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Auf den Tag genau Archiv

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7 Minuten
Dutzende Tote bei Auseinandersetzungen vor dem Reichstag, Schüsse auf Finanzminister Erzberger – Der Januar 1920 war einmal mehr geprägt von blutigen Zusammenstößen, die die junge deutsche Republik erschütterten (und die Wogen der Entrüstung auf allen Seiten hochschlagen ließen). Der Berliner Börsen-Courier mochte sich an der daraus resultierenden politischen Polarisierung nicht beteiligen. Vielmehr macht das links-liberale Blatt am 1. Februar auf der Titelseite mit einem Kommentar auf, der dafür wirbt, das Spiel der wechselseitigen Eskalation nicht länger mitzuspielen. Hier gelesen von Frank Riede.
10 Minuten
Auch zum Monatsende beschäftigen die Not auf dem Berliner Wohnungsmarkt und mögliche politische Strategien, sie einzudämmern, weiter die Hauptstadtpresse. Die seinerzeit noch täglich erscheinende sozialdemokratische Parteizeitung Vorwärts bezieht am 31.1.1920 klar Position in dieser kontrovers geführten Debatte und plädiert – ganz in Übereinstimmung mit der Parteilinie der SPD – für die Einführung eines Mietendeckels. Gelesen von Frank Riede.
5 Minuten
Anfang der 1920er kam es auf dem Buchmarkt zu erheblichen Preissteigerungen. Um dieser ‚Verknappung der geistigen Nahrungsmittel‘ entgegenzuwirken, schlägt ein gewisser Hans Landsberg in der Vossischen Zeitung vom 30.1.1920 als Ergänzung zu Volks- und Universitätsbibliotheken die Einrichtung staatlicher Leihbibliotheken vor. Gelesen von Paula Leu.
8 Minuten
Zu den zahlreichen prominenten Autoren, die als Gäste regelmäßig für das angesehene Berliner Tageblatt schrieben, gehörte auch der österreichische Schriftsteller Alfred Polgar. Am 29.1.1920 findet sich von ihm dort der Bericht über eine Nachtzugreise, der Polgars Ruf als großem Feuilletonisten alle Ehre macht. Es liest Frank Riede.
6 Minuten
Am 9. November 1918 dankte Kaiser Wilhelm II. ab und das Deutsche Reich war fortan keine Monarchie mehr. Eine langwierige Verhandlung begann über die Aufteilung der Besitztümer der Krone zwischen Hohenzollern und Staat. Welche Schlösser, welche Ländereien, welche Kunstwerke durfte die Familie behalten? Über einen Getzesentwurf zur Regelung dieser Fragen berichtet am 28.1. die Vossische Zeitung. Tatsächlich wurde ein Vergleich aber erst 1926 erziehlt. Womit die Angelegenheit freilich immer noch nicht aus der Welt war, wie die aktuellen Restitutionsforderungen der Hohenzollern zeigen. Es liest Paula Leu.
7 Minuten
Kaum ein Protagonist der jungen Weimarer Republik stand so sehr im Kreuzfeuer rechter Hasspropaganda wie der Reichsminister der Finanzen Matthias Erzberger von der katholischen Zentrumspartei. Als Erzberger am 26.1.1920 bei einem Attentat vor dem Landgericht Moabit durch den Fähnrich Oltwig von Hirschfeld verletzt wurde, kommentierten das seine Gegner vielfach mit kaum verbrämter Häme. Solidarität erhielt Erzberger dagegen u.a. von seinem Koalitionspartner SPD, dessen Parteizeitung Vorwärts den Anschlag am Folgetag zum Anlass nahm, in scharfen Worten mit den Feinden der Republik abzurechnen. Gelesen von Frank Riede.
11 Minuten
Der Erste Weltkrieg hatte die politische Landkarte Ost- und Mitteleuropas gründlich umgekrempelt. Auf den Trümmern des alten russischen Zarenreiches und des vormaligen Vielvölkerstaates Österreich-Ungarn waren zahlreiche Nationalstaaten neu entstanden, unter ihnen als größter nach 120 Jahren Fremdherrschaft auch ein wieder unabhängiges Polen. Aus dessen Hauptstadt Warschau bringt das Berliner Tageblatt am 26.1. 1920 einen ausführlichen Korrespondentenbericht, der genauso über die Situation in der rasant wachsenden Kapitale wie über das aktuelle deutsch-polnische Verhältnis nach dem Krieg räsonniert. Gelesen von Paula Leu.
