ZEIT für Literatur – Der Vorlesepodcast der ZEIT Verlagsgruppe Archiv
56 Episoden
30 Minuten
Nach seinem Debüt „Der Apfelbaum“ spinnt der Autor und Schauspieler Christian Berkel die Geschichte seiner Familie in fiktiver Form weiter. Das erste Buch beginnt 1932 und erzählt die Liebe seiner Eltern in Zeiten von Krieg und Vertreibung. Im Buch „Ada“ nimmt der Autor die Sicht von Ada ein, einer fiktiven Tochter seiner Mutter, und erzählt aus der Ich- Perspektive ab dem Jahr 1954. Sein Bestseller „Ada“ ist nun auch als Taschenbuch bei Ullstein erschienen. In dieser Podcastfolge wollen wir in Adas Geschichte eintauchen. Dabei geht es um ein junges Mädchen, das mit ihrer jüdischen Mutter aus dem Nachkriegsdeutschland nach Argentinien geflohen ist und 1954 wieder nach Berlin zurückkehrte. Deutschland war anders als Argentinien – nicht unbedingt einfach. Aber was heißt schon einfach? In Argentinien wurde Ada als Deutsche, die aber kein Wort deutsch spricht, von den anderen Kindern gemieden. Sie lebte allein mit ihrer Mutter, ohne zu wissen, wer ihr Vater ist – und besuchte eine Klosterschule, in der sie nicht nur bewacht, sondern auch ausgepeitscht wurde. Ihren Platz konnte sie nur schwer finden. Zurück in Deutschland versucht Ada herauszufinden, wer sie wirklich ist: Katholisch oder jüdisch. Argentinisch oder deutsch. Wo erfährt sie am ehesten das Gefühl von Heimat? Wir reisen mit Ada durch die Jahrzehnte und beobachten sie beim Erwachsenwerden. Mit Adas Geschichte ist Christian Berkel ein Portrait über die verunsicherte Nachkriegsgeneration gelungen. Wir sprechen mit dem Autor über die Zeit zwischen Mauerbau und Wirtschaftsaufschwung – und über die schweigende Elterngeneration, gegen die Ada und ihre Altersgruppe ankämpfen mussten. Bücher, die Christian Berkel im Podcast empfiehlt: Erinnerungen eines Mädchens von Annie Ernaux Der Platz von Annie Ernaux Die Jahre von Annie Ernaux Fünf Meditationen über die Schönheit von François Cheng Fünf Meditationen über den Tod und über das Leben von François Cheng Liebe in Zeiten des Hasses von Florian Illies Diese Podcast-Folge wurde im Auftrag des Ullstein Verlags vom Studio ZX produziert. Studio ZX – ein Unternehmen der ZEIT Verlagsgruppe.
28 Minuten
In dieser Folge begeben wir uns auf eine Reise in die Vergangenheit. Nicht ins 20. Jahrhundert, auch nicht ins Mittelalter, sondern noch viel weiter zurück: Nämlich ins Mesolithikum – die Mittelsteinzeit. Vielleicht schießen manchen jetzt Bilder von Jäger*innen oder Sammler*innen durch den Kopf, wie sie nach der Eiszeit durch die Urwälder Europas zogen. Doch wie haben diese Menschen gelebt? Wer waren sie? Was hat sie angetrieben und bewegt? In ihrem Buch „Das Rätsel der Schamanin. Eine archäologische Reise zu unseren Anfängen“, erschienen bei Rowohlt, erwecken der Archäologe Harald Meller und Bestsellerautor Kai Michel die Menschen der Mittelsteinzeit wieder zum Leben. Genau genommen eine ganz bestimmte Person: Die Schamanin von Dürrenberg. 9000 Jahre lag sie bereits in ihrem Grab, als die Nationalsozialisten sie 1934 im Kurpark von Bad Dürrenberg in Sachsen-Anhalt, beim Verlegen einer Wasserrohrleitung, ausgruben. Seit dem Fund ihres Grabes warf der Fall Fragen auf. Lange blieb die Geschichte der Schamanin unbekannt, bis sich Archäologe Harald Meller ihrem Fall widmete. Das Buch „Das Rätsel der Schamanin“ nimmt die Leser*innen mit auf eine fulminante Spurensuche, die bis zu den Wurzeln von Spiritualität und Religion führt. Am Ende fügen die beiden Autoren die Fakten des echten Falls zu einer kleinen literarischen Fiktion zusammen, die zeigen soll, wie das konkrete Schicksal der Schamanin und des Kindes an ihrer Seite ausgesehen haben könnte. Was die Geschichte über uns heute verrät, erzählen die beiden in dieser Folge von ZEIT für Literatur. Diese Podcast-Folge wurde im Auftrag des Rowohlt Verlags vom Studio ZX produziert. Studio ZX – ein Unternehmen der ZEIT Verlagsgruppe.
