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462 Episoden

Forza Papst!

36 Minuten
Nein, wir hatten nicht plötzlich ein religiöses Erweckungserlebnis. Der Titel ist vielmehr eine unzulässige Verkürzung mehrerer Themen in der heutigen Ausgabe des Patch Tuesday. In der heutigen Folge unseres News-Updates ist es Digichris ein Anliegen, über ein sog. Videogame namens «Forza Horizion» zu sprechen. Gleichzeitig kommen wir nicht um den Pontifex herum, da dieser sich diese Woche über die künstliche Intelligenz äusserte – das heisst aber nicht, dass wir (quasi als Gegenmassnahme) künftig katholische Glaubensrichtlinien postulieren werden. Wir wollen bloss herausfinden, wie vernünftig die Ansichten des Kirchenoberhaupts in dieser Hinsicht sind. Weitere wichtige Themen: Fällt die Google-Suche nun endgültig der künstlichen Intelligenz zum Opfer? Die Zeichen, die Google an der Entwicklerkonferenz aussandte, deuten in diese Richtung. Entlassungen bei Meta, erste Cyberangriffe per KI und: Microsoft sagt, Copilot diene bloss der Unterhaltung.
1 minute
Heute steht die 800. Nerdfunk-Sendung auf dem Programm. Ein Grund zum Feiern, sollte man meinen. Doch eine (fast) wissenschaftliche Untersuchung gibt uns Grund für einen langen Blick in den Spiegel: Sind wir noch die Nerds, die wir sein wollen? Die Datenanalyse zeigt: Wir wurden über die Jahre ernster, gesellschaftskritischer und düsterer in der Themenauswahl und unseren Aussagen und Prognosen. Das hat natürlich mit der allgemeinen Entwicklung zu tun: Aus sympathischen kleinen Start-ups wurden gfürchige Tech-Konzerne. Die demokratische Kraft des Ur-Internets wandelte sich in Ragebaiting. Wir bekamen es mit Social-Media-Kulturkämpfen und sinnlosen, fruchtlosen Shitstorms zu tun. Und wenn die Auswertung stimmt, dann nahmen Originalität und Humor über die Zeit ab – und die Leichtigkeit blieb weitgehend auf der Strecke. Allerdings: Wenn wir uns nicht nur an unserer Themenauswahl orientieren, sondern auch an den heiteren Momenten, den geglückten und missratenen Witzen, dann gibt es keinen Grund, uns für alte Schwarzmaler zu halten. Es gibt sie noch, die heiteren Momente – auch wenn sie häufiger zwischendurch oder in der Preshow stattfinden. Und den Tech-Optimismus werden wir uns auch weiterhin nicht nehmen lassen. Also: Eine Feier, den widrigen Umständen zum Trotz, und mit der festen Absicht, auch mal wieder locker-leichte Themen paratzuhalten. Im Idealfall macht diese heutige Jubiläumssendung den Anfang!
36 Minuten
Es kommt vor, dass sich User und App auseinanderleben. Vielleicht – und das ist in letzter Zeit zu beobachten – weil Software schlechter wird. Aber manchmal verändern sich auch unsere Bedürfnisse. Und dann ist es Zeit für einen Neuanfang.
36 Minuten
Mit der KI kam sehr schnell die Möglichkeit von Vibe-Coding. Es wird nicht mehr «händisch» programmiert. Stattdessen gibt man der künstlichen Intelligenz den Auftrag, eine Software herzustellen. Wir geben einen Einblick, wie das funktioniert, wozu man das brauchen kann – und was die Auswirkungen sein werden, wenn sich die Entwicklungszyklen massiv beschleunigen, und sich Softwareprojekte einfacher – aber mit tendenziell viel weniger Kontrolle – realisieren lassen.
