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Auf geht's - der Reha-Blog! Archiv

234 Episoden
4 Minuten
Ein schwerer Verkehrsunfall reißt die Klientin von Jörg Dommershausen vor einigen Jahren aus dem Leben. Unter anderem muss sie mit den Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas und einer Knieverletzung kämpfen. Nach einer langen medizinischen Reha-Zeit dann der Schock. Der bisherige Arbeitgeber hält nicht Wort und schafft keinen leidensgerechten Arbeitsplatz. Im Gegenteil, eine betriebliche Krise wird genutzt den Arbeitsplatz zu vernichten. Andere Beschäftigungsmöglichkeiten bestanden nicht, sodass auch keine Weiterbeschäftigung trotz Schwerbehinderung möglich war. Es folgten Vermittlungsmaßnahmen, die dann auch nach verschiedenen Praktika zum Erfolg führte. Allerdings nur im Rahmen einer befristeten Beschäftigung als Schwangerschaftsvertretung. Immerhin. Es funktioniert alles lange Zeit. Hoffnung besteht, dass es sogar weiter geht, weil die vertretene Kollegin nicht mehr wieder zurückkommt. Weit gefehlt, die Arbeitgeberin sieht auf einmal nur noch Probleme. Abschied von der Weiterbeschäftigung für die Betroffene. Und dann noch die Prophezeiung der Arbeitgeberin, dass die Klientin sich mit den Unterlagen gar nicht auf dem Arbeitsmarkt bewerben brauch. Denkste! Angebote von rehamanagement-Oldenburg zur Arbeitsvermittlung sind gar nicht mehr notwendig. Einen Tag vorher hat die Betroffene einen Arbeitsvertrag unterschrieben. Sie hat einen neuen Arbeitgeber, der sich um sie bemüht hat und sie verdient etwas mehr.
6 Minuten
Schnell ist ein Reha-Dienstleister der Buhmann, wenn sich die Wünsche von Unfallverletzten nicht erfüllen lassen. Ganz konkret ging es um die Organisation von betreuten Wohnen für ein Unfallopfer. Der beauftragte Dienstleister führt ein Erstgespräch und dann passiert-- nichts. Rehamanagement-Oldenburg ruft mehrfach an, dann schriftliche Anforderungen mit Terminen usw. Die Familie, insbesondere die Kinder melden sich in der Zeit nicht. Anstatt nun einmal tätig zu werden und auf Nichttätigkeit hinzuweisen--Stille--. Auch Betroffene und Angehörige haben eine Mitwirkungspflicht. Dann, wenn es nicht klappt den Reha-Dienstleister verantwortlich zu machen, ist da ein wenig einfach. Auch wenn er selbst zugesagt hat den richtigen Dienstleister zu verpflichten, stehen immer noch schadensrechtliche Aspekte im Raum. Entscheidet die Haftpflichtversicherung, dass aus diversen Gründen auf das Sozialversicherungssystem zurück zu greifen ist, dann sind dem Reha-Dienstleister die Hände gebunden. Dann geht die Zuständigkeit auf die/den Anwältin/Anwalt über. Wird diese/r nicht tätig, kann auch der Reha-Dienstleister nichts dafür.
4 Minuten
Am 27. Mai 2019 ging es los. Erst als lockere Filmserie gedacht und später als regelmäßiger Podcast informiert der "Auf geht's der Reha-Blog!" über das Leben eines Reha-Managers. Seitdem ist viel passiert. Aus einem auf wenige Sendungen ausgelegtem Projekt sind auf einmal 100 Sendungen geworden. Warum? Ganz einfach. Es macht Spaß. Und die Aufgabe ist klar. Viele Unfallopfer fragen, was machen Sie eigentlich so? Mit dem Reha-Blog will ich weiter einen Beitrag leisten. Mit dem großen Bruder "Auf geht's - der Reha-Podcast!" sind so mehr als 300 Podcastsendungen seit 2014 entstanden. Geht es weiter? Erst einmal ja. Denn jeder Tag im Leben eines Reha-Managers ist anders und es gibt kein Gespräch, keinen Fall, das/der gleich ist/sind. Danke an Alle, die bisher und weiter mithören, mitsehen und mithelfen.