6 Minuten
Mit dem im April 1920 erlassenen Reichswahlgesetz erfüllte die Weimarer Nationalversammlung einen ihrer wichtigsten Verfassungsaufträge. Mit ihm wurde das Frauenwahlrecht gesetzlich verankert, das Wahlalter auf 20 Jahre herabgesetzt und das Verhältniswahlsystem etabliert. In der Ausarbeitung des Gesetzes aber ließ man sich Zeit. Am 19. Januar ging das Innenministerium mit drei Vorentwürfen an die Öffentlichkeit. Der Vorwärts vom 25. Januar erläutert detailliert ihre Vor- und Nachteile. Es liest Frank Riede.
6 Minuten
Die Ratifizierung des Versailler Friedensvertrages im Januar 1920 besiegelte neben vielen anderen Bestimmungen auch etliche territoriale Veränderungen in Mitteleuropa. Während Deutschland etwa Elsass-Lothringen oder weite Teile Westpreußens direkt abtreten musste, sollte der neue Grenzverlauf zwischen Deutschland und Dänemark in Schleswig in zwei Volksabstimmungen exakt festgelegt werden. Über die Situation vor Ort im Vorfeld dieser Plebiszite berichtet am 24.1. das Berliner Tageblatt. Es liest Paula Leu.
10 Minuten
Die katholisch-konservative ‘Deutsche Zentrumspartei‘, kurz: ‘Zentrum‘, gehörte in der Weimarer Republik zu den großen staatstragenden Parteien. Zwischen 1919 und 1933 war sie an fast allen Reichsregierungen in wichtigen Funktionen beteiligt – so auch zwischen Juni 19 und März 1920 im Kabinett des Sozialdemokraten Gustav Bauer, in dem sie u.a. den umstrittenen Finanzminister Matthias Erzberger stellte. Im Januar 1920 kam das Zentrum in Berlin zu seinem ersten Reichsparteitag seit der Republikgründung zusammen, der von der überregionalen Presse mit entsprechend großem Interesse verfolgt wurde. Am 23.1. widmet ihm das Berliner Tageblatt zum Abschluss einen ausführlichen Kommentar. Es liest Frank Riede.
6 Minuten
Die Wirtschaftskrise in Folge des Ersten Weltkriegs hatte im Januar 1920 fast alle Bereiche des ökonomischen Lebens in Deutschland erreicht. Rohstoffmangel und der teuerungsbedingte Einbruch der Fahrgastzahlen machten in diesem Zuge auch dem Transportwesen zu schaffen. Weshalb sich die Vossische Zeitung in ihrer Ausgabe vom 22.1. um den Fortbestand einer besonders traditionsreichen Berliner Institution sorgt: der Omnibusgesellschaft. Gelesen von Paula Leu.
6 Minuten
Der erste Weltkrieg hatte das europäische Machtgefüge verschoben und die alten Herrschaftsverhältnisse aufgebrochen. Aus der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie gingen mehrere souveräne Nachfolgestaaten hervor, deren Beziehungen zueinander sich erst noch finden mussten. Im Berliner Börsen-Courier vom 21. Januar 1920 kommentiert der deutsche Gesandte in Prag, Prof. Dr. Saenger, diesen Prozess. Gelesen von Frank Riede.
9 Minuten
Zu den Verlierern des Ersten Weltkriegs zählte neben Deutschland und Österreich-Ungarn auch das mit ihnen verbündete Osmanische Reich. Auf eine verbindliche Friedensordnung am Bosporus hatten sich die siegreichen Alliierten bis Anfang 1920 noch nicht geeinigt. Das Berliner Tageblatt berichtet am 20.1. über die unklare Lage in Konstantinopel. Gelesen von Paula Leu.
9 Minuten
Der gebürtige Breslauer Alfred Kerr gehörte unzweifelhaft zu den prominentesten und zugleich streitbarsten Theaterkritikern der deutschen Theaterwelt vor hundert Jahren. Am 19.1.1920 bespricht er im Berliner Tageblatt eine Neuinszenierung des Hamlet, die wenige Tage zuvor am Großen Schauspielhaus in Berlin Premiere hatte. Auf der Bühne standen dabei zahlreiche der renommiertesten Schauspielerinnen und Schauspieler ihrer Zeit wie Alexander Moissi, Werner Krauß oder Helene Thimig. Regie führte – von Kerr ungenannt – Max Reinhardt. Es liest Frank Riede.
9 Minuten
Große Zeitungen wie die Vossische Zeitung verfügten teilweise bereits in den 1920er Jahren über weitgespannte Korrespondentennetze, die ihre Leser mit exklusiven Informationen aus aller Welt versorgten. Am 18.1.1920 richtete die Vossische dabei ihren Blick in das in Folge des Ersten Weltkriegs stark zusammengeschrumpfte Ungarn und berichtete über die politische Situation im Land vor dem Hintergrund der heftig bekämpften Friedensordnung. Gelesen von Frank Riede.
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