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Verurteilt! Der Gerichtspodcast Archiv

171 Episoden
1 Stunde 2 Minuten
Wegen sexueller Belästigung zahlreicher Joggerinnen und Spaziergängerinnen im Norden Frankfurts steht ein 33-Jähriger Mitte 2021 vor dem Amtsgericht. Die Anklage legt ihm 14 Taten zur Last, bei denen er auf dem Fahrrad im Feld unterwegs gewesen sein soll. Der Vorwurf: Er fiel die Frauen von hinten an, schlug ihnen fest auf den Po und radelte dann weiter. In einigen Fällen kehrte er auch nochmal zurück. Eine Frau hat er laut Anklage heftig bedrängt, in einem anderen Fall hat er einem Opfer das Handy geraubt. Er selbst hat nach seiner Festnahme die Vorwürfe bestritten. Im Prozess hat er gar nichts mehr gesagt.
56 Minuten
Notwehr, Mord oder ein schlechter Scherz? Fragen, die sich die Polizei im hessischen Schlüchtern stellt, als im Juni 2018 ein mysteriöser Brief eintrifft. Darin schreibt Tanja B, dass sie eine Woche zuvor ihren Lebensgefährten erstochen und dann mit einer Kettensäge zerteilt habe. Die Polizei entdeckt in der Wohnung tatsächlich die zerteilte Leiche des Busfahrers Martin F. In Dortmund finden die Ermittler Tanja B. Sie wird wegen Totschlags angeklagt. Am Ende verurteilt sie das Hanauer Landgericht wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Sie habe ihren arglosen Partner im Schlaf erstochen. Aber warum?
50 Minuten
1996 explodieren kurz nach Beginn der Christmette im hinteren Teil einer evangelischen Kirche im Frankfurter Stadtteil Sindlingen zwei Handgranaten. Die beiden Sprengkörper trug eine Frau am Körper. Sie selbst und zwei weitere Frauen sterben. 10 der 70 Gottesdienstbesucher werden schwer verletzt, drei leicht. Einen terroristischen Hintergrund schließen die Ermittler schnell aus. Am Tag darauf ist klar: Die Attentäterin war psychisch krank, die Tat ein Suizid.
56 Minuten
Jahrzehntelang stalkt ein 47-Jähriger eine Frau, verfolgt sie sogar bis in die USA. Sie hatte sich dorthin versetzen lassen, um ihm zu entkommen. Vergeblich. Er findet sie auch dort. Sie kehrt zurück, er taucht vorm Arbeitsplatz auf, an ihrer Wohnung, plündert den Briefkasten, besprüht Wände mit ihrem Namen und ihrer Telefonnummer. Die heute 56-Jährige zeigt ihn an, dokumentiert alles und das nun schon seit 1994. Ihr Verfolger wird mehrfach verurteilt, sitzt die Strafen ab, wird in sein Herkunftsland Türkei abgeschoben, kehrt zurück und stalkt sie sofort wieder. Im Mai 2021 steht er deshalb erneut vor Gericht. Er wehrt sich gegen eine Gefängnisstrafe, will eine Bewährungsstrafe.
11 Minuten
Liebe „Verurteilt!“-Community, heute gibt es ausnahmsweise keinen neuen Fall. Heike war krank und Basti gibt euch in einem kleinen Soloauftritt einen Einblick hinter die Kulissen unseres Podcasts. In zwei Wochen geht es dann aber natürlich weiter mit der nächsten ‚richtigen‘ Folge. Viel Spaß jetzt mit Basti und bleibt gesund. Euer „Verurteilt!“-Team.
1 Stunde 6 Minuten
Am 4. August 1986 verschwinden Karola und Melanie Weimar im osthessischen Philippsthal. 3 Tage später werden ihre Leichen gefunden. Die Eltern der Kinder beschuldigen sich gegenseitig. Ende Oktober wird Monika Weimar verhaftet. Das Landgericht Fulda verurteilt sie im Januar 1988 wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Sie scheitert mit ihrer Revision und auch mit einer Verfassungsbeschwerde. Erst, als ein neuer Verteidiger ein neues Fasergutachten vorlegt, ordnete das Oberlandesgericht Frankfurt die Wiederaufnahme an. 1997 spricht das Landgericht Gießen Monika Weimar vorm Mordvorwurf frei. Die Staatsanwaltschaft legt erfolgreich Revision ein und im Dezember 1999 verurteilt das Landgericht Frankfurt Monika Weimar im dritten Prozess wegen Mordes. Insgesamt 15 Jahre sitzt sie ab und wird im August 2006 sie aus der Haft entlassen. Monika Weimar hat immer bestritten, dass sie ihre Töchter umgebracht hat.