34 Minuten
Gleich zwei grosse Ereignisse aus Cupertino bringen uns dazu, uns in einem Schwerpunkt dem grossen Tech-Konzern zu widmen, der zusammen mit Microsoft, IBM, HP und vielleicht auch Intel zu den Urgesteinen der Branche zählt: Apple feierte vor kurzem den fünfzigsten Geburtstag und gab nur wenig später eine wichtige Weichenstellung bekannt: Steve Jobs Nachfolger Tim Cook tritt als CEO ab und übergibt an John Ternus – einen Mann, der zumindest den Nicht-Apple-Fanboys bislang unbekannt gewesen sein dürfte. Was bedeutet das für den Konzern, der mit Macs und dem iPhone gross und unglaublich umsatzträchtig wurde? Dürfen die Leute hoffen, die sich mehr Innovation und überraschende neue Produkte wünschen? Oder geht es im gleichen Stil weiter – mit sturer Verteidigung der Vormachtstellung über den App Store und Bezahlschnittstelle, Verweigerung der EU-Regulierung, schlechter Reparierbarkeit und mangelnder Interoperabilität? Wir fragen uns, wo die Grenzen des Wachstums liegen und ob es auf Dauer reicht, das Erbe von Steve Jobs zu bewirtschaften, wenn beim alles dominierenden Trend, der künstlichen Intelligenz, bislang keinerlei Zeichen gesetzt werden konnten.
31 Minuten
Deepfakes wirken echt, sind aber reine Fantasiegeburten: Videos und Bilder, die anhand eines Textprompts von einer generativen KI erzeugt wurden und lustig, originell oder auch verblüffend sind – zumindest in ihrer harmlosen Ausprägung. Doch in vielen Fällen werden die Bilder zu manipulativen Zwecken eingesetzt: als Propaganda-Instrument, in Form von «AI Slop» zur Aufmerksamkeitsbewirtschaftung in den sozialen Medien und schliesslich auch bei Identitätsdiebstahl und «Deep Nudes» – das sind sexualisierte Deepfakes, die zu privaten «Vergnügen» verwendet oder auch veröffentlicht werden. Spätestens seit Elon Musks KI Grok solche Bilder mit minimalem Aufwand via Twitter (X) erzeugt, ist eine eigentliche Deepfake-Epidemie zu beobachten. Wir diskutieren über das Problem: Welche Handhabe haben wir als Betroffene, was können wir gegen solche Deepfakes tun? Welche Möglichkeiten der Prävention gibt es? Und was müsste der Gesetzgeber tun, damit die Last, gegen solche Formen des digitalen Missbrauchs vorzugehen, nicht auf den Schultern der einzelnen Opfer liegt?

Konsumverzicht

34 Minuten
Digichris hat zwar sein neues Headset rechtzeitig bekommen, doch ansonsten knarzt es in den Lieferketten. Apple kann Macs mit bestimmten Speicherkonfigurationen nicht mehr liefern und Galaxus warnt bereits, dass sich die Auslieferung von Produkten verzögern kann – rächt sich die «Just in Time»-Logistik jetzt? In der heutigen Folge Patch Tuesday sprechen wir nicht nur über diese – von manchen vielleicht als First-World-Problems belächelte Schwierigkeiten. Wir diskutieren auch darüber, dass Amazon alte Kindle-Versionen nicht mehr unterstützt. Das führt dazu, dass funktionstüchtige E-Book Reader nur noch auf Umwegen mit neuem Lesestoff bestückt werden können. Schliesslich geht es (womöglich) auch um Serien wie «Cobra 1» und «Fruit Love Island», die Risiken von Anthropics neuestem, extrem leistungsfähigen KI-Modell, das Sicherheitslücken findet und Waffen bauen könnte – und um die Frage, wie gut uns das neue «Trump-Phone» gefällt.
38 Minuten
Im zweiten Teil unserer kleinen Podcast-Serie schauen wir darauf, was aus der Medienrevolution geworden ist. Podcasts sind längst kein Nischenmedium mehr: Sie sind kommerziell etabliert, audiovisuell geworden und tief in Plattformen eingebaut. In den USA hat YouTube sich zur meistgenutzten Podcast-Plattform entwickelt und der Konsum wächst deutlich weiter. Gleichzeitig bleibt die Frage offen, was vom ursprünglichen Podcast-Geist übrig geblieben ist: dem freien, abonnierbaren, unabhängigen Medium. Daneben sprechen wir über eine benachbarte Audioform, die ebenfalls stark an Bedeutung gewonnen hat: das Hörbuch. Plattformen wie Spotify investieren gezielt in den Ausbau des Marktes. Das zeigt: Audio ist heute nicht mehr bloss Begleitmedium, sondern ein eigenständiger Teil der Medienlandschaft. Und schliesslich fragen wir uns, was man mit Audio selbst machen kann: Kann man sich zum Lernen eigene Podcasts bauen? Vieles spricht dafür. Neuere Studien zeigen, dass Podcasts beim Verstehen, Behalten und bei der Selbststeuerung des Lernens hilfreich sein können.
