Der oekom podcast - Die guten Seiten der Zukunft Archiv
74 Episoden
41 Minuten
Corona ohne Internet – nicht vorstellbar, der Bildschirm ist fast das einzig noch verbliebene Fenster zur Welt. Dabei befällt uns eine gewisse Schwerelosigkeit. Wie von Geisterhand und quasi körperlos überwinden wird mit ein paar Mausklicks die Barrieren von Raum, Zeit und Materie. In der vormodernen Zeit haben die Menschen derlei Reisen nur ganz bestimmten Wesen zugetraut: den Engeln. Die neue Folge des oekom podcasts verfolgt diese historischen Spur und kommt zu überraschenden Parallelen zwischen der modernen Mediengesellschaft und den Vorstellungen des Mittelalters. Stehen sich Technologie und Theologie näher als gemeinhin vermutet? Und ist unsere ganze mediale „Engelhaftigkeit“ für den Natur- und Umweltschutz eher zu- oder abträglich?
22 Minuten
Schnelles Wegwerfen hat Konjunktur – mit fatalen Folgen. Unser Konsummodell setzt nicht nur der Umwelt zu, sondern auch uns selbst. Wir verlieren zunehmend die Fähigkeit, stabile Bindungen aufzubauen – zu den Dingen, mit denen wir uns umgeben, ebenso wie zu den Menschen, mit denen wir leben. Für den Psychologen und Bestsellerautor Wolfgang Schmidbauer ist klar: Wir müssen das Erhalten und Reparieren (wieder) erlernen und wertschätzen. Sie ersparen uns nicht nur sinnlose Neukäufe, sondern strahlen zugleich positiv in unsere emotionalen Beziehungen aus – zu den Dingen, aber auch zu anderen und uns selbst. Diesen Zusammenhängen ist er in seinem neusten Buch über Die Kunst der Reparatur nachgegangen.
16 Minuten
Der Erde stehen harte Zeiten bevor. Durch Eingriffe des Menschen in die Natur sind rund eine Million Arten vom Aussterben bedroht – von den zahllosen Pflanzen und Tieren, die von diesem Planeten bereits verschwunden sind, ganz zu schweigen. Die amerikanische Soziologin Eileen Crist analysiert in ihrem Buch »Schöpfung ohne Krone«, wie es so weit kommen konnte, und folgert: Um die ökologischen Krisen zu lösen, hilft nur der Rückzug der Spezies Mensch: »Nicht die Natur gehört ins Reservat, sondern der Mensch. Er muss realisieren, dass er nur ein Teil einer erhaltenswerten Fülle von Lebensformen ist«. Wie sähe eine neue Zivilisation aus, die ihrer natürlichen Mitwelt wieder den nötigen Platz einräumt, damit sie sich weiter entfalten kann?
43 Minuten
Energiewende, Elektroautos, CO2-Steuer – seit Jahren entwickeln Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft immer neue Maßnahmen, um die sozial-ökologischen Krisen einzudämmen. Und doch ist keine Besserung in Sicht – im Gegenteil: In vielen Bereichen verschlimmert sich die Lage sogar noch. Warum bekommen wir die Wende nicht hin? In dem jüngsten Bericht an den Club of Rome zeigt der Physiker und Philosoph Prof. Dr. Christian Berg auf, wie wir die vielfältigen Barrieren auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit überwinden und zukunftsfähig handeln können.
23 Minuten
»Bin im Stress«, »Hab keine Zeit« – diese Klagen und Lamentieren schallt einem überall als Echo kollektiver Überlastung entgegen. Die Mehrheit in unserer Gesellschaft leidet unter dem bedrängenden Gefühl, all den Dingen, die es zu erledigen gilt, ständig hinterherzuhecheln. Und dennoch: Zeitnot ist in unserer Gesellschaft auch zu einem Statussymbol geworden. Für Erfolgreiche und die, die es werden wollen. Ich hetze, also bin ich – und zwar nützlich, lautet unsere Form der Selbstvergewisserung. Verlorengegangen sind dabei unsere Fähigkeiten zu Muße, Müßiggang und Erfahrungen des Glücks beim Nichtstun. Der Essay über die Muße als „Kulturtechnik“ mit langer Tradition stammt von dem bekannten Zeitforscher Prof. Dr. Karlheinz A. Geißler. Sprecher ist Werner Härtl.
