Der oekom podcast - Die guten Seiten der Zukunft Archiv
74 Episoden
48 Minuten
Die sich dramatisch zuspitzende Klimakrise ruft verstärkt meist junge Aktivist:innen auf den Plan. Im Namen des Klimaschutzes schwänzen sie die Schule, besetzen Bäume, blockieren Kohlebagger oder legen den Straßenverkehr lahm. Sie stören damit nicht nur das öffentliche Leben; sie sind zunehmend auch bereit, Gesetze zu brechen – und lassen sich dafür auch bestrafen. Rechtfertigt die Klimakrise auch solche Formen zivilen Ungehorsams? Sind die Proteste – wenngleich illegal – moralisch dennoch legitim? Dieser Frage geht der Ethiker Prof. Patrick Zoll in seinem Vortrag nach. Im Anschluss berichtet der Klimaaktivist Vincent Schäfer, warum auch eine 16-tägige Präventivhaft ihn nicht davon abbringt, sich weiterhin für mehr Klimaschutz zu engagieren.
43 Minuten
Angst vor Überflutungen, Schuldgefühle wegen des letzten Urlaubsfluges, Wut über die Untätigkeit der Regierungen: Wir begegnen der ökologischen Krise mit einem ganzen Bündel an Emotionen – und das ist gut so, sagt die Psychotherapeutin und Klimaaktivistin Katharina van Bronswijk. Angst, Trauer und Wut sind gesunde Reaktionen auf essenzielle Bedrohungen wie Klimawandel und Artensterben. Wir brauchen sie, um Motivation für Veränderung zu entwickeln und gesellschaftliche Normen zu hinterfragen. Statt Gefühle aus der Umweltdebatte rauszuhalten, sollten wir ihre Kraft nutzen für die anstehende Transformation unserer Gesellschaft.
30 Minuten
Eine Ära geht zu Ende. Die letzten drei Atommeiler in Deutschland sind abgeschaltet. Die Nutzung der Atomkraft ist damit Geschichte – zumindest bei uns. Doch Atomenergie spaltet auch weiterhin die Gesellschaft. Wäre es nicht besser gewesen, weiterhin auf Kernkraft zu setzen? Um den Klimawandel zu bekämpfen; um sich aus der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas zu befreien; um weiterhin kostengünstig Strom zu produzieren? In seinem Essay entkräftet der bekannte Umweltjournalist und Uran-Fachmann Horst Hamm zentrale Behauptungen, Narrative und Mythen der Atomenergie – und liefert nochmals gute Gründe für den vollzogenen Atomausstieg.
27 Minuten
Großartige Neuigkeiten für die Bekämpfung der Klimakrise: Wir haben eine absolute Klima-Expertin unter uns. Eine, die alle Tricks kennt, wie man das Zuviel an klimaschädlichen Treibhausgasen, allen voran das CO2, wieder aus der Atmosphäre bekommt und dauerhaft bindet. Eine, die Sturmfluten, Dürren, extremen Regen und Hitze etwas entgegensetzt. Und die zudem ihr jahrmillionenaltes Wissen ganz umsonst anbietet. Ihr Name? Natur! – Was Biodiversität mit dem Klimawandel zu tun hat, wie beides aufeinander wirkt und wie die Vielfalt der Natur uns hilft, den globalen Kohlenstoffhaushalt wieder in Ordnung zu bringen, darauf gibt der Essay ebenso spannende wie überraschende Antworten.
33 Minuten
In Benjas Zuhause verschwinden immer wieder Dinge. Da stimmt etwas nicht, findet er und legt sich auf die Lauer. Und tatsächlich: Wuse, ein kleines Zauberwesen, huscht heimlich durch die Wohnung und stibitzt seine Sachen - vor allem alte und kaputte Dinge. Was andere wegwerfen wollen, kann sie gut gebrauchen. Als dann sogar Essen im Müll landen soll, geht ihr das gehörig gegen den Strich. Benja und Wuse werden schnell Freunde, und gemeinsam begeben sie sich auf eine große Mission: Essen retten! Ein halbstündiges Hörspiel für Kinder ab 5 Jahren über die Verschwendung von Lebensmittel – und was man kinderleicht dagegen tun kann.
