School must go on Archiv
47 Episoden
55 Minuten
Dejan Mihajlović ist seit über 18 Jahren Lehrer, Vorstandsmitglied bei „D64 - Zentrum für Digitalen Fortschritt“, für Baden-Württemberg in der Lehrerfortbildung tätig und wirkt am Institut für zeitgemäße Prüfungskultur mit. Mit diesen und vielen weiteren Tätigkeiten rund um das deutsche Bildungssystem versucht er, Bildung in Deutschland voranzubringen. Im Podcast „School must go on“ spricht Dejan Mihajlović über Barcamps an Schulen, Skepsis unter Lehrkräften und darüber, wie Prüfungen ein Hindernis für Veränderungen sind. – Ein Schultag als Barcamp – „Ich bin der Überzeugung, dass wenn man sagen würde, Schulen organisieren sich wie ein Barcamp, bei dem die Schüler/-innen jeden Tag bestimmen können, woran sie arbeiten möchten, sie am Ende ihrer Schulzeit nicht weniger wüssten und könnten als jetzt“, erklärt der Realschullehrer. Er geht sogar noch weiter und sagt, dass alles, was sie dabei lernen würden, noch viel wirksamer und nachhaltiger verankert wäre als es jetzt der Fall sei. „Solche Prozesse muss man langsam initiieren, damit man die Schulen nicht überfordert mit dem Veränderungsprozess, aber ich glaube, dass sie möglich sind“, sagt Dejan Mihajlović. Beispielsweise könne man zunächst mit einem Testlauf an einem Schultag starten, irgendwann zu einmal pro Monat übergehen und schließlich einen Schultag pro Woche so gestalten. – Den Spirit an die Schulen bringen – Es sei Quatsch, zu glauben, dass so eine Idee, wie mit den Barcamps, in Form von schulinternen Fortbildungen nur die Lehrer/-innen erreicht, die man auch über Twitter erreichen würde. „Dass aktuell Dinge nicht funktionieren und man Sachen ändern muss, das sehen viele und auch die Lehrkräfte, die nicht im Internet ihre Meinung kund tun“, so Dejan Mihajlović. An jeder Schule, an der er bislang solche Barcamps durchgeführt habe, habe es Skeptiker gegeben und fast immer sei insbesondere bei dieser Gruppe am Ende viel Bereitschaft da gewesen. „Wenn man den Spirit in die Schule bringt, dann kann man eine große Menge von Leute aktivieren. Auch Lehrkräfte, die sich davor nicht mehr richtig aktiv eingesetzt haben, werden von dem Spirit gepackt“, erklärt der Fortbildner. Entscheidend sei, dass durch die Barcamps ein Format geschaffen werde, in dem Menschen ihre Expertise einbringen können und Raum ist für Austausch und Schulentwicklung. – Prüfungen als Hebel für Veränderungen – Prüfungen seien der Flaschenhals, an dem alles scheitert, was man an Schulen Neues aufsetzen möchte. „Wir alle, die am Institut für zeitgemäße Prüfungskultur mitwirken, haben die Erfahrung gemacht, dass wenn man Projekte angestoßen hat, es am Ende immer hieß ‘Ja, aber es kommen ja die Prüfungen und auf die muss ich vorbereiten’. Der Hebel sind also nicht unbedingt die Lehrpläne, sondern die Prüfungen“, so Mihajlović. Ziel des Instituts sei es, Ansätze zu liefern, wie es im Unterricht, aber auch beim Schulabschluss anders gehen könnte. „Es gibt schon gute Ansätze und andere Länder machen es schon anders. Dänemark hat seit über 10 Jahren Prüfungen mit Internet. Wir müssen das nicht erfinden.“ Die Prüfungs-Stress-Situation sei künstlich geschaffen und finde sich im Arbeitsleben so nicht wieder. „Später im Leben gibt es nie eine Situation, in der man sich nicht austauschen und recherchieren darf. Bei den Abschlussprüfungen ist Kollaboration, Internet und Austausch verboten und wird als Betrugsversuch gewertet“, kritisiert der Realschullehrer. Dejan Mihajlović spricht außerdem über die verschiedenen sozialen Medien, die Rolle der Lehrkräfte, die Kultur der Digitalität und deren Entwicklung, die Hintergründe zu seinem Buch und darüber, inwiefern die Pandemie die Skepsis im Kontext der Bildung beeinflusst hat.
32 Minuten
(***englisches Interview***) Laura McInerney war sechs Jahre lang Lehrerin an einer Sekundarschule in London. Heute ist sie Journalistin für die britische Zeitung „The Guardian“ und Mitgründerin der Umfrage-Apps „Teacher Tapp“ und „Parent Ping“. Im Podcast „School must go on“ spricht sie über die Funktionsweise der beiden Apps, die Auswirkungen der Sparmaßnahmen der Regierung im Bildungsbereich und darüber, welche Rolle Schulautonomie und Datenschutz in Großbritannien spielen. – Das Teilen von Informationen ist etwas Gutes – Die App auf dem Handy der Lehrkräfte bzw. der Eltern pingt einmal am Tag und dann erscheinen Fragen, die beantwortet werden können. Nach der Teilnahme an der Umfrage kann man die Ergebnisse einsehen. „Wenn du eine Lehrkraft bist, bist du meistens nur in deinem eigenen Klassenzimmer und bekommst nicht zu sehen, was in den Klassenzimmern anderer Leute passiert“, so die Journalistin. Die Apps geben jedem die Möglichkeit, zu verstehen, was bei den Kollegen oder bei anderen Eltern passiert. „Wir benutzen diese Einblicke zum Informieren von Regierungen, politischen Entscheidungsträgern und Technologieunternehmen, damit sie ihr Produkt verbessern können“, erklärt Laura McInerney. In England habe das Statistikamt „Teacher Tapp“ bspw. benutzt, um einen Blick auf die Arbeitsstunden der Lehrer zu werfen, und um herauszufinden, wie gut Bildung im Homeschooling funktioniert. „Wir konnten sehr genaue Statistiken erstellen, was wirklich fantastisch ist“, schwärmt die ehemalige Lehrerin. „Wenn man einmal das Gefühl überwunden hat, dass das Teilen von Informationen unangenehm ist und sich bewusst macht, dass es sogar positiv ist, sie zu teilen, werden gute Dinge passieren.“ – Kürzungen des Schulbudgets und deren Folgen – 2018 habe es über „Teacher Tapp“ die ersten Befragungen zu Laptops und digitalen Geräten an Schulen gegeben: „Wir haben gesehen, dass sie allmählich weniger benutzt werden“, so Laura McInerney. Der Grund dafür sei gewesen, dass es seit 2010 Sparmaßnahmen durch die Regierung gegeben habe, die auch zur Kürzung des Schulbudgets geführt haben. Die zehn Jahre davor sei viel Technik an die Schulen gebracht worden, sodass die gesamte Soft- und Hardware mittlerweile veraltet ist und Lizenzen nach und nach ausgelaufen sind, ohne dass sie erneuert wurden. „Als die Pandemie kam, waren wir sehr schlecht ausgestattet. Die meisten Schulen hatten vielleicht ein paar Laptops, aber es war insgesamt nichts, worin die Leute investiert haben“, resümiert die Mitgründerin. Es habe jedoch eine Entwicklung stattgefunden, sodass der Unterricht zu Hause im Vergleich zu den ersten Schulschließungen letztes Jahr deutlich besser funktioniert. – Schulautonomie und Datenschutz – In Großbritannien entscheiden die Schulen viel selbst und es gibt wenig Vorgaben durch die Bildungspolitik. Es gebe zwar sogenannte „academy trusts“, die ein Zusammenschluss verschiedener Schulen sind und somit auch gemeinsam Entscheidungen treffen, diese seien jedoch sehr selten, sagt McInerney. „Wir haben 24.000 Schulen, die alle ihr eigenes Ding machen, ohne einen strategischen Fokus und das im Kontext von Budgets, die seit etwa einem Jahrzehnt gekürzt werden“, so Laura McInerney. Anbieter und Anwendungen wie Microsoft Teams und Google Classrooms hätten sich daher mit der Zeit an den Schulen durchgesetzt. „Wir haben kulturell bezüglich der Daten nicht die gleichen Bedenken wie in anderen Ländern. Wir haben auch nicht die gleichen Bedenken bezüglich des Arbeitens mit großen Konzernen“, erklärt die Journalistin. Dazu komme, dass man es in Großbritannien gewohnt sei, mit amerikanischen Produkten zu arbeiten und ebenso ein Englisch sprechendes Land sei. „Deshalb haben sich gewisse Anbieter wirklich guter Lernplattformen durchgesetzt.“ Zudem spricht Laura McInerney über ihre Arbeit als Journalistin, Lernmanagementsysteme und Schule während der Schulschließungen.
