Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche

Was mich trägt und hält... - eine Auslegung zum Evangelium Archiv

299 Episoden
16 Minuten
In der Weihnachtszeit hören wir von den drei großen Ereignissen der Kindheit Jesu, bei denen die Eltern, Josef und Maria, die Akteure des Geschehens sind. Zwar spielt Josef eine entscheidende Rolle, doch bleibt der Eindruck, er habe lediglich seine Aufgabe zu erfüllen, ansonsten bleibt er im Hintergrund. Selbst als die Eltern den Zwölfjährigen suchen, ergreift Maria das Wort und spricht mit dem Sohn, und nach diesem Ereignis ist von Josef in der Heilgen Schrift nichts mehr zu hören.

Schaut man die Texte genauer an und liest in den Details, kann man jedoch etwas von der Liebesbeziehung erahnen, die Josef und Maria verbindet. Hier kommt Grundlegendes zum Ausdruck, was sich in jeder Ehe verwirklichen soll.
12 Minuten
Wenn göttliche Boten glaubwürdig eine Botschaft bringen, wird es wohl nicht schwierig sein, ihnen zu glauben und sich tatsächlich auf den Weg zu machen. Aber wenn die Boten in den Himmel zurückkehrt sind und die Hirten inmitten ihrer gewohnten und alltäglichen Welt aufbrechen, um dann in einer gewöhnlichen und alltäglichen Bleibe ein Kind zu finden, von dem sie glauben sollen, dass es der von Gott Verheißene ist, so wird dies eine Herausforderung an den Glauben der Hirten gewesen sein. Wir müssen lernen, mit den Augen der Hirten zu sehen, um in dem Kind Jesus Gottes Herrlichkeit sehen zu können.
11 Minuten
Josef hätte alles Mögliche tun können, als er seine Verlobte schwanger sieht und weiß, dass das Kind nicht von ihm ist. Er hätte sie an den Pranger stellen und in die Öffentlichkeit zerren können, er hätte Maria auch einfach eine Erklärung abverlangen oder sie höflich und bescheiden um eine Erklärung bitten können - aber nichts von alledem tut Josef. Er pocht nicht auf sein Recht, auch nicht auf das Recht, die Wahrheit zu kennen und er tritt schweigend einen Schritt zurück. Und mit diesem Zurücktreten tut er das Entscheidende, um Gott Raum einzuräumen, damit er in der unfassbaren Situation handeln kann. Mit Maria gemeinsam stellt er sich vor Gott, um auf sein Wort zu hören. 
14 Minuten
"Unbefleckt empfangen" bedeutet so viel wie völlig unberührt und frei geblieben von allen Folgen der "ersten Schuld", die in Genesis 3 als ein Urmisstrauen Gott gegenüber dargestellt wird. Das Fest vom 8. Dezember singt in der Lesung den Hymnus des Hl. Paulus auf die Berufung jedes Einzelnen, in dem er schreibt, dass jeder "heilig, makellos" und - man könnte wörtlich übersetzen - "in Liebe" vor Gott leben soll. In Maria ist diese Berufung, die auch unsere Berufung ist, schon voll und ganz verwirklicht. Sie konnte ganz und gar JA sagen zum Willen Gottes. Ihre Antwort an den Engel könnte man übersetzen mit: "Ich wünsche nichts so sehr, als dass sich der Heilwtille und Heilsplan Gottes an mir erfüllt." Nur an dieser Stelle erscheint im Neuen Testament der Optativ, der diesen innigen Wunsch zum Ausdruck bringt.
18 Minuten
Auch wenn die Geschäftigkeit zunimmt und die Lichterfülle jetzt schon das vorwegnimmt, was eigentlich erst erwartet werden will, so hat der Advent dennoch nichts von seiner ursprünglichen Kraft verloren. 
17 Minuten
In der Stunde des Todes beginnt die Proklamation des Königtums Jesu. Und in der Stunde des Todes zeigt er sich als der absolute Herr, als derjenige, der sich von keiner Macht der Bosheit beherrschen lässt, als derjenige der sich und dem Vater absolut treu ist, der sich nicht provozieren lässt und der aller Bosheit mit Liebe antwortet. Nirgendwo wird so sehr sichtbar, dass er Herr ist als da, wo er bis auf‘s Blut herausgefordert ist.
16 Minuten
Die Auferstehungswirklichkeit ist eine Dimension, die alle Messbarkeit und Vorstellbarkeit überschreitet. Dennoch deutet sie sich an in dem, was die Auferstehung Jesu zeigt: dass unser Leben in Gottes Ewigkeit eine Wirklichkeit ist, die in dieses Leben hineinragt.
15 Minuten
Es ist keine Gleichniserzählung, die wir hier über Zachäus den Zöllner hören, auch wenn zahlreiche Gleichnisse für uns mitschwingen, wenn wir beispielsweise von der Menge der Menschen hören, die Jesus zurücklässt, um sich nur dem einen zuzuwenden oder wenn Jericho als Ort des Geschehens genannt wird, die an jenes Gleichnis erinnert, in dem ein Mann unter die Räuber gefallen und von zwei Vorübergehenden links liegengelassen wird. 