15 Minuten
Lillian und Moritz auf eine abenteuerliche Reise an einen geheimnisvollen Ort, von dem ihnen ihre Uroma erzählt hat. Sie bauen sich ein Boot und machen sich auf den Weg über das Meer. Doch ihr selbstgebauter Motor spuckt viele Plastikfuzerln aus. Plastian, der kleine Fisch, entdeckt die bunte Plastikspur und schluckt eine ganze Menge von diesen Stückchen. Es dauert nicht sehr lange, da bekommt der kleine Fisch starkes Bauchweh. Da haben Lilian und Moritz einen rettenden Einfall ... Eine Geschichte von Nicole Intemann über die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastik – und was man dagegen tun könnte. Für Kinder ab 5 Jahren. Gelesen von Isa Schurian-Radloff.
23 Minuten
Wer kennt das nicht? Eine Überzahl von Dingen verstopft den Alltag, zerstreut die Aufmerksamkeit, schwächt die Kraft, in der eigenen Lebensführung eine klare Linie zu finden. „Weniger ist mehr“ lautet die Losung eines aufgeklärten Konsumismus – „Weniger ist schwer“ lautet meist das ernüchternde Echo im Alltag. Denn das Karussell der Wünsche und Verheißungen dreht sich unablässig weiter. In einer auf Wachstum programmierten und der Steigerungslogik des „Immer mehr!“ verfallenen Gesellschaft bedeutet Stillstand eher Tod als Befreiung. Wäre die Corona-Zeit nicht eine gute Gelegenheit, über den Ausstieg aus dem Hamsterrad des „Immer-schneller-und-immer-Mehr“ nachzudenken? Anregungen und Ermutigungen dazu finden sich in der buddhistischen Tradition, wie Manfred Folkers, selber praktizierender Buddhist und Dharma-Lehrer in der Tradition Thich Nhat Hanh, in seinem Essay aufzeigt.
16 Minuten
Gärtnern ist in – sei es aus Lust am eigenen Tun, sei es als kleine Flucht aus einer Welt voller Zeitnot und Lärm. In ihrem Buch Überall ist Garten führt die Literaturwissenschaftlerin und passionierte Gärtnerin Eva Rosenkranz durch das Gartenjahr. Und stellt dabei immer wieder Tugenden und Haltungen in den Mittelpunkt, die im Garten ihren Nährboden finden – von Gelassenheit und Empathie bis zu Widerstandskraft und beherztem Tun. Ein leidenschaftliches und feinsinnig geschriebenes Plädoyer für das Gärtnern: als Schule des Lebens und Schule fürs Leben.
14 Minuten
Bereits lange vor dem Corona-Virus hat ein anderen Virus unsere Gesellschaft befallen: der Virus der Beschleunigung. Auch er macht uns krank – zeitkrank: nervös, genervt, zappelig. Alles, was dauert, dauert uns grundsätzlich zu lang. Die Dinge können nicht schnell genug sein. Zeit ist in unserer Gesellschaft zu einem Synonym für Knappheit geworden und wird entsprechend bewirtschaftet. Denn Zeit ist Geld, time is money – was sonst!? Doch pausenlose Beschleunigung ist nicht alles. Wir kennen auch andere Formen, Zeit zu erleben: die Langsamkeit, das Warten und Pausieren, den Stillstand, die Muße, die Wiederholung – und besonders aktuell in den stillgestellten Zeiten von Corona: die Langeweile. Mit einer eigenen Themenfolge innerhalb des oekom podcasts wollen wir diesen „diskriminierten“ und kaum wertgeschätzten Zeitformen unsere Aufmerksamkeit schenken. Ihnen gemeinsam ist: sie entziehen sich einer wirtschaftlichen Verwertung. Zeit wird nicht in Geld übersetzt (und umgekehrt). Hier gilt: „Time is honey“. Der Essay über die „Langeweile“ stammt von dem bekannten Zeitforscher Prof. Dr. Karlheinz A. Geißler. Sprecher ist Werner Härtl.
25 Minuten
Sehnsüchtig wartet der kleine Eisbär auf den Winter. Denn erst, wenn das Meer richtig zugefroren ist, kann er mit seiner Mama auf Robbenjagd gehen - und endlich wieder mit seinen Freunden Schneefußball spielen. Doch der Winter will einfach nicht kommen. Es ist viel zu warm. Als Mama Eisbär ihm erklärt, dass es immer später kalt wird, weil die Lebewesen auf der ganzen Welt zu viel warme Luft machen, beschließt der kleine Eisbär, den anderen Tieren Briefe zu schreiben. Vielleicht wissen sie ja gar nichts davon? Und so bekommen sie alle Post vom Nordpol: der Elefant in Afrika , die Truthahnfamilie in Nordamerika, der Feldhase bei uns und viele mehr. Schnell werden die Tiere aktiv und finden zahlreiche gute Ideen, wie sie warme Luft einsparen können. Eine Geschichte über den Klimawandel und wie wir alle helfen können, weniger warme Luft zu machen. Für Kinder ab 5 Jahren. Gelesen von Isa Schurian-Radloff.
