Hör-Saal: 15 Minuten Forschung Archiv
47 Episoden
15 Minuten
Weltweit wird intensiv an der Entwicklung eines Wirkstoffs gegen SARS-CoV-2, den Auslöser der Krankheit Covid-19, geforscht. Die Universität Graz hat vor Kurzem eine Fundraising-Kampagne gestartet, um einen unkonventionellen Forschungsansatz voranzutreiben. Ziel ist zu verhindern, dass das Virus in den menschlichen Körper gelangt. Ein neu entwickeltes Medikament soll dem Erreger das Eindringen in die Zellen über die sie umgebende Matrix verwehren.
In der August-Ausgabe von "Hör-Saal" erklärt Projektleiter Andreas Kungl, wie dieser Forschungsansatz funktioniert und warum ihn jede und jeder im Rahmen einer Fundraising-Aktion unterstützen kann. Weitere Infos gibt es hier: https://news.uni-graz.at/de/detail/article/forschung-foerdern/
In der August-Ausgabe von "Hör-Saal" erklärt Projektleiter Andreas Kungl, wie dieser Forschungsansatz funktioniert und warum ihn jede und jeder im Rahmen einer Fundraising-Aktion unterstützen kann. Weitere Infos gibt es hier: https://news.uni-graz.at/de/detail/article/forschung-foerdern/
14 Minuten
In der Juli-Ausgabe von "Hör-Saal" geht es um das Altern. Obwohl es uns allen passiert, weiß die Wissenschaft noch längst nicht alles darüber. Ist der Alterungsprozess ein koordiniertes "Programm", das Resultat von sich ansammelnden "Schäden" im Körper - oder eine Kombination aus beidem? Der Molekularbiologe Didac Carmona-Gutierrez - er forscht im "Alterung & Zelltod"-Labor von Frank Madeo an der Universität Graz - gibt einen Überblick über die wichtigsten Fragen in der Altersforschung und verrät, was jede/r selbst tun kann, um den eigenen Alterungsprozess ein wenig zu verkürzen.
Ein wichtiges Werkzeug dafür ist das regelmäßige Fasten, so der Forscher: "Kalorische Restriktion, also der kontrollierte, bewusste Verzicht auf Nahrung, schaltet die körpereigene Müllabfuhr an, die alte oder geschädigte Zellbestandteile beseitigt. Der Körper wird so durchgeputzt, was dazu beiträgt, dass unsere Zellen länger jung und fit bleiben." Welche Substanzen bzw. Lebensmittel außerdem zu einem gesunden, langen Leben beitragen, schilder der Wissenschafter auch in der aktuellen "Hör-Saal"-Episode.
Ein wichtiges Werkzeug dafür ist das regelmäßige Fasten, so der Forscher: "Kalorische Restriktion, also der kontrollierte, bewusste Verzicht auf Nahrung, schaltet die körpereigene Müllabfuhr an, die alte oder geschädigte Zellbestandteile beseitigt. Der Körper wird so durchgeputzt, was dazu beiträgt, dass unsere Zellen länger jung und fit bleiben." Welche Substanzen bzw. Lebensmittel außerdem zu einem gesunden, langen Leben beitragen, schilder der Wissenschafter auch in der aktuellen "Hör-Saal"-Episode.
16 Minuten
Im Podcast-Format "Hör-Saal: 15 Minuten Forschung" haben ForscherInnen der Universität Graz seit Mitte März ein Mal pro Woche verschiedene Fragen rund um die Corona-Krise aufgeworfen, diskutiert und beantwortet. Nachdem sich die Covid-19-Situation in Österreich zum Glück sehr positiv entwickelt hat, wird das Gesprächsformat jetzt erweitert: Seit vergangener Woche geht es um auch aktuelle sowie um allgemein spannende Wissenschaftsthemen, um neue Ergebnisse und Erkenntnisse und darum, die Persönlichkeiten hinter der Forschungsarbeit etwas näher kennenzulernen.
