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50 Episoden
27 Minuten
Jede 8. Person in der Schweiz singt mindestens einmal pro Woche, viele davon in Chören. Die Schweiz hat eine der höchsten Chor-Dichten Europas: Weltliche Laienchöre, Kinderchöre, Profi-Ensembles und auch auf vielen Kirchenemporen wird fleissig geprobt. Was beschäftigt die Schweizer Chöre? Wir haben nachgefragt bei unterschiedlichen Ensembles und ordnen ein. Dazu zu Gast bei Kultur-Talk der Chordirigent Patrick Secchiari. Er leitet mehrere Chöre, darunter das Vokalensemble ardent, die Kammerchöre in Seftigen und Glarus und der Teamchor Jona und ist für die musikalische Leitung und den Chor der Thuner Seespiele zuständig. Ausserdem hat Patrick Secchiari an der Hochschule der Künste Bern Chorleitung unterrichtet. Weiter ist er Mitherausgeber verschiedener Chorbände wie Tour de Suisse und Swiss Choral Music.
26 Minuten
Roche-Erbe André Hoffmann gehört zu einer der reichsten Familie der Schweiz. Er ist Unternehmer, Vizepräsident des Pharmaunternehmens Roche und sieht sich gleichzeitig als Umweltaktivist. Wie geht das zusammen? So wie heute vielerorts gewirtschaftet werde, gehe es nicht weiter, sagt André Hoffmann. Die Unternehmen müssten mehr Verantwortung übernehmen, auf kurzfristige Gewinne verzichten und die Geschäfte nachhaltiger ausrichten. Sein Ziel: Weder das Klima noch die Biodiversität sollen durch die Wirtschaft weiter Schaden nehmen. Wie er sich das vorstellt, darüber hat er ein Buch geschrieben. Wir sprechen mit ihm und fragen: Wie konsequent werden Hoffmanns Rezepte beim eigenen Unternehmen, bei der Pharmafirma Roche umgesetzt? Wie gut funktioniert der Spagat zwischen Kapitalismus und Nachhaltigkeit? Und wie geht André Hoffmann mit dem eigenen Reichtum um? Mit André Hoffmann spricht Christian von Burg.
27 Minuten
Es war eine Sensation, als am 29. November 1971 erstmals zehn Nationalrätinnen und eine Ständerätin ins eidgenössische Parlament einzogen. Wie es ihnen auf dem politischen Parkett erging, hat die Historikerin Fabienne Amlinger in zahlreichen Gesprächen mit den Pionierinnen in Bundesbern erfahren. 1971 zogen die ersten gewählten Frauen ins eidgenössische Parlament ein. Die Historikerin Fabienne Amlinger gibt in ihrem Buch «Unerhört. Die ersten Politikerinnen im Bundeshaus» Einblick in ein helvetisches Bollwerk der Ablehnung von Frauen in der Politik. Dies reichte vom Auslachen in der Debatte, über Beschimpfungen als «Landesverräterin», bis hin zum Berufsverbot für den Ehemann und Bedrohungen an Leib und Leben. Die Autorin zeigt auf, was die ersten National- und Ständerätinnen diesen Widerständen entgegenhielten und was sie für die nächsten Frauengenerationen im Land erreichten. Literaturhinweis Amlinger, Fabienne: Unerhört. Die ersten Politikerinnen im Bundeshaus. Baden 2025. (Hier+Jetzt Verlag)
28 Minuten
Nach 13 Jahren am Opernhaus Zürich verlässt Andreas Homoki seinen Posten mit 65 Jahren. Die Ära Homoki kann sich sehen lassen: gute Auslastungszahlen, keine Skandale, immer wieder Opern-Sternstunden. Was ist sein Geheimnis? Eine der liebsten Opernfiguren von Andreas Homoki ist die Brünnhilde aus dem Ring des Nibelungen von Richard Wagner. «Weil sie sich für die Menschen entscheidet und so den göttlichen Status verliert», wie er sagt. Man könnte sagen, dass die Liebe zu den Menschen den Intendanten und Regisseur angetrieben hat: Er blieb seinem Publikum immer verbunden, hob nie in Sphären ab, die zu intellektuell oder abstrakt waren. Hatte ein gutes Händchen in Personalfragen, war immer zugänglich und unkompliziert. Gibt’s auch Schattenseiten in seiner Ära? Annelis Berger im Gespräch mit Andreas Homoki.