31 Minuten
Achim Berg ist Präsident des Branchenverbands Bitkom und Miterfinder des Digitalpakts in Deutschland. Im Podcast „School must go on“ spricht er über den Weg zum Digitalpakt, was er von mehr Schulautonomie hält und was er sich bezüglich des Datenschutzes wünscht. – Lange Diskussionen zwischen Bund und Ländern – „Was wir bei Bitkom möchten, ist, nicht immer nur zu maulen, sondern auch wirklich zu versuchen, die Dinge zu verbessern“, erklärt Achim Berg. So sei es auch damals zu den Überlegungen bezüglich des Digitalpakts gekommen. Es habe lange Diskussionen zwischen Bund und Ländern gegeben. „Die Bundesregierung hat erkannt, dass man bei dem Thema Digitalisierung was Gemeinsames machen muss. Es kam daher die Frage auf, wie man als Bund Gelder zur Verfügung stellen kann, ohne in die Autorität der Länder einzugreifen.“ Letztlich sei es nach einigen Monaten zu einer Einigung gekommen und es wurden den Schulen 5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Von dieser Summe seien bis zuletzt jedoch nur knapp 5 % verausgabt worden. „Ich habe mich sehr gewundert, warum das so schleppend geht, weil wir doch Defizite haben, die wir mittlerweile überdeutlich sehen“, so Achim Berg. Ein großes Problem sei dabei die Beantragung der Gelder. So habe er beispielsweise einen 43 Seiten langen Antrag handschriftlich ohne Tool ausfüllen müssen. „Es ist eine hohe Summe, die zur Verfügung steht, aber jetzt muss es auch ankommen!“ – Mehr Schulautonomie? – „Ich glaube, wenn man den Schulen direkt einen gewissen Betrag mit einer vernünftigen Empfehlung zur Verfügung gestellt hätte, wäre das in Summe besser gewesen“, so Achim Berg. Ein Großteil der Schulen hätten sich davon Infrastruktur gekauft, hätten dafür gesorgt, dass Lehrer/-innen ausgebildet werden und hätten sich schnelleres Internet geholt. „Eventuell wären nicht alle Gelder toll verwaltet oder genutzt worden, aber ich bin mir sicher, dass es insgesamt zu mehr Erfolg geführt hätte“, erklärt Achim Berg. „Wir haben viele verantwortungsvolle Schulleiter/-innen und Lehrkräfte, da ist es ein Trugschluss, zu glauben, dass ein/-e Verwaltungsangestellte/-r besser entscheiden kann, was eine Schule braucht.“ – Datenschutz als Blockade – „Datenschutz ist wichtig und richtig. Aber: Ich verlange von einem Datenschützer, dass er mir nicht sagt, was nicht geht, sondern mir sagt, was geht“, appelliert der 56-Jährige. So sei es auch an den Schulen wichtig, dass man den Lehrkräften sagt, welches Tool sie nutzen können. „Das Datenschutzthema blockiert sehr viel, aber nur weil wir nicht klar sagen, was erlaubt ist. Wir lassen die Lehrer/-innen da im Regen stehen“, so Achim Berg. Dabei könne man auch die Schullösungen von Google und Microsoft datenschutzkonform einsetzen. „Es kann doch niemand an lange entwickelten, gut funktionierenden Werkzeugen vorbeischauen. Deshalb bin ich bei amerikanischen Unternehmen dafür, solange es nicht werblich genutzt wird, und das ist bei den Schulversionen absolut gegeben“, erklärt der Bitkom-Präsident. „Es muss doch vor allem in der aktuellen Situation das Recht auf Bildung erfüllt werden. Wenn man da das Thema informationelle Selbstbestimmung vorschiebt, vermischt man zwei Dinge, die nichts miteinander zu tun haben!“ Außerdem spricht Achim Berg über Breitbandanschlüsse an Schulen, die Ambitionslosigkeit unter Bildungspolitikern und wie wir auf 2020/2021 zurückblicken werden.
1 Stunde 2 Minuten
Jeppe Bundsgaard is a professor at the Danish school of education and the Danish representative at the world wide ICILS Study, which compares computer and information literacy of students around the world. In the podcast “School must go on” talks Jeppe Bundsgaard about how students are treated at Danish schools, the role of grades and digitization in the Danish education system. – Students and teachers are almost on the same level – With the education reform in Europe, Denmark has tried to develop a school system that is more student-centered, more project-based and more about developing whole human beings. “It’s not much time that we spend on stupid drills and practice getting correct answers to really simple questions,” the education expert says. Therefore, the relationship between teachers and students in Denmark is also on equal terms. “They talk to each other like being almost on the same level,” Jeppe Bundsgaard explains. For example, occasional jokes by students in class are welcomed by teachers and both students and teachers are called by their first names. “I think it’s an important basis for good education.” – Too focused on preparing for exams instead of life – A few years ago there were no exams and grades in Danish lower secondary schools. “There was a test you could take when you left school and then you could also get grades. But you were not forced to take this exam,” the professor says. Today, he says, it is mandatory to take the exam and get grades from 8th or 9th grade on at the latest. Sometimes even before in order to practice. “In my opinion we have gone towards more focus on exams and grades way too much because it has a backlash on how things are done,” Jeppe Bundsgaard explains. “Teachers are too worried about the exams. They are too focused on preparing students for exams instead of focusing on preparing them for life.” – Digitization of education – The Danish school system started getting digitized very early. “In the 60s we had the first professor of computer science. He worked very seriously on getting computer science into basic education,” explains the IT expert. This professor laid the groundwork for computers being a core part of how people in Denmark have been thinking about education since then. “Around the year 2000 almost all schools in Denmark were connected to the internet and computers started getting a big part of life. Since 2015 you wouldn't go to a school without ICT being completely integrated into teaching and learning,” sums up Jeppe Bundsgaard. Overall, he says, the ministry of education has been pushing for integration and development of 21st century skills. “In our curriculum there are three cross cutting areas: entrepreneurship and Innovation, ICT and language awareness. Those three should be part of all subjects.” Jeppe Bundsgaard also talks about the collaboration between the different stakeholders, innovative schools, autonomy in schools, establishing of digital learning materials and school during Corona in Denmark.
