Kulturstiftung der Länder Archiv
84 Episoden
31 Minuten
Mit Förderung der Kulturstiftung der Länder hat das Bach-Archiv in Leipzig die Gesamtausgabe der Werke von Johann Sebastian Bach (1685-1750) erworben, die sich einst im Besitz des Dirigenten und Komponisten Gustav Mahler (1860-1911) befunden hat. Über die Bachrenaissance der Bach-Musik nach 1829 spricht Prof. Dr. Peter Wollny, Direktor der Stiftung Bach-Archiv. Ein „Jahrhundert-Konzert“ nennt Wollny die Aufführung der Matthäus-Passion im Jahr 1829, dirigiert vom dem gerade mal zwanzigjährigen Felix Mendelssohn-Bartholdy in Berlin. Zwei Jahrzehnte später beginnt man, eine kritische Gesamtausgabe der zuvor weitestgehend in Vergessenheit geratenen Musik Bachs zu erarbeiten. 50 Jahre soll dieses Projekt dauern. Eine solche Gesamtausgabe hat schließlich Gustav Mahler erworben.
26 Minuten
Die Schwäbisch-Alemannische Fastnacht wird jährlich von hunderttausenden Närrinnen und Narren in Schwaben und Teilen der Schweiz begangen. 2014 wurde sie in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Jetzt sollen in dem Projekt „Schwäbisch-Alemannische Fastnacht – Immaterielles Kulturerbe als Auftrag für die Zukunft“ Umgang und Auswirkungen von immateriellem Kulturerbe in der Praxis dokumentiert und erforscht werden, ein Projekt, das es in dieser Form noch nie gab. Gefragt werden soll dabei: Was passiert mit einem Brauch, der plötzlich diese Auszeichnung erhält? Was heißt überhaupt immaterielles Kulturerbe? Wie reagieren die Akteur:innen auf eine solche Auszeichnung, wie verändert sie die kulturelle Ausdrucksform und wie kann das Kulturerbe erfolgreich weiterentwickelt werden? Ziel des Projektes ist eine Dokumentation über den Umgang mit und die Auswirkungen von immateriellem Kulturerbe in der Praxis. Gefördert wird es von der Kulturstiftung der Länder und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.
24 Minuten
Im Beethoven-Jahr 2020 hat das Bonner Beethoven-Haus mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder ein Skizzenblatt Ludwig van Beethovens (1770-1827) erworben, das sich jahrzehntelang in Privatbesitz befunden hatte. Es ist Teil eines Doppelblattes, dessen andere Hälfte bereits seit 1956 in Bonn aufbewahrt wird. Auf dem Blatt finden sich handschriftliche Skizzen zum vierten Satz von Beethovens Streichquartett opus 127, einem der letzten Streichquartette aus seiner Feder. Vom 16. September 2020 an wurde die neu erworbene Skizze erstmals öffentlich in der sogenannten „Schatzkammer“ im Museum in Beethovens Geburtshaus ausgestellt. Die Kulturstiftung der Länder hat den Erwerb anteilig mit rund 36.000 Euro gefördert. Hans-Georg Moek, Leiter Kommunikation der Kulturstiftung der Länder hat mit Dr. Julia Ronge, Kustodin der Sammlungen im Beethoven-Haus, über Beethoven, das Beethoven-Haus, das Beethoven-Jahr in Zeiten von Corona und über andere zurückliegende Erwerbungsförderungen der Kulturstiftung der Länder gesprochen. Die Musikbeispiele aus dem 4. Satz des Streichquartetts opus 127 in Es-Dur wurden eingespielt vom Hagen Quartett. Die Tonaufnahmen hat uns freundlicherweise die Deutsche Grammofon zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
29 Minuten
Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung wurde 1995 als eine Kulturstiftung vom Ostdeutschen Sparkassenverband und seinen Mitgliedssparkassen errichtet. Von 1996 bis 2010 hat sie mit rund 100 Millionen Euro etwa 2.100 künstlerische und kulturelle Projekte in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt gefördert, u.a. in den Bereichen der Bildenden Kunst, der Musik, der Literatur, der Darstellenden Kunst, der Museen oder der Denkmalpflege. In all´ den Jahren haben die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Kulturstiftung der Länder in zahlreichen Förderprojekten kooperiert. 2019 hat die Kulturstiftung der Länder begonnen, sukzessive ihre Kooperationspartner in ihrem Stiftungsmagazin Arsprototo und in Podcasts vorzustellen. Nach Podcasts über die Ernst von Siemens Kunststiftung, die Hermann Reemtsma Stiftung und die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., spricht diesmal Hans-Georg Moek, Leiter Kommunikation bei der Kulturstiftung der Länder, mit dem Geschäftsführer und Stiftungsdirektor der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, Friedrich-Wilhelm von Rauch.
