit Jochen Schmidt, der damals mit vietnamesischen Gastarbeitern im Gebäude gefangen war.
54 Minuten
Am Morgen des 05. September 1972 schleichen sich acht palästinensische Terroristen in das Olympische Dorf in München. Sie nehmen elf Menschen aus dem Team Israels als Geiseln und reißen die Olympischen Spiele 1972 aus ihrem Traum von den "heiteren Spielen". Zwei Israelis werden getötet, für die übrigen neun beginnt vor den Augen der Weltöffentlichkeit ein Martyrium. Wir zeichnen die Chronologie des Olympia-Attentates nach und sprechen mit unserem Gast Patrizia Schlosser darüber, wieso die geplante Geiselbefreiung auf einem Militärflughafen im Fiasko endet.
47 Minuten
1972 gilt als entscheidendes Terrorjahr des 20. Jahrhunderts. Der Weltöffentlichkeit wird dabei besonders brutal ein neuer Akteur des globalen Terrorismus bekannt: die linksradikale Japanische Rote Armee (JRA). Bereits mit ihrer ersten großen Aktion sorgt die Terrorgruppe für Entsetzen, als drei Mitglieder mit Geigenkästen getarnt den Flughafen Lod in Tel Aviv betreten und ein Blutbad anrichten. Die Vorgeschichte des Attentats führt uns nach Japan, Nordkorea und in den Libanon.
42 Minuten
Mit haltlosen Deutungen der über tausendjährigen gemeinsamen Vergangenheit versucht Wladimir Putin der Ukraine das Existenzrecht abzusprechen. Mit "Geschichte als Waffe" konstruiert er dabei den Mythos eines Befreiungskampfes, der die ukrainische Bevölkerung von der Herrschaft von "Neonazis" befreit. In unserer Spezialfolge analysieren wir seine Propaganda einer angeblichen "Wiedervereinigung" und reisen mit Osteuropa-Expertin Franziska Davies an Schlüssel- und Wendepunkte der ukrainisch-russischen Beziehungen. Diese führt uns von der Kiewer Rus im Mittelalter über die Orange Revolution bis in die direkte Vorgeschichte des Krieges.
46 Minuten
An einem lauen Sommerabend spielen im Juni 1962 Straßenmusiker im belebten Münchener Kneipenviertel. Immer mehr Zuschauer kommen dazu. Die scheinbar ausgelassene Stimmung kippt, als plötzlich ein Streifenwagen anrückt. Aus der vermeintlich harmlosen Situation entwickeln sich Krawalle, die fünf Tage lang andauern. Immer wieder kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und jungen Leuten.
57 Minuten
Im Jahr 1942 tritt der Holocaust in eine neue Etappe. "Endlösung der Judenfrage" heißt das Schlagwort, das den millionenfachen Mord kaschieren soll. Und ein Mann peitscht ihn tagtäglich an: Reinhard Heydrich, Vorsitzender der Wannseekonferenz und als "Schlächter von Prag" bekannt. Doch der tschechoslowakische Widerstand plant ein Attentat auf ihn, die "Operation Anthropoid". Das Attentat wird die Geschichte des Zweiten Weltkriegs verändern und sich tief in die tschechische Erinnerungskultur einprägen.
40 Minuten
Im Jahr 1932 steht die erste deutsche Demokratie, die Weimarer Republik, kurz vor dem Untergang. Nationalsozialisten und Kommunisten ziehen in immer mehr Parlamente ein und liefern sich unerbittliche Straßenschlachten. Im Juli eskaliert die Lage beim Altonaer Blutsonntag, als Nazis und Kommunisten in "Klein-Moskau" aufeinandertreffen und die Polizei auf alles schießt, was verdächtig erscheint. Der NSDAP spielt das Ereignis in die Hände.