Bei Zachäus ist es Realität, dass einer, der in den Augen der anderen ein wirklich „verlorenes Schaf“ ist und ganz am Rand steht, gefunden und dass „Öl und Wein“ in seine Wunden gegossen wird - das Öl der Barnherzigkeit und den Wein der Wahrheit und Gerechtigkeit.
16 Minuten
Kirche - das sind diejenigen, die dem Ruf des Herrn gefolgt sind und die auf den Ruf des Herrn geantwortet haben - und so zu einer heiligen Gemeinschaft geworden sind. 

Wenn wir den Weihetag dieser Kirche feiern, feiern wir nicht einfach nur ein äußeres Geschehen, sondern vielmehr. dass der Herr sich einen Ort erwählt hat, um sich durch diesen Ort hindurch den Menschen zu mitzuteilen und durch diese Menschen hindurch ein lebendiges, geistliches Haus, das von Leben und von Seiner Herrlichkeit erfüllt ist, aufzubauen.
15 Minuten
Die Heilung der Aussätzigen ist förmlich eine Erweckung. Rein äußerlich waren diese Ausgestoßenen schon Todgeweihte, hinausgeworfen aus der Gemeinschaft. Die Evangelisten gestalten diese Erweckung in der Komposition des Textes ähnlich wie die Totenerweckung des Jüngling von Naim. Was sich hier ereignet, dort im Außerhalb vor der Stadt, kann exemplarisch gelesen werden als Heilsereignis der Heilsgeschichte. Jesus geht ins Außerhalb, er geht hinaus aus der Herrlichkeit des Vaters, hin zu dieser Unheilsgemeinschaft, zu der sich diese Aussätzigen zusammengeschlossen haben, wie der gute Hirt hingeht zum Verlorenen, und er erweckt sie zu einem neuen Leben, weit über die äußere Heilung hinaus.
13 Minuten
Wenn wir von unseren zwischenmenschlichen Beziehungen ausgehen, wo ein Wort eine Antwort braucht, eine gute Tat auch ein Danke erwartet und ein freundlicher Gruß erwidert sein möchte, dann sind wir fast ein wenig enttäuscht von den Worten Jesu, wo er mit einem Gleichnis seinen Jüngern sagt, dass es vor Gott nichts zu erwarten gibt und der Knecht am Ende einsehen muss, dass er nur "seine Schuldigkeit" getan hat. 

Aber wir müssen das Gleichnis neu verstehen lernen, um nicht zu meinen, Gott sei ein schlechter Arbeitgeber, dem es nie genug ist, was wir für ihn tun und der am liebsten ruhelosen Einsatz und unaufhörliches Dienen von uns verlangt. Es gibt unzählige Begegnungen, in denen Jesus selbst zeigt, dass die geringste Geste, die wirklich in Liebe spricht, völlig genügt, weil Gottes Liebe immer schon voraus ist. Es genügt unseren Platz einzunehmen, das zu tun, was wir vermögen und in grenzenloser Verfügbarkeit bereit zu sein, die Stimme des Heiligen Geistes zu vernehmen, der in unser Leben hineinwirken will - in jedem Augenblick unseres Lebens. 

