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Leipzig liest Archiv

36 Episoden
38 Minuten
Mutige und überraschende Entscheidungen hat die Jury für den 20. Preis der Leipziger Buchmesse getroffen: Ausgezeichnet wurde Ki-Hyang Lee für ihre Übersetzung von „Der Fluch des Hasen“, Tom Holert für seine umfassende Betrachtung von „ca. 1972“ und Barbi Marković für ihr Buch „Minihorror“. Im Podcast kommen die drei zur Ruhe, können Dankesworte nachholen, ihre Überraschung ausdrücken und erklären warum sie wenige Stunden vor der Preisverleihung noch eine Rede aus Sicht der Romanfigur geschrieben haben.
29 Minuten
Was braucht man, um in einer Buchpreis-Jury zu sitzen? Wie schafft man es gut 500 Bücher rechtzeitig durchzulesen? Und wie kann überhaupt ein Buch am Ende das beste sein? Diese Fragen begleiten die Arbeit einer Jury. Wir fragen die Literaturkritikerin Katrin Schumacher, wie diese Arbeit funktioniert. Sie hat schon viel Jury-Erfahrung und entschied unter anderem von 2019 bis 2021 mit über den Preis der Leipziger Buchmesse. Als Literaturredakteurin von MDR KULTUR begleitet sie die Buchmesse außerdem seit einigen Jahren. Vielleicht verrät sie auch ihren Favoriten für dieses Jahr.
51 Minuten
Die Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse 2024 stehen fest und bieten gleiche mehrere große Überraschungen. In der zweiten Folge unserer Reihe zum 20. Jubiläum des Buchpreises schauen wir intensiv auf die diesjährige Shortlist. Dafür hat sich Kritiker Thilo Sauer so schnell wie möglich in die 15 Titel eingelesen. Und wir haben Kritikerin und Jury-Mitglied Shirin Sojitrawalla eingeladen, damit sie uns die Auswahl begründet. Voller Begeisterung erzählt sie, wie neuartig, modern und gegenwärtig die Bücher sind.
35 Minuten
Am 21. März 2024 wird der Preis der Leipziger Buchmesse bereits zum 20. Mal vergeben. Eine wunderbare Gelegenheit im Podcast „Leipzig liest“ ganz genau auf diesen Buchpreis zu schauen. In der ersten Folge gehen wir an den Anfang der Preisgeschichte und haben Terézia Mora zum Gespräch eingeladen. Sie gewann im ersten Jahrgang 2005 für ihren ersten Roman „Alle Tage“ in der Kategorie Belletristik. In unserem Gespräch erzählt sie, wie sie sich an die Preisverleihung erinnert, welche Schwierigkeiten es bei der Jury-Arbeit gibt, wie Übersetzungen die Literatur bereichern und warum man ihr gerne Kunst schenken darf.
23 Minuten
Vielen ist Hendrik Bolz vermutlich besser unter dem Künstlernamen Testo als ein Teil des Rapduos Zugezogen Maskulin bekannt. Nicht selten geht es in den Tracks der beiden Berliner auch um das Leben in Plattenbauten oder strukturschwachen Regionen, um Drogen und Gewalt. In seinem Buch „Nullerjahre“ erzählt Hendrik Bolz nun auch ganz konkret von seinen Erfahrungen, von seinem Aufwachen in Mecklenburg-Vorpommern nach der Jahrtausendwende, den Nullerjahren. Jetzt ist er im Gespräch beim Podcast „Leipzig liest“.
24 Minuten
Frank Goldammer wurde mit seiner Krimireihe um Kommissar Max Heller bekannt. Seinen ersten Fall löste dieser in den Wirren am Ende des Zweiten Weltkriegs. Noch bis 1961 ermittelte Heller in der jungen DDR weiter. Inzwischen ist der Kriminalist im Ruhestand und Frank Goldammer hat sich eine andere Umbruchs-Zeit vorgenommen: Während der Friedlichen Revolution versucht das Team des sogenannten Kriminal-Dauer-Dienstes in Dresden die Ordnung aufrecht zu erhalten.
