Verurteilt! Der Gerichtspodcast Archiv
171 Episoden
56 Minuten
Das Landgericht Gießen hat eine notorische Sadistin zu 3 Jahren Haft verurteilt, weil sie ihren Ex-Ehemann schwer misshandelt hat. Es ging dabei um den zweiten von mittlerweile vier Ehemännern der 41-Jährigen. Die Frau ist bei der Justiz keine Unbekannte. Schon 2006 hatte das Landgericht Frankfurt sie ebenfalls zu drei Jahren verurteilt. Auch damals hatte sie ihren damaligen Ehemann unter anderem mit einer Heißklebepistole schwer gequält. Ehemann Nummer 3 soll sie ebenfalls misshandelt haben. Und ihr vierter Mann ist tot. Gestorben unter mysteriösen Umständen.
1 Stunde 6 Minuten
Vor dem Frankfurter Amtsgericht steht eine Ärztin. Die 45-Jährige muss sich wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Ihrem 10 Jahre alten Kind geht es im Herbst 2017 nicht gut. Sie ruft den Rettungsdienst, spricht von grippeähnlichen Symptomen ihres Sohnes. Die Sanitäter wollen den Blutzucker messen, doch sie erlaubt es nicht. Nachts geht es dem Kind so schlecht, dass es auf die Intensivstation muss. Die Mutter ist bei dem Jungen, gibt ihm Wasser, obwohl die Ärzte das ausdrücklich untersagt haben. Sie hätte als Ärztin erkennen müssen, dass ihr Sohn alle Anzeichen einer Diabetes hatte, wirft ihr nun die Staatsanwaltschaft vor. Der Junge ist seit dieser Zeit ein hundertprozentiger Pflegefall.
60 Minuten
2019 wird ein Mann nach 19 Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Der 69-Jährige saß wegen Mordes, weil er seine Verlobte in der Badewanne ertränkt hatte. Es war nicht seine erste Verurteilung. Insgesamt hat er schon 3 Jahrzehnte im Gefängnis verbracht. Nur wenige Monate nach seiner letzten Haftentlassung gerät er in Frankfurt mit einem gelähmten Rollstuhlfahrer in Streit. Aus Wut schiebt er den Rollstuhlfahrer aufs Gleisbett der U-Bahn und schlendert davon. Die nahende Bahn macht eine Vollbremsung. Die Staatsanwaltschaft klagt ihn wegen versuchten Mordes an. Und es stellt sich die Frage der Sicherungsverwahrung.
51 Minuten
14. April 2019, Frankfurter Waldstadion: Die Frankfurter Eintracht spielt gegen den FC Augsburg. In der Halbzeit liegt sie schon mit 1:2 zurück. Da gibt es Ärger im Block der Augsburger Fans. Die Ordner greifen ein. Einer allzu rabiat, sagt die Staatsanwaltschaft und klagt ihn an: wegen Körperverletzung. Der 24-Jährige soll einen betrunkenen Augsburg-Fan ohne Not mit beiden Händen weggestoßen und ihm einen Faustschlag verpasst haben. Mitte Oktober 2020 treffen die beiden vor dem Amtsgericht Frankfurt wieder aufeinander.
1 Stunde 2 Minuten
Gegen Anfeindungen im Netz wehrt sich die ehemalige Bundesministerin der Grünen Renate Künast juristisch. Das hat auch ein 55-jähriger Frankfurter gemerkt. Er hatte Künast auf Facebook auf das Übelste beschimpft, weil sie angeblich 1986 im Berliner Abgeordnetenhaus gesagt haben soll, Sex mit Kindern sei ganz ok, solange keine Gewalt im Spiel sei. Künast hatte das aber nie gesagt, es war eine klassische Internet-Lüge in den sozialen Netzwerken. Das Frankfurter Amtsgericht hat den Mann zu einer 10-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Nicht nur wegen der Beleidigungen. Bei ihm wurden auch Kinderpornos gefunden.
1 Stunde
Im November 2010 machen Polizisten in Südfrankreich einen grausigen Fund. Auf einem Acker finden sie die Leichen eines Vaters und seines Sohnes - eingewickelt in Teppiche. Die beiden Männer aus Deutschland werden seit Monaten vermisst. Schnell gerät der zweite Sohn des ermordeten Vaters in Verdacht. Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt: der Mann hat seinen Vater und den blinden Bruder erschossen, weil er das Haus erben wollte. Am 29. April 2013 verurteilt das Frankfurter Landgericht den damals 41-Jährigen wegen Doppelmordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe und stellt außerdem die besondere Schwere der Schuld fest. Der Sohn bestreitet die Tat bis heute. Vater und Bruder hätten in Spanien überwintern wollen. Offenbar sei ihnen unterwegs etwas zugestoßen.
1 Stunde 2 Minuten
Am 29. Juli 2019 stößt ein Mann zunächst eine 40-Jährige und dann deren Sohn vor einen einfahrenden ICE im Frankfurter Hauptbahnhof. Die Mutter kann sich retten, der 8-jährige Junge wird überrollt. Ein Jahr später beginnt der Prozess gegen den Täter, einen 41 Jahre alten Mann, geboren in Eritrea, wohnhaft in der Schweiz. Dort galt er 13 Jahre lang als gelungenes Beispiel für Integration. Dann ist er schwer psychisch erkrankt. Er verschwand und tauchte wenige Tage später wieder auf: in Frankfurt auf dem Hauptbahnhof am Gleis 7.