48 Minuten
Marina Weisband ist Psychologin und Beteiligungspädagogin. Die ehemalige politische Geschäftsführerin der Piratenpartei engagiert sich heute bei den Grünen in den Bereichen Digitalisierung und Bildung. Seit 2014 leitet sie das Projekt „aula“ - ein Beteiligungskonzept, das Jugendlichen aktive Mitbestimmung an den Regeln und Angelegenheiten ihrer Schule oder einer außerschulischen Organisation ermöglicht. Im Podcast „School must go on“ spricht Marina Weisband über die Ideen und Ziele hinter dem Projekt sowie das Rollenverständnis der Lehrkräfte. – Die drei Teile von „aula“ – Das Projekt besteht aus drei Teilen: 1. Eine Open-Source-Software, die leicht zu bedienen sei und die Jugendlichen dabei begleite, einen Beteiligungsprozess zu strukturieren, protokollieren, diskutieren und zu verbessern. 2. Ein Unterrichtskonzept, also die didaktische Begleitung des Prozesses, das Lehrer/-innen beibringt, das Projekt sinnvoll zu begleiten. 3. Ein verbindlicher Vertrag, mit dem sich die Schule freiwillig verpflichtet, alle Ideen von „aula“ in einem bestimmten Rahmen mitzutragen. „Die Idee entstand in meiner Zeit bei den Piraten. Wir waren lauter junge Leute und wir stellten fest, dass das einzige, was die meisten von uns über unsere Demokratie gelernt hatten, das Organigramm war. Ich kam dann zu der Erkenntnis: Demokratie muss man nicht nur wollen, man muss sie auch können“, erklärt Marina Weisband. – Das Rollenverständnis der Lehrkräfte – Es gebe immer wieder Skepsis unter den Lehrkräften, bevor „aula“ an einer Schule eingeführt wird. „Des Öfteren hören wir von Lehrkräften die Angst ‚Schüler können etwas beschließen, was wir gar nicht wollen‘“, so die Diplom-Psychologin. Das Rollenverständnis der Lehrer/-innen sei deshalb bei der Einführung von „aula“ sehr wichtig. Was ist eine Lehrkraft? Welche Aufgaben hat sie? Woraus speist sich Autorität und wie kann ich mit dem Kontrollverlust umgehen? Das seien nur einige der Fragen, die im Rahmen dessen aufkommen. „Wir arbeiten eigentlich an ganz intimen Themen der Organisationsentwicklung“, fasst Marina Weisband zusammen. „Im besten Fall verändern wir durch die Einführung von „aula“ die Rolle der Lehrkräfte von Autoritäten hin zu Begleitern und die der Schüler/-innen von Konsumenten hin zu Gestaltern.“ – Mehr Macht für die Schüler – „Wir haben schon oft die Bedenken von Schüler/-innen gehört: ‚Warum sollen wir uns denn beteiligen, die Lehrer/-innen machen doch eh, was sie wollen‘. Das ist da, wo dieses ‚Die da oben machen doch eh, was sie wollen‘ anfängt und das ist der Einstieg in Populismus“, sagt die Beteiligungspädagogin. Das oberste Ziel von „aula“ sei daher das empowern der Schüler/-innen und das Erleben von Selbstwirksamkeit und einer eigenen Rolle in der Gesellschaft, die als aktive Rolle verstanden wird. So wurde beispielsweise schon ein Smartphone-Tag an einer Schule beschlossen, an dem alle Lehrkräfte ihren Unterricht mithilfe des Smartphones machen müssen. Oder Lehrkräfte wurden mithilfe eines Crowdfundings auf eine Fortbildung zum Thema „Smartboards“ geschickt. „‚aula‘ bringt die Schüler/-innen in das verbindliche Umsetzen ihrer eigenen Visionen.“ Außerdem spricht Marina Weisband über das Problem der Finanzierung, die Auswirkungen der coronabedingten Schulschließungen auf das Projekt, Schulentwicklung in Deutschland, Datenschutz bei der Wahl der Software und den Digitalpakt.
55 Minuten
(***englisches Interview***) Joanna Juszczyk ist seit 18 Jahren Englischlehrerin in Polen. Davon war sie die meiste Zeit an einer Mittelschule tätig. Seit drei Jahren arbeitet sie als Lehrerin an einer Grundschule. Vergangenes Jahr gewann sie den polnischen Wettbewerb „Brainly Educator of the Year 2020“ in der Kategorie Geisteswissenschaften. Im Podcast „School must go on“ spricht Joanna Juszczyk über das Schulsystem in Polen, wie dort derzeit der Unterricht stattfindet und über Tests. – Schulreform in Polen – Vor vier Jahren habe es in Polen eine große Bildungsreform gegeben. Zuvor seien Kinder zunächst auf eine Grundschule, dann auf eine Mittelschule und letztlich auf eine Oberschule gegangen. Im Rahmen der Reform wurde die Mittelschule jedoch abgeschafft und die Kinder verbringen nun acht Jahre auf der Grundschule. „Es ist nun genauso wie damals, als ich zur Schule gegangen bin, aber das ist halt mehr als 20 Jahre her“, merkt Joanna Juszczyk an. Es sei für die Reform nichts geplant gewesen, sodass die Grundschulen nun zu wenig Klassenräume und somit zu große Klassen haben. „Die Reform war nicht vorbereitet und sie wurde zu schnell eingeführt“, appelliert die Lehrerin. „Ich habe das Gefühl als Lehrerin, dass es sich nicht zum Guten für die Schüler/-innen verändert hat.“ – Über das ständige Testen und Benoten – Im polnischen Bildungssystem sei das Benoten der Kinder ein großer Bestandteil. Dadurch gebe es auch immer wieder und in allen Fächern Tests. „Die Lehrer/-innen können sich nicht vorstellen, Kinder zu unterrichten, ohne ihnen Tests zu geben“, erklärt Joanna Juszczyk. Der ganze Unterricht sei darauf ausgelegt, die Kinder auf die vielen Tests vorzubereiten und es bleibe keine Zeit für Konversationen oder Projekte. „Insbesondere in Englisch brauchen sie die Fähigkeit für ihr Leben, nicht für Tests. Sie müssen sprechen und die Sprache benutzen und nicht Tests schreiben“, erklärt die Grundschullehrerin. – Live-Unterricht während Corona – In Polen werde der Lehrplan und alles den Unterricht Betreffende durch das dortige Bildungsministerium vorgegeben. „Es gibt einen Lehrplan für das gesamte Land“, so die Pädagogin. Die lokalen Verwaltungen seien lediglich für organisatorische Aufgaben, wie das Renovieren von Schulgebäuden oder die Beschaffung von Computern zuständig. Anlässlich der ersten Schulschließungen im Frühjahr 2020 habe das Ministerium dann viel Autonomie und damit auch Verantwortung an die Schulen abgegeben. „Das war einerseits gut, weil es pragmatisch ist. Andererseits ging damit die ganze Verantwortung für die Dinge, die passieren und vielleicht auch nicht gut laufen, auf die Direktoren über“, erklärt Joanna Juszczyk. Nachdem der Unterricht während der ersten Schulschließungen noch viel aus dem Zusenden von Materialien bestanden habe, sei es mittlerweile üblich, den normalen Stundenplan als Live-Unterricht über Google, Zoom oder Microsoft abzuhalten und seine Schüler/-innen täglich zu sehen. „Die Direktoren haben über den Sommer gute Arbeit geleistet, was das Vorbereiten der Lehrkräfte und Organisieren des Unterrichts angeht“, lobt die Englischlehrerin. „Ich habe beobachtet, dass Kinder diesen Kontakt, wenn auch nur online, wirklich brauchen!“ Außerdem spricht Joanna Juszczyk über den Lehrkräftemangel in Polen, ihre Meinung zu Schulbüchern und was ihre Wünsche an das Bildungsministerium sind.