Diese Woche sprechen Romana Rauter und Arijit Paul, beide vom Institut für Systemwissenschaften, Innovations- und Nachhaltigkeitsforschung, über das Konzept der Glokalisierung. Die Kombination aus lokaler Produktion und globalem Austausch könnte uns in Zukunft fitter für etwaige weitere Krisen im Ausmaß der Covid-19-Pandemie machen, meinen die beiden ForscherInnen. "Die Corona-Krise hat uns gezeigt, dass unser auf Effizienz ausgerichtetes Wirtschaftssystem schon bei geringen Störungen sofort reagiert. Wir bemerken dann unsere Abhängigkeit von globalen Lieferketten, die sich auf einige wenige, internationlale Knotenpunkte stützen", schildert Rauter. In einem ersten Schritt wäre es daher wichtig, diese "Hubs" dezentraler zu gestalten und auf mehrere Standorte aufzuteilen. "Dazu wären zwar große Investitionen nötig, zum Beispiel in digitale Infrastrukturen, aber wir hätten eine bessere Balance zwischen globalen und lokalen Wirtschaftsverhältnissen", ergänzt Paul. Auch der Klimawandel hängt eng mit Glokalisierung zusammen. Wenn zum Beispiel Gütertransporte reduziert und Energie aus nachhaltigen Ressourcen vor Ort gewonnen werden würde, könnte das wesentlich zum Schutz des Klimas beitragen, schildern die beiden WissenschafterInnen.
Diese Woche sprechen Romana Rauter und Arijit Paul, beide vom Institut für Systemwissenschaften, Innovations- und Nachhaltigkeitsforschung, über das Konzept der Glokalisierung. Die Kombination aus lokaler Produktion und globalem Austausch könnte uns in Zukunft fitter für etwaige weitere Krisen im Ausmaß der Covid-19-Pandemie machen, meinen die beiden ForscherInnen. "Die Corona-Krise hat uns gezeigt, dass unser auf Effizienz ausgerichtetes Wirtschaftssystem schon bei geringen Störungen sofort reagiert. Wir bemerken dann unsere Abhängigkeit von globalen Lieferketten, die sich auf einige wenige, internationlale Knotenpunkte stützen", schildert Rauter. In einem ersten Schritt wäre es daher wichtig, diese "Hubs" dezentraler zu gestalten und auf mehrere Standorte aufzuteilen. "Dazu wären zwar große Investitionen nötig, zum Beispiel in digitale Infrastrukturen, aber wir hätten eine bessere Balance zwischen globalen und lokalen Wirtschaftsverhältnissen", ergänzt Paul. Auch der Klimawandel hängt eng mit Glokalisierung zusammen. Wenn zum Beispiel Gütertransporte reduziert und Energie aus nachhaltigen Ressourcen vor Ort gewonnen werden würde, könnte das wesentlich zum Schutz des Klimas beitragen, schildern die beiden WissenschafterInnen.
12 Minuten
Im Podcast-Format "Hör-Saal: 15 Minuten Forschung" haben ForscherInnen der Universität Graz seit Mitte März ein Mal pro Woche verschiedene Fragen rund um die Corona-Krise aufgeworfen, diskutiert und beantwortet. Nachdem sich die Covid-19-Situation in Österreich zum Glück sehr positiv entwickelt hat, wird das Gesprächsformat jetzt erweitert: Seit vergangener Woche geht es um auch aktuelle sowie um allgemein spannende Wissenschaftsthemen, um neue Ergebnisse und Erkenntnisse und darum, die Persönlichkeiten hinter der Forschungsarbeit etwas näher kennenzulernen.
Diese Woche spricht die Biochemikerin Dagmar Zweytick über ihre Forschungen an einem Wirkstoff gegen besonders aggressive Krebsarten. Mit ihrem Team nutzt sie dabei einen körpereigenen Abwehrmechanismus, der den natürlichen Zelltod von Krebszellen auslösen kann. "Dieser natürliche Wirkstoff kommt zum Beispiel in der Muttermilch vor, schont deshalb die gesunden Zellen und pusht aber gleichzeitig auch das menschliche Immunsystem, damit es schnell und zielgerichtet auf die Krebszellen reagieren kann", erklärt die Wissenschafterin. Der mittlerweile patentierte Wirkstoff wird jetzt gemeinsam mit einem austro-amerikanischen Firmenkonsortium weiter untersucht.