25 Minuten
Zwei junge Männer, die ihre Liebe verheimlichen müssen. Eine Villa, deren Verkauf sich als Verrat entpuppt. Und eine verschwundene Frau in einem Café. Auf diesen teilweise wahren Begebenheiten beruht Mechtild Borrmanns neuer Roman „Feldpost“, erschienen bei Droemer. Eine mysteriöse Frau verwickelt die Anwältin Cara Rosso bei einem Cafébesuch in ein Gespräch, nur um plötzlich zu verschwinden. Was dabei zurückbleibt: Ihre Handtasche samt Feldpost-Briefen aus dem 2. Weltkrieg und Unterlagen über einen Hauskauf. Cara geht den historischen Dokumenten auf den Grund – und steht kurz davor, lang geglaubte Geheimnisse über Schuld, Verrat und eine tragische Liebe zu lüften. Für „Feldpost“ hat sich die Autorin in eine tiefe Recherche begeben. Was mit einer ihr zugetragenen Geschichte begann, hat sich mit anderen Lebensgeschichten verwoben – die Inspiration dafür bekam Mechtild Borrmann auch aus dem Tagebuch-Archiv Emmendingen. Wie ist Mechtild Borrmann den Charakteren ihres Romans begegnet? Wo findet man historische Inspirationsquellen? Und wie recherchiert man nach Lebensgeschichten, die in der Vergangenheit tabuisiert waren? Diesen Fragen widmet sich die neue Folge von ZEIT für Literatur. Diese Podcast-Folge wurde im Auftrag von Droemer vom Studio ZX produziert. Studio ZX – ein Unternehmen der ZEIT Verlagsgruppe.
24 Minuten
Bestseller-Autor John Boyne hat einen neuen Roman geschrieben: In „Als die Welt zerbrach“, erschienen im Piper Verlag und übersetzt von Michael Schickenberg und Nicolai von Schweder-Schreiner, dreht sich alles um eine große Frage: Die Frage der Schuld. Die Fortsetzung des Bestsellers „Der Junge im gestreiften Pyjama“ ist endlich da und dabei ein Roman, der ganz für sich stehen kann: Die in London lebende Gretel hat jegliche Erinnerungen an die Vergangenheit erfolgreich verdrängt – bis zu dem Tag, an dem eine neue Familie neben ihr einzieht, darunter der 9-jährigen Sohn Henry. Der Junge ruft alte Erinnerungen hervor und stellt Gretel vor eine harte Wahl: Wen soll sie schützen, sich, oder Henry? Wir haben den Autor gefragt, ob es überhaupt einen richtigen Weg gibt, mit Schuld umzugehen und was ihn dazu bewegt hat, eine Fortsetzung zu schreiben. Jetzt reinhören! Diese Podcast-Folge wurde im Auftrag des Piper Verlags vom Studio ZX produziert. Studio ZX – ein Unternehmen der ZEIT Verlagsgruppe.