5 Minuten
Für Anwälte und Versicherungen sieht es oft ganz einfach aus, wenn es um die Haftung geht. Nach dem Code of Conduct wird sich auf das Reha-Management geeinigt. Und los geht es. Reha-Plan machen und umsetzen. Unterstützung bei notwendigen Antragstellungen bei Sozialversicherungsträgern oder bei der gegnerischen Haftpflichtversicherung. Eine Geschädigte absolviert die ersten Punkte im Reha-Plan. Nach der stationären Reha nimmt die Sache dann auf einmal eine Wendung. Die Haftung ist überhaupt nicht klar. Vielmehr sieht es eher danach aus, dass entweder gar nicht oder nur wenig Haftung im Raum steht. Ein weiter so kann es dann aber nicht geben, erstrecht nicht, wenn es um die Leistungen der Haftpflichtversicherung für Reha-Leistungen geht. Diese können nicht mehr übernommen werden. Es ist ein Entgegenkommen, das rehamanagement-Oldenburg jetzt noch durch den Behördendschungel helfen darf. Das hätte die Versicherung auch anders entscheiden können.
4 Minuten
Wie lange kann oder muss eine Zusammenarbeit zwischen einem Unfallopfer und einem Reha-Dienstleister eigentlich dauern. Oder anders gefragt, wie lange muss ein Reha-Dienstleister in einem Fall bleiben. Gerade dann, wenn es Probleme bei der Zusammenarbeit gibt. Muss dann ein Reha-Dienstleister alles mitmachen? Das hängt natürlich vom Werteverständnis eines Reha-Dienstleisters ab. Grundlage ist immer das Teilhabe- bzw. Rehabilitationsziel. Das ist im Code of Conduct klar geregelt. Dort wurde festgelegt, dass Rechtsvertretung und Versicherung das Rehabilitationsziel gemeinsam festlegen. Leider wird das in der Praxis eher nicht gelebt. Das ergibt sich aus der Sache selbst. Denn viele reharelevanten Fakten sind nicht bekannt. Es wird allerdings ein Reha- und Teilhabeplan erstellt. Legt ein Unfallopfer und seine Angehörigen dann mehr Wert auf finanzielle Ergebnisse als auf die Reha-Planungen, dann steht die Teilhabe nicht mehr im Vordergrund. Dann muss das Reha-Management beendet werden.
5 Minuten
Wie schnell kann es doch gehen, mit wenige Schritten geht es wieder zurück ins Leben. Mit wenigen Schritten geht es in der Rehabilitation in die Selbstständigkeit. Wieder allein eine Treppe zu schaffen, ohne Unterarmgehstützen. Wieder im eigenen Bett zu schlafen und nicht mehr im Pflegebett. Wieder im Stehen selbst zu kochen oder die Wäsche bügeln. Und da ist der eigene Garten. Wieder selbst zu gestalten, was gepflanzt wird und was nicht. Wer noch keinen Unfall mit schweren Folgen oder eine vergleichbare Erkrankung erlitten hat, kann sich in so eine Situation nicht reinversetzen. Einer Klientin von Jörg Dommershausen ist es so ergangen. Die lange Fahrt der Rehabilitation ist allerdings noch nicht vorbei. Vieles muss noch geschaffen werden. Wichtig für die Klientin ist, dass sie jetzt mehr Klarheit hat, was sie kann. Und natürlich ist Lebensqualität zurückgekehrt.
4 Minuten
Was macht man, wenn zwei ältere Herrschaften, in diesem Fall ein Rentnerehepaar, schwer nach einem Motorradunfall betroffen ist. Nach der Krankenhausbehandlung ging es nicht in die Reha, sondern gleich in die Kurzzeitpflege. Nicht einmal Röntgenkontrollen wurden sichergestellt. Und dabei geht es um die Erhaltung von Selbständigkeit und Autonomie. Im Gespräch mit einer Verwandten können erste Gedanken entwickelt werden, wie sich die weitere Rehabilitation gestalten kann. Wichtig ist, dass das Ehepaar zusammenbleiben möchte. Da es am Wohnort gute Strukturen gibt, können diese eingebunden werden. Jetzt gilt es die Haftpflichtversicherung von dem guten Plan zu überzeugen. Und die Krankenkasse? Wird sich mancher fragen. Richtig. Diese glänzt durch Ablehnung von Maßnahmen. Statt Heilbehandlung und Teilhabe ist für die Krankenkasse das Pflegeheim das Ziel. Und auch in solchen Fällen funktionieren Reha-Pläne, wenn alle Netzwerkpartner mitmachen. Auf geht's!
