Wildtierschutz Deutschland Archiv
100 Episoden
3 Minuten
Die Senkung des Schutzstatus des Wolfs in der Berner Konvention ist in Kraft. Auch wenn es aktuell noch keine praktischen Auswirkungen hat, eröffnet sie möglicherweise den Weg hin zu einer Bejagung des Wolfs – und wird entsprechend vom Deutschen Jagdverband bejubelt. Es sei der erste Schritt zum regionalen Wolfsmanagement, es ist die Rede von Obergrenzen und der Entnahme auffälliger Rudel.
5 Minuten
Die Frühlingsluft über der weiten offenen Ackerlandschaft ist erfüllt vom Gesang Dutzender Feldlerchen. Abwechselnd flügelschlagend und gleitend überquert ein Mäusebussard die Felder. Plötzlich steigt aus einem nassen Acker mit Maisstoppeln vom Vorjahr eine Gruppe von etwa 15 schwarzweißen Vögeln auf, ihr Ziel ist der Bussard. Mit rasanten abwechselnden Attacken zwingen sie den Greifvogel, die Flugrichtung zu wechseln und die Flucht zu ergreifen. Aufgabe erledigt – die Luftakrobaten gleiten elegant herab und verteilen sich auf dem Stoppelfeld. Kaum gelandet, sind sie schon wieder in der Luft. Wieder schließen sie sich zusammen und blasen mit energischem „kiewitt“ zur Attacke. Das Ziel ist dieses Mal eine Gruppe von Krähen, die schon freiwillig wendet.
6 Minuten
Schutzstatus gesenkt, Feuer frei, die Jagd auf den Wolf ist eröffnet, oder? Gern wird genau dies von Wolfsgegnern suggeriert, weil morgen, am 6. März 2025, wohl die Senkung des Schutzstatus des Wolfs durch die Berner Konvention in Kraft treten wird. Wahr ist aber: Der Wolf steht auch dann noch unter strengem Schutz, seine Überführung vom Anhang II in den Anhang III der Berner Konvention ist aber der erste Schritt, dies zu ändern.
11 Minuten
Ein Insider der Niedersächsischen Landesforsten berichtet uns von unsäglichem Umgang mit Wildtieren in Forstbezirken des Harzes:
„Dass ein Muttertier mit dem ungeborenen Kalb erlegt wird, ist rein rechtlich erstmal nicht strafbar. Schlimmer ist die Tatsache, dass es bei fast jeder Drückjagd zu Verstößen gegen den Muttertierschutz kommt, da einzeln vor die Büchse kommende Alttiere von den Forstamtsleitern explizit zum Abschuss freigegeben werden, auch wenn das dazugehörige Kalb noch lebt, aber zum Beispiel durch Hunde oder Treiber vom Muttertier getrennt wurde. So kommt es regelmäßig vor, dass am Ende des Jagdtages mehr Alttiere auf der Strecke liegen als Kälber. Die übrig gebliebenen Kälber verhungern meistens über den Winter oder werden von Luchs und Wolf gefressen, wenn sie panisch und verzweifelt ihre getötete Mutter suchen.“
„Dass ein Muttertier mit dem ungeborenen Kalb erlegt wird, ist rein rechtlich erstmal nicht strafbar. Schlimmer ist die Tatsache, dass es bei fast jeder Drückjagd zu Verstößen gegen den Muttertierschutz kommt, da einzeln vor die Büchse kommende Alttiere von den Forstamtsleitern explizit zum Abschuss freigegeben werden, auch wenn das dazugehörige Kalb noch lebt, aber zum Beispiel durch Hunde oder Treiber vom Muttertier getrennt wurde. So kommt es regelmäßig vor, dass am Ende des Jagdtages mehr Alttiere auf der Strecke liegen als Kälber. Die übrig gebliebenen Kälber verhungern meistens über den Winter oder werden von Luchs und Wolf gefressen, wenn sie panisch und verzweifelt ihre getötete Mutter suchen.“
6 Minuten
Das Rechtsverfahren zur Nichtigerklärung des EU-Ratsbeschlusses zur Herabsetzung des strengen Schutzes des Wolfes (Canis lupus) wurde in dieser Woche vom Gericht der Europäischen Union angenommen. Eingereicht haben die Klage die Umweltorganisation Green Impact (Italien) und weitere Organisationen.
6 Minuten
Eine windstille und klare Abenddämmerung im März am Niederrhein: Verstreut liegen Höfe in der weiten offenen Feldflur, einige sind mit Gruppen alter Obstbäume umgeben, ansonsten prägt intensive Landwirtschaft das Bild. Plötzlich erklingen an einem der Höfe durchdringende und energische „kiu“ oder „kuiu“-Rufe und bald kommt die Antwort vom zweiten Hof. An dritten Hof ist zunächst ein langgezogenes und nicht ganz so lautes „guuuhk“ zu hören, das immer schneller wiederholt wird und sich schließlich den erregt-energischen Lauten der anderen Rufer angleicht. Die Kettenreaktion pflanzt sich fort und für einige Minuten bestimmt der Rufwettstreit der Steinkäuze die abendliche Geräuschkulisse.
7 Minuten
Nachdem es bei den meisten arktischen Gänsearten über Jahrzehnte Bestandszunahmen gegeben hat, stagnieren die Bestände seit ein paar Jahren oder nehmen sogar ab. Lediglich die Nonnengans nimmt noch zu, aufgrund starker Ausweitung ihres Verbreitungsgebietes in nicht-arktische Gebiete (Nord- und Ostseeraum) und, weil sie in Europa bisher nicht oder kaum bejagt werden darf.