28 Minuten
Viele werden es kennen, das Gefühl, zu wenig Zeit zu haben. Dabei haben wir alle ein festes Zeitbudget: Jeder Mensch hat pro Tag 24 Stunden zur Verfügung. Aber ist die Zeit wirklich gerecht verteilt? Mit „Alle_Zeit“, erschienen im Ullstein Verlag, hat Teresa Bücker ein politisches Sachbuch geschrieben, das sich kritisch mit unseren Minuten und Stunden auseinandersetzt. Mit persönlicher, privater Zeit, mit Familienzeit. Mit Zeit für Teilhabe und Freundschaft. Dabei stellt sie fest: Zeit ist politisch. „Alle_Zeit“ ist dabei kein How-To, kein Zeitmanagement-Ratgeber. Stattdessen fordert Teresa Bücker in diesem Buch nichts weniger als eine politische Debatte, ein Umdenken, einen Neuentwurf. Denn Zeit geht uns alle etwas an. Warum, und in welchen Bereichen – in dieser Folge von ZEIT für Literatur gibt es Antworten. Diese Podcast-Folge wurde im Auftrag des Ullstein Verlag vom Studio ZX produziert. Studio ZX – ein Unternehmen der ZEIT Verlagsgruppe.
37 Minuten
23 Minuten
In ihrem neuen Roman „Aufklärung“ führt Angela Steidele ihre Leser*innen ins Leipzig des 18. Jahrhunderts. Dorothea Bach, die älteste Tochter des Komponisten, ist nicht einverstanden mit der Biografie, die Johann Christoph Gottsched über seine verstorbene Frau Luise verfasst hat und schreibt ihre eigenen Erinnerungen auf. In ihren Erinnerungen folgen wir dem Leben und Lieben, Denken und Arbeiten, nicht nur der Familien Bach und Gottsched, sondern auch anderer Musiker, Buchdrucker, Schauspielerinnen und Dichterinnen der Zeit der Aufklärung. Mit großer Liebe zum Detail belebt Angela Steidele die Epoche. Wer noch tiefer eintauchen möchte, kann auf der vom Verlag eingerichteten Sonderseite Literaturlisten durchstöbern und eine Playlist hören. Im Podcast gehen wir der Frage nach: Was macht das 18. Jahrhundert so aktuell? Was kann uns die Aufklärung eigentlich heute noch lehren? Darum geht es in dieser Folge von Zeit für Literatur.
27 Minuten
Was bleibt von einem Leben, wenn es endet? Und was bleibt von einem Leben, dass ausgelöscht werden sollte? Eine Antwort auf diese Fragen ist Shelly Kupferbergs Buch „Isidor – ein jüdisches Leben“, erschienen im Diogenes Verlag. Isidor ist der Urgroßonkel der Autorin. Aus sehr ärmlichen Verhältnissen in Galizien kam er Anfang des letzten Jahrhunderts nach Wien und legte dort eine bemerkenswerte Karriere hin. Er wurde Kommerzialrat und Berater des österreichischen Staates und brachte es so zum Multimillionär. Doch er war nicht nur wohlhabend, er war auch ein Dandy, ein Kunstkenner, lebte in einem Palais und liebte Champagner zum Frühstück. Was er sich allerdings nicht vorstellen konnte: das die Nationalsozialisten ihm etwas anhaben können. Isidor starb 1938 völlig verarmt an den Folgen einer Inhaftierung. Mit „Isidor“ geht Shelly Kupferberg der Lebensgeschichte Isidors und seiner Familie nach. Sie fügt liebevoll Bruchstück um Bruchstück aus Erinnerungen, Akten, Fotos und Briefen zu einer Geschichte zusammen, die den Alltag der damaligen Zeit wieder lebendig macht. Im Podcast gehen wir daher der Frage nach: Wie nähert man sich der Vergangenheit? Wie nähert man sich dem Grauenvollen und findet Leben, wo eigentlich keines mehr sein sollte? Darum geht es in dieser Folge von Zeit für Literatur.