4 Minuten
Wie ist das eigentlich so nach einer Verletzung? Das gilt natürlich auch nach einer schweren unerwarteten Erkrankung. Was vorher geklappt hat, wird auf einmal schwierig. Mir erzählte einmal ein Schädelhirnverletzter, dass er sich vor seinem Unfall keine Gedanken gemacht hat telefonierend mit einer Sporttasche in der Hand eine Treppe hochzugehen. Jetzt, nach dem Unfall, sieht das anders aus. Jeder Schritt muss geplant und gedacht werden. Geschweige denn mal von einem Telefonat nebenbei oder dem Tragen einer Sporttasche. Eine Klientin berichtet, dass vor ihrem Unfall arbeiten kein Problem war. Im Gegenteil. Jetzt wird bei jeder Störung Arbeit schwierig. Festzustellen und zu beobachten, dass eine Kollegin oder ein Kollege Aufgaben locker bewältigen und die Klientin selbst es einfach nicht mehr schafft. Da kann selbst ein Routinetelefonat schon eine Hürde werden. Vergessen wird dabei von der Umwelt oft, dass Unfallopfer sehr oft über lange Zeiträume am Limit arbeiten. Und für die Betroffenen kann das auch positive Ergebnisse mit sich bringen. Eine Klientin berichtet, dass sie bei Spaziergängen mehr wahrnimmt als vor dem Unfall. Ganz einfach, weil sie bei jedem Schritt auch Dinge sieht, die sie vorher nicht gesehen hat.
5 Minuten
Das Thema zweite medizinische Meinung war schon oft Thema im Reha-Blog. Es ist ein wichtiges Werkzeug. Zum einen, um zu klären ob und wie es weiter gehen kann. Und dann geht es auch darum, neue Möglichkeiten zu finden. Ganz aktuell war Jörg Dommershausen mit einem Klienten bei Herrn Prof. Dr. Frosch im UKE Hamburg. Das vorbehandelnde Krankenhaus hatte zunächst einmal angedeutet, dass mit einer weiteren Operation die Instabilität im Kniegelenk beseitigt werden kann. Und dann kommt mit Herrn Prof. Dr. Frosch eine ganz neue Idee in die Reha-Planung.
3 Minuten
„Ich musste erst einmal akzeptieren welche Unfallfolgen ich habe, und erst danach konnte ich an mir arbeiten!“. Welch ein Satz einer Klientin von rehamanagement-Oldenburg. Was war passiert? Die Klientin hatte sich schwerste Unfallfolgen im Rahmen eines Verkehrsunfalls zugezogen. Danach folgte eine schwere Zeit der Krankenhausbehandlung. Am Anfang stand nicht fest, ob die Klientin überhaupt überleben würde. Dann ging es auf einmal aufwärts und erste Fähigkeiten kamen in der Rehabilitation zurück. Es fing an mit dem (wieder) Erlernen der Sprache bis hin zur Unabhängigkeit von Dritten. Alle Beteiligten waren schon froh über die Entwicklung, bis sich dann plötzlich einen Stillstand ergab. Die Akzeptanz der Unfallfolgen und Beeinträchtigungen im Alltagsleben machten dann Platz für Neues in der Rehabilitation. Jetzt darf sogar schon die Berufswegplanung in Angriff genommen werden. Manchmal sind es Kleinigkeiten wie persönliche Erkenntnisse, die den Rehabilitations- und Teilhabeprozess beeinflussen. Wie kommt es, dass Menschen mitten im Reha-Prozess auf einmal nicht mehr weiterkommen? Ist es immer nur eine Frage der fehlenden Motivation? Manchmal überraschen Unfallopfer mit eigenen Erkenntnissen. „Ich musste erst einmal akzeptieren welche Unfallfolgen ich habe und erst danach konnte ich an mir arbeiten!“ ist die Aussage eines Unfallopfers in einer Fallbesprechung. Neben einer tollen Selbstreflexion ist das die Bestätigung des Reha-Verlaufes. Der hatte in der Tat eine Fortschrittsdelle und jetzt wurde klar, woran dies lag. Jetzt geht es in großen Schritten für die Klientin von Jörg Dommershausen voran.