29 Minuten
Klimawandel, Kriege, Autokratien – trotz schwieriger Weltlage gibt es Menschen, die unermüdlich für eine bessere Welt kämpfen. Der Deutsche Rüstungsgegner und Friedensaktivist Jürgen Grässlin hat solche Menschen für sein neues Buch «Wie Lichter in der Nacht» portraitiert. Die afghanische Frauenrechtsaktivistin Malalai Joya, der deutsche Seenotretter Martin Kolek oder auch der ukrainische Pazifist Yurii Sheliazhenko – mit diesen und anderen «Mutmachmenschen» hat Jürgen Grässlin gesprochen. Er ist Deutschlands bekanntester Rüstungsgegner und nennt die Firma «Heckler & Koch» etwa das «einst tödlichste Unternehmen Europas». Die Rüstungsfirma wiederum sagt, sie halte sich an gesetzliche Vorgaben und könne keine Verantwortung für die Endverwendung ihrer Produkte übernehmen. Mit seinem Buch möchte Grässlin zeigen, dass sich der Kampf für eine bessere Welt lohnt.
35 Minuten
Sie ist eine risikofreudige Improvisatorin, die seit Jahrzehnten in New York lebt und in ihrer Musik auf die Welt reagiert: Mit Sylvie Courvoisier erhält eine politisch engagierte Exilschweizerin den Schweizer Musikpreis. Als Pianistin bewegt sich Sylvie Courvoisier zwischen Jazz, Neuer Musik und der Avantgarde New Yorks. Vor fast 30 Jahren hat sie die Schweiz verlassen und ist nach Brooklyn gezogen, wo sie der Liebe wegen hin ist und der Musik wegen bis heute bleibt. Im Kultur-Talk erzählt die 56-jährige Pianistin und Komponistin über ihre musikalische Familie, über ihre Liebe zu Büchern und zur bildenden Kunst, über ihren Aktivismus in einem politisch aufgeladenen Land – und natürlich gibt uns auch die Musik von Sylvie Courvoisier zu reden.
28 Minuten
Thomas Mann gilt als Schriftsteller-Genie. Eine neue Biografie befasst sich nun eingehend mit der versteckten Seite des Nobelpreisträgers und macht deutlich, wie sehr Thomas Mann unter seiner Homosexualität litt. Über Thomas Manns inneren Kampf spricht der Literaturhistoriker Tilmann Lahme. In diesem Jahr feiert die Literaturwelt den 150. Geburtstag von Thomas Mann, der am 6. Juni 1875 in Lübeck geboren wurde. Dank opulenten Werken wie «Buddenbrooks» oder «Der Zauberberg» gehört er zu den bedeutendsten Autoren der Weltliteratur. Der Thomas-Mann-Biograf Tilmann Lahme zeigt nun anhand bislang unveröffentlichter Quellen, wie sehr Thomas Manns Homosexualität sein Leben und Schreiben beeinflusste. Ausserdem spricht er mit Tim Felchlin darüber, welche Bedeutung und welche Rollen Thomas Mann bis heute zugewiesen werden. Buchhinweis: Tilmann Lahme: Thomas Mann. Ein Leben. dtv 2025.
28 Minuten
Vokabeln büffeln per Computerkonsole, recherchieren mit ChatGPT, Nachhilfe vom virtuellen Tutor – die Künstliche Intelligenz hat Einzug gehalten in die Klassenzimmer. Zum Guten? Die Meinungen gehen auseinander. Felix Münger diskutiert mit den beiden Fachleuten Bernadette Spieler und Ralf Lankau. Lernen ausschliesslich mit Büchern, Papier und Bleistift? Diese Zeiten sind vorbei. Computer gehören in Schweizer Schulen längst zum Alltag. Zu Recht, denn der Nachwuchs müsse mit den KI-Tools umgehen können, findet Bernadette Spieler, Professorin an der Pädagogischen Hochschule Zürich am Zentrum «Bildung und Digitaler Wandel». Computer und Tablets hätten im Schulunterricht nichts verloren, entgegnet Ralf Lankau. Sie würden den Schülerinnen und Schülern mehr schaden als nützen. Ralf Lankau ist Professor für «Mediengestaltung und Medientheorie» an der Hochschule Offenburg. Erstsendung: 20.11.2024
28 Minuten
Fit für die digitale Zukunft: Das Fotomuseum Winterthur wurde im Mai nach längerer Umbauphase wiedereröffnet. Es präsentiert sich luftiger, grösser und mit einem deutlichen Schwerpunkt auf digitalen Bildwelten. Aber auch mit Raum für die rund 9000 Bilder umfassende Sammlung. Kaum ein künstlerisches Medium hat sich in den letzten Jahrzehnten so stark verändert wie das Foto. Handyfotos entstehen überall und jederzeit. Das beeinflusst auch die Wahrnehmung der Bilder. Das Fotomuseum Winterthur hat eine grosse Sammlung von Fotografien des 20. und 21. Jahrhunderts. Wie lassen sich Sammlung und digitale Bildwelten zusammenbringen? Wie bringt man Social Media-Bilder in ein Ausstellungshaus? Und wie lassen sich Bildkompetenzen vermitteln? Nadine Wietlisbach, Direktorin des Fotomuseums Winterthur, gibt darüber im Talk mit Alice Henkes Auskunft.