26 Minuten
Bestseller-Autor Amor Towles hat einen neuen Roman geschrieben: „Lincoln Highway“, erschienen bei Hanser. Wie der Titel schon andeutet, geht es um die sandigen Straßen Amerikas, dabei ist „Lincoln Highway“ nur auf dem ersten Blick eine Roadnovel. Der Roman, übersetzt von Susanne Höbel, erzählt die Geschichte der Brüder Emmett und Billy in nur zehn Tagen. Der 18-jährige Emmett kehrt nach einem Aufenthalt in der Jugendstrafanstalt nach Hause zurück zu seinem 8-jährigen Bruder Billy. Nach dem Tod ihres Vaters möchten sie einen Neuanfang wagen: Losfahren, nach Kalifornien, auf der Suche nach der verschwundenen Mutter. Doch dann wird ihr Auto geklaut – von zwei Freunden, die Emmett aus dem Gefängnis kennt. So beginnt eine Reise mit den witzigsten und unglaublichsten Begegnungen – Clowns, Landstreicher, arbeitslose Schauspieler, Bettler und besonders gefährliche Pastoren. In der Podcastfolge teilt der Autor mit uns seinen Schreibprozess, was ihm dabei besonders wichtig war und wie er überhaupt zu seinen Ideen kommt. Außerdem verrät er, wie vielschichtig der Roman adaptiert werden kann – schließlich nimmt jeder Leser und jede Leserin etwas anderes aus einer Geschichte mit.
24 Minuten
Nur zwei Flugstunden von Berlin entfernt sterben Menschen, verlieren ihre Heimat, wird ein Land zerstört. Es herrscht Krieg in der Ukraine. Für diesen Krieg trägt Deutschland eine Mitverantwortung: Jahrzehntelang wurde über das zweitgrößte Land in Europa hinweggeschaut. Der wirtschaftlich dominierte „Wandel durch Annäherung“ in Bezug auf Russland ist krachend gescheitert. Um die aktuelle Situation zu verstehen, müssen historische, wirtschaftliche und politische Zusammenhänge betrachtet werden. Mit „Die Ukraine und wir – Deutschlands Versagen und die Lehren für die Zukunft“ ist nun ein politisches Sachbuch erschienen, das diese Zusammenhänge erstmals erklärt: prägnant, nachvollziehbar, verständlich. Es ist das erste aktuelle politische Sachbuch, in dessen Zentrum die Ukraine steht sowie das Verhältnis Deutschlands zu diesem Land. Geschrieben hat es Sabine Adler, langjährige Osteuropa-Korrespondentin des Deutschlandfunks. Sie zieht eine äußerst kritische Bilanz: Die politischen Versäumnisse müssen dringend aufgearbeitet werden! Es ist Zeit, einen radikalen Kurswechsel einzuleiten! In dieser Podcastfolge erzählt die Autorin, warum die Ukraine lange ignoriert wurde, welche Rolle Lobbyismus in dem Konflikt spielt und welche konkreten politischen Maßnahmen ergriffen werden sollten, um ihn zu lösen.