5 Minuten
Wenn man als Reha-Manager eine Akte vom Anwalt oder einer Versicherung bekommt, sind oft nur die harten Reha-Fakten enthalten. Berichte aus den Kliniken, wie die Arbeitsfähigkeit einzuschätzen ist und und und. Emotionen und Empfindungen des Unfallopfers und der Angehörigen lassen sich nicht finden. Das ist ja auch richtig so. Soweit so gut. In Erstgesprächen kommt es dann oft vor, dass sich Sachverhalte ganz anders darstellen. Und dann kommen auch noch Emotionen mit ins Spiel. Und die müssen auch manchmal raus. Auch weil sie wichtig sind für die Einschätzungen von Situationen. Den wer kann sich schon an einem Schreibtisch darin reinversetzen, wie es ist, wenn man als Unfallopfer auf einmal seine Intimsphäre verliert, weil man die "Bettpfanne" benutzen muss. Und es gibt noch andere "Beispiele". Zum Beispiel die Trennung von der/dem EhepartnerIn. Zukunftsängste, von der Mutter gepflegt werden zu müssen usw.
3 Minuten
Manchmal wundert man sich, dass Reha-Prozesse nicht vorankommen. Das kann viele Gründe haben. Gerade dann, wenn Angebote nicht von einem Klienten angenommen werden, obwohl klar ist, das geholfen werden könnte. Die Lösung ist ganz einfach. Der Klient mag nicht lange von zu Hause wegbleiben. Heimweh ist es nicht. Er mag es nur nicht und ist gerne in seinem gewohnten Umfeld. Nur sprechen muss man darüber. Als Reha-Manager kann man so etwas nicht wissen. Gerade dann, wenn schon lange Reha-Maßnahmen absolviert wurden. Hat der Reha-Manager die Information, kann die Reha-Planung einfacher gestaltet werden. Und auf einmal kann dann auch wieder Motivation entstehen.
4 Minuten
Das Thema Teletherapie war ja schon vor kurzem Thema der Sendung 211 im "Auf geht's - der Reha-Podcast!" Und wie wird das ganz konkret gelöst, wenn es um Teilhabe geht? Ganz konkret, wenn es um den Schulbesuch geht? Und wie kann die Familie bzw. die Eltern einbezogen werden? Es geht ganz praktisch um einen Schüler, der vor einigen Jahren ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten hat. Er ist gut aus der Sache raus gekommen. Wesentliche neurologische oder neuropsychologische Unfallfolgen sind nicht verblieben. Wenn es da nicht noch neurologopädische Probleme geben würde. Im Aphasie-Zentrum-Vechta wurde eine ausführliche Testung durchgeführt. Sechs Stunden Videoanalyse haben viele Erkenntnisse aufgezeigt. Klar ist, dass es mit einem "Förderunterricht" nicht getan ist. Und im ländlichen Bereich sind gute Neuro-Therapien Mangelware. Jörg Dommershausen war mit einer Mitarbeiterin des Aphasie-Zentrum-Vechta in der Familie. Mit Teletherapie wird jetzt das Thema optimale Versorgung angegangen. Regelmäßige Feedbackgespräche sollen die Erfolgsmöglichkeiten verbessern.
2 Minuten
Gerade wenn Unfallopfer in Reha-Prozessen stehen, kann es zu einer "Überhitzung" von Aufgaben kommen. Eine Therapie jagt die nächste. Kommen dann noch kognitive Probleme hinzu, kann die Sache brenzlig werden. Dann wird alles sehr schnell zu viel. Im Reha-Coaching gilt es dann auch das Zeitmanagement anzusprechen. Denn Zeitmanagement ist auch Zielmanagement. Eine gute Möglichkeit ist hier die Anwendung des SMART-Modells. Das wurde ja schon oft im "Auf geht's - der Reha-Podcast!" angesprochen. Ganz einfach geht es um das "T" für Termin oder terminiert.
5 Minuten
Nicht immer wird die Einschaltung von Reha-Dienstleistern von Kostenträgern, gerne gesehen. „Wir sind Herr des Verfahrens und bestimmen, wo es lang geht!“ war eine Aussage, die ich in den letzten Wochen von einem Rentenversicherungsträger hörte. Da darf die Frage gestellt werden, um wen es geht. Um den Kostenträger oder um das Unfallopfer? Was ist denn die Zielrichtung? Teilhabe? Und es geht auch anders. Im Fall einer Schädelhirnverletzten wurde ein runder Tisch gebildet, um Maßnahmen zu optimieren und Unklarheiten auszuräumen. Im Mittelpunkt stand das Unfallopfer. Leistungen aus dem Personenschadenmanagement können dabei die Leistungen einer Berufsgenossenschaft ergänzen.