Zoom - Musikgeschichte, und was sonst geschah Archiv
621 Episoden
9 Minuten
2002 wurde vom Deutschen Humangenomprojekt eine Mitteilung ins Internet gestellt, derzufolge man auf eine Mausmutante gestoßen war, anhand derer es nun möglich sei, eine bestimmte Form altersbedingter Taubheit zu erforschen. "Presbyacusis" heißt diese Degenerationserscheinung des Gehörs. Doch gilt unser eigentliches Interesse dem Umstand, daß die Forscher ihre Mutante ausgerechnet "Beethoven-Maus" getauft haben. Beethoven geschrumpft auf das Format einer Labormaus - was für eine Schmach! Trost bietet einzig der Gedanke, daß auf diese weise wenigstens die Erinnerung an diesen berühmtesten Fall von Taubheit konserviert ist. Ob Beethoven tatsächlich an Presbyacusis litt, bleibt indes Spekulation.
11 Minuten
Der italienische Opernkomponist Umberto Giordano hat Ende des 19. Jahrhunderts gelebt und gehörte zu den Künstlern, denen der große Erfolg zunächst verwehrt blieb. Vielleicht hatte das auch mit der etwas unglücklichen Wahl seiner Librettisten zu tun - bis ihm ein befreundeter Komponist den Entwurf zu einem neuen Libretto überlassen hat ...
8 Minuten
Mozart und Beethoven lebten in derselben Stadt, komponierten beide und auch heute noch werden sie gerne in einem Atemzug genannt. Doch wie gut kannten sich die beiden Komponisten eigentlich? Tatsache ist, dass sich Mozart und Beethoven wohl nur ein einziges Mal persönlich begegnet sind. Denn obwohl Mozart nur knapp 15 Jahre älter war als der junge Musiker aus Bonn, verstarb er lange bevor Beethoven den Höhepunkt seiner Karriere erreicht hatte. Wie ist die Begegnung zwischen den beiden Klassik-Titanen wohl verlaufen?
8 Minuten
Für den Liedgesang oder die Oper gilt fast ausnahmslos, dass das Werk in der Sprache, in der es ursprünglich geschrieben wurde, auch gesungen werden soll. Ganz besonders gilt dieses Prinzip für die musikdramatischen Werke Richard Wagners. Wagner selbst unternahm einen einzigen Versuch, eine seiner Opern ins Französische zu übertragen und in Paris aufzuführen. Dies sollte ihm freilich nicht gut bekommen.
8 Minuten
Wenn es um die Musik Brasiliens geht, denken die meisten wohl zunächst an den Karneval von Rio oder den Bossa Nova. Dabei hat sich in Brasilien ein eigener Klassik-Stil entwickelt - der eng mit dem Namen Heitor Villa-Lobos verbunden ist. Ein entscheidender Schritt hin zu einer eigenständigen Schreibweise sollte für Villa-Lobos insbesondere sein Paris-Besuch in den 1920er-Jahren werden. Das heutige ZOOM stellt diese Episode im Leben des Komponisten vor.
14 Minuten
Ein besonderes Zentrum für den geistigen Austausch von Künstlern war das Paris des 19. Jahrhunderts. Damals trafen sich dort Schriftsteller, Maler und Musiker aus ganz Europa. Die Stadt quoll über von jungen Virtuosen und sogenannten Wunderkindern, die von überall herkamen, um in Paris den Grundstein für ihre Karriere zu legen. Auch dort entwickelten sich Freundschaften - wie die zwischen zwei großen Musikern, die beide keine Franzosen waren, aber dasselbe Instrument spielten.
11 Minuten
Es riecht nach salzigem Wasser, ein bisschen modrig, nach Hafen und nach altem Holz. Aber auch nach frischem Gebäck und frisch gebrühtem Espresso. Touristenschwärme ziehen vorbei, weichen den Millionen Tauben aus, die den Markusplatz bevölkern. Die Kellner im Caffè Lavena haben alle Hände voll zu tun. Viele Touristen möchten unbedingt hier ihren Cappuccino trinken, wie so viele berühmte Personen vor ihnen: Arthur Rubinstein, Franz Liszt, und allen voran Richard Wagner.