19 Minuten
Die Sammlung Werner Nekes ist die möglicherweise weltweit größte Sammlung zur Geschichte der visuellen Künste. Sie enthält 25.000 Objekte zur Vor- und Frühgeschichte des bewegten Bildes. Sie wurde über Jahrzehnte von dem Filmwissenschaftler, Filmkünstler und Sammler Werner Nekes (1944-2017) zusammengetragen und dokumentiert die Geschichte der visuellen Kultur und des Sehens seit der frühen Neuzeit, von der Entwicklung technischer Hilfsmittel zur Erzeugung und Wiedergabe von Bildern bis hin zur Produktion bewegter Bilder. Im Podcast: Dr. Britta Kaiser-Schuster, Dezernentin der Kulturstiftung der Länder im Gespräch mit Hans-Georg Moek. Die Sammlung Werner Nekes umfasst rund 2.400 optische Apparate wie Guckkästen, Laternae magicae, Perspektiv-und Schattentheater, optische Spielzeuge und frühe Filmgeräte. Zur Sammlung gehört auch eine Bibliothek von 5.500 Büchern seit dem 15. Jahrhundert, darunter wissenschaftliche Publikationen, Anleitungen oder Bildbände. Hinzu kommen 15.500 Grafiken, darunter Fotos und Postkarten, Gebrauchsgrafiken oder Zerrbilder. Das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum in Frankfurt am Main (DFF), das Filmmuseum Potsdam, In-Institut der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf und die Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität zu Köln erwerben gemeinsam die einzigartige Sammlung mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder.
27 Minuten
Die Herzog August Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel erwirbt das Große Stammbuch von Philipp Hainhofer mit Unterstützung unter anderem der Kulturstiftung der Länder. Die Manuskriptsammlung mit zahlreichen Eintragungen nahezu aller wichtigen politischen Entscheider des frühen 17. Jahrhunderts, darunter zwei Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen war schon zu Lebzeiten Hainhofers eine Sensation. Das Große Stammbuch von Hainhofer überragt alle rund 25.000 weltweit dokumentierten Stammbücher in künstlerischer Ausstattung und politischer Bedeutung. In der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, die bereits über einen Großteil des Nachlasses Hainhofers verfügt, kann das Große Stammbuch jetzt im Zusammenhang des Nachlasses Hainhofers erforscht werden. Nach seiner Restaurierung wird es digitalisiert und anschließend online zur Verfügung stehen. Die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel ist eng mit dem ,Gründungsmythos‘ der Kulturstiftung der Länder verbunden: 1983 hatten in einer Gemeinschaftsanstrengung zur Sicherung nationalen Kulturgutes der Bund, Niedersachsen und Bayern, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und private Spender das Evangeliar Heinrichs des Löwen, eine der prachtvollsten Bilderhandschriften des Mittelalters erworben. Ihr dauerhafter Aufbewahrungsort ist die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. Der Ankauf des Evangeliars Heinrichs des Löwen im August 1983 für Wolfenbüttel hat damals zu der Einsicht geführt, dass es einer Einrichtung bedarf, die in der Lage ist, solche kultur- und kunsthistorisch herausragenden Ankäufe zu koordinieren, umzusetzen und zu fördern. Im Jahr 1988 wurde die Kulturstiftung der Länder gegründet.