59 Minuten
Am 11. Dezember 1981 trifft die 16-jährige Trixi S. auf dem Heimweg von der Disko auf ihren Mörder. In einem Frankfurter Einkaufszentrum wird sie von hinten angegriffen, erstochen und anschließend vergewaltigt. Ein Gerüstbauer gerät ins Visier der Polizei, hat aber ein Alibi. Jahrzehnte später führt die Spur erneut zu ihm - und die DNA-Spurenbank nennt einen Treffer. Der Mann gibt die Begegnung mit Trixi zu, bestreitet aber den Mord. Kann die Staatsanwaltschaft ihm diesen nachweisen? Denn alles andere ist bereits verjährt.
54 Minuten
Ende der 90er Jahre versetzt ein Gift-Erpresser Verbraucher und vor allem Eltern in Angst und Schrecken. Über Jahre deponiert der damals 43Jährige Alexandru N. mit Blausäure vergiftete Thomy-Lebensmittel auf Kinderspielplätzen, in Adventskalendern und Supermarktregalen. Der gelernte Schlosser versucht damit den Mutterkonzern Nestle zu erpressen. Er fordert 25 Millionen Mark, die ihm von Brieftauben überbracht werden sollen. Eine der Tauben führt die Polizei dann aber direkt zum Erpresser. Das Frankfurter Landgericht verurteilt Alexandru N. zu 11 Jahren Haft. Nestle ist durch die Erpressung ein Schaden in zweistelliger Millionenhöhe entstanden.
1 Stunde 4 Minuten
Am 26. Juni 2019 schwankt ein betrunkener 33-Jähriger über den Bahnsteig an der Haltestellte Nieder-Eschbach in Frankfurt. Der Mann macht Turnübungen, verliert das Gleichgewicht und fällt auf die Gleise. Er versucht sich aufzurappeln, bleibt schließlich auf dem Rücken liegen. Eine U-Bahn fährt ein. Der Fahrer sieht den Mann nicht, überrollt ihn, bemerkt den Unfall nicht, fährt weiter. Der 33-Jährige verblutet. Laut Staatsanwaltschaft war die Station hell beleuchtet und der Fahrer hätte den Betrunkenen im Gleisbett sehen müssen. Der 23-Jährige steht deshalb am 23. Juli 2020 wegen fahrlässiger Tötung vorm Amtsgericht Frankfurt.
1 Stunde
Am 1. August 2019 flieht ein Häftling aus einem Frankfurter Gefängnis und wird erst zwei Monate später wiedergefunden und festgenommen. Im Sommer 2020 muss sich deshalb ein 37-Jähriger wegen Gefangenenbefreiung in Frankfurt vor dem Amtsgericht verantworten. Er soll dem verurteilten Drogenhändler per Räuberleiter in die Freiheit verholfen haben. 2 Verhandlungstermine benötigt das Amtsgericht, um den Fluchthelfer für schuldig zu befinden. Dann verhängt es eine Gesamtfreiheitsstrafe von 10 Monaten.
59 Minuten
Am 23. Dezember 2019 geht ein 25-Jähriger in Frankfurt ins Bordell, verabredet Sex mit einer Prostituierten für 30 Euro, ist aber unzufrieden. Er will sein Geld zurück und wird gewalttätig. Eine Kollegin hilft der Prostituierten mit einem Wischmop. Doch den bekommt der wütende Freier zu fassen und schlägt erneut zu. Die beiden Frauen wehren sich mit Pfefferspray. 3 Sicherheitsmänner greifen ein, die Polizei kommt. Der Freier bleibt aggressiv, wirft einer Polizistin eine Wasserflasche an den Kopf und wird schließlich festgenommen. Im Juni 2020 wird er vom Amtsgericht Frankfurt zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.
56 Minuten
Am 21. September 2019 wird der Betreiber eines Schreibwarenladens in Frankfurt mit drei Messerstichen getötet. Der ganzer Stadtteil trauert um den 57-Jährigen, der wenige Tage nach der Tat erneut Vater geworden wäre. Nachbarn sammeln für seine Familie Geld, Kondolenzbücher liegen aus, Kunden und Freunde legen Blumen, Kerzen und Abschiedsbriefe vor seinem Geschäft ab. Schon kurz nach der Tat fasst die Polizei den mutmaßlichen Täter. Es ist ein 30-Jähriger, psychisch schwerkranker Mann. Das Motiv lässt sich nicht klären. Im Prozess wird es später um seine dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie gehen. Die Staatsanwaltschaft hält ihn für schuldunfähig, aber sehr gefährlich.
1 Stunde 5 Minuten
Am 28. Juli 1994 passiert der bis dato größte Kunstraub: In der Frankfurter Kunsthalle Schirn werden drei Gemälde mit einem Versicherungswert von damals 70 Millionen Mark gestohlen, zwei Werke von William Turner und eines von Caspar David Friedrich. Viereinhalb Jahre später verurteilt das Frankfurter Landgericht zwei Räuber zu elf und acht Jahren Haft und einen Gehilfen zu zweieinhalb Jahren Haft. Doch es dauert insgesamt zehn Jahre, bis die wertvolle Kunst wiederbeschafft ist. Und das gleicht einem Krimi. Die Hintermänner der Tat wurden nie gefasst.
1 Stunde 6 Minuten
Am Abend vor dem Europa-League-Rückspiel gegen Schachtar Donezk im Februar 2019 sagt Eintracht-Präsident Peter Fischer, er wolle, dass am Folgetag das Stadion brenne. Am Spieltag durchsuchen deshalb Polizisten die Lagerräume der Ultras unterhalb der Nordwestkurve im Frankfurter Fußballstadion. Sie finden nichts - außer wütenden Ultras. Die sagen daraufhin ihre Choreographie ab, hängen ein Banner mit einem beleidigenden Schriftzug auf. Die Polizei will das Spruchband beschlagnahmen, die Fans wollen das verhindern. Einer ist besonders renitent. Er wird abgeschirmt, Richtung Bande geschubst. Dann stoßen ihn 2 Polizisten über die Bande.