1 minute
Im Internet ging in den letzten Jahren alles den Bach runter. Alles? Nein, nicht ganz. Eine mediale Neuerung, die vor zwanzig Jahren auf dem Plan erschien, konnte sich nicht nur halten, sondern prosperiert bis heute. Und ja, auch hier gibt es Vereinnahmungstendenzen der grossen Tech-Plattformen, kommerzielle Auswüchse und inhaltliche Fehlentwicklungen – doch denen zum Trotz haben wir es mit einer Erfolgsgeschichte zu tun. Podcasts sind eine Bereicherung unseres Medienmixes. Radio 2.0 ist nicht bloss Dudelfunk, sondern Unterhaltung, Information und eine neue Form des Journalismus. Und dank dieser abonnierbaren Sendungen erfuhr die Audiosparte eine beträchtliche Aufwertung und konnte sich gegenüber dem omnipräsenten Internetvideo nicht nur behaupten, sondern zu einer eigenständigen Medienform entwickeln. Das ist für uns Grund genug, dem Podcast in diesem Jubiläumsjahr ein Kränzchen in Form einer mehrteiligen Serie zu widmen. Zum Auftakt schauen wir zurück: Wie war das damals, als 2006 unser iPod plötzlich nicht nur Musik spielte, sondern auch zum Informationsvermittler mutierte? Und ja, wir wissen schon, dass die Technologie schon ganz zu Beginn der Nullerjahre erfunden wurde. Aber vor 2006 kamen sie in Schwung – nicht zuletzt, weil auch der «Digitalk» als Vorläufer des Nerdfunks auf Sendung ging.
36 Minuten
Die SRG hat den Kampf gegen die Halbierungsinitiative gewonnen. Auf diesem Sieg ausruhen kann sich der Service Public in der Schweiz nicht: Die Gebühren sinken dennoch, zwar nicht auf 200, aber auf 300 Franken. Ein rigides Sparprogramm mit Hunderten Entlassungen ist bereits angekündigt, und auch Medienminister Albert Rösti vertritt weiterhin eine harte Linie: Die Anliegen der Initiative müssten «ernst genommen» werden. Es drohen strengere Vorgaben bei der neuen Konzession mit weniger Sport und Unterhaltung und weniger Texte im Netz, um die Verleger gnädig zu stimmen. Wir nehmen das zum Anlass, über die Zukunft der SRG zu diskutieren: Wie müsste sie sich aufstellen, um, wie während des Abstimmungskampfes gefordert, «dort zu sein, wo das Publikum heute ist»? Muss sie Abstriche beim Programm machen oder braucht es einen Schutz des Status Quo, wie es eine Online-Petition fordert? Es gibt viel zu bereden: Müsste sich die SRG zu einer Plattform wandeln, um zukunftsfähig zu sein? Liegt der Schlüssel für den Erfolg in der Zusammenarbeit mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland und Österreich – und wie lang schauen wir überhaupt noch lineares Fernsehen?
35 Minuten
Wer hätte das gedacht? Apple bringt mit dem Macbook Neo einen Laptop für knapp 600 Franken in die Läden und verunsichert die Konkurrenz – gemäss Asus-Chef sei das ein «Schock für den ganzen Markt». Ist das übertrieben oder tatsächlich die neue Preismarke, an der man sich als Computerkäufer oder -käuferin im Einsteigerbereich heute orientiert? Eine Steilvorlage für uns, für Klarheit zu sorgen: Was gilt es zu beachten, wenn ein neuer Computer angeschafft werden soll? Welche Bauform und Bildschirmgrösse wären zu empfehlen, wie viele Gigabytes braucht das Speichermedium und wie viele Anschlüsse sind optimal? Muss es ein «AI PC» sein oder tut es auch ein völlig normales Modell? Nüchterne Kaufempfehlungen mit dem Blick aufs Wesentliche!
