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Wissen gegen Krebs Archiv

60 Episoden
13 Minuten
Max starb, als er 14 Monate alt war. Er hatte einen Hirntumor. Die Ärzte konnten der Mutter keine Antwort nach dem «Woher?» und «Warum?» geben. Doch am Spitalbett von Max erinnerte sich die Mutter, dass ein weiteres Kind im Dorf an einem Hirntumor erkrankt war. Nach solchen regionalen Häufungen von Krebsfällen bei Kindern sucht Ben Spycher von der Universität Bern. «Mit den Daten des Kinderkrebsregisters können wir schweizweit forschen und versuchen, Risikofaktoren für Krebs bei Kindern zu finden», erklärt Spycher seine Motivation. «Unsere Hoffnung ist, dass wir einen Anteil an Krebsfällen bei Kindern verhindern können, indem wir vermeidbare Risikofaktoren erkennen.» Auch die Mutter von Max hofft auf die Forschung: «Dann wäre der Tod von Max nicht ganz umsonst gewesen.»
15 Minuten
«Beim zweiten Mal war alles schwieriger zu akzeptieren.» Maria erkrankte 2017 an Brustkrebs und hatte wenige Jahre später überraschend einen Rückfall. Heute geht es ihr wieder gut, aber ihr Vertrauen in das Gesundheitssystem und in den eigenen Körper wurde zwischendurch tief erschüttert. Ihre Erfahrungen bringt sie nun als Mitglied des Forschungsteams in eine Studie ein, die von Prof. Andrea Kobleder von der Ostschweizer Fachhochschule geleitet wird. Ziel der Studie ist es, konkrete Massnahmen im Therapiealltag aufzuzeigen, die das Vertrauen stärken. Damit sich Menschen wie Maria nicht als Nummer, sondern aufgehoben fühlen, wenn sie etwa mit dem Namen angesprochen werden: «Das sind Kleinigkeiten, die aber das Vertrauen in sich selbst wieder stärken – und eben auch in das Gesundheitssystem.»
14 Minuten
«Als sie einen passenden Spender gefunden hatten, war das wie ein Sechser im Lotto für mich!» Jocelyne L. hatte eine aggressive Form von Leukämie. Eine Blutstammzelltransplantation rettet ihr schliesslich das Leben. Doch ihr Beispiel zeigt auch, dass diese Therapie bei Blutkrebs noch kein Wundermittel ist. Deshalb sei es wichtig weiterzuforschen, ist ihr behandelnder Arzt Prof. Jakob Passweg überzeugt. Er ist Chefarzt der Hämatologie am Universitätsspital Basel und seit 2023 Präsident der Stiftung Krebsforschung Schweiz. In diesem Podcast erklärt er, bei welchen Leukämie-Arten eine Stammzelltransplantation infrage kommt, was die Risiken sind und weshalb es zu einer sogenannten umgekehrten Abstossung kommen kann.
12 Minuten
«Das nationale Krebsregister ist ein riesiger Datensatz – wie eine grosse Excel-Tabelle», erklärt Katharina Staehelin, Leiterin der Nationalen Krebsregistrierungsstelle. Rund 1,2 Millionen Tumorfälle sind bereits registriert. Ziel ist es, jede Krebsdiagnose in der Schweiz im Register zu erfassen. Denn je mehr Fälle gemeldet werden, desto grösser ist die Aussagekraft der gesammelten Daten und desto nützlicher sind sie für Forscherinnen und Forschern. So auch für Prof. Daniel Zwahlen. Der Leiter der Klinik für Radio-Onkologie am Kantonsspital Winterthur hat anhand der Daten untersucht, welchen Einfluss der Wohnort auf das Therapie-Angebot für Brustkrebspatientinnen hat. Im neuen Podcast erklären er und Katharina Staehelin, wie das Krebsregister funktioniert, wer die Daten analysieren kann und wofür diese benötigt werden.
