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Allein in schlechter Gesellschaft Archiv

300 Episoden
11 Minuten
Ich lese öfters in den Sozialen Netzwerken den Satz, man solle seine Zeit nicht vergeuden. Don´t waste time, so steht es auf vielen Instagram Bildchen. Was bedeutet das aber, welche Zeit ist denn vergeudet? Ich denke wir vergeuden täglich so viele Stunden, wir fokussieren und auf Belanglosigkeiten, Streits und Illusionen. Wir werden gefüttert von Fußball, Netflix und Amazon Prime. Wir vergeuden oft unser ganzes Leben um dann auf dem Sterbebett, in den letzten Minuten festzustellen was wirklich wichtig war und ist im Leben. Das Leben selbst! Schaut bei Euch nach, wie viel Zeit ihr durch sinnentleerte Arbeit, Streit, Kriegs- und Elendsmeldungen vergeudet. Wie so oft ist der Drang des Einzelnen Opfer der Masse. Der Mehrheit, den Normalen. Und wieder kommen mir Momo in den Sinn, die grauen Herren, Zeitsparkasse, Optimierung, Effizienz. Es ist doch toll gelebt zu werden!
16 Minuten
HippsterBartträger sind die Rockstars der Café- und Promenadenszene 2016. Überall sehen wir Vollbärte, Krausbärte und jugendliche Bartanwärter in diesem Spätherbst. Der Trend ist klar, die Botschaft ebenso: Sei ein Mann! Ich find das sehr cool, auch wenn ich eher der halbglatte Typ bin. Parallel jedoch zieht eine anderer Hype die deutsche Männerwelt vor ungeahnte Konflikte. Sollen wir und nun den Genitalbereich auch mit Bartöl einreiben, Brusthaare weiterhin heißwaxen oder neue unentdeckte und dunkle Bereiche des eigenen Körpers ebenso haartechnisch absäbeln? Wirre Spiel um die Haare. Ob Hygiene oder Trend, es ist verwirrend.
18 Minuten
Ich hatte mich schon damit arrangiert mich aus den politischen Treiben raus zuhalten Naja als Sozialarbeiter ist das immer ein wunder Punkt, man muss ja schon fast was tun wenn man irgendwo Probleme riecht. So auch in diesem Fall. Benedikt Geyer, einigen von dem Podcast "Irgendwas mit Menschen" bekannt, postete folgende Nachricht in einer Facebookgruppe. Hallo Kolleg_innen, Es gibt Bewegungen, die mich doch etwas beängstigen/irritieren/ärgern. Eine davon ist die Bewegung Demo für Alle. Dort mischt sich munter, was dem konservativen bis weit-rechts-außen Spektrum zuzuordnen ist. Konkret geht es um den Lehrplan zur #Sexualerziehung in Hessen (4). Die Organisator_innen der sog. "Demo für Alle" (1) sprechen in einem offenen Brief von der "Indoktrinierung von Kindern mit der Gender-Idiologie" und sprechen sich implizit gegen jede Form der Vielfalt aus und fordern "Denken Sie an die Kinder, leisten Sie Widerstand gegen diesen Wahnsinn! Jetzt." Eine nähere Auseinandersetzung mit den Ver
16 Minuten
Wir sind von einer Infektion befallen die sich mit Tuberkulose messen kann. Eine Infektion des Geistes und der Seele. Wir finden sie überall, vom Ministerium bis in den Kindergarten. Es ist das Mittelmaß. Lange galt sie als deutsche Tugend. Irgendwie hat das Mittelmaß in Baden Württemberg Einzug in viele Köpfe und Herzen gehalten. Gleich sein, angepasst, nicht großkotzig, wie alle, ohne Probleme, mit vielen Versicherungen und Bequemlichkeiten. Wir schreiben Exzellenz Initiativen aus, sind wieder made in germany, sind Deutschland und doch... Mut und Alpha ist uns oft zuwider. Wir brauchen eine Rebellion, einen Crash, Elektroschocks für Gatekeeper und eine Prise Vertrauen. In uns!