21 Minuten
„Wir alle haben es in der Hand, den Lauf der Welt zu ändern.“ So lautet die Aufforderung der weltweit bekannten Umwelt- und Sozialaktivistin Vandana Shiva an die Zivilgesellschaft, um der fortlaufenden Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen Einhalt zu gebieten. Denn sie ist überzeugt: „Eine andere Welt ist möglich!“ Eine Welt, in der es gerecht(er) zugeht und in der unser Leben und Wirtschaften wieder in besserem Einklang mit der Natur steht. In einem Interview erläutert die Trägerin des „Alternativen Nobelpreises“, welche Bedeutung dabei der Erhalt der biologischen Vielfalt nicht nur für die Ernährung der Weltbevölkerung, sondern auch für Demokratie und Frieden hat. Vandana Shiva sieht sich in der Tradition Mahathma Gandhis und ruft zu zivilem Ungehorsam und gewaltfreien Widerstand auf: gegen die fortlaufende Zerstörung der Natur und für den Erhalt einer bäuerlich-ökologischen Agrarkultur.
1 Stunde
Grenzen – seit Menschengedenken arbeiten wir uns an ihnen ab: Kinder loten ihre Grenzen aus, Ländergrenzen werden umkämpft und vor „Eindringlingen“ geschützt, und die Medizin zögert die letzte aller Grenzen, den Tod, immer weiter hinaus. Die Corona-Krise ist eine Grenzerfahrung der besonderen Art: Der Virus kennt keine Grenzen – und verlangt von uns gerade deshalb überall Grenzziehungen. Der Vortrag der bekannten Kulturwissenschaftlerin Marianne Gronemeyer stammt noch aus der „Vor-Corona-Zeit“ – und ist aktueller denn je. Grenzenloses Wachstum, Globalisierung und die Grenzen der Natur: Ein kleines Virus stellt in Frage, was bereits zuvor brüchig war und keine Zukunft hatte.
23 Minuten
Alles steht still, nichts geht mehr. Globale Lieferketten brechen zusammen. Die Wirtschaft wurde ins künstliche Koma versetzt. Eine weltweite Rezession von ungeahntem Ausmaß zeichnet sich ab. Und das alles nur wegen eines Virus’. Ist die Zeit der Wachstumskritik jetzt vorbei? Brauchen wir jetzt nicht mehr von allem, statt weniger? Warum sind unsere reichen Wirtschaftsysteme so fragil und verletzlich? Und welche Rolle spielen in Zukunft nachhaltige, genügsame Lebensstile? Der bekannte Wachstumskritiker Prof. Dr. Niko Paech sieht in der Corona-Krise eine Chance – für ein Experimentieren und Umdenken in Richtung Nachhaltigkeit. Für ihn bleibt es dabei: „All you need is less“ ... Inhalt 00:00 – 04:10: Anmoderation und Einführung Manuel Schneider 04:11 – 13:38: Essay I von Niko Paech: „Suffizienz und die Frage nach der Freiheit“ 13:39 – 14:44: Überleitung und Anmoderation 14:45 – 23:53: Essay II von Niko Paech: „Corona und Resilienz“
12 Minuten
Vor kurzem war die Welt noch in Ordnung. Wirklich? Stöhnten wir nicht alle unter Zeitstress und Hektik und sehnten uns nach mehr „Zeitwohlstand“? Jetzt, nach der coronabedingten Vollbremsung, gibt es Zeit auf einmal genug – doch Muße will sich nicht richtig einstellen. Was tun, wenn das Hamsterrad mal stillsteht? Der bekannte Zeitforscher Prof. Dr. Karlheinz A. Geißler hätte da ein paar Vorschläge ... Hören Sie die erste Folge des neuen oekom podcasts über „Die guten Seiten der Zukunft“, ein Gemeinschaftsprojekt von oekom verein [https://www.oekom-verein.de/] und oekom verlag [https://www.oekom.de/].