28 Minuten
Falschinformationen zirkulieren vor allem auf Social Media zuhauf. Oft lancieren Interessengruppen oder Staaten Fake News, um die politische Meinung zu beeinflussen und die Gesellschaft zu destabilisieren. Die «Junge Akademie Schweiz» hat sich mit diesem Problem beschäftigt. Wie sind Falschinformationen zu erkennen? Wie lässt es sich vermeiden, ihnen auf den Leim zu gehen? Welche Massnahmen sind nötig, um die Zahl der Fake News zu verringern? Die «Junge Akademie Schweiz», ein Netzwerk der Akademie der Wissenschaften, hat für eine Studie Fachleute aus Medienpraxis und Wissenschaft befragt und einen Massnahmenkatalog ausgearbeitet. Im Gespräch gibt Sabrina H. Kessler, Sprecherin der «Jungen Akademie» und Kommunikationswissenschaftlerin an der Universität Zürich, Auskunft darüber, was die Fachleute empfehlen. Und sie erzählt, wie sich Nachrichten überprüfen lassen.
27 Minuten
Regina Dürigs Markenzeichen sind schreibende Forschungsreisen. Ob Jugendbuch über einen trinkenden Vater («Katertag. Oder: Was sagt der Knopf bei Nacht?») oder #MeToo als experimenteller Entwicklungsroman («Federn lassen») – immer öffnen sich Horizonte. Der neue Erzählband «Frauen und Steine» klopft mit Witz und Esprit patriarchale Strukturen und Versteinerungen ab. Wie kommen Frauen da raus? Regina Dürig schweift durch Epochen und Stile auf der Suche nach Antworten. Da geht es um die US-amerikanische Altphilologin Alice Kober, die um ihren Erfolg beim Entziffern der Schrift der Minoer geprellt wurde. Oder um ein Flusskrebsweibchen, dem so wenig Platz zum Leben bleibt, dass es in einem Dating-Podcast jemanden sucht, um gemeinsam auszusterben. – Eine wunderbar bissige und inspirierende Lektüre. Regina Dürig. Frauen und Steine. Erzählungen. 200 Seiten. Literaturverlag Droschl.
29 Minuten
Fremdplatziert, eingesperrt, zwangssterilisiert. Bis 1981 veranlassten Schweizer Behörden Fremdplatzierungen und Fürsorgerischen Zwangsmassnahmen. Gewalt und Missbrauch waren Alltag. Charles Martin ist ein Betroffener. Heute berichtet er als Zeitzeuge an Schulen vom Unrecht und Leid durch den Staat. · Fürsorgerische Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierung: ein düsteres Kapitel Schweizer Sozialgeschichte · Charles Martin berichtet über sein Schicksal im Kinderheim · Wie gelangt dieses Kapitel Schweizer Geschichte in den Schulunterricht? · Welche Rolle spielen Zeitzeugen? Im Podcast zu hören sind: · Charles Martin, Opfer von Fremdplatzierung und Zeitzeuge · Schüler und Schülerinnen des Gymnasium Münchensteins · Matthias von Dach, Geschichtslehrer am Gymnasium Münchenstein · Walter Frey, Dozent für Geschichtsdidaktik Sekundarstufe II Pädagogische Hochschule Bern · Martin Pryde, Präsident Verein Schweizerischer Geschichtslehrpersonen Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: kontext@srf.ch Autor:in: Anna Jungen Host: Raphael Zehnder Produktion: Sabine Bitter Technik: Michael Studer
29 Minuten