1 minute
Matthias und Kevin tauchen tief in die Welt der Retro-Produkte ein. Warum kommen so viele Produkte im Design der 70er und 80er Jahre zurück auf den Markt? Ist es die Sehnsucht nach einer einfacheren Zeit, der Wunsch nach haptischen Erlebnissen oder schlichtweg cleverer Kapitalismus? Wir diskutieren über Casio-Uhren und warum junge Leute heute wieder digitale Klassiker aus den Achtzigern tragen. Was hat es mit IKEA «Nytillverkad» auf sich? Warum kommen die wirklich hässlichen orange-braunen Muster der Siebziger zurück? In der Fotografie verstehen wir, worin der haptische Reiz einer Kamera wie der Nikon Zfc besteht, die sich auf die manuelle Bedienung konzentriert – und warum Leute mit Film und Entwicklungsbädern gegen die Flut der digitalen Bilder aus Smartphones und KI ankämpfen. Im Bereich des Audio-Designs untersucht Kevin den Einfluss von Design-Ikonen wie Dieter Rams und modernen Synthesizern von Teenage Engineering.
34 Minuten
Australien führte am 10. Dezember 2025 als erstes Land weltweit ein Gesetz ein, das Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren eigene Konten bei vielen grossen Social-Media-Plattformen verbietet. Zahlreiche Nationen erwägen, ebenfalls solche Gesetze einzuführen. Auch in der Schweiz gibt es eine solche Diskussion, allerdings mit weniger Begeisterung als in Frankreich, Grossbritannien, Indonesien, Malaysia, Neuseeland und Spanien. Trotzdem fragen wir: Wäre das eine Methode, die Jugendlichen effektiv zu schützen? Oder ist es im Gegenteil bloss eine Scheinlösung, die den Betroffenen ihre Mitsprache nimmt – und obendrein verhindert, dass sie rechtzeitig eigene Medienkompetenz aufbauen können? Wir diskutieren diese Fragen und stellen eine provokative These in den Raum: Wie wäre es, wenn die sozialen Medien – und alle, die sich dort aufhalten – sich so aufführen würden, dass auch Kinder sich nicht gefährdet fühlen müssen?
35 Minuten
Was kann schiefgehen, wenn man sich den Posteingang von einer KI aufräumen lässt? Antwort: Alles. Ausgerechnet eine Sicherheitsforscherin bei Meta hatte die Idee, sich vom viel zitierten KI-Agenten OpenClaw beim Aufräumen ihres Postfachs helfen zu lassen. Doch die künstliche Intelligenz ging nicht sehr behutsam an die Sache heran, sondern begann eine wilde Löschaktion. Um ihre Kommunikation zu retten, musste Summer Yue zu ihrem Mac Mini rennen und eingreifen, als «sei sie ein Bomben-Entschärfungskommando». Hätte man dieses Risiko nicht vorausahnen können? Diese Frage diskutieren wir in der heutigen Ausgabe von Patch Tuesday. Ausserdem besprechen wir den möglicherweise wegweisenden Prozess gegen Social-Media-Unternehmen in Los Angeles, das mögliche Sterben der Marke XBox und Ransomware im Gesundheitswesen.
38 Minuten
Noch im alten Jahr wurde der «Digital Independence Day» (DID), respektive der «digitale Unabhängigkeitstag» (DUT) ausgerufen. Am 39C3-Kongress des Chaos Computer Club in Hamburg erklärte Bestseller-Autor Marc-Uwe Kling, wie diese Revolution funktionieren soll: An jedem ersten Sonntag im Monat überlegen sich Teilnehmer und Teilnehmer, wie und wo sie die Abhängigkeit der Tech-Konzerne reduzieren könnten – indem X durch Mastodon ersetzt wird, Whatsapp Signal oder Threema weichen muss, statt der Google-Suchmaschine Ecosia oder Duck Duck Go zum Zug kommt und die Mediathek der öffentlich-rechtlichen Medien die Rolle von Amazon und Netflix übernimmt. Es soll eine entspannte Revolution werden, bei der kein Blut fliesst – aber dafür idealerweise deutlich weniger Geld über den grossen Teich zu den Tech-Oligarchen. Wir diskutieren diese Initiative, geben unsere eigenen Tipps ab und fragen uns, ob hier reine Idealisten am Werk sind oder ob der Zug schon abgefahren ist.
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