Socken auf dem Boden, die rote Ampel, die zehnte Frage vor dem
Kaffee: Warum packt uns die kleine Alltagswut im Midlife so viel
öfter und was will sie uns sagen? Endlich wird viel über die Wut
von Frauen gesprochen: über die Wut auf sexuelle Belästigung, auf
Machtmissbrauch, auf Strukturen, die Frauen klein halten. Diese Wut
ist so berechtigt und so wichtig, und sie verdient eigene,
ernsthafte Gespräche. Heute geht es hier um eine andere, leisere
Wut im Midlife: die im Alltag. Die beim Wäschekorb hochkommt, an
der Ampel oder wenn wir schon wieder Ja gesagt haben, obwohl wir
Nein meinten. Nina und Draga erzählen beide von Midlife Momenten,
in denen eine Kleinigkeit gereicht hat und sie plötzlich laut
wurden. Danach kam bei beiden dasselbe: das schlechte Gewissen und
die Stimme im Kopf, die sagt: „Reiß dich zusammen.“ In dieser Folge
reden die beiden darüber, warum wir als Mädchen gelernt haben, lieb
und nett zu sein und keinen Ärger zu machen. Und darüber, wo die
Wut dann rauskommt: als Tränen, obwohl wir eigentlich sauer sind,
als verspannte Schultern, als Zähneknirschen in der Nacht. Sie
schauen ehrlich auf die Hormone. Östrogen, Schlafmangel und die
Sandwich-Phase zwischen Kindern in der Pubertät und älter werdenden
Eltern können die Zündschnur kürzer machen. Trotzdem darf „Das sind
bestimmt die Wechseljahre“ nicht die nächste Art werden, unsere Wut
kleinzureden. Vor allem geht es um den Perspektivwechsel: Wut ist
kein Charakterfehler, sondern eine Alarmanlage. Sie zeigt, wo eine
Grenze überschritten wurde, wo wir uns übersehen fühlen oder wo wir
schon wieder den Kuchen für den Schulbasar zugesagt haben, obwohl
die Woche übervoll war. Die Socken waren nie das Problem. Zum
Schluss wird es praktisch: innehalten und fragen, worüber wir
gerade wirklich wütend sind die Wut benennen, statt hinter einem
Lächeln zu brodeln der Satz „Ich bin wütend, weil … und ich brauche
…“, der aus einem Vorwurf einen Wunsch macht die Wut mit Bewegung
aus dem Körper bringen reparieren, wenn es vor den Kindern
rausgerutscht ist Außerdem verraten Nina und Draga, was sich ab
jetzt bei HeyFreundin verändert. Wir sind keine Ärztinnen und keine
Psychologinnen, sondern zwei Freundinnen mit einem ehrlichen,
persönlichen Blick. Wenn deine Wut neu, sehr heftig oder ständig da
ist, sprich bitte mit deiner Frauenärztin oder Hausärztin. Wo hast
du deine Wut zuletzt runtergeschluckt? Schreib uns auf Instagram
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