Für den Zürcher Bäcker Robert Baumann heisst es 1920 auf und davon. Er findet für seine Familie kein Auskommen und keine Wohnung. Er wandert deshalb nach Brasilien aus und hofft auf eine neue Existenz. Sein Aufbruch endet in einem Desaster: Nach einem Jahr kehrt er krank und mittellos zurück. Warum der Zürcher Bäcker Robert Baumann 1920 mit seiner kinderreichen Familie nach Brasilien auswandert. Was er auf der Reise über Dakar nach Rio di Janeiro erlebt. Wie er in Brasilien aufgenommen wird und wie er das Land und seine Bevölkerung wahrnimmt. Warum es Robert Baumann nicht gelingt, eine neue Existenz aufzubauen. Warum er seine Frau verliert und was mit seinen Kindern passiert, als er nach einem Jahr verarmt und krank nach Zürich zurückkehrt. Warum er Jahre später über die Erfahrungen seiner Auswanderung nach Brasilien einen Bericht verfasst. Und warum dieser bisher unveröffentlichte Bericht eine historisch wertvolle Quelle ist. Stichworte Migration Auswanderung aus der Schweiz Armut Wohnungsnot Reise durch Brasilien Geschichte Im Podcast zu hören sind: Zitate des Zürcher Bäckers Robert Baumann aus dem unveröffentlichten Bericht seiner Brasilienreise Dr. Karin Huser, Historikerin Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: kontext@srf.ch Autorin: Sabine Bitter Host: Katrin Becker Produktion: Dagmar Walser Technik: Lukas Fretz
28 Minuten
Es ist das Filmfestival aller Filmfestivals – nicht das älteste, aber das schillerndste und grösste. Wer in Cannes über den roten Teppich an der berühmten Croisette schreitet, dem oder der ist Aufmerksamkeit der cinephilen Welt sicher. Bemerkenswert in diesem Jahr ist die grosse Präsenz von US-Stars und Filmen: Robert De Niro wird geehrt, Tom Cruise präsentiert den achten Teil der «Mission Impossible»-Filme, Kristen Stewart als auch Scarlett Johansson präsentieren in Cannes ihre Regiedebuts, Richard Linklater erweist mit «Nouvelle Vague» dem französischen Kino und Jean Luc Godard die Ehre. Was gibt sonst noch zu reden, welcher von den 22 Wettbewerbsfilmen ist besonders aufgefallen? Im Festivalstudio unterhält sich Brigitte Häring mit den deutschen Kritikerkolleginnen Anke Leweke und Katja Nicodemus.
29 Minuten
Züge fahren seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine keine mehr über die Grenze zu Russland. Trotzdem erleben ein kleiner Bahnhof auf der finnische Seite Kareliens und mit ihm eine ganze Region einen unerwarteten Aufschwung. Mitten drin: eine Schweizer Unternehmerin. Wie Russlands aggressive Kriegspolitik das jahrzehntelange Tauwetter entlang der langen gemeinsamen Grenze zu Finnland in eine Eiszeit verwandelt und böse Erinnerungen weckte. · Welche besondere Rolle Karelien als Kulturraum für das moderne Finnland spielt, welches seit 1917 als unabhängiger Staat existiert. · Wie die finnischen Teile Kareliens nun mit dem Rücken zu Russland stehen und dies auch als Chance für eine weitere Öffnung zu Europa betrachten. · Weshalb das wachsende karelische Selbstvertrauen in Finnland in Zukunft auch Russland wieder einmal helfen könnte. Im Podcast zu hören sind: · Petra Karjalainen, Schweizer Unternehmerin aus Blauen (BL), die seit über 40 Jahren in Karelien immer wieder neue und erfolgreiche Projekte anstösst · Katja Vehviläinen, Russischstämmige Direktorin des karelischen Tourismusverbandes Go Saimaa, die nach Moskaus Angriff auf die Ukraine umdenken musste · Juhani Meriläinen, ehemaliger Bürgermeister der karelischen Hauptstadt Joensuu mit westfinnischen Wurzeln, der Petra K. beim Aufbau eines Kulturzentrums unterstützte · Sari Kaasinen, Professorin für karelische Musikwissenschaft an der Universität von Lappeenranta und bekannteste Sängerin der Region, die es 1998 fast einmal an den ESC geschafft hat Bei Fragen, Anregungen oder Themenvorschlägen schreibt uns: kontext@srf.ch Autor: Bruno Kaufmann Host: Raphael Zehnder Produktion: Dagmar Walser Technik: Thomas Baumgartner
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