In der Folge geht es um die Frage, wie MBSE dazu genutzt werden
kann, Entwicklungsprojekte besser zu strukturieren und
Entscheidungen wirksamer vorzubereiten. Der Gastgeber ordnet die
Episode als Gespräch über „Modellierung zur Entscheidungsfähigkeit“
ein und beschreibt, dass Modelle nicht Selbstzweck sein sollen,
sondern konkrete Projektfragen beantworten helfen. Zu Gast ist
Bastian Ribbers. Er schildert seinen Weg vom Studium der
Konstruktion und Entwicklung über die Arbeit in der Konstruktion
bis hin zur Beratung im Bereich Systems Engineering und MBSE. Dort
unterstützt er Kunden dabei, Produktentwicklung strategisch und
effizient zu organisieren und Projekte besser steuerbar zu machen.
Ein Schwerpunkt des Gesprächs ist die Kritik an MBSE, wenn Modelle
vor allem vollständig und detailliert aufgebaut werden, ohne dass
klar ist, welche Entscheidung damit unterstützt werden soll.
Ribbers betont, dass Modelle gezielt auf Fragestellungen
ausgerichtet sein sollten, statt nur Dokumente in anderer Form zu
ersetzen. Wichtig sei, die jeweils benötigte Evidenz für eine
Entscheidung früh zu identifizieren. Daran anknüpfend erklärt er,
dass man Entscheidungspunkte entlang von Meilensteinen oder Review
Gates vorbereiten kann. Dafür werden konkrete Entscheidungsfragen
abgeleitet, Informationsbedarfe definiert und festgelegt, wie diese
nachgewiesen und bewertet werden sollen. So lasse sich erkennen,
welche Daten, Analysen oder Nachweise noch fehlen. Ein weiterer
Punkt ist der Umgang mit Risiken und Alternativen. Ribbers
beschreibt, dass frühzeitig mitgedacht werden sollte, was
geschieht, wenn eine Entscheidung noch nicht getroffen werden kann.
Auch Alternativen, zum Beispiel unterschiedliche Technologien,
sollen systematisch verglichen werden. Zum Schluss erläutert er
sein Verständnis von MBSE: Entscheidend sei nicht ein einziges
großes Modell, sondern die strukturierte und verknüpfbare
Aufbereitung von Informationen über verschiedene Modelle und
Werkzeuge hinweg. Der praktische Nutzen liege darin, Projekte
zielgerichtet zu steuern, ohne sich in Formalität oder Modellierung
zu verlieren.
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.