Mann arbeitet, Frau hütet Kinder. Komm schon, das geht doch auch
anders. Wir schreiben das Jahr 2026 und müssen immer noch
feststellen, dass Frauen weniger Geld verdienen als Männer.
Deswegen müssen wir auch darüber sprechen, wie Frauen finanzielle
Unabhängigkeit erreichen können. Erster Schritt: Geld im eigenen
Namen Natascha Wegelin, bekannt als Madame Moneypenny, erklärt,
worauf Frauen bei ihren Finanzen achten sollten. Sie rät Frauen
zunächst, Geld wirklich im eigenen Namen zu haben. Viele hätten nur
eine Vollmacht für das Konto des Partners oder stünden gar nicht im
Grundbuch des gemeinsamen Eigenheims. "Man ist manchmal überrascht,
wie viele Frauen dann doch nur eine Vollmacht haben", sagt sie.
Wichtig sei außerdem, die eigenen Versicherungsverträge zu prüfen
und zu verstehen, wie man mit Geld umgeht. Ausgleich in der
Partnerschaft Ein großes Thema in Partnerschaften und Familien sei
die Teilzeitfalle. Frauen verdienten im Westen Deutschlands im
Schnitt rund 670.000 Euro weniger als Männer. Wegelin empfiehlt,
die konkreten finanziellen Einbußen auszurechnen, wenn eine
Partnerin in Elternzeit geht oder in Teilzeit arbeitet. "Am Ende
steht da ’ne Eurozahl und dann kann man schauen, wie man als
Familie das hinbekommt." Nur so lasse sich ein fairer Ausgleich und
eine sichere Basis für die Rente der Frau erschaffen. Finanzielle
Unabhängigkeit: Rente allein reicht nicht Gesetzliche Rente,
Riester-Verträge, Eigenheim oder das neue Altersvorsorgedepot seien
wichtige Bausteine, reichten aber meist nicht aus. Die
durchschnittliche Rente von Frauen liege inklusive aller
Alterseinkünfte unter 2.000 Euro. Riester bringe im Schnitt nur 70
bis 150 Euro im Monat. "Das wird die Kuh nicht vom Eis kriegen",
sagt Wegelin. Entscheidend sei, zusätzlich privat an der Börse ein
Vermögen aufzubauen. Aktuelle Krisen und Marktentwicklungen treffen
Frauen härter Inflation, Krieg und Klimawandel träfen Frauen oft
stärker als Männer, weil sie auf strukturelle Ungleichheit träfen.
Eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern gebe einen viel
größeren Anteil ihres Einkommens für Lebensmittel aus als ein gut
verdienender Manager. Ein anderes Beispiel sei unsere Mobilität,
vor allem auf dem Land. "Wenn ich kein Auto fahre, ist mir auch
ziemlich wurscht, was die Tankpreise machen" Wenn die
alleinerziehende Mutter aber auf das Auto angewiesen ist, um ihre
beiden Kinder auf dem Land in die Schule zu fahren, dann habe die
Inflation eben doch einen sehr großen Einfluss auf ihr Leben, sagt
Wegelin. Frauen fühlten sich in der Folge finanziell deutlich
unsicherer als Männer – und das zurecht.
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