Allein in schlechter Gesellschaft Archiv
300 Episoden
13 Minuten
Ich erzählte ja vorgestern das die Ersties kommen und ich nervös sei. Ja, ich war weiterhin nervös und bin mal wieder in eine Falle gelaufen. Die Falle alles mit dem Kopf machen zu wollen, dem Kopf aber kein Brennstoff zu liefern. Genau, ich rede von Frühstück. Ich hatte beim ersten Tag nicht gefrühstückt. Na das kann ja nicht so schlimm sein, stimmt, zeigt aber eine deutliche Haltung. Ich gehe auf die sonntägliche Spurensuche meiner Gewohnheiten.
17 Minuten
Wie so oft ist mir durch die verschiedenen Social Media Kanäle etwas spannendes begegnet. Sarah Leschs Auftritt unter freiem Himmel und ihr Erfolgssong Testament (unten in den Shownotes verlinkt). Ich konnte es gar nicht glaubrn was ich da höre. Der Song geht irgendwie um mein Arbeitsfeld, was mich auch immer stört am Bildungssystem, was wir aus unseren Kindern machen... Es ist ein Lied mit Hoffnung, gesungen von einer Künstlerin mit einer einfachen und doch tiefen Botschaft. Diese Episode ist ein Danke an dieses Lied und an Sarah Lesch. Merci
14 Minuten
Wenn wir im Bekannten- oder Freundeskreis Menschen haben die überarbeitet sind, eine Prozess des Downshiftings durchlaufen oder sich im Coaching befinden können wir sehr viel Unterstützung geben. Oft fragen mich Angehörige was sie machen können und wo sie eher ohnmächtig sind. Es ist seltsam, umgeben von Mittelstandsspielzeugen wie Thermomix und Kitchen Aid, von Audis A8 und Niederquerschnittsreifen sowie Urlaube in St. Barth und St. Moritz, kommen diese Fragen häufig auf. Das ständige Bestreben das Gleiche zu haben wie die Kumpels, das Wetteifern um die neueste Gucci Handtasche ist es was subtil wirkt und bei Burnout Klienten fast immer anzutreffen ist: Ein Freundeskreis der diese Nehmen-Mentalität hat, die nach einem permanenten Mehr strebt, die höher will und weniger Energie dazu benötigt. Da fängt es an zum Co-Coach zu werden, da fangen wir an Verantwortung zu übernehmen.
16 Minuten
Im Oktober fängt das Wintersemester an, mal wieder. Neue Studis, neue Situationen, runderneuerte Inputs und ein Dozent der nervös ist. Es ist nicht immer einfach als externer Dozent auf Hochschulniveau zu unterrichten. Ich erinnere mich noch an die Situation vor 4 Jahren, unsicher, mitten in der Masterarbeit und vollkommen am Rand des Wahnsinns. Nun ist vieles anders, ich habe mich auch weiterentwickelt. Meine Rolle als Dozent ist jedoch jedes Mal neu und irgendwie auch unvorhersehbar. Morgen sind es 70 neue Menschen die vor mir sitzen und das Recht auf gute Bildung haben. Ich werde hoffentlich gut performen.
17 Minuten
Was können Arbeitskollegen, Chefs oder Inhaber tun wenn sie merken, dass ein Kollege sich in Richtung Burnout bewegt. Wir haben ja ein Gefühl, eine Wahrnehmung bezüglich unserer Mitmenschen. Wir ziehen uns jedoch oft zurück weil wir nicht wissen was wir tun können. Wenn keine wirkliche Beziehung zum Anderen besteht ist sowieso kein Interesse da. In einem System wie einer Organisation ist aber ein "schwaches Glied" problematisch. Meist treten diese Phänomene jedoch bei mehreren Mitarbeitern auf, es ist wie eine Kettenreaktion und oft fängt es Oben an.
22 Minuten
Podcasts in Sozialen Einrichtungen sind noch viel zu selten wie ich finde. In den letzten Jahren habe ich verschiedene Versuche unternommen Audio mehr in verschiedenen Einrichtungen zu verankern. Ich machte Projekte mit Kindern, Jugendlichen, Senioren und ganz normalen Menschen im mittleren Alter. Ich kam zu dem Schluss, das die lokalen Einrichtungen vielleicht gar nicht wissen was podcasten ist oder was sie da sagen sollen. Manchen denken, dass man dann über Klienten redet und mahnen gleich mal den Datenschutz an. Was gibt es denn für Formate die eine Einrichtung ohne großes Tamtam stemmen kann? Was sind die Themen die eine klassische Soziale Organisation in einem Podcast umsetzten kann?