41 Minuten
Uli Marienfeld ist seit 36 Jahren „Pädagoge aus Leidenschaft“ und derzeit stellvertretender Schulleiter an der evangelischen Schule Berlin Zentrum (ESBZ). In seinem 2020 veröffentlichten Buch „Offene Türen“ schreibt er darüber, wie eine begegnungsorientierte Pädagogik an Schulen umgesetzt werden kann. Im Podcast „School must go on“ spricht Uli Marienfeld über den Unterricht an der ESBZ, wie Schule und Schüler/-innen von neu gewonnener Lebenserfahrung profitieren und was er mit seinem Buch bewirken möchte. – Lernen an der ESBZ – An der ESBZ findet jahrgangsübergreifender Unterricht der Klassenstufen sieben bis neun statt. „Die Annahme im deutschen Bildungssystem, dass alle 14-Jährigen in allen Fächern gleich weit sind, ist Unsinn“, erklärt der Pädagoge. Kinder seien unterschiedlich begabt, entwickeln sich unterschiedlich und haben unterschiedliche Interessen. „Durch den jahrgangsübergreifenden Unterricht kommen wir gar nicht auf die Idee Durchschnittsunterricht für den/die Durchschnittsschüler/-in zu machen, weil wir immer wieder die bereichernde Erfahrung machen, wie toll es ist, auf der einen Seite Schüler/-innen zu fördern, die besonders begabt sind, und auf der anderen Seite Schüler/-innen mitzunehmen, die in einzelnen Fächern Defizite haben“, berichtet Uli Marienfeld. Außerdem seien dadurch alle gewohnt, sich gegenseitig zu unterstützen. Ulis pädagogisches Credo: „Schule kann etwas Schönes sein und Bildung kann Freude machen!“ Und das versuche er, stets bei seiner Arbeit an der ESBZ zu berücksichtigen. – Jedes Schuljahr eine neue Herausforderung – Ab der achten Klasse beginnen die Schüler/-innen der ESBZ jedes Schuljahr mit einem selbstgewählten Projekt, der sogenannten Herausforderung. „Jede/-r reicht vor den Sommerferien ein Projekt ein, dem er/sie sich in den ersten drei Wochen des neuen Schuljahres widmen will“, erklärt Uli Marienfeld. So habe es beispielsweise schon Kanutouren durch die mecklenburgische Seenplatte als Herausforderungen gegeben. Es wurden Strände an der Ostsee aufgeräumt oder auf einem Biobauernhof geholfen. „Die Schüler/-innen kommen nach diesen drei Wochen mit einer unfassbaren Lebenserfahrung zurück“, schwärmt der Schulleiter. „Schule ist dadurch plötzlich ein Lebensraum, der mit ihrem Leben etwas zu tun hat und nicht nur aus Büchern kommt.“ – Über das Buch „Offene Türen“ – Mit seinem Buch „Offene Türen“ habe Uli Marienfeld sich bemüht, aufzuschreiben, was er erleben konnte. Ein wichtiger Hinweis, den er dabei immer wieder betone, sei: „Versucht nicht, das zu kopieren, sondern habt Mut, euer Ding zu machen und seht, dass es eigentlich überall offene Türen gibt. Schule ist so viel freudvoller, wenn ihr selber diese Türen seht und versteht, dass Schule auch ein Ort sein kann, an dem ihr anderen Türen öffnet“, so der Autor. Als Schulleiter müsse man beispielsweise nicht alles selber machen, sondern könne das Potenzial der Lehrer/-innen und Schüler/-innen erkennen und ausschöpfen. „Ich hoffe, dass mein Buch einen Beitrag dazu leistet, dass Menschen sich einfach auf den Weg machen und nicht warten, bis die perfekte Revolution da ist.“ Außerdem spricht Uli Marienfeld über Perfektionismus bei der Weiterentwicklung von Schule, seine Vision von Schule in Deutschland, Schule nach Corona und die Gründung neuer Schulen.