33 Minuten
Wer war Else Lasker-Schüler? Was ist das für ein Konvolut, das bislang unbekannt war und das die Briefe Else Lasker-Schülers an den bislang ebenso unbekannten Nikolaus Johannes Beversen umfasst? Was macht das Deutsche Literaturarchiv Marbach? Und was ist aus den bisherigen, von der Kulturstiftung der Länder geförderten Ankäufen im Deutsche Literaturarchiv Marbach geworden? Darüber spricht in diesem Podcast Hans-Georg Moek mit Dr. Jan Bürger vom Deutschen Literaturarchiv Marbach. 64 Briefe und Postkarten der Dichterin Else Lasker-Schüler (1869-1945) an den Literaturkritiker und Mäzen Nicolas Johannes Beversen (1860-1932) hat das Deutsche Literaturarchiv Marbach erworben. Sie werfen ein neues Licht auf das Leben der Dichterin und schillernden Persönlichkeit des beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts. Die Neuerwerbung des Deutschen Literaturarchivs Marbach werden ab dem 25. August 2020 von der Stiftung Brandenburger Tor in Berlin ausgestellt. Dr. Jan Bürger ist stellvertretender Leiter der Archivabteilung des Deutschen Literaturarchivs in Marbach, das die genannten Briefe erworben hat. Dort ist Herr Bürger Leiter des in Fachkreisen bekannten Siegfried Unseld Archivs, das unter anderem die Archive des Suhrkamp, des Insel Verlages, des Jüdischen Verlages und des des Deutschen Klassiker Verlages umfasst. In den vergangenen Jahren hat die Kulturstiftung der Länder immer wieder den Ankauf von Vor- oder Nachlässen durch das Deutsche Literaturarchiv Marbach gefördert. Darunter das Manuskript „Der Prozess“ von Franz Kafka oder einen Teilvorlass von Siegfried Lenz. In den Manuskripten von Lenz befand sich u.a. das unveröffentlichte Manuskript des Romans „Der Überläufer“, für dessen Veröffentlichung Lenz seinerzeit keinen Verleger gefunden hatte. Nach dessen Edierung hielt sich der Roman „Der Überläufer“ lange Zeit in den Bestseller-Listen und wurde schließlich von der ARD-verfilmt.
19 Minuten
23 Minuten
Die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. mit Sitz in Hamburg engagiert sich europaweit auf den Gebieten Kunst und Kultur, Europäische Integration, Bildung, Wissenschaft und Naturschutz. Welche Aufgaben das umfasst und was die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. gemeinsam mit der Kulturstiftung der Länder entwickelt hat, darüber spricht der Vorstandsvorsitzende, Ansgar Wimmer, im Interview mit Hans-Georg Moek. Die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. fördert Menschen mit herausragenden Biografien, die etwas Besonderes bewegen wollen, so Ansgar Wimmer. Das geschieht durch die Vergabe von Stipendien, Preisen, Qualifizierungen oder der Vernetzung verschiedener Akteure. Mit der Kulturstiftung der Länder und weiteren Förderern entwickelte die Stiftung das Projekt museion21, das die Vernetzung und Weiterbildung von Führungskräften im Museumsbereich zum Ziel hat. Die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. vergibt seit 2007 jährlich den KAIROS-Preis. Der mit 75.000 Euro dotierte Preis ist einer der höchstdotierten Kulturpreise in Europa. In diesem Jahr erhält die Künstlerin Agnes Meyer-Brandis den Preis, die Verleihung musste aufgrund der Corona-Krise abgesagt werden. Der Preis soll vielversprechenden Künstlerinnen und Künstlern einen Schub geben und ermutigen. Bisher wurden beispielsweise Shermin Langhoff, Teodor Currentzis oder Sidi Larbi Cherkaoui mit dem Kairos-Preis ausgezeichnet. Mit dem Max-Brauer-Preis zeichnet die Stiftung zudem jährlich Menschen aus, deren Wirken für die Freie und Hansestadt Hamburg bedeutend war. Bisherige Preisträger waren beispielsweise Corny Littmann, Ingo Metzmacher oder Jürgen Flimm. Alfred Toepfer hatte die Stiftung 1931 als „Stiftung F.V.S. zu Hamburg“ gegründet, erst seine Kinder gaben ihr nach seinem Tod (1993) den Namen „Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.“ Er selbst habe sich nicht zwischen dem preußischen Reformer Freiherr vom Stein und dem Dichter Friedrich von Schiller entscheiden können und wählte so das für beide passende Kürzel.
30 Minuten
Was können Kultureinrichtungen und Kulturpolitik aus der Corona-Krise lernen? Prof. Dr. Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder spricht über Digitalisierung, Kulturvermittlung, Systemrelevanz und die Bedeutung von Kultur für die Gesellschaft. So viel Kultur war noch nie im Internet. Viele Kultureinrichtungen haben in den vergangenen Wochen und Monaten digitale Formate online gestellt. Dennoch hat die Corona-Krise Defizite offenbart im Bereich der digitalen Kommunikation und Kulturvermittlung. Eine Erkenntnis aus der Krise ist, dass die Kulturvermittlung oftmals prekär aufgestellt ist. Viele derer, die dafür verantwortlich sind, sind freiberuflich. Dieser Bereich muss verstetigt werden, in dem es nicht zuletzt auch um die Vermittlung der Relevanz von Kultur geht, die nicht systemrelevant, aber Systemvoraussetzung ist.