32 Minuten
Es gibt einen neuen Ermittler am Spannungsliteraturhimmel: Lennard Lomberg. Aber von vorne: Stellen Sie sich vor, Sie bemerken, dass Ihre eigene Familiengeschichte plötzlich mit einem historischen Ereignis verknüpft ist – und dass auch noch Ihre Profession damit im Zusammenhang steht. Und dann gibt es plötzlich einen Mord. So könnte man die Handlung von Andreas Storms Debüt-Roman „Das neunte Gemälde“, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, grob zusammenfassen. Aber natürlich ist da noch viel mehr: Es geht um Raubkunst, einen mutmaßlichen Picasso und einen Anruf. Der Anrufer deutet an, dass Lomberg selbst Berührungspunkte mit dem einst verschollenen Gemälde hat, um das es geht. Kurz darauf ist der Anrufer tot – und Lomberg wird zum Detektiv in eigener Sache. Seine Ermittlungen führen ihn in das besetzte Paris der 1940er Jahre über die verrauchten Hinterzimmer der Bonner Republik bis in die Gegenwart der florierenden Schweizer Auktionshäuser und zum Brexitreferendum. In dieser Podcastfolge erzählt der Autor, wie er es geschafft hat, seinen ersten Roman zu veröffentlichen, was ihn dazu inspiriert hat und warum die Geschichte des Kunstexperten Lennard Lomberg noch lange nicht auserzählt ist.
28 Minuten
Wie findet man in unmenschlichen Zeiten noch zu seiner eigenen Menschlichkeit? Wie hält man in dunklen Momenten an seiner Sehnsucht fest? Diese Fragen begleiten Elfie Wagner, Protagonistin von Anne Sterns neuem Roman „Drei Tage im August“, erschienen bei Aufbau Taschenbuch. Es ist der Sommer 1936 in Berlin. Die Nationalsozialisten sind an der Macht. Touristinnen und Touristen aus aller Welt kommen, um die Olympiade zu bestaunen. Inmitten: Elfie, Leiterin der stadtbekannten Chocolaterie Sawade. Um ihrem steten Begleiter, der Schwermut, zu entfliehen, versinkt Elfie in ihrer Arbeit. In einer Welt zwischen Marzipan, edler Schokolade und Nugat findet sie für einen kurzen Moment Frieden und nicht zuletzt auch einen Weg, ihren Mitmenschen in den schweren Zeiten etwas Halt zu geben. Und dann, mitten in ihrem routinierten Alltag, stößt Elfie auf ein Geheimnis.
32 Minuten
Manchmal kann ein einfacher Teppich ein Leben verändern. Denn Mia Sund, Faserarchäologin und Kuratorin an der Universität Greifswald, bekommt einen Teppich zugeschickt – und damit beginnt eine Zäsur in Mia Sunds Leben. In „Fischers Frau“, dem neuen Roman der Bestseller-Autorin Karin Kalisa, ist der Alltag von Mia Sund eine reine Wiederholung, jeder Tag ist wie der vorherige. Doch dann bekommt sie einen über 100 Jahre alten Fischerteppich zugeschickt, aus Zagreb, wie sie herausfindet. Und plötzlich verändert sich etwas in ihr. Plötzlich kommt sie sich selbst näher, obwohl sie doch eigentlich auf der Suche nach der Geschichte dieses alten Fischerteppiches ist. Die Autorin hat einen Roman geschrieben, in dem es auf den ersten Blick um Jahrhunderte alte Teppichkunst geht. Auf dem zweiten Blick wird aber klar: Eigentlich beschäftigt sich der Roman mit ganz anderen Fragen: Was ist echt und wahrhaftig, was eine Fälschung? Wie sind unterschiedliche Leben miteinander verwoben? Und welche Rolle spielt dabei eigentlich die eigene Identität, ist die flexibel oder fest? Antworten auf all diese Fragen gibt es in dieser Podcast-Folge von ZEIT für Literatur mit Karin Kalisa. "Fischers Frau" von Karin Kalisa, erschienen im Droemer Verlag, ist jetzt im Buchhandel Ihres Vertrauens und natürlich auch online erhältlich. Diese Podcast-Folge wurde im Auftrag des Droemer Verlags vom Studio ZX produziert. Studio ZX – ein Unternehmen der ZEIT Verlagsgruppe.