58 Minuten
Es war eine Verbrecherkarriere wie aus einem Krimi, die vor dem Landgericht in Wiesbaden endete: Einer der meist gesuchten Verbrecher Deutschlands, Thomas Wolf, wird Ende 2011 zu 13einhalb Jahren Haft verurteilt. Der 58-Jährige hat 2009 die Ehefrau eines Bankers entführt und 1,8 Millionen Euro erpresst. Außerdem verurteilt ihn das Gericht wegen zwei Banküberfällen. Wolf war schon mit 15 Jahren straffällig geworden. Drei mal gelang ihm die Flucht aus dem Gefängnis. Nach seiner letzten lebte er 8 Jahre lang unentdeckt unter falschem Namen mit einer Frau in Frankfurt zusammen. Sie glaubte, er sei Niederländer.
1 Stunde
Im März 2020 bemerkt ein Lokführer das veränderte Fahrverhalten seines ICE auf der Theißtalbrücke bei Niedernhausen. Und tatsächlich Auf einer Länge von 83 Metern sind Schrauben gelockert. Bis dato sind bereits fast 400 Züge mit bis zu 300 Stundenkilometern über die Brücke gefahren. Bald darauf nimmt die Polizei einen 52-Jährigen fest. Der Mann hatte Briefe mit Hinweisen auf die Sabotage an Bundeskanzlerin Merkel geschickt. Wegen versuchten Mordes und gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr klagt ihn die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht Wiesbaden an. Er habe aus Geltungssucht und heimtückisch gehandelt. Anfang 2021 wird der Mann verurteilt: zu neun Jahren und 10 Monaten wegen versuchten Mordes.
1 Stunde 7 Minuten
Ende Oktober 2019 wird die 43 Jahre alte Iryna U. aus Frankfurt-Nied als vermisst gemeldet. Von ihrem Ehemann. Wenige Wochen später wird er selbst festgenommen und zwar wegen Mordverdachts. Im April 2021 verurteilt ihn das Frankfurter Landgericht zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Wegen Mordes. Der 38-Jährige hat die Tat bis zum Schluss bestritten. Staatsanwaltschaft und Gericht sind aber davon überzeugt: Er hat seine Ehefrau getötet, weil er die Wohnung für sich, seine schwangere Geliebte und deren 2 Kinder haben wollte. Wie er Iryna U. getötet hat, darüber gibt es nur Spekulationen. Denn von ihrer Leiche tauchten nur noch drei Kochenfragmente auf - auf der Mülldeponie in Flörsheim-Wicker in der Nähe von Frankfurt am Main.
1 Stunde
Johanna Bohnacker (8) aus der Wetterau kommt im September 1999 nicht mehr vom Spielen zurück. 7 Monate später wird ihre Leiche 90 Kilometer entfernt in einem Waldstück gefunden. Jahrelang wissen die Eltern nicht, was mit ihrem Kind passiert ist. 2017 fällt aufmerksamen Bürgern der 41 Jahre alten Rick J. bei sexuellen Handlungen an einer Jugendlichen auf. Polizei und Staatsanwaltschaft überführen ihn schließlich wegen des Mordes an Johanna. Das Landgericht Gießen verurteilt ihn 2018 wegen Mordes, versuchter sexueller Nötigung und Kinderpornografie zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe und stellt außerdem die besondere Schwere der Schuld fest.
