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Warum lieben Rechtsradikale das antike Griechenland? (über »Bronze Age Mindset«)

Warum lieben Rechtsradikale das antike Griechenland? (über »Bronze Age Mindset«)

Die sogenannte Gegenwart vor 4 Tagen
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Dass rechtspopulistische Parteien weltweit Erfolge feiern, daran
hat man sich gewöhnt. Meistens werden deren Wortführer als
gefährliche Vereinfacher dargestellt, als intellektuelle
Herausforderung betrachtet man sie kaum je. Doch tatsächlich hat
der sogenannte Vibe-Shift durchaus einen intellektuellen Überbau,
er ist nicht nur populistisch, sondern auch elitär. Eines der
prominentesten Bücher aus der kompromisslos rechtsradikalen
Intellektuellenbubble ist das 2018 erschienene Werk »Bronze Age
Mindset«, das, obwohl im Selbstverlag erschienen, sogleich ein
Verkaufserfolg in den USA wurde. Im Milieu der philosophischen
Strippenzieher der Maga-Bewegung wurde das Buch mit heißen Wangen
gelesen; in Deutschland hingegen hat man es so gut wie nicht
wahrgenommen. Der anonyme Autor des Buches nennt sich »Bronze Age
Pervert«, unter diesem Pseudonym war er schon vor 2018 auf Twitter
zu einiger Bekanntheit gelangt. Der Bronze Age Pervert sieht sich
selbst als einen Nietzsche-Nachfolger, der sehr viel Philosophie
gelesen hat und vom nietzscheanischen Übermenschen träumt. Seine
Helden: die griechischen Heroen der Bronzezeit wie Achill und
Odysseus, die keine Moral kannten, sondern nur für Schönheit, Ruhm
und Stärke lebten. Moral ist für Bronze Age Pervert nur ein Mittel
egalitärer Gesellschaften, große Individuen kleinzuhalten. Dieses
System nennt er »das Langhaus« – dem Konformismus des Langhauses
gilt es zu entkommen, um wieder ein heroisches, großes Leben in
Schönheit und Stärke führen zu können. Mit Nietzsche kämpft er
gegen den »Aufstand der Sklavenmoral« und für ein glanzvolles neues
Barbarentum – für die »blonde Bestie«, wie es bei Nietzsche heißt.
Man kann und muss dem Buch »Bronze Age Mindset« vieles und das
Schlimmste vorwerfen: Es ist antisemitisch, rassistisch und
misogyn. Aber eins ist es nicht: banal oder ungebildet. Leider im
Gegenteil. Wie funktioniert menschenverachtendes, faschistisches
Denken für unsere Gegenwart? Dieser ungemütlichen Frage gehen Ijoma
Mangold und Lars Weisbrod nach in der neuen Folge von »Die
sogenannte Gegenwart«. Patrick Deneens Aufsatz »Wir sind jetzt alle
Postliberale« findet sich in dem von Veith Selk und Julian Nicolai
Hofmann herausgegebenen Band »Postliberalismus? Eine
transatlantische Debatte«. Leo Strauss’ Aufsatz »Three Waves of
Modernity« im Volltext hier: Ab dem 15.1.2025 sind Teile des
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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