Mit Andraž Obermeier spreche ich über die Beziehung zu unseren
Pferden. Oder besser über „deine Beziehung zu deinem Pferd“.
Eigentlich völlig logisch, dass da niemand rein quatschen sollte,
wie oft es dann aber doch passiert.
Wegen Unsicherheiten, Missverständnissen und manchmal auch wegen
unseres Nichtvermögens unsere Pferde zu lesen.
Und hier setzt Andraž mit seinen Trainingsideen an, nicht um sich
einzumischen, sondern um dich verstehen zu lassen.
Andraž Obermeier
Meine Reise mit den Pferden begann auf dem Hof meiner Eltern.
Schon als Jugendlicher habe ich bei den Kinderreitferien
mitgeholfen, Pferde trainiert und meine ersten Reitstunden
gegeben.
Ein ganz besonderes Pferd war meine erste eigene Stute Amira.
Sie war alles andere als einfach und hat mich ziemlich schnell an
meine Grenzen gebracht.
Durch sie habe ich angefangen, mich intensiver mit Pferden und
ihrer Ausbildung auseinanderzusetzen.
Mein Weg führte mich zunächst zum Natural Horsemanship, später
über verschiedene klassische Reitlehren, unter anderem von
Philippe Karl und Egon von Neindorff, bis hin zur akademischen
Reitkunst nach Bent Branderup.
Seit 2009 bin ich selbstständiger Pferdetrainer.
Meine Schwerpunkte liegen in der Bodenarbeit, Freiarbeit,
Jungpferdeausbildung, akademischen Reitkunst und im Extreme
Trail.
Über die Jahre habe ich viele unterschiedliche Pferde
kennengelernt.
Aber gerade meine eigenen Pferde haben mir oft die wichtigsten
Lektionen beigebracht.
Sie haben mich immer wieder dazu gebracht, meine Ansichten und
manchmal auch meine Ziele zu überdenken.
Ein weiterer großer Wendepunkt war für mich, Papa zu werden.
Durch meine Kinder habe ich angefangen, vieles in meiner Arbeit
mit Pferden noch einmal aus einer anderen Perspektive zu
betrachten.
Besonders wenn es um Lernen, Vertrauen, Geduld und Grenzen geht.
Heute begleiten mich vor allem meine drei Schimmel: Beletrina,
meine stolze Lipizzanerstute, die meistens in sich ruht, aber
auch mal sehr emotional werden kann.
Nero, mein sensibler Lusitano, der für mich längst mehr als nur
ein Trainingspartner ist.
Und Jupiter, mein junger Spanier, der mit seiner neugierigen und
verspielten Art immer wieder für Überraschungen sorgt.
Die drei könnten unterschiedlicher kaum sein und genau das liebe
ich an meiner Arbeit.
Heute geht es mir nicht mehr darum, einer bestimmten Methode zu
folgen oder immer recht zu haben.
Ich möchte jedes Pferd als Individuum sehen, verstehen, was es
gerade braucht, und gemeinsam mit ihm einen Weg finden.
Denn eines habe ich über die Jahre gelernt: Nur weil mein Weg
richtig sein kann, müssen andere Wege nicht falsch sein.
Und wer mit Pferden arbeitet, sollte niemals aufhören, selbst
dazuzulernen..
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