9 Minuten
Bestimmte Örtlichkeiten spielen in der Musikgeschichte oft eine wichtige Rolle. Das kann eine Kirche mit einer alten Chortradition sein, wie sie in Leipzig oder Dresden zu finden sind, das mag ein kleinerer oder größerer Herrscherhof sein, der ein berühmtes Orchester sein eigen nennt, oder es kann ein ganz normales Haus sein. Ein ganz "normales" Haus"? Nun, es war schon etwas speziell, unser Haus, gelegen in der Prager Altstadt zwischen Wenzelsplatz, Pulverturm und Altstädter Ring.
9 Minuten
Gäbe es eine Literatur ohne die Musik - und Musik ohne literarische Einflüsse? Sind nicht viele Kunstwerke während ihrer Entstehung in ein größeres künstlerisches Umfeld eingebunden? Auch Romane können einen "Soundtrack" haben! Markus Vanhoefer hat sich im heutigen ZOOM auf die Spuren eines deutschen Literaturnobelpreisträges begeben und ist in einem oberbayerischen Landhaus auf ein erstaunliches Klangereignis gestoßen.
8 Minuten
Heute geht es um Georg Friedrich Händel. Er war als Komponist unterwegs bei den Reichen und Mächtigen, aber nicht als untertäniger Musik-Buttler, sondern selbstbewusst, respektiert, hoch geachtet und auch gefürchtet! Und das kam nicht von ungefähr: Wenn Händel richtig sauer war, dann sind schon mal Pauken geflogen oder Sängerinnen wurden aus Fenster gehalten...
7 Minuten
Im heutigen ZOOM geht es um den "Teufelsgeiger" Niccolò Paganini. Er sah für viele gruselig und das war durchaus Absicht und Teil seiner Show. Und er konnte natürlich spielen wie niemand anderes. Einmal hat er ein Konzert nur auf einer Saite zu Ende spielen müssen. Die anderen waren gerissen. Zufall oder auch Teil der großen Paganini-Show?
10 Minuten
Im heutigen ZOOM geht es um Lola Montez und Hans von Bülow. Nein, das ist kein erotischer Roman, wir bleiben bei Musikgeschichte. Lola Montez verhalf nämlich dem 13-jährigen Teenager Hans von Bülow zu einem folgenreichen Treffen. Und zwar mit Franz Liszt - ihrem damaligen Liebhaber.
9 Minuten
Der Franziskanermönch Padre Giovanni Battista Martini brachte nicht nur Wolfgang Amadeus Mozart, sondern vielen anderen jungen Musikern aus den Ländern Europas die höheren Gesetzmäßigkeiten des Komponierens bei. Am liebsten verbrachte Martini seine Zeit allein in der Bibliothek. Ungern ließ er sich beim Studieren stören, nur seinen Schülern blieb er - neben seinen Glaubensbrüdern - stets zugänglich. Der jüngste Bachsohn Johann Christian reihte sich 1757 im Alter von 22 Jahren in die Schülerschar Padre Martinis ein.
13 Minuten
Zu Ehren der Muttergottes komponierte Heinrich Ignaz Franz Biber sein berühmtestes Werk, Geigensonaten nach dem katholischen Rosenkranz: die "Mysterien-Sonaten" oder auch "Rosenkranz-Sonaten". Über die Entstehungsgeschichte weiß man allerdings nicht viel, und auch über das Leben und Wirken des Komponisten wird ordentlich gerätselt. Die Musik hat aber etwas Besonder"s, irgendwie Geniales, fast Magisches.
7 Minuten
Charles Koechlin wurde 1867 in Paris geboren. Und Koechlin stand nicht nur auf gute Musik, er wurde auch ein echter Kino-Freak - da war er schon Mitte 60. Das wäre ungefähr so, als ob heute die Großeltern TikTok für sich entdecken und nicht mehr davon loskommen würde. Das Kino und Schauspielerinnen wie Marlene Dietrich, die inspirierten Charles Koechlin zu Musik.