Diese Woche spricht die Biochemikerin Dagmar Zweytick über ihre Forschungen an einem Wirkstoff gegen besonders aggressive Krebsarten. Mit ihrem Team nutzt sie dabei einen körpereigenen Abwehrmechanismus, der den natürlichen Zelltod von Krebszellen auslösen kann. "Dieser natürliche Wirkstoff kommt zum Beispiel in der Muttermilch vor, schont deshalb die gesunden Zellen und pusht aber gleichzeitig auch das menschliche Immunsystem, damit es schnell und zielgerichtet auf die Krebszellen reagieren kann", erklärt die Wissenschafterin. Der mittlerweile patentierte Wirkstoff wird jetzt gemeinsam mit einem austro-amerikanischen Firmenkonsortium weiter untersucht.
15 Minuten
Im Podcast-Format "Hör-Saal: 15 Minuten Forschung" haben ForscherInnen der Universität Graz seit Mitte März ein Mal pro Woche verschiedene Fragen rund um die Corona-Krise aufgeworfen, diskutiert und beantwortet. Nachdem sich die Covid-19-Situation in Österreich zum Glück sehr positiv entwickelt hat, wird das Gesprächsformat jetzt erweitert: Ab dieser Woche geht es um auch aktuelle sowie um allgemein spannende Wissenschaftsthemen, um neue Ergebnisse und Erkenntnisse und darum, die Persönlichkeiten hinter der Forschungsarbeit etwas näher kennenzulernen.
Den Anfang in diesem ausgebauten Konzept macht Astrophysikerin Astrid Veronig. Sie beschäftigt sich mit dem Stern, der uns das Leben auf der Erde ermöglicht, über den wir aber längst noch nicht alles wissen - mit der Sonne. Und dabei steht unter anderem auch der Strahlenkranz dieses Sterns im Mittelpunkt - er wird auch "Corona", nach dem lateinischen Wort für "Kranz" oder "Krone" genannt, "was natürlich momentan leider kein positiv konnotiertes Wort ist", so Astrid Veronig.
Dennoch fasziniert sie diese Schicht der Sonne, die zwar weiter vom Zentrum des Sterns weg liegt, aber trotzdem sehr viel höhere Temperaturen als der Kern aufweist. Warum das so ist und wieso die Sonne mitunter gewaltige Mengen von Plasma abschleudert, die das Weltraumwetter gehörig beeinflussen können, sind Fragen, die die Astrophysikerin unter anderem erforscht.
Bald, so erhofft sich ein internationales Forschungsteam, werden wir darüber und auch über andere Themen - Sonnenwind oder Sonnenfleckenzyklus, beispielsweise - mehr wissen. Denn aktuell fliegt eine Raumsonde der ESA in Richtung Sonne, um dort möglichst nahe am Stern neue Daten zu sammeln. Die Universität Graz leitet die Softwareentwicklung des Röntgenteleskops STIX, das ganz wesentlich für den Erfolg der Mission "Solar Orbiter" ist. Auch darüber spricht Astrid Veronig und erklärt, dass, obwohl diese Forschungen so weit weg von der Erde passieren, das Coronavirus dennoch einen gewissen Einfluss darauf hat.
Den Anfang in diesem ausgebauten Konzept macht Astrophysikerin Astrid Veronig. Sie beschäftigt sich mit dem Stern, der uns das Leben auf der Erde ermöglicht, über den wir aber längst noch nicht alles wissen - mit der Sonne. Und dabei steht unter anderem auch der Strahlenkranz dieses Sterns im Mittelpunkt - er wird auch "Corona", nach dem lateinischen Wort für "Kranz" oder "Krone" genannt, "was natürlich momentan leider kein positiv konnotiertes Wort ist", so Astrid Veronig.
Dennoch fasziniert sie diese Schicht der Sonne, die zwar weiter vom Zentrum des Sterns weg liegt, aber trotzdem sehr viel höhere Temperaturen als der Kern aufweist. Warum das so ist und wieso die Sonne mitunter gewaltige Mengen von Plasma abschleudert, die das Weltraumwetter gehörig beeinflussen können, sind Fragen, die die Astrophysikerin unter anderem erforscht.