18 Minuten
"Die Komplexität im Job und zunehmend auch in der Freizeit nimmt permanent zu. Das erschöpft mich immer mehr und meine Familie spürt das auch. Ich möchte keinen Burnout! Was kann ich dagegen tun?" Das sind die häufigsten Aussagen, die meine Coachees, meine Klienten meist haben. Die Überarbeitung weitet sich unweigerlich auf die Privatsphäre aus, nimmt alle in Ihren Bann und wird manchmal mit Webergrills und schicken Uhren weg gekauft. Weg aus dem Sinn, das man ja eigentlich nicht mehr kann, man hat das Steuer aus der Hand gleiten lassen. Wir sind irgendwie da rein geraten, wann nur ist das passiert? Im aktuellen Job, im letzten oder wars schon in Ausbildung? Es ist der Geist der Zeit, immer mehr in weniger Zeit zu erledigen. Erledigen zu wollen oder vielleicht auch zu müssen. Wir sollten unser Kapital nicht verschleudern, unser Kapital ist unser Körper, unser Sein. Runterschalten ist neu, en vouge und doch oft nur halbherzig oder einseitig gemacht. Nehmt Euer Steuer wieder in die Ha
22 Minuten
Im Schweizer Fernsehen, SF1, kommt regelmäßig eine philosophische Sendung. Nun sitzen da meist aber keine Philosophen sondern eher Leute aus der Praxis, Wissenschaftler oder Politiker. Neulich war Parag Khanna zu Gast und das Gespräch ging um unsere Zukunft. Wohin wir uns als Gesellschaft entwickeln, wo und wie mit Flüchtlingsströmen und mit Digitaler Spaltung umgegangen werden kann. Ein krasses Thema wie ich finde. Es wirkt erschreckend wenn ich mir vorstelle in einer Megacity mit 50 Mio. Menschen zu leben, alles und jeder ist vernetzt, die Abartigkeiten nehmen exponentiell zu. Wo ist die Sozialarbeit in diesem Szenario?
26 Minuten
Dampf in der Lifestylegesellschaft Ich dampfe seit 10 Monate wie ich neulich feststellte. Ex-Raucher so könnte ich das nennen was ich manchmal fühle. Ex irgendwas ist immer bei mir. Nun Ex-Raucher hätte ich mir nie vorstellen können, ich dachte immer ich geh mit Kippe ins Grab. Mit ner guten Lucky oder so. So war mal meine Vorstellung. Ich weiß nicht ob ich aktuell mit einer DNA 250 eingesargt werden wollte aber es geht ja nicht ums sterben. Eher geht es um Leben, Lebenszufriedenheit und einem Lifestyle und einer Community die geiler nicht sein kann. Also ich fühl mich, auch wenn ich nicht so wirklich drin bin, trotzdem zugehörig. Was aber ist das nun mit der E-Zigarette, dem dampfen und wieso ist es nicht giftig?
13 Minuten
Die alten Griechen wussten schon über die Kräfte des Walnussbaums bescheid und hatten für mich komische Ansichten. Heute morgen bin ich Ela begegnet und sie erzählte mir auch wieder was über die kreative und erneuerbare Kraft des Walnussbaums. Wieso dieses Thema hier? Nun, ich sitze fast jeden Morgen in unserem Schrebergarten unter unserem Walnussbaum und starte so in den Tag. Manchmal podcaste ich dort, manchmal schreibe ich und so gut wie immer schau ich einfach nur auf die angrenzenden Felder mit Getreide und Apfelbäumen. Es erdet dort, macht mich frisch.
13 Minuten
Ich schaue immer wieder mal die Höhle der Löwen auf Vox oder andere StartUp Sendungen im Fernsehen an. Was auffällig ist, es sind so gut wie keine StartUps dabei die soziale Ziele verfolgen. Vielleicht aber auch sozialarbeiterisches Handeln, Dienstleistungen in eine kleine Firma gepackt. Nix und wieder nichts taucht da auf. Ja man kann jetzt sagen, "klar Marc Mach Du doch..". Ja das kann man aber doch ist es eine Auffälligkeit. Ich meine wir haben ein lukratives Sozialsystem mit vielen Fehlern und Nischen. Die Großen können diese Lücken nicht füllen. Wo sind die gründungswilligen Sozialarbeiter?