47 Minuten
Von seinem Vorbild Mussolini inspiriert, plant auch Adolf Hitler einen Staatsstreich. Doch der Hitlerputsch in München am 08. /09. November 1923 scheitert, 20 Menschen sterben. Die Verantwortlichen kommen mit milden Strafen davon. Später werden die blutigen Ereignisse, die sich zwischen Bürgerbräukeller und Feldherrnhalle abgespielt haben, von den Nationalsozialisten zum Mythos verklärt. München wird schließlich zur "Hauptstadt der Bewegung" und braucht lange, um die eigene Geschichte aufzuarbeiten.
47 Minuten
Im Oktober 1922 steht die italienische Hauptstadt Rom kurz vor der Belagerung. Nicht jedoch von einer feindlichen ausländischen Armee, sondern von ca. 50.000 gewaltbereiten Schwarzhemden, auf Italienisch Squadristi, die auf den Befehl eines Mannes hören: Benito Mussolini. Er ist der Anführer einer Bewegung, die Europa und die Welt verändern wird. Und er hat einen weiten Weg zurückgelegt, vom Grundschullehrer zum Sozialisten und schließlich zum ersten Faschisten der Geschichte.
45 Minuten
Im Zusammenhang mit Stalins brutal durchgesetzten Enteignung von Kulaken kommt es zu Beginn der 1930er-Jahre zu einer Hungersnot, der Millionen von Menschen zum Opfer fallen. Bauern und andere angebliche Staatsfeinde werden an entlegenste Orte der Sowjetunion verschleppt. Exemplarisch für diese Zwangsumsiedlungen ist Nasino, die "Insel der Kannibalen" in Sibirien. Hier kommt es zu grausamen Exzessen.
51 Minuten
Der Ukrainer Stepan Bandera wird im Jahr 1959 in München mit Gift ermordet. Die Geschichte dieses Verbrechens führt uns zurück in die Wirren des Zweiten Weltkriegs während des Ostfeldzugs der Nationalsozialisten. Es geht um Kriegsverbrechen und die Verantwortung von Kollaborateuren. Wir beleuchten den anhaltenden Personenkult um Stepan Bandera und zeigen, wie sich die Lebensgeschichte seines Mörders mit all dem verbindet.
58 Minuten
Die Schreckensherrschaft ("La Terreur") in Frankreich nimmt Gestalt an. Ab 1792 werden Kutschen überfallen, Priester ermordet, Gefängnisse gestürmt und sogar ganze Regionen fast ausgelöscht. Der Jakobinerklub macht sich an, die Geschichte der Französischen Revolution blutrot zu färben. Maßgeblich dafür verantwortlich ist ein Rechtsanwalt, der nicht nur die Guillotine in den Dauerbetrieb bringt, sondern das ganze Land umkrempelt und dabei sogar Gott abschaffen will: Maximilien de Robespierre.
42 Minuten
Am 14. Juli 1789 wird in Paris Geschichte geschrieben: Das aufgebrachte Volk bewaffnet sich und marschiert Richtung Bastille. Kurz darauf werden zwei abgeschlagene Köpfe auf Lanzen durch die Stadt getragen. Sie sind die ersten, aber nicht die letzten prominenten Opfer der Französischen Revolution; 1793 wird nach ihrem Mann Ludwig XVI. auch Marie Antoinette hingerichtet. Die Französische Revolution verändert Europa und die Welt für immer. Sie läutet den Weg in die Moderne ein und zieht gleichzeitig eine Spur der Gewalt und des Schreckens nach sich.
47 Minuten
Liberté - Egalité - Fraternité: Die Französische Revolution hat die Welt verändert, gleichzeitig ist sie eine Geschichte voller Gewalt. Diese findet ihren vorläufigen Höhepunkt am 16. Oktober 1793 in Paris: Dort wartet die Guillotine auf eine Frau, die als österreichische Prinzessin auszog, um Geschichte zu schreiben - und als französische Königin vor tausenden Menschen enthauptet wird: Marie Antoinette.