32 Minuten
Man kann sich seiner Umgebung nicht entziehen, so sehr man sich das manchmal auch wünscht. In Katharina Adlers neuem Roman „Iglhaut“, erschienen bei Rowohlt, macht die Protagonistin Iglhaut genau diese Erfahrung. Iglhaut ist eine Frau Mitte 40, Schreiner-Meisterin, sie hat gerne ihre Ruhe und ihre Freiheit. Sie wohnt alleine im Gartenhaus eines Mietshaues in München und hat dort, in einer Garage im Hinterhof, auch ihre Werkstatt. Schnell wird beim Lesen klar: So ganz alleine lebt Iglhaut jedoch nicht. Und genau darum geht es in diesem Roman. Da gibt es ihre Hündin, die Kanzlerin, da gibt es die vielen Nachbarinnen und Nachbarn, die Iglhauts Leben prägen und deren Leben sie prägt. Katharina Adler hat mit Iglhaut einen Roman geschrieben, der sich mit der Frage beschäftigt, wie sehr die Leben von anderen Menschen, also auch deren Entscheidungen, Wünsche und Träume, sich auf das eigene Leben auswirken. Sind wir alle miteinander verbunden? Wieviel davon ist Zufall, wie viel freier Wille? Und bedarf es dafür eine Entscheidung – oder ist diese Verbundenheit vielmehr unaufhaltbar? All diese Fragen werden in dieser Podcast-Folge von ZEIT für Literatur gestellt. "Iglhaut" von Katharina Adler, erschienen im Rowohlt Verlag, ist jetzt im Buchhandel Ihres Vertrauens und natürlich auch online erhältlich. Diese Podcast-Folge wurde im Auftrag des Rowohlt Verlags vom Studio ZX produziert. Studio ZX – ein Unternehmen der ZEIT Verlagsgruppe.
32 Minuten
Elizabeth Zott versteht einfach nicht, warum sie keine erfolgreiche Naturwissenschaftlerin sein sollte. Die Tatsache, dass sie eine Tochter hat, die Tatsache, dass sie eine Frau ist – als rational denkende Persönlichkeit sind das für sie keine Begründungen, die ausreichen. Im Gegenteil: Logisch ist das alles nicht. Im Kalifornien der 1960er Jahre gibt es viele Parallelen zur Gegenwart. Mit „Eine Frage der Chemie“ hat die Autorin Bonnie Garmus einen Roman geschrieben, der Themen anspricht, die auch heute noch mehr als aktuell sind: Es geht um Sexismus im beruflichen und privaten Kontext, um Mutterschaft und die große Frage, wie man ein selbstbestimmtes Leben führt und mitten im Scheinwerferlicht des Romans steht die Frau, die all diese Themen in ihrem Leben verhandelt: Elizabeth Zott. Elizabeth Zott ist nicht nur Wissenschaftlerin und alleinerziehende Mutter, sondern wird durch einen Zufall von Walter Pine, Fernsehproduzent, entdeckt. Ganz widerwillig wird sie mit ihrer Kochshow Essen um sechs zum Star, aber Essen um sechs ist mehr als eine Kochshow. Das wird den Leserinnen und Lesern des Romans schnell klar. Denn Elizabeth hat eine Mission: Sie möchte Frauen zeigen, dass ein Leben ganz nach ihren individuellen Vorstellungen keine Utopie bleiben muss, sondern möglich ist. Nicht zwingend, weil sie leidenschaftlich dafür brennt, sondern vielmehr, weil sie einfach nicht versteht, warum es anders sein sollte. "Eine Frage der Chemie" von Bonnie Garmus, erschienen im PIPER Verlag, ist jetzt im Buchhandel Ihres Vertrauens und natürlich auch online erhältlich. Übersetzt haben den Roman Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. Diese Podcast-Folge wurde im Auftrag des PIPER Verlags vom Studio ZX produziert. Studio ZX – ein Unternehmen der ZEIT Verlagsgruppe.
ZEIT für Literatur – Der Vorlesepodcast der ZEIT Verlagsgruppe
Autorinnen und Autoren lesen aus ihren neuen Romanen