17 Minuten
Disruptive Innovation im Sozialen Sektor ist an manchen Tagen ein Gedankenexperiment in meinen kreativen Arbeitsphasen. Ich versuche zu ergründen was die Soziale Arbeit so disruptives bräuchte um endlich aus dem Quark zu kommen. Welchen neuen Markt könnte die Soziale Arbeit denn aufmischen? Was aus den eignen Lagern müsste torpediert werden? Was müssen wir tun um von einer evolutionären Sustaining Innovation hin zu echter disruptiver Innovation zu kommen? Was ist das iPhone der Sozialen Arbeit?
15 Minuten
Es ist oft leicht gesagt sich mit der eigenen Endlichkeit auseinanderzusetzen. Menschen in der Familie werden älter, vergreisen, werden krank und manchmal gehen sie sprichwörtlich ein wie eine Primel. Wie gehen wir mit diesem Wissen und mit dem Gefühl des Sterbens um? Wir wissen es alle, klar, aber wie gehen wir mit dem Gefühl um? Ich bin im Alter von 24 Jahren mit dem eigenen Tod konfrontiert worden. Hat mich das im Umgang mit sterben umdenken oder umfühlen lassen? Ja, ich will leben. Ich will so arg leben, so intensiv, so frei, dass ich das manchmal kaum aushalte.
16 Minuten
Zu Beginn des Studiums hat man ja immer romantische Vorstellungen wo es hingeht. Je nachdem wie und wo man studiert ist natürlich sehr wichtig. Jeden Semesterstart nehme ich Studenten wahr die eigentlich recht medienaffin sind, jedoch im Laufe der Zeit diese Fähigkeit eher im privaten ausleben. Die Kompetenz in den Arbeitsalltag, die eigene Einrichtung und das eigene Tätigkeitsfeld zu übertragen ist eine schiere Mammutaufgabe, wenn die Organisation eher auf dem Mittelaltertrip beim Thema Internet ist. Teufelszeug sag ich nur! Wo und wie können aber jungfräuliche Erstsemester gehen wenn auch die eigene Fakultät den Medienbereich als eher nicht so zukunftsträchtig ansieht und die Soziale Einrichtung bei der man arbeitet eben sowenig Motivation hat? Oje... mal wieder der Untergang des Abendlandes.
15 Minuten
Auch der letzte hat es mitbekommen, wir haben Herbst. Im Herbst bieten sich neue Möglichkeiten, wenn man weiß wie, wo und was. Welche Möglichkeiten ich meine? Im Herbst beginnt die Natur sich langsam nach Innen zu wenden. Blätter wechseln die Farben und alles wird kraftloser. Es geht nach Innen. Wir assoziieren diese Zeit oft mit Decke, Tee, guten Büchern und ein Kaminfeuer. Wir leben allerdings in keiner emotional geprägten Industriewelt, im Business gibt es keinen Herbst, kein innen. Wir haben so langsam und stetig vergessen auf die Natur zu hören, sie wahrzunehmen. Wir quälen uns aus den Betten in der Nacht und kommen heim in der Nacht. Ob das irgendwie Auswirkungen auf uns hat? Diese beiden Zeitmodelle, das eine natürlich, das andere künstlich. Mal sehen was besser zu uns passt.
13 Minuten
Wenn ich so in die Welt sehe und wahrnehme was ich soll, wo es hingehen muss, wie Geld verdienen aussehen kann, wo man Leben könnte und wo nicht, da wird es irgendwie kribbelig. Wenn ich dann dazu anschaue wie ich mich manchmal fühle, ob ich mich fühle und wie meine Mitmenschen wohl fühlen, sehe ich irgendwie einen Mangel an Orientierung? An wem oder was sollen wir uns denn halten? Wer ist ein Idol und wer eher nicht? Wir sind Ziel- und orientierungslos geworden.
14 Minuten
Gestern war wieder ein spezieller Moment in meinem Leben. Die Situation, dass Menschen mit meiner Vergangenheit, meiner Gegenwart und den eigenen Bildern im Kopf konfrontiert werden. Was ist, wenn man liest dass der Dozent der vor einem steht eine Suchtbiographie hat? Gestern saßen da 70 Studierende und diskutierten mit mir über diese Tatsache. Es war spannend, berührend und doch auch echt skurril. Wie gehen wir mit Differenzen um, so könnte man es betiteln. Wie gehen wir mit Menschen wie mit mir um? Ich erlebe es immer wieder, es ist für beide Seiten nicht einfach.