16 Minuten
Erst als sein Hoden immer grösser wurde, ging Marcel H. zum Arzt. Dort erhielt er mit 48 Jahren die Diagnose Hodenkrebs. Heute, fünf Jahre später gehört er zur Gruppe der Krebsüberlebenden, den sogenannten Cancer Survivors. «Glücklicherweise können wir inzwischen fast alle Patienten mit Hodenkrebs heilen», sagt Dr. med. Christian Fankhauser vom Luzerner Kantonsspital. Der Facharzt für Urologie forscht mit Unterstützung der Stiftung Krebsforschung Schweiz daran, die Nachsorge bei Hodenkrebs zu optimieren und die Langzeitfolgen der Krebstherapie zu reduzieren. Denn Hodenkrebs tritt hauptsächlich bei jungen Männern zwischen 20 und 40 Jahren auf. In diesem Podcast geht es deshalb auch um die Folgen nach der Entfernung eines Hodens, die Angst vor einer Impotenz und die Kinderfrage.
13 Minuten
«Wenn es einem so schlecht geht, ist man über alles glücklich, was helfen könnte.» Deshalb hat die Patientin Ines keine Sekunde gezögert, als sie angefragt wurde, an einer Studie zur Wirksamkeit von Heileurythmie teilzunehmen. Als eine von vielen Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs absolviert sie nun – unter wissenschaftlicher Beobachtung – diese ganzheitliche Bewegungstherapie. Untersucht wird, ob Heileurythmie die sogenannte Fatigue mindern kann, eine chronische Müdigkeit, unter der sehr viele Krebsbetroffene leiden. Federführend mit dabei ist Prof. Ursula Wolf, Direktorin des Instituts für Komplementäre und Integrative Medizin der Universität Bern. Sie erzählt von ihren langjährigen guten Erfahrungen mit der Therapie.
11 Minuten
Der Gastroenterologe Prof. Michael Scharl vom Universitätsspital Zürich nimmt die Rolle des Darmmikrobioms – das sind alle Mikroorganismen, die in unserem Darm wohnen – bei der Entstehung von Krebs unter die Lupe. «Wir wissen, dass sich die Zusammensetzung des Darmmikrobioms bei vielen Erkrankungen verändert. Die grosse Frage ist aber, ob dies die Ursache für die Entstehung einer Krankheit oder erst die Folge ist», so der Magen-Darm-Spezialist. Mit zwei Forschungsprojekten will Michael Scharl das Darmmikrobiom so verändern, dass Krebstherapien besser wirken. Auf welche Schwierigkeiten er dabei stösst und wieso er sich davon nicht entmutigen lässt, zeigt diese Podcast-Folge.
14 Minuten
Seit bald 30 Jahren erforscht Prof. Monika Hegi vom Universitätsspital CHUV in Lausanne Hirntumore. Ihr Schwerpunkt sind Glioblastome, eine besonders aggressive Art von Hirntumoren. Je nach Variante dieser Tumore überleben Patientinnen und Patienten heute im Schnitt nur knapp ein Jahr. Eine Ausnahme ist Sophie B. (26). Mit 19 Jahren erhielt sie die Diagnose Glioblastom. Ihr Hirntumor war da bereits so gross wie eine Mandarine. Sie sagt: «Ohne Krebsforschung wäre ich wahrscheinlich nicht mehr am Leben.» Glioblastome, hoffnungsvolle Gedanken und die Bedeutung von Tumor-Gewebeproben stehen im Mittelpunkt dieser Podcast-Folge.
13 Minuten
«Ich habe sehr gelitten, aber es lohnt sich durchzuhalten!» Vor rund einem Jahr wurde bei der 17-jährigen Kyra K. ein bösartiger Tumor diagnostiziert. Es folgten Chemotherapien, mit heftigen Nebenwirkungen: Müdigkeit, Brechreiz und einer hohen Infektgefahr. Zur Schule konnte sie nicht mehr gehen. Noch bevor sie ausfielen, schnitt Kyra sich ihre Haare selbst ab. Solche Nebenwirkungen zu reduzieren, ist das Ziel des Onkologen Prof. Nicolas von der Weid vom Universitäts-Kinderspital beider Basel UKBB. Mit Unterstützung der Krebsforschung Schweiz untersucht er in einer aktuellen Studie, ob sich Nebenwirkungen wie Schmerzen und Gefühlsstörungen durch ein gezieltes, körperliches Training reduzieren lassen.