Bald, so erhofft sich ein internationales Forschungsteam, werden wir darüber und auch über andere Themen - Sonnenwind oder Sonnenfleckenzyklus, beispielsweise - mehr wissen. Denn aktuell fliegt eine Raumsonde der ESA in Richtung Sonne, um dort möglichst nahe am Stern neue Daten zu sammeln. Die Universität Graz leitet die Softwareentwicklung des Röntgenteleskops STIX, das ganz wesentlich für den Erfolg der Mission "Solar Orbiter" ist. Auch darüber spricht Astrid Veronig und erklärt, dass, obwohl diese Forschungen so weit weg von der Erde passieren, das Coronavirus dennoch einen gewissen Einfluss darauf hat.
15 Minuten
Im Podcast-Format "Hör-Saal: 15 Minuten Forschung" stehen ForscherInnen der Universität Graz zu verschiedenen Aspekten der Corona-Krise ein Mal pro Woche Rede und Antwort. In der mittlerweile 12. Episode geht es um die erste Zeit nach der Aufhebung der Ausgangsbeschänkungen - und um die Begegnungen im öffentlichen Raum in dieser Phase. Zu Gast ist Anke Strüver vom Institut für Geographie und Raumforschung, die sich unter anderem mit Alltagsmobilität und der Interaktion von Mensch und Raum in der Stadt beschäftigt.
Die Forscherin schildert in dem 15-minütigen Gespräch, wie sich der Raum, in dem Menschen aufeinander treffen, durch die Covid-Pandemie verändert hat. Von absoluter Leere während des Lockdowns bis zu einem Ansturm nach dessen Ende haben die öffentlichen Parks, Radwege oder Fußgängerzonen alles erlebt. Die Wissenschafterin spricht sich für ein Umdenken in der Gestaltung dieser Flächen nach der Krise aus: "Wir haben während der vergangenen zwei Monate gesehen, wie wichtig diese Begegnungszonen für uns alle sind. Jetzt haben wir die Chance, diesen begrenzten Raum anders zu gestalten. Großstädte wie Paris und Brüssel haben gezeigt, dass ein Ausbau der Fuß- und Radmobilität schnell machbar ist, da sollte das in Graz auch möglich sein", erklärt Anke Strüver.
Die Forscherin schildert in dem 15-minütigen Gespräch, wie sich der Raum, in dem Menschen aufeinander treffen, durch die Covid-Pandemie verändert hat. Von absoluter Leere während des Lockdowns bis zu einem Ansturm nach dessen Ende haben die öffentlichen Parks, Radwege oder Fußgängerzonen alles erlebt. Die Wissenschafterin spricht sich für ein Umdenken in der Gestaltung dieser Flächen nach der Krise aus: "Wir haben während der vergangenen zwei Monate gesehen, wie wichtig diese Begegnungszonen für uns alle sind. Jetzt haben wir die Chance, diesen begrenzten Raum anders zu gestalten. Großstädte wie Paris und Brüssel haben gezeigt, dass ein Ausbau der Fuß- und Radmobilität schnell machbar ist, da sollte das in Graz auch möglich sein", erklärt Anke Strüver.
16 Minuten
Im Podcast-Format "Hör-Saal: 15 Minuten Forschung" stehen ForscherInnen der Universität Graz zu verschiedenen Aspekten der Corona-Krise ein Mal pro Woche Rede und Antwort. In der zehnten Epsiode spricht der Ökonom Jörn Kleinert, Institut für Volkswirtschaftslehre, über ein Thema, das sehr viele Menschen derzeit betrifft - die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise bzw. die Auswirkungen des fast zweimonatigen Lockdowns in Österreich.
Sind 38 Milliarden Euro an finanzieller Unterstützung genug? Wird die Corona-Krise den heimischen Markt nachhaltig verändern? Was für Chancen hat Österreich, in absehbarer Zeit wieder einen wirtschaftlichen Aufschwung zu erleben? Experte Jörn Kleinert schätzt die heimische Ausgangslage als vorsichtig positiv ein, immer unter der Voraussetzung, dass zwei wesentliche Faktoren gewährleistet werden: "Einerseits müssen die Infektionszahlen stabil bleiben, andererseits ist es ganz wesentlich, dass die europäische Union in Zeiten wie diesen zusammenhält", beschreibt der Ökonom. Letzteres bereitet dem Forscher aktuell Sorgen: "Wir müssen extrem aufpassen, dass wir nicht in eine Situation schlittern, in der die EU quasi 'nebenbei' zerbricht. Denn das würde weh tun - uns allen und sehr, sehr lange."