1 Stunde 5 Minuten
Im Mai 2018 wird im Frankfurter Niddapark eine Tote gefunden. Sie ist stark entstellt. Ihr Mörder hat mindestens 21mal zugestochen. Es dauert einige Tage, bis klar ist, dass es sich bei der Toten um die 29 Jahre alte Irina A. handelt. Kurz danach wird ihr ehemaliger Geschäftspartner als mutmaßlicher Täter festgenommen. Der 50-Jährige ist bekannt, ein Frankfurter Szenegastronom. Er soll sie getötet haben, weil er Schulden bei ihr hatte. Er bestreitet die Tat. Im März 2020 verurteilt ihn das Landgericht Frankfurt wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Er habe heimtückisch getötet, weil er sich seiner Schulden entledigen wollte. Der mutmaßliche Mörder und sein Opfer sollen Anfang 2017 noch gemeinsam den so genannten Sexmob erfunden haben. Sie hatten ein Jahr nach der Silvesternacht von Köln Medien von ähnlichen Übergriffen von Migranten in ihrer Bar bereichtet. Doch das war erfunden. Eine Woche nach ihrem Tod hätten sie sich deshalb vorm Amtsgericht Frankfurt verantworten müssen.
1 Stunde 15 Minuten
In der Nacht zum 2. Juni 2019 wird der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha erschossen. Knapp zwei Wochen später finden die Experten vom Landeskriminalamt auf dem Hemd von Walter Lübcke eine DNA-Spur. Sie stammt von dem mehrfach vorbestraften Rechtsextremisten Stephan Ernst. Gut drei Wochen nach der Tat gesteht er. 6 Monate später zieht er sein Geständnis zurück. Am 16. Juni 2020 beginnt der Prozess gegen ihn und gegen Markus H.. Auch er gehört zur rechten Szene. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm psychische Beihilfe zum Mord vor. Am 28. Januar 2021 verurteilt der 5. Strafsenat des Oberlandesgerichts Frankfurt Stephan Ernst zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen Mordes, stellt die besondere Schwere der Schuld fest und behält die Sicherungsverwahrung vor. Markus H. wird vom Vorwurf der Beihilfe zum Mord freigesprochen. Er wird lediglich wegen eines Waffendelikts zu einer eineinhalbjährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Alle Beteiligten gehen in Revision.
59 Minuten
Am frühen Morgen des 9. September 2006 wird das Hells-Angels-Mitglied Nils Christian H. nicht in die Frankfurter Diskothek Cooky’s reingelassen. Das ärgert den 24-Jährigen sehr. Er telefoniert mit einem einflussreichen Mitglied der Rockergruppierung, der interveniert und er kommt doch noch rein. Doch die Abfuhr ärgert ihn so sehr, dass er auf den Türsteher losgeht, ihn ersticht. Dann verschwindet Nils Christian H., taucht - unterstützt von seinen Rocker-Brüdern - unter. Vier Monate später stellt er sich. Die Staatsanwaltschaft klagt ihn wegen Totschlags an und das Frankfurter Landgericht verurteilt ihn zu neuneinhalb Jahren Haft. Der Verteidiger des Hells Angel spricht von einem Fehlurteil.
1 Stunde 8 Minuten
Anfang Oktober 2019 am späten Abend. Ein 44-Jähriger Mann geht mit seiner ehemaligen Freundin in einen Supermarkt im Frankfurter Stadtteil Bornheim. Dort kauft die Frau ein Messer. Vor der Tür packt der Mann das Messer aus und sticht 33 Mal auf die Frau ein. Sie stirbt, die Staatsanwaltschaft klagt Totschlag an. Der 44-Jährige sei mit der Trennung nicht klar gekommen. Die Schwurgerichtskammer des Frankfurter Landgerichts verurteilt ihn zu 12 Jahren Haft. Wegen Totschlags. Für einen Mord fehlte das Mordmerkmal, sagen die Richter. Obwohl die Frau arg- und wehrlos gewesen sei.
1 Stunde 2 Minuten
Ein 52-Jähriger soll aus seiner Wohnung heraus mit dem Luftgewehr auf die Katze seiner Nachbarin geschossen haben. Die Besitzerin von Kitta Fussel sagt, er habe zuvor auch schon auf ihren Hund und eine weitere Katze geschossen. Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt ermitteln. Ein Waffensachverständiger untersucht das Geschoss, das in Kitta Fussel gefunden worden war. Das Amtsgericht Königstein verurteilt den Mann wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu einer Geldstrafe. Doch der Angeklagte geht in die Berufung. Nun verhandelt das Landgericht Frankfurt den Fall.