26 Minuten
Kristina Lunz hat mit Anfang 30 schon einen beeindruckenden Weg zurückgelegt: Sie kommt aus einem kleinen Dorf in Bayern und hat als einzige Uni-Absolventin in ihrer Familie gleich zwei Masterabschlüsse gemacht: nämlich am University College in London und in Oxford. Sie hat als Beraterin fürs Auswärtige Amt gearbeitet und beim United Nations Development Programme in Myanmar. Außerdem ist sie feministische Aktivistin - ihre erste Aktion war 2014 eine Petition gegen den Sexismus der BILD Zeitung. Mittlerweile hat sich Kristina Lunz auf feministische Außenpolitik spezialisiert. Für dieses Thema engagiert sie sich mit dem “Centre for Feminist Foreign Policy”, das sie mitgegründet hat. Über ihre Vision hat Kristina Lunz jetzt ein Buch geschrieben: „Die Zukunft der Außenpolitik ist feministisch.“
23 Minuten
Auf einmal sprudelt in Brandenburg Erdöl aus dem Boden – so geht die Geschichte der Siedlung Beutenberge los und damit auch der vierte Roman mit dem Titel „Öl und Bienen“ von Torsten Schulz. Torsten Schulz schreibt neben Romanen auch Spielfilme, er ist Dokumentarfilm-Regisseur und außerdem Professor für Praktische Dramaturgie an der Filmuniversität Konrad Wolf in Potsdam Babelsberg.

Aufgewachsen ist Torsten Schulz in Ost-Berlin und Ost-Berlin ist auch immer wieder Schauplatz in seinen Büchern – genau wie es immer wieder um das Leben in der DDR geht. Auch „Öl und Bienen“ spielt größtenteils vor der Wende – diesmal allerdings nicht in Berlin, sondern in einem Dörfchen im brandenburgischen Havelland. Es geht darum, was aus dem Erdöl, der Siedlung Beutenberge und ihren Bewohner*innen wird.
27 Minuten
“Politik, Europa, Gegenwart, Alltag, das kann einem ja nun keiner erzählen, dass das keine Auswirkungen hat”, ruft die Erzählerin ihrer Freundin Constanze zu. Zusammen sind sie die proletarischen Prinzessinnen – “Prinzessinnen, wie sie nicht in jedem Buche stehen. Aber wartet nur, wir schreiben uns in die Bücher hinein”. Zusammen wollen sie Widerstand leisten, eine Revolte anzetteln, die alten Märchen überschreiben. Denn etwas ist aus den Fugen geraten und alte Sicherheiten gehen verloren. Höchste Zeit also, für radikalen und klugen Protest, Spaß und Lebendigkeit jedwede Ohnmacht zu überwinden.

Heike Geißlers „Die Woche” ist der Roman einer ungewöhnlichen Woche in Leipzig, in der auf Montag nicht mehr Dienstag folgt und neue Formen des Sprechens und Handelns erprobt werden. Das Buch war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Heike Geißler, geboren 1977 in Riesa, wurde mit zahlreichen Stipendien und Preisen ausgezeichnet und lebt in Leipzig.
18 Minuten
Wer ab und zu die Süddeutsche Zeitung liest, der kennt das “Streiflicht” auf der Titelseite. Hilmar Klute ist seit Jahren einer derjenigen, die das “Streiflicht” schreiben - und damit ist er wahrscheinlich mittlerweile Meister des kurzen Textes. Er schreibt aber auch längere Texte. Mittlerweile sind drei Romane von ihm erschienen. Der neueste heißt „Die schweigsamen Affen der Dinge“ und erzählt die Geschichte von Henning. Der hat sich als Journalist und Intellektueller so weit wie möglich von seiner Herkunft als Arbeiterkind aus dem Ruhrgebiet entfernt. Doch dann stirbt sein Vater und Henning – der erstmal keine besonders starken Gefühle dazu entwickelt – muss sich doch nochmal mit seiner Herkunft auseinandersetzen.
17 Minuten
Florian Weber ist ein Mensch der Bühne und ein Mensch der Musik. Deshalb kennen ihn die meisten als Schlagzeuger der Band Sportfreunde Stiller - und noch nicht als Autor. Aber nebenbei, wenn sie lange im Tourbus unterwegs sind, schreibt Florian Weber auch Bücher. Nun ist sein dritter Roman erschienen mit dem schönen Titel „Die wundersame Ästhetik der Schonhaltung beim Ertrinken“. Darin geht es um einen Mann, der mit dem Ertrinken kämpft, aber auch mit der eigenen Erinnerung. Nur mühsam kann er sich nach und nach an seinen Onkel Wendelin und eine Reise durch Amerika erinnern. Wie das alles passieren konnte, das wollen wir jetzt gemeinsam erkunden.