Im Podcast spricht Kleinert außerdem über Chancen, die die Krise aufzeigt: "Es muss keine wirtschaftlichen VerliererInnen der Krise geben. Wir erleben gerade eine massive Umverteilung, die so wahrscheinlich kaum jemand für möglich gehalten hätte. Das zeigt uns: Wo ein Wille, da ein Weg."
Sind 38 Milliarden Euro an finanzieller Unterstützung genug? Wird die Corona-Krise den heimischen Markt nachhaltig verändern? Was für Chancen hat Österreich, in absehbarer Zeit wieder einen wirtschaftlichen Aufschwung zu erleben? Experte Jörn Kleinert schätzt die heimische Ausgangslage als vorsichtig positiv ein, immer unter der Voraussetzung, dass zwei wesentliche Faktoren gewährleistet werden: "Einerseits müssen die Infektionszahlen stabil bleiben, andererseits ist es ganz wesentlich, dass die europäische Union in Zeiten wie diesen zusammenhält", beschreibt der Ökonom. Letzteres bereitet dem Forscher aktuell Sorgen: "Wir müssen extrem aufpassen, dass wir nicht in eine Situation schlittern, in der die EU quasi 'nebenbei' zerbricht. Denn das würde weh tun - uns allen und sehr, sehr lange."
Im Podcast spricht Kleinert außerdem über Chancen, die die Krise aufzeigt: "Es muss keine wirtschaftlichen VerliererInnen der Krise geben. Wir erleben gerade eine massive Umverteilung, die so wahrscheinlich kaum jemand für möglich gehalten hätte. Das zeigt uns: Wo ein Wille, da ein Weg."
17 Minuten
Im Podcast-Format "Hör-Saal: 15 Minuten Forschung" stehen ForscherInnen der Universität Graz zu verschiedenen Aspekten der Corona-Krise ein Mal pro Woche Rede und Antwort. In der elften Epsiode diskutiert Südosteuropa-Experte Florian Bieber die Lage am Westbalkan: wie dort mit der Pandemie umgegangen wurde, welche Spuren die rigiden, teils autokratischen Maßnahmen der Regierungen in der Region hinterlassen könnten und wie sich das alles auf eine mögliche Erweiterung der EU auswirken wird, sind Teilfragen des Gesprächs.
Besorgniserregend ist für Florian Bieber der Griff nach der absoluten Macht unter dem Deckmantel der Pandemie-Bekämpfung, so wie es beispielsweise in Ungarn geschehen ist. "Es braucht dringend eine klare Haltung der EU-Mitgliedsstaaten dagegen. Leider war die Kritik, auch seitens Österreich, hierzu relativ still", so Bieber. Als demokratischer Staat gilt es, gerade in solchen Phasen Vorbildwirkung zu zeigen: transparente, zeitlich begrenzte und angemessene Maßnahmen sind dabei das Um und Auf.
Im Podcast spricht Bieber außerdem über den EU-Erweiterungsprozess, der durch die Corona-Krise vermutlich wieder einmal ins Stocken geraten wird. Dabei wäre es besonders wichtig, so der Forscher, diesen Prozess parallel zu einer jedenfalls notwendigen EU-Reform fortzuführen. "Wir sollten weg von dem Gedanken, eins nach dem anderen erledigen zu wollen, sondern viel mehr das Europa, in dem wir künftig leben wollen, in dem wir gemeinsam stark sind, im Auge behalten", resümiert Florian Bieber.
Besorgniserregend ist für Florian Bieber der Griff nach der absoluten Macht unter dem Deckmantel der Pandemie-Bekämpfung, so wie es beispielsweise in Ungarn geschehen ist. "Es braucht dringend eine klare Haltung der EU-Mitgliedsstaaten dagegen. Leider war die Kritik, auch seitens Österreich, hierzu relativ still", so Bieber. Als demokratischer Staat gilt es, gerade in solchen Phasen Vorbildwirkung zu zeigen: transparente, zeitlich begrenzte und angemessene Maßnahmen sind dabei das Um und Auf.
