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Wiener Börse Podcast Archiv

692 Episoden
13 Minuten
"Zucker ist mittlerweile unser deutlich kleinstes Geschäftssegment. Wir reduzieren unser Engagement in Bereichen, wo wir wenig bis gar keine Profitabilität haben und reinvestieren das in unsere Wachstumsfelder", so Agrana-CEO Stephan Büttner. Ein strategischer Wachstumsbereich ist Food & Beverage Solutions. Bei AGRANA wird die Rechnung wieder süßer: Das Halbjahres-EBIT hat sich mehr als verdoppelt, im Zucker ist das zweite Quartal wieder positiv. Aber Dürre drückt auf die Rübenernte, Food & Beverage verdient weniger und die Verschuldung steigt. Das Nahrungsmittel- und Industriegüterunternehmen AGRANA steigerte das Ergebnis im ersten Halbjahr 2026|27 deutlich. Bei einem stabilen Konzernumsatz von 1.700,2 Mio. Euro stieg das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) von 28,0 Mio. auf 63,5 Mio. Maßgeblich dafür waren die EBIT-Verbesserungen in den Segmenten ACS-Stärke auf 17,2 Mio. (Vorjahr: 3,1 Mio. ) und ACS-Zucker auf -2,0 Mio. (Vorjahr: -36,3 Mio. ). "Wir arbeiten permanent an einer Reduktion unserer Verschuldung."
25 Minuten
Aus organischen Reststoffen werden Proteine, Fette und Dünger - und REPLOID will daraus ein internationales Kreislaufgeschäft bauen. CEO und Gründer Philip Pauer erklärt, warum sich der Fokus von Landwirten hin zur Lebensmittelindustrie verschiebt: Dort fallen große Reststoffmengen an, Entscheidungen fallen schneller und Aufträge werden teils mit 40 bis 50 % angezahlt. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz nur leicht auf 10,6 Mio. Euro, das EBIT sank auf 3,9 Mio. Euro und der Periodenüberschuss auf 1,8 Mio. Euro. Gleichzeitig steht ein Auftragsbestand von 108 Mio. Euro zu Buche. Das Wachstum kostet jedoch Kapital: mehr Personal, Internationalisierung und Zukäufe lassen Kosten, Working Capital und Schulden steigen. Pauer setzt auf vertikale Integration, weitere M&A-Schritte und neue Märkte. Für Anleger wichtig: Der Aktiensplit 1:15 soll die Handelbarkeit verbessern; der Streubesitz soll von rund 15 auf über 25 % steigen.
13 Minuten
Fondsmanager Alois Wögerbauer von 3 Banken-Generali bleibt gelassen. Höhere Ölpreise und Zinsen bremsen Aktien nicht automatisch. Und die Jahresendrallye? Wögerbauer bleibt entspannt: "Brauchen tun wir die Jahresendrallye nicht."
19 Minuten
EVN stellt die Energiewende neu auf. Finanzvorständin Alexandra Wittmann erklärt "Energy Orchestration" und die Milliardeninvestitionen bis 2030. Im Fokus stehen Netze, Speicher, Wind, Photovoltaik und Digitalisierung. Dazu kommen mögliche Rechenzentren an alten Kraftwerksstandorten. Wie viel Rendite bringt das? Wie stark steigt die Verschuldung? Und was bekommt der Aktionär? Wittmann sagt: "EVN is Ready."
12 Minuten
ReGuest wächst weiter, verdient im ersten Halbjahr aber deutlich weniger. Der Umsatz steigt um 4%, das EBT hat sich fast halbiert. CEO Michael Mitterhofer verweist auf höhere Buy-and-Build-Kosten. Gleichzeitig treibt ReGuest die ComOP-Plattform und weitere Übernahmen voran. Dafür soll frisches Kapital kommen. Im Podcast erfahren Anleger, wie belastbar der Wachstumskurs ist und wo die größten Chancen und Risiken liegen.
29 Minuten
IPO Spotlight - gemeinsam mit Trending Topics sprechen wir mit einigen der besten Expertinnen und Experten über den Weg von Unternehmen und Scale-ups an die Börse. Ein Unternehmen, dessen Aktie man bisher nur auf der firmeneigenen Plattform kaufen kann, und ein CEO, der sich selbst als großen Börsenfan bezeichnet: Die oekostrom AG. Ein von der FMA gebilligter Kapitalmarktprospekt liegt vo - das Listing kann erfolgen. Zu Gast ist Ulrich Streibl, CEO der oekostrom AG.