25 Minuten
Wälder bedeuten für jeden/jede von uns etwas anderes: Für die einen ist der Wald ein wichtiger Klimaschützer, für andere ein Raum der Erholung oder sportlichen Betätigung, für die nächsten ein wirtschaftliches Gut, das Holz zu liefern hat. Aber ganz gleich, wofür man ihn nutzt: Der Wald ist ein ebenso faszinierender wie bedrohter Lebensraum für eine Vielzahl an Tieren und Pflanzen. Wie kann dieser Lebensraum besser geschützt werden? Und wie kann der Umbau der wirtschaftlich genutzten Forste in zukunftstaugliche Wälder gelingen? Konkrete Vorschläge für den Erhalt der Waldnatur durch den bekannten Zoologen und Ökologen Josef H. Reichholf.
33 Minuten
Angesichts zahlreicher Krisen droht sich ein dumpfes Gefühl von Resignation breitzumachen. Was wir jetzt brauchen, ist neue Kraft, positive Energie – und vor allem Zuversicht. Die Quelle dafür tragen wir in uns und teilen sie zugleich mit anderen: unsere Sprache. Es ist die Sprache, die mit ihren Bildern, Redewendungen und oftmals kulturell verschütteten Bedeutungen viele Inspirationen und Impulse für eine bessere Welt liefert. Sie hat die Macht, Dinge in Dunkelheit oder Licht zu kleiden, mit Beklemmung oder Hoffnung zu füllen. Sie kann unsere Vorstellungskraft in Gang setzen und der Zukunft eine neue Richtung zu geben. Sie kann der Zuversicht Raum geben – wie umgekehrt Zuversicht aus ihr schöpfen kann.
27 Minuten
Noch ist eine Trendwende beim Klimaschutz nicht in Sicht. Im Gegenteil: Auch nach der 27. Weltklimakonferenz steuern wir auf eine 2,5 bis 3 Grad wärmere Welt zu – mit verheerenden Folgen für die Menschheit. Technik allein wird es nicht richten. Es braucht zusätzlich die Hilfe der Natur: sog. „naturbasierte Lösungen“. Allen voran der Erhalt der Regenwälder, ein großes Wiederaufforstungsprogramm in den Tropen, die Wiedervernässung der Weltmoore und die Auffüllung der Humusvorräte durch eine regenerative Landwirtschaft. Zur Finanzierung müssen diejenigen zu Kasse gebeten werden, die auf Basis der Verbrennung fossiler Energieträger zu exorbitantem Wohlstand gekommen sind. Nur so kann die drohende Heißzeit vielleicht noch abgewendet werden.
28 Minuten
1972 erschütterte ein Buch die Fortschrittsgläubigkeit der Welt: Die Grenzen des Wachstums machte Millionen Menschen mit aufrüttelnden Zukunftsszenarien auf die Überlastung unseres Planeten aufmerksam. 50 Jahre nach seinem Erscheinen blicken renommierte Wissenschaftler:innen des Club of Rome abermals in die Zukunft – und legen ein Genesungsprogramm für unsere krisengeschüttelte Welt vor.
25 Minuten
Wie kann es sein, dass unsere Welt immer fortschrittlicher wird, die Menschen aber immer unglücklicher? Der bekannte Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer diagnostiziert, dass uns das Glück nicht trotz, sondern wegen des Fortschritts verlassen hat: Geplagt von Verlustängsten und getrieben von Werbung und Konsum haben wir verlernt, was ein gutes Leben für uns wie für alle bedeuten könnte. Anstatt eine lebenswerte Zukunft für unsere Mitmenschen und den Planeten anzustreben, scheuen wir jede Einschränkung unserer wirtschaftlichen Freiheiten. Schmidbauer erklärt, was hinter diesen Impulsen steckt, und plädiert für mehr Empathie und Gelassenheit im Umgang mit uns selbst und unseren Mitmenschen.