14 Minuten
«Vorwärts kommen wir nur, wenn wir forschen», ist Prof. Miklos Pless überzeugt. Er ist Forscher mit Leib und Seele, doch der Chefarzt der Medizinischen Onkologie am Kantonsspital Winterthur weiss auch: «Klinische Forschung besteht aus zwei Dritteln Enttäuschungen und einem Drittel Erfolgserlebnissen.» Im Podcast spricht er über entgegengebrachtes Vertrauen, grosse Chancen in der klinischen Forschung und erzählt, wieso er seine Patientinnen und Patienten für unbekannte Helden hält.
15 Minuten
Der Fall der Schauspielerin Angelina Jolie sorgte für Schlagzeilen: Bei ihr wurde eine vererbbare Genmutation nachgewiesen, die das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs erhöht. Auch Marlies M. (46) ist von einer solchen Mutation betroffen und bereits zwei Mal an einer aggressiven Art von Brustkrebs erkrankt. Sie erzählt, wie sich bei ihr der Verdacht auf eine genetische Veranlagung erhärtet hat. Zu Wort kommt auch Salome Riniker, eine auf Genetik und Brustkrebs spezialisierte Onkologin. Sie führt genetische Beratungen durch und klärt Ratsuchende auf.
15 Minuten
«Ein Schock war es», sagt Martin Inderbitzin im Rückblick auf jenen Moment, als er die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs erhielt. Der mittlerweile 41-jährige Neurowissenschaftler und Mindset-Coach spricht von einer totalen Überforderung in der Sprechstunde, als ihm der Arzt die Diagnose eröffnete. Und doch hat die Art, wie sein Gegenüber mit ihm kommunizierte, Martin Inderbitzin in der Folge viel geholfen, die Hoffnung nicht aufzugeben. Wie anspruchsvoll solche Gespräche auch für die Ärzteschaft sind, erzählt der Psychiater Prof. Fritz Stiefel von der Universität Lausanne. Er forscht zum Thema Kommunikation in der Onkologie.
11 Minuten
Hanspeter Richterich, langjähriger Patron der Firma Ricola und Grossgönner der Stiftung Krebsforschung Schweiz (KFS), erzählt, wieso er sich für die Erforschung von Eierstockkrebs einsetzt: Seine Frau erkrankte vor 14 Jahren an einem Ovarialkarzinom, vor einem Jahr ist sie daran gestorben. Für den Witwer ist es eine Form, seine Dankbarkeit auszudrücken, dass seine Gattin dank Therapien noch viele Jahre nach der Diagnose weiterlebte. Sein finanzielles Engagement wiederum ermöglicht es, dass die KFS unabhängige Forschung finanzieren kann, wie sie Prof. Viola Heinzelmann am Universitätsspital Basel betreibt. Sie geht in ihrem aktuellen Projekt der Frage nach, wie sich die Prognose von Eierstockkrebs verbessern und ein Rückfall verhindern lässt.
16 Minuten
Wäre bei Roger G. vor zehn Jahren das metastasierende Melanom entdeckt worden, hätte er kaum überlebt. Doch dank der neuartigen Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren haben sich seine Tumoren mittlerweile zurückgebildet; er führt ein weitgehend normales Leben. «Die Checkpoint-Inhibitoren unterstützen das Immunsystem dabei, gegen den Krebs zu kämpfen», erklärt sein behandelnder Arzt Prof. Alfred Zippelius vom Universitätsspital Basel. Immuntherapien finden heute immer breitere Anwendung. Und doch ist noch viel Forschung notwendig, um Nebenwirkungen zu reduzieren und zu prüfen, wieso sie bei gewissen Patienten durchschlagenden Erfolg haben und bei anderen nicht.
12 Minuten
Manuela Eicher, Professorin für Pflegewissenschaft an der Universität Lausanne und am Universitätsspital CHUV, kennt die Pflege von der Pike auf. Sie weiss, wie wichtig eine enge und professionelle Begleitung von Patientinnen und Patienten mit Krebs ist. Nicht nur während des Spitalaufenthalts selber, sondern auch für die Zeit danach, die sich für viele als besonders anspruchsvoll erweist. Plötzlich fällt der sichere Rahmen, wie ihn das Spital bietet, weg. In ihrem aktuellen Forschungsprojekt entwickelt Manuela Eicher Hilfsmittel, um Betroffene auch nach dem Spitalaustritt optimal unterstützen zu können. Bei ihrem Projekt zieht sie nicht nur Fachkräfte aus der Pflege mit ein, sondern auch Patientinnen und Patienten.