10 Minuten
Das von Dr. Martin Steverding kommentierte Video, in dem kurze Filmaufnahmen eines Fuchses in einer Schliefenanlage gezeigt werden, geht unter die Haut (s.u.). Machen diese wenigen Sekunden doch deutlich, welchem chronischen Stress die Füchse in ihrem kurzen Leben ausgesetzt sind.
4 Minuten
Wir appellieren an Bundesumweltministerin Steffi Lemke, die ihr verbleibende Amtszeit der verkürzten Legislaturperiode zu nutzen, um ihre Unterstützung für die Entscheidung im Dezember 2024 für den Beschluss zur Herabstufung des Schutzstatus des Wolfs zurückzuziehen.
3 Minuten
Amerikanische Verhältnisse in Brandenburg:
Hühnerbaronin Hanka Mittelstädt (37), die das Umweltrecht ausgetrickst hat, ist seit 2024 SPD-Landwirtschafts- und Umweltministerin in Brandenburg. Als Geschäftsführerin eines landwirtschaftlichen Betriebs mit etwa 80.000 Legehennen soll Mittelstädt die Umweltbehörden, die ihr jetzt als Umweltministerin unterstehen, beim Bau von Stallanlagen ausgetrickst haben. Deshalb hat der BUND schon 2015 gegen den Bau zwei großer Stallanlagen geklagt. Exkremente aus der Freilandhaltung in der Anlage würden die umliegenden Naturschutzgebiete mit zu viel Nährstoffen wie Nitrat und Phosphat belasten. Das Urteil aus dem Gerichtsverfahren gegen die 37-jährige Landwirtin ist noch ausstehend.
Hühnerbaronin Hanka Mittelstädt (37), die das Umweltrecht ausgetrickst hat, ist seit 2024 SPD-Landwirtschafts- und Umweltministerin in Brandenburg. Als Geschäftsführerin eines landwirtschaftlichen Betriebs mit etwa 80.000 Legehennen soll Mittelstädt die Umweltbehörden, die ihr jetzt als Umweltministerin unterstehen, beim Bau von Stallanlagen ausgetrickst haben. Deshalb hat der BUND schon 2015 gegen den Bau zwei großer Stallanlagen geklagt. Exkremente aus der Freilandhaltung in der Anlage würden die umliegenden Naturschutzgebiete mit zu viel Nährstoffen wie Nitrat und Phosphat belasten. Das Urteil aus dem Gerichtsverfahren gegen die 37-jährige Landwirtin ist noch ausstehend.
6 Minuten
„Der Biber hat auf der Liste bedrohter Arten nichts mehr zu suchen, denn seine Population steigt mangels natürlicher Feinde von Jahr zu Jahr“, so die Aussage des Landwirts und Landtagsabgeordneten der Freien Wähler in Bayern, Nikolaus Kraus. Zu lesen ist sie im Bericht des Münchener Merkur vom 24.01. „Biber-Plage im Landkreis: Landwirt fordert rigoroses Vorgehen – Haben zu lange tatenlos zugeschaut.“ Diese Aussage könnte man auch wie folgt umformulieren: Bayern braucht mehr Wölfe! Der Wolf ist der einzige relevante natürliche Feind des Bibers, denn er kann auch erwachsenen Bibern gefährlich werden. Seine Anwesenheit kann dazu führen, dass Biber sich weniger weit vom Wasser entfernen und dadurch weniger „Schaden“ anrichten.
5 Minuten
Die Androhung einer Demo mit vielen tausend Jägern vor dem Landtag in Niedersachsen hat Wirkung gezeigt. Hoffnungen für die Durchsetzung fortschrittlicher tierschutzrelevanter Änderungen im Landesjagdgesetz Niedersachsen haben sich noch vor Veröffentlichung eines Referentenentwurfs weitgehend verflüchtigt.
5 Minuten
Bei der „Pirsch“, einem deutschen Magazin für Jägerlatein, ist man einiges gewohnt. Immer wieder wird gegen angeblich gefährliche Tiere gehetzt, damit sich die Jäger einmal mehr als bewaffnete Retter in Szene setzen können. Der Artikel „Artenschutz vs. Umweltschutz: Ist der strenge Biberschutz notwendig?“ vom 17.01.25, ist aber selbst für dieses Magazin starker Tobak. Wahrheiten, Halbwahrheiten und Unwahrheiten verschmelzen – wie so oft in diesem Blatt – zu einem schwer zu überschauenden Brei. Den streng geschützten Biber hält die Redaktion für einen „Schadnager“. Wir nehmen einige der Aussagen nachfolgend unter die Lupe.
3 Minuten
In rund 100 Schliefenanlagen in Deutschland leben Füchse, die ausschließlich zur Abrichtung von Jagdhunden für die Baujagd gehalten werden. Nach Aufdeckung gravierender Missstände konnten jüngst in enger Zusammenarbeit mit den Behörden vor Ort Füchse aus Schliefenanlagen in Rhede (NRW), Ufhausen (Hessen) und Kusel (Rheinland-Pfalz) befreit und an Wildtierstationen vermittelt werden. Diese Fälle, über die bereits berichtet wurde, haben erneut auf die erheblichen Tierschutzprobleme bei der Haltung von Füchsen in Schliefenanlagen hingewiesen.
6 Minuten
Der 17. Dezember war ein milder, wenngleich grauer Tag. Die Waldwege waren feucht und aufgeweicht. Daher wählte ich für den Mittagsspaziergang mit meiner Hündin einen sonst nicht sehr einladenden Waldweg, der jedoch wegen seiner Schotterschicht erlaubte, trockenen Fußes zurückzukehren. Von dort gelangten wir auf einen Weg, der nach etwa 200 Metern in eine kleine Lichtung mündete. Tiefe Wagenspuren umrundeten diese Lichtung.