Im Podcast spricht Bieber außerdem über den EU-Erweiterungsprozess, der durch die Corona-Krise vermutlich wieder einmal ins Stocken geraten wird. Dabei wäre es besonders wichtig, so der Forscher, diesen Prozess parallel zu einer jedenfalls notwendigen EU-Reform fortzuführen. "Wir sollten weg von dem Gedanken, eins nach dem anderen erledigen zu wollen, sondern viel mehr das Europa, in dem wir künftig leben wollen, in dem wir gemeinsam stark sind, im Auge behalten", resümiert Florian Bieber.
16 Minuten
Im Podcast-Format "Hör-Saal: 15 Minuten Forschung" stehen ForscherInnen der Universität Graz zu verschiedenen Aspekten der Corona-Krise ein Mal pro Woche Rede und Antwort. In der neunten Epsiode antwortet Jochen Ostheimer, Institut für Ehtik und Gesellschaftslehre, auf die Frage, warum alle über ein Virus reden, aber (fast) niemand über den Klimaschutz, obwohl der globale Klimawandel langfristig gesehen die weitaus drastischeren Folgen nach sich ziehen wird.
Aus Sicht des Forschers liegt das an mehreren Faktoren, wie zum Beispiel an Unterschieden in der Wahrnehmung der Krise, die auch mit deren medialen Darstellung zusammenhängt: "Das Virus ist schnell, neu und betrifft die Gesundheit der gesamte Bevölkerung in unserem Land gleichermaßen. Der Klimawandel verläuft schleichend und seine Auswirkungen treffen spätere Generationen intensiver als die aktuelle Population. Da sinkt die Motivation, aktiv zu werden, leider ziemlich rasch."
Im Podcast spricht Ostheimer außerdem auch den Faktor Eigenverantwortung, der in beiden Krisen auf unterschiedliche Weise zum Tragen kommt - Stichwort: "jeder und jede kann ein Lebensretter sein" - , über die Nutznieser der Corona-Pandemie und darüber, was wir aus der einen Krise für die andere mitnehmen könnten.
Aus Sicht des Forschers liegt das an mehreren Faktoren, wie zum Beispiel an Unterschieden in der Wahrnehmung der Krise, die auch mit deren medialen Darstellung zusammenhängt: "Das Virus ist schnell, neu und betrifft die Gesundheit der gesamte Bevölkerung in unserem Land gleichermaßen. Der Klimawandel verläuft schleichend und seine Auswirkungen treffen spätere Generationen intensiver als die aktuelle Population. Da sinkt die Motivation, aktiv zu werden, leider ziemlich rasch."
Im Podcast spricht Ostheimer außerdem auch den Faktor Eigenverantwortung, der in beiden Krisen auf unterschiedliche Weise zum Tragen kommt - Stichwort: "jeder und jede kann ein Lebensretter sein" - , über die Nutznieser der Corona-Pandemie und darüber, was wir aus der einen Krise für die andere mitnehmen könnten.
15 Minuten
Im Podcast-Format "Hör-Saal: 15 Minuten Forschung" stehen ForscherInnen der Universität Graz zu verschiedenen Aspekten der Corona-Krise ein Mal pro Woche Rede und Antwort. In der achten Epsiode diskutiert Anita Ziegerhofer die Frage, ob der Rechtsstaat - im Sinne einer stetigen Weiterentwicklung - Krisen braucht, die ihm Verbesserungspotenzial aufzeigen.
Die Meinung der Rechtshistorikerin: "Ein funktionierender Rechtstaat braucht die Krise nicht. Aber sie fungiert wie ein Rufzeichen, das uns deutlich macht, wie fragil Demokratie sein kann." Als Beispiel skizziert Anita Ziegerhofer den Weg Österreichs von den ersten Republik hin zum Ständestaat in den 1930ern. Außerdem spricht sie über konstruktive und destruktive Krisen, die die EU in ihrer Geschichte erlebt hat, und erklärt, worauf EntscheidungsträgerInnen in Österreich bei einer möglichen zweiten Corona-Welle achten sollten, um den Vorwurf, am Rechtsstaat vorbei zu arbeiten, zu entkräftigen.