35 Minuten
Joshua Grasmüller engagiert sich bereits im zweiten Jahr als Landesschülersprecher für die Gymnasien in Bayern. Darüber hinaus hat er 2020 sein Abitur gemacht und hat hautnah die Auswirkungen der Schulschließungen und weiteren coronabedingten Maßnahmen auf Unterricht, Prüfungen und Co. miterlebt. Im Podcast „school must go on“ spricht Joshua über Schule während Corona, die Umsetzung von Entscheidungen und den Umgang mit Lehrkräften. – Es gab zu wenig Evaluation – Der zweite Lockdown in Deutschland und die erneuten Schulschließungen seien vorhersehbar gewesen. „Man hätte sich besser darauf vorbereiten müssen. Da hat das Kultusministerium gepennt“, so der 18-Jährige. Erkenntnisse aus der ersten Schulschließung seien zu wenig evaluiert und ausgewertet worden. Der Hybridunterricht hätte dabei nicht nur finanziell unterstützt werden müssen, sondern ganzheitlich und ideell. „Man hätte bessere Konzepte aufstellen müssen als Hilfe für die Schüler/-innen und die Lehrkräfte“, erklärt Joshua Grasmüller. „Ich hätte mein Ohr nah an der Praxis gelassen und die Erkenntnisse für die Zukunft genutzt.“ – Das Problem mit der Umsetzung – „Man hört uns als Landesschülervertretern zu, aber über das Hören geht es dann meistens nicht hinaus“, sagt der ehemalige Gymnasiast. „Es gibt alle zwei Wochen Treffen in der fast gleichen Runde und es kommen immer die gleichen Argumente. Alle wollen im Grunde das Gleiche. Die Umsetzung ist das Problem. Da mahlen die Mühlen sehr langsam.“ Diese Trägheit bei Verwaltungsprozessen sei insbesondere in der aktuellen Situation fatal, da es sich um eine schnelllebige Krise handle, die schnelle Entscheidungen und Umsetzungen erfordere. – Lehrer/-innen mehr wertschätzen – „Es wird immer wieder unterschätzt, was Lehrkräfte leisten und welcher starken Belastung sie ausgesetzt sind“, erklärt Joshua Grasmüller. Lehrkräfte seien in der Verantwortung, die Schüler/-innen zu motivieren, sie mitzunehmen und ihnen etwas beizubringen. Da seien die Schulschließungen und die plötzliche Umstellung des Unterrichts eine große Herausforderung gewesen. Wenn etwas nicht funktioniert, sei es leicht, den Fehler bei denen zu suchen, die es umsetzen. Aber es liege meist auch an anderen Gruppen, die am Schulalltag beteiligt sind. „Es ist wichtig, Lehrer mehr wertzuschätzen“, appelliert Joshua. Außerdem spricht Joshua Grasmüller über den Lehrermangel, die Digitalisierung an seiner ehemaligen Schule, seinen Abschluss und wie Lehrer von Schülern lernen können. Kontakt: https://lsr.bayern/kontakt/
1 Stunde 1 Minute
(***englisches Interview***) Pekka Peura ist mit seinem facettenreichen Engagement ein Experte für das finnische Bildungssystem und ein Superstar unter finnischen Lehrkräften. Er ist Country Manager von Kahoot DragonBox AS, Direktor der „StartUp High School“, Gründer einer finnischen Plattform für Lehrerweiterbildung und war 10 Jahre lang selbst als Lehrer in Finnland tätig. Im Podcast „school must go on“ spricht er über seine verschiedenen Tätigkeiten und das finnische Bildungssystem. – In adaptiven Lerninhalten liegt großes Potenzial – „Wahrscheinlich wäre es besser, sich auf eines meiner Projekte zu konzentrieren, aber ich möchte die Probleme im Bildungssystem von möglichst vielen Seiten angehen“, erklärt Pekka Peura. Dabei sei es egal, mit welcher Klassenstufe oder mit welchen Lehrern man arbeite, da die grundsätzlichen Probleme und somit auch die Lösungen die gleichen seien. „Die Grundlösung gilt für jeden Menschen, egal wie alt er ist“, sagt er dazu. Eines dieser Probleme sei, dass es kaum adaptive Lerninhalte gebe. „Das große Potenzial bei der Gestaltung unserer Bildungskultur liegt aus meiner Sicht im adaptiven Lernmaterial“, so Peura. Ein Hindernis sei jedoch die Sprache: „Niemand wird die besten Lernmaterialien für die finnische Sprache entwickeln. Wir müssen das selbst tun.“ – Finnische Schulen sind mit digitalen Endgeräten gut ausgestattet – Vor 10 Jahren habe es in Finnland Diskussionen bezüglich des WLANs an Schulen gegeben. Damit sei gleichzeitig auch die Debatte um digitale Endgeräte gestartet. Das „Final Exam“ an der weiterführenden Schule sei vor 5 Jahren in ein digitales Examen geändert worden, sodass jeder Schüler seinen Computer mit zu Schule bringen musste, um das Examen ablegen zu können. „Es war ein sehr schneller Wandel. Davor hatte niemand seinen Computer im Unterricht und nun nimmt ihn jeder mit“, erklärt der Lehrer. Finnland bewege sich seither auf eine 1-zu-1-Ausstattung mit digitalen Endgeräten an allen Schulen zu. „Alles in allem sind wir in einer recht guten Verfassung, was die Ausstattung angeht“, sagt Pekka Peura. So seien beispielsweise auch WLAN, Mailadressen für Schüler und so etwas wie Lernmanagementsysteme schon vor 10 Jahren etabliert worden. – Die Bedeutung kostenloser Schule – Schule in Finnland sei derzeit bis zu 9. Klasse komplett kostenlos. „Lehrer können ihre Schüler nicht, wie zum Final Exam, dazu auffordern, ihre Laptops mit in die Schule zu bringen. Schule ist in Finnland kostenlos, also muss alles kostenlos sein – auch die Laptops“, so Peura. Schüler/-innen in Finnland müssen also theoretisch nichts mit zur Schule bringen, da Tablets, Bücher, Stifte und sogar das Essen von der Schule bereitgestellt werden. Man brauche also kein Geld, um Bildung für sein Kind zu erhalten. „Das ist die Grundlage für Chancengleichheit“, erklärt der gebürtige Finne. Außerdem spricht Pekka Peura über seine Meinung zum deutschen Bildungssystem, die Finanzierung der Digitalisierung an finnischen Schulen, die Bedeutung der Freizeit und die Rolle der Lehrkräfte. LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/pekka-peura-66b32a46/ Twitter: https://twitter.com/peurapekka Startup High School: https://highup.org/ Plattform für Lehrerweiterbildung: https://eduhakkerit.fi/
29 Minuten