Gott möchte uns aus dem Arbeitsverhältnis, das wir oft zu ihm haben, herausholen und in ein Liebesverhältnis hineinführen.
15 Minuten
Es ist ein feines Netz, in das hinein diese alte jüdische Erzählung vom armen Lazarus im Neuen Testament verwoben ist. Heinrich Späemann bringt es auf den kurzen Nenner: „Christis ist Lazarus!“ Er „der reich war, wurde um unseretwillen arm.“, denn er, der in der Fülle des Vaters war, in der Fülle des Lebens, hat nichts davon für sich behalten, sondern seine Fülle „ausgeleert“, wie man Paulus wörtlich übersetzen könnte, und sich entäußert, um uns gleich zu werden. Er liegt vor der Tür eines jeden Menschen und wartet darauf, dass man für ihn das Herz öffnet, er wartet als Armer darauf, dass das Herz sich für die Armen unserer Welt öffnet und jeder von uns die Brücke baut, die zur Brücke über den Abgrund hinweg werden kann, von der das Gleichnis am Ende spricht. 

Nicht nur Chistus selbst ist ein Schlüssel zum Gleichnis, auch der verlorene Sohn, den danach hungert, das zu essen, was vom Tisch herabfällt, aber bei seinem Bruder keine Bereitschaft findet, aufgenommen zu werden. Dabei wäre der Arme, der alles braucht, die Chance für den Reichen und der Reiche, der alles hat, die Chance für den Armen, um zur Bereitschaft zu finden, sich zu öffnen - um so im Haus des Vaters Aufnahme zu finden.

 
17 Minuten
Es ist seltsam, dass Jesus einen Verwalter in seinem Gleichnis heranzieht, der eher als Betrüger denn als ein Vorbild erscheint. Wie soll man dieses unverständliche Loben verstehen: Jesus „lobt die Klugheit des unehrlichen Verwalters.“  - einen Mann, der die Situation der anderen ausnutzt, um selber gut wegzukommen, einen Mann, der dazu anhält, Schuldscheine zu fälschen, um seinen Herrn zu hintergehen, einen Mann, der taxiert, wie er selbst gut davon kommt!Ist das eine Klugheit, die man loben kann? 

Ist der Schlüssel zum Gleichnis, dass im griechischen Text steht, dass er der „Verwalter der Ungerechtigkeit“ ist? Das hieße, dass Reichtum und Geld in dieser Welt immer etwas mit Ungerechtigkeit zu tun hat. Oder liegt der Schlüssel darin, dass der Verwalter verstanden hat, dass er nur noch eine bestimmte und begrenzte Zeitspanne hat, um noch zu handeln? Es ist doch erstaunlich, dass Jesus hier so deutlich „die Kinder dieser Welt“ von den „Kindern des Lichtes“ unterscheidet. Letztere können lernen, sich Freunde zu machen und alles in Liebe zu verschenken. Alles, was uns anvertraut ist, soll dem Frieden, der Versöhnung und der Liebe unter den Menschen dienen.
17 Minuten
Jesus stellt in drei Gleichnissen als Selbstverständlichkeit vor Augen, was keine Selbstverständlichkeit ist, zumindest nicht in unserer Welt. Wer würde schon einem einzigen verlorenen Schaf nachgehen, wenn sich dabei die anderen 99 verirren und zerstreuen würden? Wer würde seinem herumvagabundierenden Sohn ein öffentliches Freudenfest geben, nur weil er in Schimpf und Schande heimkehrt? 

Vielleicht möchte Jesus in seinen Gleichnissen eine tieferliegende Wahrheit vorstellen, die wir entgegen all unseren Erfahrungen glauben wollen und hoffen, dass es so sein könnte. Der Vater im Himmel kann erst dann ein Freudenfest feiert, wenn das Verlorene, das noch fehlt, wiedergewonnen ist und wenn wir seine Sorge teilen.
13 Minuten
Den Sinn des Kreuzes wiederfinden.