Wie meistern wir KI - technisch, emotional, ethisch, moralisch und
wie bringen wir Nutzen und Bedenken in Balance ? Dies war meine 1.
Headline als ich mit Kai Heddergott über ein mögliches Thema
unseres Podcast-Gesprächs sinnierte. Kai ist Kommunikationsberater,
Dozent und Co-Autor des Buches „Besser texten mit Kopf und KI“ -
und ein inspirierender und besonnener Nachhilfelehrer wenn es um
berufliche und digitale Souveränität im Ki-Zeitalter geht. Wir
starten beim Commodore C-64 - dem ersten
Home-Computer-Verkaufsschlager der 80er Jahre - ich lerne dass die
Sehnsucht nach KI und der Entwicklung der ersten Tools schon weit
in das letzte Jahrhundert zurückreicht. Kai nennt es „lange Linien“
die sich aus der heutigen Big Tech Welt zurückverfolgen lassen -
und sind die bei Apple eigentlich die Guten ? Kai Heddergott
erwischt mich an einem Punkt, wo sich mir gerade sehr viele Fragen
stellen hinsichtlich meiner Rolle - beruflich, künstlerisch,
pragmatisch und als Vertreter einer Generation, die alle digitalen
Transformationen mitgemacht hat. Undnd die in meinen Augen gerade
jetzt eine klare Haltung entwickeln muss, wie denn nun das eigene
Zusammenwirken mit der Maschine aussehen soll. Wieviel menschliche
Co-Creation hat mein Leben bislang bestimmt und lebenswert gemacht
- und wie vermeintlich einfach möchte ich es mir machen, wenn
theoretisch musikalische Werke nur ein paar Prompts entfernt auf
mich warten - und mir auf der Zielgarden meiner musikalischen Reise
nochmal ganz neue Türen öffnen könnten. Entscheide ich das in
vollem Bewusstsein, oder lasse ich mich blenden von schnellen
Ergebnissen und fremden Federn, mit denen ich mich möglicherweise
schmücken könnte ? Nehme ich bereits Signale wahr, den Anschluss
verpasst zu haben und muss ich mich daran gewöhnen, dass
ergebnisorientiertes Arbeiten dem erlebnisorientierten Tun so
langsam den Rang abläuft ? Darüber sprechen wir in diesen knapp 2
Stunden. Kai bringt Musik mit, die er mit der generativen Musik-KI
SUNO erstellt hat - nicht um diese zu veröffentlichen, sondern als
kleine Wasserstandsmeldungm wo wir gerade so stehen Ich schwimme
wie immer bei diesem Thema irgendwo zwischen Faszination,
Verwirrung und Fassungslosigkeit - und laufe Gefahr, leicht
verklärte Geschichten aus der alten Musikwelt zu erzählen. Während
ich dauernd „krass“ und „Wahnsinn“ sage wird mir deutlich: Ich
möchte ein klare Haltung zu diesen Themen entwickeln und brauche
dafür Zeit - die es vielleicht in der neuen Welt gar nicht mehr
gibt ?? Ich habe schon vor vielen Jahren mit Leuten gearbeitet, die
Songwriting und Musikproduktion im Grunde sehr analytisch,
pragmatisch und eher als Unternehmer denn als Künstler praktiziert
- und Excel-Tabellen mit vermeintlichen Hit-Wahrscheinlichkeiten
gepflegt haben. Manchmal frage ich mich, ob ich das rückblickend
nicht noch langweiliger und weniger faszinierend fand als mich
heute mit Kolleginnen und Kollegen zum Song-Prompten zu treffen.
„AI will tear us apart“ - heisst der Song, den Kai mir zum Schluss
noch vorspielt. Hui - schauen wir mal. Jetzt habe ich ganz schön
viel von mir erzählt - Pardon. Das ändert sich jetzt gleich, denn
Kai ist ein genialer Gesprächspartner!
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