Als Schulprojekt an einem privaten Gymnasium im Westerwald 2015 gestartet wird „Sdui“ heute von ganzen Städten und Landkreisen als Standard für DSGVO-konforme Schulkommunikation eingesetzt. Im Podcast „school must go on“ spricht einer der Gründer, Daniel Zacharias, über die Entstehung und die Arbeit von Sdui sowie die Rolle der Lehrkräfte. – „Wer meckert, muss auch was tun“ – Entstanden sei die Idee als Daniel Zacharias selbst noch Schüler war. Er habe gemeinsam mit Mitschülern festgestellt, wie wenig Digitalisierung an Schulen etabliert sei: „Man quält sich morgens für die erste Stunde aus dem Bett und stellt dann in der Schule fest, dass die erste Stunde ausfällt. Da haben wir uns gefragt, wo es hakt“, berichtet der 21-Jährige rückblickend. Auf das Problem angesprochen habe der damalige stellvertretende Schulleiter gesagt: „Macht’s doch besser!“. „Unsere Philosophie ist seither ‚Entweder man meckert, aber dann muss man auch was tun, oder man akzeptiert, wie es ist, dann darf man aber nicht meckern‘. Zwischen einem von beiden muss man sich entscheiden“, erklärt der Gründer. Die Idee für Sdui sei schließlich bei dem Versuch, ihr Problem selbst zu lösen, entstanden. – Sicher, aber auch einfach kommunizieren – Anfangs ging es bei Sdui nur um Online-Stundenpläne. Nach und nach sei dann auch die Kommunikation zwischen Lehrkräften, Schülern und Eltern dazugekommen. „Wir wollten Lehrern einen Weg aufzeigen, wie sie sicher, aber auch einfach kommunizieren können“, resümiert Daniel Zacharias. Zunächst habe es dafür einen Messenger gegeben, über den die Lehrkräfte mit ihren Klassen oder Kursen DSGVO-konform kommunizieren konnten. „Wir haben irgendwann gemerkt, es gehört mehr zur Kommunikation als eine Textnachricht“, erklärt der Gründer und so seien immer mehr Funktionen, wie digitale Klassenräume oder eine Cloud, hinzugekommen. Auch Krankmeldungen oder Elternbriefen können über Sdui verschickt werden „Die Anwendung von Sdui sollte für alle Schulgruppen passen. Egal ob Berufsschule, Grundschule oder weiterführende Schule.“ – Digitalisierung funktioniert nur, wenn man alle mitnimmt – Einen großen Teil der Teamstruktur mache bei Sdui der Bereich „customer success“ aus, also die Kommunikation mit den Schulen und Lehrkräften. „Schulen kaufen uns, weil sie jeden Schüler sicher erreichen“, erklärt Daniel Zacharias. Damit die Kunden weiterhin zufrieden sind und ihre Kommunikation mit den Schüler/-innen gewährleistet ist, werde viel mit den Lehrkräften gesprochen und ihnen bei der Benutzung geholfen. „Wir wollen jedem Lehrer das Gefühl geben, dass digitale Bildung nicht schwer ist“, führt Zacharias dazu aus. „Wir glauben Digitalisierung funktioniert nur, wenn man wirklich jeden mitnimmt.“ Außerdem spricht Daniel Zacharias über die Funktionsweise und Finanzierung von Sdui sowie die Bedeutung des Datenschutzes. Sdui: https://sdui.de/ Twitter: https://twitter.com/sduiapp LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/daniel-zacharias-b25854135/
57 Minuten
Verena Friederike Hasel zog im Jahr 2017 mit ihrer Familie nach Neuseeland und war dort von der Schule ihrer Kinder positiv überrascht. Als Journalistin besuchte sie daraufhin diverse Schulen in unterschiedlichen Gegenden Neuseelands, um mehr über das neuseeländische Schulsystem zu erfahren: „Nicht die Schule meiner Kinder war eine Ausnahme, das ist ein Ausnahmesystem!“, sagt Hasel. Ihre Eindrücke schrieb sie schließlich nieder. Das Buch „Der tanzende Direktor: Lernen in der besten Schule der Welt“ wurde im Jahr 2019 veröffentlicht. Im Podcast „school must go on“ spricht Verena Friederike Hasel über ihr Buch, die Rolle der Lehrkräfte und den Unterricht in Neuseeland. – Ein Pyjamatag für Schüler-/innen & Lehrer/-innen – Nach dem ersten Corona-Lockdown in Neuseeland sei es für die Schüler schwer gewesen, wieder regelmäßig in die Schule kommen zu müssen. Daraufhin sei ein Pyjamatag eingeführt worden, an dem die Schüler, aber auch die Lehrkräfte, im Pyjama zur Schule gekommen seien. „Das hat mich überrascht. Das würden sich Lehrkräfte in Deutschland nicht so einfach trauen“, sagt die Autorin dazu. „Lehrer haben in Deutschland einen schweren Stand. Sie müssen sich ständig bemühen, ihre Autorität zu wahren und werden dazu viel angefeindet und kritisiert“, bemängelt Hasel. Da fehle ihnen letztlich auch das Selbstbewusstsein, um im Pyjama in die Schule zu kommen. „Mein Buch soll Impulse geben und Mut machen“, sagt die 42-jährige Autorin. Es solle Lehrkräften in Deutschland zeigen, wie Unterricht auch funktionieren kann und ihnen Ideen für den eigenen Unterricht mit an die Hand geben. – Fortbildungen für Lehrkräfte als Prozess – „Lehrer müssen in Neuseeland alle drei Jahre ihre Lizenz erneuern, um weiter unterrichten zu dürfen“, beginnt Verena Friederike Hasel, vom neuseeländischen Fortbildungssystem zu erzählen. Dem zugrunde liege das Prinzip des lebenslangen Lernens. „Lehrer sind Menschen, die Lehrer werden, weil sie im Leben von Kindern etwas bewirken wollen. Das ist auch die Annahme im neuseeländischen Bildungssystem. Es wird also immer eine gute Intention angenommen.“ Eine Lehrkraft könne sich jedoch auch immer noch weiterentwickeln. Ein Fortbildner komme dafür in Neuseeland mehrmals an eine Schule. Beim ersten Mal unterrichte er selber, sodass Lehrkräfte zuschauen können. Beim zweiten Mal plane er mit den Lehrkräften den Unterricht und gehe auf konkrete Fragen ein und beim dritten Mal sei er dabei, wie eine Lehrkraft unterrichtet. „Fortbildner sind in Neuseeland erfahrene Lehrer, die den nächsten Schritt gehen und Mentoren werden“, berichtet die Journalistin. – Freiheit in klaren Grenzen – Früher habe Bildung und Unterricht viel aus Auswendiglernen bestanden, das habe sich geändert, seitdem man Wissen einfach aus dem Internet abrufen kann. „Heutzutage geht es vielmehr um Kreativität, Offenheit, Neugier, Flexibilität, Selbstliebe und Fragen wie ‚Wer bin ich?‘“, erklärt Hasel. Eben diese Annahme finde sich auch im neuseeländischen Bildungssystem wieder. So gebe es beispielsweise das Schulfach „Education Outside The Classroom“, in dem die Schüler/-innen genau solche Fähigkeiten lernen sollen. Im Rahmen dieses Fachs gehen die Kinder auch in den Wald, um dort zu lernen, mit Einsamkeit umzugehen. Es gebe jedoch auch Bereiche, in denen Unterricht in Neuseeland sehr streng sei. So lege beispielsweise jede Schule sogenannte Schulwerte fest, deren Einhaltung sehr stark kontrolliert wird. Außerdem werde viel Wert darauf gelegt, dass die Kinder schon früh gut lesen und schreiben können. Auch das werde streng kontrolliert und eingefordert. „Es ist Freiheit in klaren Grenzen“, beschreibt die Autorin das neuseeländische Schulsystem. Außerdem spricht Verena Friederike Hasel über die Schulreform und die Verteilung von Geldern in Neuseeland sowie weitere veranschaulichende Beispiele aus den Schulen, die sie besucht hat. LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/verena-friederike-hasel-a919a71aa/
56 Minuten