32 Minuten
Was ist kulturelle Bildung und warum ist sie wichtig? Was gehört zu kultureller Bildung? Darüber spricht Marion Kuchenny mit der Direktorin der Bundesakademie für kulturelle Bildung, Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss, und Prof. Dr. Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder. Kulturelle Bildung ermögliche die Teilhabe an bestimmten Praktiken und Inhalten, so Hilgert. Barrieren zum Museums- oder Theaterbesuch seien nicht immer primär finanzieller Natur, sondern auch sehr stark sozial geprägt. Kulturelle Bildung könne genau diese Barrieren abbauen und so die Teilhabe, aber auch die eigene künstlerische Produktion ermöglichen. Es gehe aber auch darum, sich in den Diskursen beispielsweise zu Architektur oder Literatur bewegen zu können: Dass man sie wertschätzen kann und ein Gespür und ein Geschmack dafür entwickelt. Markus Hilgert plädiert für eine stärkere Orientierung auf die Wirkungsforschung. Es fehle nach wie vor an belastbaren Kriterien, mit denen die Wirkung kultureller Bildungsmaßnahmen langfristig dokumentiert werden könne. Von derartigen Wirkungsindikatoren hänge unter anderem die politische Bereitschaft, kulturelle Bildung zu finanzieren, wesentlich ab. Deshalb müsse man sich verstärkt über Methoden der kulturellen Bildung verständigen und danach fragen, unter welchen Bedingungen diese Wirksamkeit zeigen. Der kulturelle Kanon, der in deutschen Kultureinrichtungen angeboten werde, müsse noch vielfältiger werden, bei den Themen Diversität und Migration gebe es immer noch Nachholbedarf, sagt Reinwand-Weiss. Auch Vermittlerinnen und Vermittler in den Künsten müssten mehr Sensibilität für Fragen der Vielfalt entwickeln. Die Künste seien ein gutes Mittel, um Reflexions- und Empathiefähigkeit zu stärken, die benötigt würden, um in einer freiheitlich demokratischen Grundordnung zusammenzuleben. Kulturelle Bildung sei eine wesentliche Voraussetzung für einzelne Bürgerinnen und Bürger, ein Verständnis füreinander zu entwickeln, das dann dazu führt, dass sie in einem demokratischen Staat zusammenleben können, so Reinwand-Weiss. Sie plädiert für eine Professionalisierung der kulturellen Bildung.
21 Minuten
Für den Vorsitzenden der Kulturministerkonferenz und bayerischen Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler, ist Kultur systemrelevant. „Es ist wichtig, dass wir deutlich machen, das wir als öffentliche Hand verlässliche Partner für die Kunstschaffenden sind. Wir lassen die Kultureinrichtungen, die Projektträger, die Selbstständigen nicht allein“, sagt Sibler angesichts der Corona-Pandemie. Im Podcast spricht er über Forderungen nach einem Künstlerfonds, über Kulturföderalismus und die Digitalisierung der Kultureinrichtungen in Zeiten von Corona.
25 Minuten
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche Kulturgüter aus Deutschland von der Roten Armee in die Sowjetunion abtransportiert. Unter ihnen auch umfangreiche Buchbestände, die noch heute in vielen Bibliotheken Russlands verstreut aufbewahrt werden. Die Kulturstiftung der Länder fördert seit 15 Jahren die Erforschung dieser Bestände. In Kooperation mit der Allrussischen Staatlichen M.-I.-Rudomino-Bibliothek für ausländische Literatur in Moskau entstanden so bereits drei Kataloge über die Sammlungsbestände dreier Vertreter des Widerstands gegen den Nationalsozialismus. Karina Dmitrieva, Projektverantwortliche auf russischer Seite und Leiterin des Zentrums für rare Bücher und Sammlungen an der Rudomino-Bibliothek, spricht im Podcast über die Projekte und deren Herausforderungen im Rahmen des Deutsch-Russischen Museumsdialogs. Die Allrussische Staatliche M.-I.-Rudomino-Bibliothek für ausländische Literatur wurde 1922, in den Jahren des Bürgerkrieges von Margarita Ivanovna Rudomino in Moskau gegründet. Heute verwahrt, bewahrt und verbreitet die Bibliothek jene Büchersammlungen, die nach 1945 aus Deutschland nach Russland und insbesondere in die Bibliothek ausländischer Literatur gekommen sind. In den vergangenen Jahre war Karina Dmitrieva an deutsch-russischen Forschungsprojekten beteiligt, die in die Veröffentlichung von Katalogen zu den Bibliotheken dreier Widerstandskämpfer, die am Widerstand gegen Adolf Hitler beteiligt waren, mündeten: die Bibliotheken von Friedrich Werner Graf von der Schulenburg, von Graf Yorck von Wartenburg und jüngst von Prinz Karl August von Hardenberg. Für Dmitrieva geht es dabei vor allem „um die Entdeckung neuer Namen, neuer und sehr persönlicher Geschichten. Diese tiefgründigen Geschichten ermöglichen es uns, tief in das historische Material einzutauchen und die Bindungen zwischen Russland und Deutschland und zwischen den Familien zu verstehen.“ In der Kulturstiftung der Länder habe die Bibliothek dafür einen zuverlässigen Partner gefunden. Auch in Zukunft sollen weitere Bibliotheken erforscht werden. Ein mögliches Forschungsprojekt sei, so Dmitirieva, die prachtvollen Sammlungen zweier sehr bekannter, deutscher Sprachwissenschaftler – Vater und Sohn Gabelentz – in der Rudomino Bibliothek.