33 Minuten
Wenn wir die Krisen unserer Zeit überleben wollen, müssen wir uns vom Kapitalismus befreien. Davon ist der bekannte britische Wirtschaftsanthropologe Jason Hickel überzeugt. Denn statt Wohlstand für alle hat unsere Art zu wirtschaften ein Leben voll künstlicher Verknappung, sozialer Ungerechtigkeit und massiver Umweltzerstörung hervorgebracht. Die Alternativen liegen dabei weder im Kommunismus noch im radikalen Verzicht. Ziel ist eine Wirtschaft, die zum Wohle aller agiert und unsere Lebensgrundlagen bewahrt. Hickels neustes Buch, das diesem Podcast zugrunde liegt, wurde von der Financial Times zum Buch des Jahres gewählt.
33 Minuten
Hans Carl von Carlowitz (1645-1714) gilt als Schöpfer des Begriffes Nachhaltigkeit. Mit seinem Hauptwerk, der Sylvicultura oeconomica (1713, neu erschienen 2022), legte der Universalgelehrte das erste geschlossene Werk über die Forstwirtschaft vor. Er kritisierte damals den Raubbau an der Ressource Holz und formulierte den Grundsatz, dass immer nur soviel Holz entnommen werden darf, wie natürlicherweise nachwächst. Die Regenerationsfähigkeit der Natur nicht überzustrapazieren ist seitdem ein Grundsatz aller Nachhaltigkeit. Sein Buch gilt zurecht als „Gebursturkunde der Nachhaltigkeit“ (Ulrich Grober). In einem fiktiven Gespräch mit dem sächsischen Forstdirektor (Sprecher: Markus Bölling) werden die zentralen Aussagen seines Buches, aber auch die biographischen Hintergründe dieses Jahrhundertwerks herausgearbeitet.
29 Minuten
Frust statt Freude am Lernen. Schule braucht dringend ein Update. Wie wäre es mit einem freien Tag pro Woche für alle Kinder und Jugendlichen unseres Landes? Ein Tag, der für Zukunft-Lernen reserviert ist. Allzu utopisch? 80 Schulen haben einen solchen FREI DAY bereits eingeführt – und es werden täglich mehr. „Schule im Aufbruch“ lautet das Motto der Initiative. Die Zeit sei reif für einen echten Paradigmenwechsel in unserem Bildungssystem, meint die langjährige Schulleiterin Margret Rasfeld. In ihrem Essay schildert sie, wie Kinder und Jugendliche in der Schule lernen können, die Welt zu verändern.
42 Minuten
Zeit ist das große Rätsel des Universums. Die besten unter den Physikern haben sich ihre Hirne zermartert, was es wohl mit der Zeit auf sich habe. Lange Zeit schien die Welt eine Uhr zu sein, in der alle Zahnräder perfekt ineinander greifen. Die Sicherheit dieses deterministisch-mechanistischen Weltbildes ist jedoch seit Einstein und dem Wissen über die kaum übersehbaren Wechselwirkungen natürlicher Prozesse (Stichwort: Klimawandel) abhanden gekommen. Die Physik liefert immer nur eine sehr beschränkte Vorstellung von Zeit, die mehr Maschinen als Lebewesen entspricht. Was aber wäre ein Verständnis der Zeit, das sich gewissermaßen „auf der Höhe der Zeit“ befindet?
28 Minuten
Überschwemmungen und Flutkatastrophen wie im Ahrtal sind nicht allein Folgen des Klimawandels. Weil über Jahrzehnte Auwälder gerodet, Feuchtgebiete trockengelegt, Zuflüsse begradigt und Flächen versiegelt wurden, wird die Wasserführung der Flüsse immer extremer – und mit ihr die Schadensgefahr. Die gute Nachricht: Wenn wir unsere Flüsse wieder frei(er) fließen lassen, werden sie wahre Naturwunder. Wir können ihnen Trink- und Brauchwasser entnehmen. Und in üppiger Fülle entwickelt sich neues Leben. „Flüssen wieder mehr Raum geben, lautet daher das Gebot der Stunde.“ (Josef H. Reichholf).