Daniel Jung begann im Jahr 2011 damit, Videos über Mathematik zu produzieren und auf Youtube hochzuladen. Sein Ziel: Mathematik einfach erklären und über ein digitales Format möglichst vielen Menschen zugänglich machen. Auch heute noch verfolgt er dieses Ziel und versucht als Buchautor, Youtuber, Podcaster, Speaker und Unternehmer einen Teil zum „Neuen Lernen“ und zur Digitalisierung in Deutschland beizutragen. Im Podcast „school must go on“ spricht der 39-Jährige über seinen eigenen Werdegang, digitales Lehren und Lernen und das Prinzip „Trial and Error“. – Veränderung durch „Trial and Error“ – „Deutschland ist bekannt als das Land der Neider“, kritisiert Daniel Jung. Wenn jemand etwas Neues versuche, so werde er sofort in Schubladen gesteckt und letztlich müde belächelt. Die „Trial-and-Error-Methode“ sei in Deutschland nicht üblich und das wiederum führe dazu, dass Lehrkräfte Angst haben, etwas Neues zu versuchen. Dabei sei genau das wichtig, um Bildung in Deutschland voran zu bringen. „Wir brauchen mehr mutige Pioniere, die Sachen einfach umsetzen und ausprobieren“, appelliert der Youtuber. – Wie lernen anders funktionieren kann – Als ein weiteres Problem im Kontext der Bildung erachtet Daniel Jung die Art, wie die Schüler/-innen Inhalte lernen. „Abschlüsse aus einem alt bestehenden System sind das Nonplusultra in unserem Bildungssystem. Man erlangt jedoch auch Expertise in anderen Bereichen.“ Man könne sich heutzutage über Videos und Apps und durch intrinsische Motivation Dinge wie Videoproduktion oder Programmieren ganz leicht selbst beibringen. Da stelle man sich als Schüler/-in die Frage „Warum muss ich eigentlich noch das Übliche machen, wenn ich mir Kenntnisse heutzutage über Smartphone und Co. selbst aneignen kann?“. Daniel Jung beschreibt Lernen als einen stetigen Prozess des Erwerbs von Kompetenzen. Dieser Prozess könne auch außerhalb des Schulgebäudes und mit mehr Eigenverantwortung stattfinden. – TikTok als Lehr- & Lernplattform? – In TikTok sehe Daniel Jung die Möglichkeit, mehr Menschen, vor allem den Nachwuchs, zu erreichen. Er sei sich zu Beginn nicht sicher gewesen, ob Mathe in Form der dortigen 15-Sekunden-Videos funktioniert, aber die Rückmeldung sei sehr positiv gewesen. „Ich habe TikTok getestet und es hat funktioniert“, resümiert der Unternehmer und spielt damit erneut auf die benötigten mutigen Pioniere an. Apps wie TikTok könne man gut fürs Lehren und Lernen benutzen: „Wir lernen am besten, wenn wir zum Erklärer werden. Da fangen Lernprozesse an und das kann auch in Form solcher Videos sein.“ Außerdem spricht Daniel Jung über den Digitalpakt, sog. „Pre-Schools“ und seine Vorschläge für die Politik. Website: https://danieljung.io/ Youtube: https://www.youtube.com/c/MathebyDanielJung Twitter: https://twitter.com/DanielJungEDU
1 Stunde 17 Minuten
Mit einer beruflichen Tätigkeit bei „meinUnterricht.de“ und schließlich der Gründung von „Lehrermarktplatz.de“ engagierte sich Dominik Dresel lange Zeit für Bildung in Deutschland und vor allem für die Vernetzung unter Lehrkräften. Für seinen Master of Education an der Harvard University zog er 2017 in die USA und entdeckte sein Interesse am US-amerikanischen Bildungssystem. Im Podcast „school must go on“ spricht der gebürtige Münchener über seine Arbeit in der öffentlichen Schulverwaltung in Oklahoma, das Bildungssystem in den USA und welche Rolle dabei den Eltern zukommt. – Personeller Austausch zwischen Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung – „Ich habe in den USA die Möglichkeit gesehen, Bildung gestalten zu können“, sagt Dominik Dresel über seine Entscheidung, sich dort beruflich niederzulassen. Das Bildungssystem sei dort insgesamt flexibler, was das Personal angehe. „Eine Entscheidung definiert in Deutschland die berufliche Identität. Das wird in den USA nicht so gesehen“, führt er dazu aus. Dort sei der Übergang zwischen Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung fließender, sodass dort andauernd personelle Wechsel in die eine oder die andere Richtung stattfinden. Somit habe man in den USA in der Managementebene, die die Schule organisiert und strukturiert, tatsächlich auch Manager. – Hohe Transparenz im US-Bildungssystem – „Wenn man in die USA kommt, kann man sich nicht vorstellen, wie viel Transparenz hier herrscht“, beschreibt Dresel das US-amerikanische Bildungssystem. Das dortige Kultusministerium fordere andauernd Daten ein und veröffentliche diese auch. Jede/-r Schüler/-in werde zwei Mal im Jahr in sogenannten „social-emotional assessments“ nach seinem psychischem Wohlbefinden gefragt. „Es wird gefragt ‚Wie gehts dir?‘, ‚Fühlst du dich wertgeschätzt?‘, ‚Fühlst du dich willkommen?‘“, erklärt Dominik Dresel. Darüber hinaus gebe es regelmäßige Lernfortschrittsanalysen, in denen der Wissensstand jede/-r Schüler/-in in standardisierten Tests überprüft wird. Die Kritik aus Deutschland zu diesen Tests, dass dann „teaching to the test“ betrieben werde, verstehe Dresel nicht: „Standardisierte Tests sind keine Bedrohung, sondern eine Bestandsaufnahme. Wer nicht weiß, wo er sich befindet, der kann sich auch nicht orientieren.“ – Eltern als Kunden der Schulen – Für Eltern sei diese Transparenz enorm hilfreich bei der Wahl der Schule, da sie wissen, was die einzelnen Schulen anbieten und wie bspw. der Lernfortschritt ist. Für die Schulen wiederum ist die Zufriedenheit der Eltern von großer Bedeutung: „Eltern sind die Kunden und wir brauchen Bildung, die die Kunden zufriedenstellt, sonst haben sie die Möglichkeit, woanders hinzugehen“, beschreibt Dresel die Rolle der Eltern im dortigen Bildungssystem. „Eltern hier haben mehr Macht und Handhabe.“ Die Schulen stünden daher im Wettbewerb um die Eltern, die sinnbildlich einen Rucksack mit Geld mit sich herum tragen. – Die Bedeutung der Transparenz für die Lehrkräfte – Auch Lehrkräfte können von der Transparenz im US-amerikanischen Bildungssystem profitieren, da sie immer wieder ein Feedback zu ihrem Unterricht und ihrem Umgang mit den Schüler/-innen bekommen. Daher seien die Testsysteme eine gute Möglichkeit, die eigene Arbeit zu reflektieren. „Es gibt wenige Berufe, in denen so wenig auf das Endprodukt geschaut wird wie als Lehrkraft“, unterstreicht Dresel die Notwendigkeit dieser Tests. „Ich weiß dadurch als Lehrkraft auch, dass ich gute Arbeit mache.“ Außerdem spricht Dominik Dresel über Charter Schools, ins System eingebackenen Rassismus, Digitalisierung vor und während Corona, die Fortbildung von Lehrkräften und darüber, was sich seiner Meinung nach am deutschen Bildungssystem ändern müsste. Twitter: https://twitter.com/dominikdresel LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dominikdresel/
1 Stunde 2 Minuten