14 Minuten
China baut seine Energie- und Industrievorteile aus. In den USA wachsen zugleich die Risiken durch Schulden, Zinsen und teure KI-Investitionen. Wolfgang Matejka erkennt am Anleihemarkt einen "Staffellauf der Angst". Einen großen Börsenkrach erwartet er jedoch nicht. Der "leise Crash" läuft bereits über sinkende Bewertungen. Europa profitiert von besseren Wachstumsdaten, steigenden Aufträgen und möglichen Kapitalzuflüssen: "It's a good place to be again."
19 Minuten
Öl über 100 Dollar, US-Renditen bei 5 % und Nervosität bei KI-Aktien: Manuel Schleifer, Senior Equity Market Strategist bei Raiffeisen Research, bleibt gelassen. Entscheidend sei beim Öl weniger die magische 100-Dollar-Marke als Dauer und Geschwindigkeit des Anstiegs. Europas Industrie sei verwundbar, aber deutlich besser auf Energieschocks vorbereitet als 2022. Auch eine Rendite von 5 % bei US-Staatsanleihen ist für Schleifer kein automatisches Verkaufssignal: Historisch lasse sich daraus kein verlässlicher Zusammenhang mit schwachen Aktienmärkten ableiten. Beim ATX sieht er gerade wegen der steilen Zinskurve Rückenwind für den stark gewichteten Finanzsektor. Den jüngsten KI-Rücksetzer wertet Schleifer nicht als Trendbruch, sondern als mögliche Einstiegschance. Besonders spannend wird für ihn der Herbst: Vor den US-Midterms könne die Volatilität steigen, danach spreche die Börsenhistorie häufig für Rückenwind.
10 Minuten
Biogena startet im Segment direct market plus und gewinnt rund 2.500 neue Aktionäre. CEO Albert Schmidbauer nennt den Börsenplatz eine Einstiegsstation. Bis zu 25 Mio. Euro sollen das Wachstum beschleunigen. Der Apothekenvertrieb beginnt im Oktober. Plazas in München und Frankfurt folgen. Sein Ziel: 500 Mio. Euro Umsatz bis 2030 - ohne einen weiteren Euro in die Produktion zu investieren. Weitere Börsenschritte sollen folgen.
11 Minuten
"Aktien sind alternativlos", so Fritz Mostböck, Head of Group Research der Erste Group. Das Umfeld sei zwar fragil: Geopolitische Krisen, ein hoher Ölpreis und steigende Inflationsraten belasten, während steigende Renditen bei US-Staatsanleihen mit fallenden Anleihekursen einhergehen. Aktien böten dagegen langfristig Inflationsschutz, weil Unternehmen höhere Preise weitergeben können. Zentral- und Osteuropa bleibt für Mostböck der Wachstumsmotor der EU. Nach seiner Faustregel erzielt die Region mehr als doppelt so hohe Wachstumsraten. Davon profitiert auch Wien: Mit einem 2026er-KGV von 12, einem 2027er-KGV von 11, einem erwarteten Gewinnwachstum von 10 beziehungsweise 15 % und rund 4 % Dividendenrendite hält er den Markt trotz der Rallye für attraktiv. Das geplante Zukunftsdepot für Kinder und Jugendliche sieht er als richtigen ersten Schritt: Eine langfristige Kapitalmarktanlage könne über 40 bis 45 Jahre mehrere Börsencrashs verkraften und die staatlich dominierte Altersvorsorge sinnvoll ergänzen.
14 Minuten
Vom Reinraum bis zum Brenner: PORR baut aus einer Hand! PORR-Chef Karl-Heinz Strauss widerspricht im Gespräch mit Peter Heinrich vom Börsenradio dem Krisengerede: Nicht die Bauwirtschaft stecke in der Krise, sondern vor allem der Immobilien- und Wohnbau. Für Infrastruktur, Energiewende, Rechenzentren und intelligente Verkehrssysteme erwartet er für die kommenden acht bis zwölf Jahre einen Bauboom. Wie technisch PORR inzwischen arbeitet, zeigen zwei Großbaustellen: In Erfurt entsteht für X-FAB die Chipfabrik Fab4Micro samt Reinräumen. Am Brenner-Basistunnel bohren Maschinen wie "Wilma", 200 bis 250 Meter lang und bis zu 3.000 Tonnen schwer. Auch personell baut PORR Brücken: Rund 250 Fachkräfte aus Indien arbeiten in Rumänien, nachdem Kontakte auf Baustellen in Doha entstanden waren. Finanziell stehen 9,8 Mrd. Euro Auftragsbestand einem saisonal schwachen Cashflow gegenüber. Strauss kündigt zum Jahresende wieder einen positiven Cashflow an, will nur passende und profitable Aufträge annehmen und erwartet 2026 ein noch besseres Jahr als das Rekordjahr 2025.