Die Meinung der Rechtshistorikerin: "Ein funktionierender Rechtstaat braucht die Krise nicht. Aber sie fungiert wie ein Rufzeichen, das uns deutlich macht, wie fragil Demokratie sein kann." Als Beispiel skizziert Anita Ziegerhofer den Weg Österreichs von den ersten Republik hin zum Ständestaat in den 1930ern. Außerdem spricht sie über konstruktive und destruktive Krisen, die die EU in ihrer Geschichte erlebt hat, und erklärt, worauf EntscheidungsträgerInnen in Österreich bei einer möglichen zweiten Corona-Welle achten sollten, um den Vorwurf, am Rechtsstaat vorbei zu arbeiten, zu entkräftigen.
13 Minuten
In dieser Woche, am 8. Mai, jährt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 75. Mal. Aus diesem Anlass spricht die Kriegsfolgenforscherin Barbara Stelzl-Marx, Wissenschafterin des Jahres 2019, in der siebten Ausgabe des Podcast-Formats "Hör-Saal: 15 Minuten Forschung" über augenscheinliche Parallelen zwischen dem Krieg und der Corona-Krise, über die Heraufbeschwörung alter Feindbilder und über historische Vergleiche, die meistens in Krisenzeiten zur Sprache gebracht werden.
15 Minuten
„Digitale Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts“, sagt Uni Graz-Vizerektorin Petra Schaper-Rinkel. Wie sehr die Digitalisierung von der Corona-Krise profitiert, wem wir hinsichtlich der Nutzung unserer Daten (nicht) vertrauen sollten und welche Lehren wir hinsichtlich einer digitalen Transformation aus der Krise ziehen müssen, diskutiert die Expertin in der aktuellen „Hör-Saal“-Episode.
13 Minuten
Seit Mitte März arbeiten nicht nur in Österreich sehr viel mehr Menschen als normalerweise von zuhause aus. Das Homeoffice birgt viele Chancen und bringt zugleich verschiedene Herausforderungen mit sich. Arbeitspsychologin Bettina Kubicek erklärt in der aktuellen Hör-Saal-Folge, wie ArbeitnehmerInnen in punkto Zeitsouveränität und Kontrolle von Telearbeit profitieren können, zeigt potenzielle Störstellen auf, etwa hinsichtlich Kommunikation und sozialem Austausch, und gibt wichtige Tipps für Führungskräfte in der aktuellen Situation.
14 Minuten
WissenschafterInnen weltweit arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, einen Wirkstoff gegen das Corona-Virus zu entwickeln oder zu überprüfen, wie man bereits vorhandene Medikamente gegen das Virus einsetzen kann. Oft fällt dabei das Wort „Screening“- etwa wenn das steirische Unternehmen Innophore, ein Spin-off der Universität Graz, bekannt gibt, gemeinsam mit Google und Harvard rund zwei Milliarden an potenziellen Wirkstoff-Kandidaten zu „screenen.“
Aber was passiert bei so einem „Screening“ genau, woher wissen die ForscherInnen, wenn sie dabei einen vielversprechenden Kandidaten entdeckt haben und was passiert dann als Nächstes? Ulrich Stelzl vom Institut für Pharmazeutische Wissenschaften der Universität Graz gibt im aktuellen „Hör-Saal“-Podcast darauf Antwort.
Aber was passiert bei so einem „Screening“ genau, woher wissen die ForscherInnen, wenn sie dabei einen vielversprechenden Kandidaten entdeckt haben und was passiert dann als Nächstes? Ulrich Stelzl vom Institut für Pharmazeutische Wissenschaften der Universität Graz gibt im aktuellen „Hör-Saal“-Podcast darauf Antwort.
14 Minuten
Wir kämpfen aktuell nicht nur um unsere Gesundheit, sondern auch gegen den finanziellen Ruin vieler Unternehmen. Doch darf die Rettung wirtschaftlicher Existenzen wichtiger sein als die von Menschenleben? Wo bleibt die Würde Einzelner, vor allem wenn sie zu einer der so genannten Risikogruppen gehören? Was macht die - zurzeit notwendige - Einschränkung verschiedener Grundrechte mit uns? Und wie vergessen wir in der Bequemlichkeit eines Home Office nicht darauf, was uns jetzt gerade fehlt? Der Philosoph und Theologe Reinhold Esterbauer richtet im Hintergrundgespräch den Blick auf ethisch problematische Aspekte der Corona-Krise.