28 Minuten
20 Jahre lang hat der Globale Westen versucht, Afghanistan zu einem starken und demokratischen Land zu machen. Wie sehr der Westen an diesem Anspruch gescheitert ist, das hat sich gezeigt, als sich die internationalen Truppen im vergangenen Jahr zurückgezogen haben aus Afghanistan. Danach nämlich hatten die radikalislamischen Taliban das Land in kürzester Zeit wieder unter ihrer Kontrolle. Natalie Amiri hat das mit Schrecken beobachtet. Als Reporterin war sie lange Jahre für den Öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Nahen Osten unterwegs, hat sich für Frauenrechte eingesetzt und sie hat auch Afghanistan kennengelernt. 100 Tage nach der Machtübernahme der Taliban ist sie zurückgekehrt in das Land, von dieser Reise erzählt Natalie Amiri in ihrem Buch „Afghanistan. Unbesiegter Verlierer“.
26 Minuten
Wie wollen wir zusammenleben? Was wollen wir morgen anders machen, um unser Miteinander gleichberechtigter zu gestalten? Über diese und andere Fragen spricht detektor.fm-Moderatorin Ina Lebedjew mit Hadija Haruna-Oelker. Die Journalistin, Politikwissenschaftlerin und Moderatorin beschäftigt sich seit Langem mit Rassismus und der Frage, wie sich unterschiedliche Diskriminierungsformen in einem Menschen überschneiden und gleichzeitig wirken können. In ihrem Buch „Die Schönheit der Differenz. Miteinander anders denken” erzählt Hadija Haruna-Oelker ihre eigene Geschichte, verbindet sie mit hochaktuellen gesellschaftlichen Fragen und versucht eine Vision davon zu entwickeln, wie wir einander mit Offenheit und Neugier begegnen können.
23 Minuten
Geboren und aufgewachsen ist Nino Haratischwili in der georgischen Hauptstadt Tbilissi, hier in Deutschland besser bekannt als Tiflis. Dort hat sie als Kind die Unabhängigkeit von der Sowjetunion und die folgenden kriegerischen Auseinandersetzungen erlebte. Schon in jungen Jahren hat sie das Theater und das Schreiben für sich entdeckt. Später hat sie dann in Hamburg studiert, wo sie auch heute noch lebt. Mit ihrem Roman „Das achte Leben (Für Brilka)“ wurde sie einem großen Publikum als wichtige Stimme aus Georgien bekannt. Darin erzählt sie die Geschichte einer georgischen Familie über mehrere Generationen von Frauen. Auch in ihrem neuen Roman „Das mangelnde Licht“ stehen Frauen im Mittelpunkt, nämlich vier junge Frauen, die den Kampf um Unabhängigkeit seit den 80er-Jahren erleben. Moderatorin Charlotte Thielmann spricht mit Nino Haratischwili über ihr Buch, über die Post-Sowjet-Ära und auch über Krieg.
13 Minuten
Olga Grjasnowa wurde in Baku, Aserbaidschan geboren. Der Vater war Rechtsanwalt und die Mutter Musikerin. 1996 ist die Familie nach Deutschland übergesiedelt. Sie kamen als Kontingentflüchtlinge und lebten von nun an in Friedberg in Hessen. Olga Grjasnowa studierte zunächst Kunstgeschichte und Slawistik in Göttingen, bevor sie ans Deutsche Literaturinstitut Leipzig wechselte, um Literarisches Schreiben zu studieren. 2010 machte sie ihren Bachelor. Im Anschluss an Studienaufenthalte in Polen, Russland (Maxim-Gorki-Literaturinstitut) und Israel studierte Grjasnowa Tanzwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Ihr neuer Roman „Der verlorene Sohn“ ist ein historischer Roman, der 1839 im Nordkaukasus spielt. In dieser Podcastfolge hören Sie die Autorin ein Stück vom Anfang des Buches lesen. Viel Spaß beim Zuhören!
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Der Podcast der Leipziger Buchmesse produziert von detektor.fm