Seit knapp 15 Jahren engagiert sich Norman Heise ehrenamtlich als Elternvertreter. Seit mehr als sechs Jahren ist er Landeselternvertreter für Berlin und in dieser Funktion nah dran am politischen Diskurs über den Digitalpakt und die Digitalisierung an Schulen. Als Vater von zwei Söhnen und aufgrund seiner verschiedenen Ämter weiß er, was Eltern sich vom Bildungssystem in Deutschland erhoffen. Im Podcast „school must go on“ spricht Norman Heise über seine Arbeit als Elternvertreter, die Verantwortung der Schulen beim Thema Homeschoolig bzw. beim Lernen von zu Hause und darüber, was er davon hält, den Schulen mehr Autonomie in Sachen Digitalisierung einzuräumen. – Über Diversität und Wissenstransfer bei den Elternvertretern – „Es geht darum, dass die Eltern gehört werden und ihre Erfahrungen einbringen können“, sagt Heise über seine Arbeit als Elternvertreter. „Wir können nicht behaupten, dass wir immer alle Interessen aller Eltern zu 100 % vertreten können, aber wir versuchen die breite Masse, die Mehrheiten zu berücksichtigen.“ Dafür sei es von großer Bedeutung, dass sich viele Eltern mit verschiedenen Hintergründen in der Elternvertretung einbringen. „Das ist wie ein Puzzle: Je größer und je unterschiedlicher die Teile sind, desto besser wird das Gesamtbild, was man am Ende hat, wenn man die Teile einbindet und vernünftig nutzt“, erklärt der Landeselternvetreter. – Neuer Fokus durch Corona: Digitale Endgeräte statt Breitbandanschluss– Im Zusammenhang mit Corona sei deutlich geworden, dass nicht nur die Schulen mangelhaft ausgestattet seien. Auch in privaten Haushalten fehlen teilweise digitale Endgeräte oder ein geeigneter Breitbandanschluss, um Unterricht zu Hause gewährleisten zu können. „Es ist kein Homeschooling, das ist nämlich gar nicht erlaubt in Deutschland, sondern schulisch angeleitetes Lernen zu Hause“, mahnt Heise. Das bedeutet: Nicht die Eltern, sondern vor allem die Schulen bzw. die Politik seien in der Verantwortung, das Lernen von zu Hause zu ermöglichen. Lange Zeit seien Breitbandanschlüsse und WLAN an Schulen die erste Priorität im Diskurs zur Digitalisierung an Schulen gewesen. Durch Corona seien jedoch digitale Endgeräte wichtiger geworden und die Prioritäten hätten sich somit verschoben. – Digitalisierung an Schulen: Wie viel Autonomie ist gut? – Norman Heise sieht es kritisch, den Schulen bezüglich der Digitalisierung mehr Autonomie einzuräumen. „Es wird Schulen geben, die an dieser Aufgabe scheitern. Es ist wichtig, einen vernünftigen Rahmen zu haben, der eine gewisse Vereinheitlichung mit den gewünschten Freiheiten vereint.“ Damit spielt er auf die Bandbreite an, die an den Schulen im Kontext der Digitalisierung zu finden ist. Wichtig sei es, dass fortschrittliche Schulen ihre Konzepte weiterführen könnten, ohne dass bei anderen Schulen die Prozesse stagnieren. „Schulen, die vieles aus eigener Kraft gestemmt und vorangebracht haben, dürfen jetzt nicht durch enge Vorgaben abgestraft werden. Und Schulen, die Bedenken vor der digitalen Welt haben, müssen die Blockaden genommen werden“, fasst Heise als Ziel für die Bildungspolitik zusammen. Außerdem spricht Norman Heise über die Maßnahmen an Schulen im Zusammenhang mit Corona, Medienkonzepte, die jede Schule erstellen sollte, und darüber, warum noch nicht alle Schulen einen guten DSL-Anschluss haben. Webseite: https://www.normanheise.de/ Twitter: https://twitter.com/normanheise?lang=de
1 Stunde 6 Minuten
Nachdem Jacob Chammon acht Jahre lang als Schulleiter in Berlin tätig war, verließ er 2019 die Schule, weil er mehr als nur eine Schule bei der Digitalisierung des Unterrichts begleiten wollte. „Es gibt so viel zu tun in Deutschland! Ich möchte das System Schule begleiten und bewegen. Das war der Grund, weshalb ich meine Funktion als Schulleiter aufgegeben habe.“ Im Podcast „school must go on“ spricht der gebürtige Däne über seine neue Tätigkeit als geschäftsführender Vorstand des Forums Bildung Digitalisierung und wie er darüber das Schulsystem verändern, Schulen bei der Digitalisierung des Unterrichts unterstützen und Bildung in Deutschland voranbringen will. – Über die Rolle der Politik und der Schulträger bei der Digitalisierung– Es sei wichtig, dass die Politik und die Schulträger eine Grundlage für alle Schulen schaffen. „Digitalisierung sollte nicht nur für einige Schulen, Schulformen oder Schüler/-innen möglich sein, sondern es sollte überall ein Minimum an Digitalisierung geschaffen werden“, so Chammon. Dabei sollte jedoch auch die Autonomie der Schulleitung eine entscheidende Rolle spielen: „Ich möchte als Schulleiter nicht von oben erzählt bekommen, wie ich was zu machen habe.“ Auf der anderen Seite gebe es aber auch Schulen und Schulleiter/-innen, die nach Unterstützung für ein Medienkonzept fragen und demnach viel genauere Vorgaben „von oben“ benötigen. Die Schulträger seien daher in einer herausfordernden Position, weiß Jacob Chammon:. „Es gibt nicht das eine Rezept, wie die Digitalisierung an den Schulen am besten vorangebracht wird. Es ist wichtig, dass man die Diversität zulässt, aber auch sichert, dass alle mit auf den Zug kommen. Niemandem sollte die Möglichkeit fehlen, die Digitalisierung mitzumachen.“ – Das Zusammenspiel von Digitalisierung des Unterrichts und Pädagogik – „Digitalisierung darf man nicht losgelöst von Pädagogik diskutieren. Die Sachen gehören zusammen“, sagt Jacob Chammon darüber hinaus. Die Fragen „Welches Lern-Setting will ich schaffen?“ oder „Wie sollen die Schüler/-innen lernen?“ müssten weiterhin gestellt werden. Lehrkräfte sollten digitale Medien nicht nur als Selbstzweck einsetzen, erklärt der ehemalige Schulleiter, sondern auch die Kompetenzen erwerben, die sie für den richtigen Einsatz im Unterricht benötigen. „Sie müssen wissen, wie man damit den Unterricht gestaltet.“ Auch ein Whiteboard könne zu Frontalunterricht führen bzw. den Frontalunterricht weiter ermöglichen. Jacob Chammon sagt aber auch, dass in der Schule nicht immer alles digital sein müsse. „Tablets sollten genauso Teil der schulischen Bildung sein, wie das Lernen der Handschrift in der Grundschule.“ Dabei solle stets das Motto gelten: „sowohl als auch“ statt „entweder -oder“. – Fast Forward beim Thema digitaler Unterricht, aber mit Geduld – Um die notwendigen Soft Skills beim Umgang mit den digitalen Medien im Unterricht erlernen zu können, müsse man allen Lehrkräften Zeit einräumen und den fachlichen Rahmen schaffen. Andernfalls werden immer nur einige Lehrkräfte aus eigenem Antrieb heraus die Digitalisierung im Unterricht etablieren. „Wichtig ist, auf ‚Fast Forward‘ in der digitalen Schulentwicklung in Deutschland zu drücken, aber dabei auch den Lehrkräften und Schulleitungen die Möglichkeit zu geben zu lernen, damit zu arbeiten“, schlussfolgert Jacob Chammon. Außerdem spricht er über die verschiedenen Handlungsfelder des Forums Bildung Digitalisierung, die Schulentwicklung in Dänemark, das Vernetzen unter Lehrkräften, die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Digitalisierung, den Lehrkräftemangel in Deutschland, seine Meinung zur 1-zu-1-Ausstattung von Tablets und OER-Projekte. Forum Bildung Digitalisierung: https://www.forumbd.de/ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/jacobchammon Twitter: https://twitter.com/chammonjacob