16 Minuten
Die Ökonomisierung der Sozialen Arbeit schreitet voran. Stetig und mit großen Schritten sind viele soziale Einrichtungen bestrebt ihre Organisation profitabel zu machen. Betriebswirtschaft, Dokumentation und gute Fachkräfte scheinen alles zu regeln. Aber wie mir scheint, klappt die ganze gute gemeinte Bestrebung nur scheinbar. Im Bereich Erwachsenenbildung sprießen für alle möglichen Zielgruppen nun Träger aus dem Boden. Alle ähnlich, alle mit einem tollen Wasserkopf der viel regelt und verwaltet. Am Ende stehen meist unterbezahlte und nach einiger Zeit auch der letzten Motivation beraubte Sozialarbeiter. Gepampert von Landkreisen, Kommune oder EU bringen die Neuen etwas neues auch mit. Harte Kalkulation und harte Verhandlungen. Die Zeche zahlen natürlich die Klienten, wie immer, nur eben auch die Sozialarbeiter am Ende der Kette.
17 Minuten
Der Bundesnachrichtendienst ist wie man sich das aus neuesten Hollywood Filmen abschauen kann, ein ungebändigtes Tier. Snowden lieferte die Vorlage, brachte ans Licht wie massiv und allumfassend die NSA die Weltbürger abhört und ausspioniert. Wir haben uns ein bisschen empört und dann lieber wieder den aktuellen Fussballbericht diskutiert. Hee CIA, NSA... alles weit weg. Aber nun mach der BND das selbe bei uns. Und siehe da, nach bester deutscher Manier machen wir... nichts. Klar, solang das Viertele schmeckt, glaubt man solchen Horrorstorys nicht. Der Staat bespitzelt die Bürger, das kennen wir aus dem Geschichtsunterricht und Begriffen wie Gestapo, Stasi oder SS. Aber he in einem demokratischen Land, wo der Militärische Abschirmdienst uns vor dem Terror der Welt abschirmt, da geb ich gerne alles preis. Böses dem der Böses vermute! Was ist aber mit der sozialarbeiterischen Sonderstellung, der Diskretion und dem Schutz des Klienten? Wo ist dieser Schutz heute? Nach dem BND?
19 Minuten
Wir sind ständig damit beschäftigt loszulassen. Wir fokussieren uns auf das schöne und behagliche an Menschen, Situationen und Dingen. Wir geben ihnen eine Bedeutung die nur unser ist. Aber dann, wenn wir loslassen müssen oder sollen stehen uns diese emotionalen Verbindungen meist im Weg. Wir verzweifeln manchmal sogar daran wie schwer es ist loszulassen. Rene Egli schreibt in seinem Buch Das Lola Prinzip davon wie wir uns ganz leicht davon lösen können. Wir können den Fokus auf das Neue richten. Wir können die Situation umdeuten... alles mögliche ist auch möglich. Leider entscheiden wir uns oft für den Weg des Schmerzes.
18 Minuten
Wenn wir uns über andere aufregen oder wir in einen Streit reingezogen werden und uns positionieren sollen akzeptieren wir die Ist-Situation nicht. Wenn Menschen in unserer Nähe zu Drogen greifen, versuchen wir sie davon zu überzeugen das sie wieder aufhören sollen, eine Therapie machen oder in die Psychiatrie gehen sollen. Auf jeden Fall geht es darum die aktuelle Situation nicht zu akzeptieren. Es ist aber meist wichtig über unsere Grenzen zu gehen, mehr als nur Erwartetes zu leisten. Die Sucht akzeptieren ist das Gleiche wie den Sonnenaufgang zu akzeptieren, ebenso ist es sinnlos den Sonnenuntergang zu verneinen und darauf zu beharren es gäbe ihn nicht. So fängt alles an, Unerwünschtes mag man nicht sehen und schon gar nicht akzeptieren. Man mag der geile Hengst im Bett sein, der einfühlsame Ehemann und vielleicht ist man beides nicht so wirklich, was dann? Man könnte es akzeptieren und von diesem Stand aus Neues wagen.