25 Minuten
IPO Spotlight - gemeinsam mit Trending Topics sprechen wir mit einigen der besten Expertinnen und Experten über den Weg von Unternehmen und Scale-ups an die Börse. Sie haben sich vom Keller der Schwiegereltern zu einem der dynamischsten E-Commerce-Unternehmen Europas entwickelt: niceshops aus der Steiermark ist seit der Gründung 2006 zu einem Player mit 45 Shop-Marken und einem Umsatz von fast 170 Millionen Euro aufgestiegen. Da wird irgendwann auch einmal ein Börsengang ein Thema. Genau darüber sprechen wir heute mit Christoph Schreiner und Carina Hödl aus der Geschäftsführung von niceshops. Die Themen: • Vom Keller zum E-Commerce-Player: niceshops‘ Geschäftsmodell mit 45 Shop-Brands und eigenentwickelter Software • Internationale Expansion: 90 % Exportquote, 80 Länder und starkes Wachstum in Zentral- und Osteuropa • KI als Effizienzwerkzeug: Technologieeinsatz in Übersetzung, Automatisierung und Customer Experience • Durch die Krise zur Profitabilität: Restrukturierung 2023/24 ohne Verluste für Partner und Banken • Wachstumsziele und Finanzen: 200 Millionen Euro Umsatz anvisiert, 4 % EBITDA-Marge und Finanzierung aus dem Cashflow • IPO-Pläne konkretisieren sich: Überlegungen zu Rechtsformwandel, Governance und dem richtigen Zeitpunkt • Wiener Börse als Heimatmarkt: Regionale Verwurzelung, Support für Scale-ups und Zugang zu internationalen Investoren Mehr zum Thema Börsengang und Listing an der Wiener Börse: https://www.wienerborse.at/listing/boersegang-ipo/
15 Minuten
RHI Magnesita ist der weltweit führende Weltmarktführer für Feuerfestprodukte, -systeme und -dienstleistungen. CFO Ian Botha erläutert im Rahmen der Hamburger Investorentage von Montega den Umsatzmix mit rund 65 % aus dem Stahlsektor und 35 % aus industriellen Anwendungen sowie die breite geographische und segmentbezogene Diversifikation des Geschäfts. "Our resilience comes from the diversification." Außerdem geht er auf die Kostenstruktur ein, bei der Rohstoffe mehr als 70 % der Gesamtkosten ausmachen, und hebt die rückwärts integrierte Produktion in mehreren Ländern hervor. Übernahmen sind zwar Teil der Strategie, kurzfristig aber nicht geplant. "We have received a very positive response from investors." (Interview in englischer Sprache)
15 Minuten
Helmut Sorger, CFO der Semperit AG Holding, freut sich bei den Hamburger Investorentagen von Montega auf eine "Investment-Community von Format nach hanseatischem Spirit". Semperit fertigt Industrieschläuche, Fördergurte, Rolltreppenhandläufe und Silikonteile. Das erste Halbjahr 2026 läuft stark: Der Umsatz steigt um 11 %. Das EBITDA hat sich mehr als verdoppelt. Gleichzeitig sorgt das Übernahmeangebot des Großaktionärs B&C weiter für Gesprächsstoff, wobei die Produktion derzeit nicht auf Hochtouren läuft. "Wir haben auf jeden Fall noch organische Wachstumskapazitäten. Wir wollen von jetzt ungefähr 700 Millionen Umsatz auf jeden Fall organisch auf die Milliarde wachsen. Und das ist mit den Kapazitätsreserven auch möglich." Sorger: "Als Unternehmen verweisen wir auf 200 Jahre Erfahrung. Wir haben führende Marktpositionen und einen Fokus auf Innovation, Technologie und Verbesserung in den Elastomeren in unserem Kerngeschäft."
8 Minuten
Die Österreichische Post gehört seit 20 Jahren zur Wiener Börse. Der Konzern liefert Briefe, Pakete und längst auch Bankgeschäfte. Neu hinzu kommen Mobilfunk und immer mehr internationale Logistikangebote. Im ersten Halbjahr wächst der Umsatz um 3,8 %. Das EBIT sinkt jedoch um 22 %. Gleichzeitig kauft die Post weiter zu. "Wir haben im ersten Halbjahr doch einige Einmaleffekte gehabt. So haben wir das Telekommunikationsgeschäft mit A1 beendet", erklärt CFO Barbara Potisk-Eibensteiner bei den Montega HIT Hamburger Investorentagen. Die Post ist seit 1. April 2026 mit ihrer eigenen Mobilfunkmarke YELLLOW gestartet, und YELLLOW nutzt aber das Mobilfunknetz von A1. Das Briefgeschäft hat auch weiterhin Bedeutung: "Wir schreiben den Brief nie ab und geben ihn nicht auf. Brief war das Brot, und das Paket die Butter obendrauf." In Osteuropa gibt es einen heiß umkämpften Markt um jedes Paket bei den chinesischen E-Commerce-Firmen.