15 Minuten
Die Frage ob man noch im Ursprungsberuf richtig ist kommt auf vielen Wegen. Was ist man wenn man einen Master hat, ist man dann noch Bachelor? Wenn man Sozialarbeiter mit Diplom ist und dann einen Master in Psychologie und danach ist man als freiberuflicher Dozent unterwegs. Was ist man dann? So begegnete mir auch die Frage erneut. Ein Freund und Studienkollege meinte neulich, ich würde ja nun keine Sozialarbeit mehr machen, eher so "gut Kohle" machen. Ja was soll man dazu sagen? Bin ich noch Sozialarbeiter oder doch Coach oder Unternehmer? Bin ich wie in NLP Kreisen häufig anzutreffen, ein Scanner? Fragen über Fragen.
17 Minuten
In verschiedenen Situationen meines Lebens bin ich mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Nichts weltbewegendes für die Gesellschaft, ich habe niemandem Schaden zugefügt außer mir. Trotzdem kann das ja mal passieren, z.B. beim alkoholisiertem Autofahren. Nun wenn man dann das Procedere der Strafe abgeschlossen hat kann man unter bestimmten Umständen die Strafe in sogenannte Sozialstunden umwandeln. Dienst am Volk, eine Art Wiedergutmachung soll hier geleistet werden. Was passiert in diesem Prozess eigentlich mit meinen Daten? Weiß die Einsatzstelle über mein Delikt und wenn ja wieso? Wenn sensible Daten, wie Tathergang, Deliktdetails etc. an den Arbeitgeber weitergegeben werden ist das nicht so prickelnd. Selbst wenn der Arbeitgeber, also die Einrichtung bei der man die Sozialstunden ableistet, nach dem Delikt fragt erinnert mich das an die Frage ob noch Kinder geplant seien wenn eine 30 Jährige Frau sich in Oberschwaben bewirbt. Unmoralisch, unethisch und schlicht nicht erlaubt... aus gu
16 Minuten
Achtsamkeit mit Strumpfhosen zu vergleichen kam mir bis vor kurzem nicht in den Sinn. Nach ein bisschen innerer Einkehr musste ich jedoch feststellen, dass mein Bild des Awareness- und Wellness Sektors sehr in Richtung Leinenhose, graumelierter Haarzopf und Himalayasalzwasser zur energetischen Tiefenreinigung geht. Nun sind wir aber nach wie vor eine der gestresstesten Gesellschaften der "modernen" Welt. Kürzere Mittagspausen, längere Arbeitsmeetings und 24/7 Erreichbarkeit auf dem neuen iPhone 7 muss schon sein. Der schleichende Burnout will ja gut vorbereitet sein. Eine Zwickmühle für alle Strumpfhosengegner.
17 Minuten
Seit die Sommerferien vorbei sind scheinen die Whatssapp- und Facebook Gruppen der Schüler-Lehrer-Sozialarbeiter-Connection stetig zu wachsen. Datenschutzrichtlinien, Privatsphäre scheint niemanden mehr zu interessieren seit wir kollektiv gegen Alles und überhaupt jede Weitergabe der Daten medienwirksam widersprochen haben. Wieso aber der ganze Schmu? Was machen denn alle globalen und sozialen Netzwerke mit meinen Daten? Ich als Sozialarbeiter und beruflicher Gutmensch glaube ja an das "soziale" bei Whatsapp und Facebook. Wieso wollen die auch meine Daten? Wieso haben die meine gesamte Kontaktliste, alle meine Anrufzeiten beim Selbsthilfenetzwerk und wieso bekomme ich Manuels Psychologin als Freundschaftsvorschlag bei Facebook? Fragen über Fragen, machen wir doch einfach mal ne Whatsappgruppe dazu auf.
13 Minuten
Nach der Burnout Welle kommt die Achtsamkeitswelle in der Coaching Branche. Achtsamkeitstraining ist irgendwie die logische Konsequenz aus dem Raubbau der Mitarbeiter, der Angestellten und der neuen Führungskräfte. Turboabi, zackzack nen Bachelor und weil es grad dazu passt noch einen MBA hinterher. Frisch und unachtsam starten wir jeden Tag neu durch. Wir achten mittlerweile auf das Essen und kaum oder keinen Alkohol am Arbeitsplatz, aber wo achten wir auf unser Denken, unsere kleinen Dinge?