29 Minuten
Die Tretjakow-Galerie in Moskau zeigt 2020 eine Ausstellung zur deutschen und russischen Romantik. Ein Jahr später wird die Ausstellung in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu sehen sein. Das Gemeinschaftsprojekt beider Museen ist ein Ergebnis der deutsch-russischen Kulturkooperationen im Rahmen des Deutsch-Russischen Museumsdialoges. Vermittelt wurde es durch die Kulturstiftung der Länder. Die Generaldirektorin der Tretjakow-Galerie, Zelfira Tregulova, spricht im Podcast mit der Kulturstiftung der Länder über den größten Museumskomplex russischer Kunst und die Verbindungen zwischen deutscher und russischer Kunst. Der Podcast wurde im September 2019 in Moskau aufgezeichnet. Die Tretjakow-Galerie ist das einzige unter allen bedeutenden russischen Museen, das von einer Privatperson gegründet wurde – dem Moskauer Kaufmann Pavel Tretjakow. Für Tregulova ist es das „vielleicht demokratischste aller großen Kunstmuseen in Russland“ und beherbergt die größte Sammlung russischer Kunst in der russischen Museumswelt. Nachdem die Kontakte zwischen russischen Museen und Deutschland in den 2000er Jahren stark abnahmen, regte Tregulova im Austausch mit der Kulturstiftung der Länder und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz eine Erneuerung dieser Kontakte an. In Zusammenarbeit mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden wurde ein gemeinsames Ausstellungsprojekt entwickelt, mit dem Ziel, die Kunst der Romantik mit dem heutigen Blick zu betrachten. Noch niemals zuvor wurden Kunstwerke der deutschen und der russischen Romantik zusammen gezeigt. Dabei hätten die deutsche Philosophie und die Philosophie der Romantik einen enormen Einfluss auf die russische Kunst gehabt, so Tregulova. Und besonders jetzt – in Zeiten, in denen die politischen Beziehungen zwischen den Ländern weniger günstig als vor einigen Jahren seien – sei es wichtig, dass „die Rückkehr zu diesem künstlerischen Dialog und zur Diskussion über Kunst eine außergewöhnliche Nähe und Einigkeit innerer Positionen in der deutschen Kunst und in der russischen Kunst demonstriert.“
30 Minuten
Gemeinsam fördern die Kulturstiftung der Länder und die Hermann Reemtsma Stiftung Kunst und Kultur wie den Ankauf der Tagebücher Alexander von Humboldts oder den Erwerb des Gemäldes „Sonnenaufgang“ von Otto Dix. Doch welche Aufgaben übernimmt die Hermann Reemtsma Stiftung darüber hinaus, welche Förderkriterien sind ausschlaggebend und wer war ihr Namensgeber – Hermann Reemtsma? Diese Fragen beantwortet Dr. Sebastian Giesen, Geschäftsführer der Hermann Reemtsma Stiftung in diesem, mittlerweile zehnten Podcast. Hermann Fürchtegott Reemtsma war Unternehmer und Mäzen, der zeitlebens so namhafte Künstler wie Ernst Barlach, Käthe Kollwitz, Richard Scheibe oder Georg Kolbe förderte. 1988 rief Hermann-Hinrich Reemtsma die Hermann Reemtsma Stiftung mit Sitz in Hamburg in Gedenken an seinen Vater ins Leben. Neben Kultur fördert die Stiftung u.a. auch soziale Projekte sowie Einrichtungen und Initiativen, die öffentliche Baudenkmale und Kulturgüter erhalten. Fünf Jahre lang finanzierte die Hermann Reemtsma Stiftung zudem gemeinsam mit der Kulturstiftung der Länder und weiteren Förderern das Bündnis "Kunst auf Lager". Das Bündnis half Museen bei der Erschließung und Sicherung ihrer Depots.