Anja ist zurück! In dieser Folge spricht
Anja Glover über Reisen, Tourismus und die Frage, weshalb
Bewegungsfreiheit auf dieser Welt so ungleich verteilt ist. Wer
darf einfach Ferien machen? Wer muss fliehen? Wem gehören die
vermeintlichen Ferienparadiese? Und was hat all das mit
Kolonialismus, Rassismus und westlichen Privilegien zu tun?
Anja erzählt ausserdem von ihrem aktuellen
Buchprojekt Missing Chapters, das im Frühling 2027 im Limmat
Verlag erscheinen soll, und spricht über Sinthujan Varatharajahs
Buch wo zeit stehen bleibt, das Tourismus und seine Gewalt
radikal hinterfragt.
Zum Schluss nimmt uns Anja mit auf eine literarische Weltreise:
von Südafrika über Ghana, Marokko und Antigua bis nach Hawaiʻi,
Indonesien, Grönland und Indien. Mit Büchern von Schwarzen,
indigenen und postkolonialen Autor*innen, die andere Geschichten
über diese Orte erzählen als die üblichen Reiseführer.
Denn Reisen erweitert unseren Horizont nicht automatisch.
Manchmal müssen wir zuerst lernen, die Welt nicht nur aus unserer
eigenen Perspektive zu betrachten.
Südafrika: Trevor Noah – Born a Crime
/ Farbenblind. Eine ebenso humorvolle wie politische
Kindheitsgeschichte über die Apartheid und eine aussergewöhnliche
Mutter.
Marokko: Leïla Slimani – Das Land der
Anderen. Über Liebe, Kolonialismus, patriarchale Macht und das
widersprüchliche Gefühl, gleichzeitig fremd und privilegiert zu
sein.
Ghana: Yaa Gyasi – Heimkehren. Zwei
Schwestern, sieben Generationen und die bis heute spürbaren
Folgen des transatlantischen Sklavenhandels.
Sri Lanka: Sinthujan Varatharajah – wo
zeit stehen bleibt. Über Tourismus, Flucht und die Gewalt einer
Welt, in der manche Menschen frei reisen können und andere nicht.
Philippinen: Mia Alvar – In the
Country. Erzählungen über Migration, Familie und die Verbindungen
zwischen den Philippinen und ihrer Diaspora.
Antigua: Jamaica Kincaid – Nur eine
kleine Insel. Eine wütende, kompromisslose Abrechnung mit dem
touristischen Blick auf die Karibik.
Der koloniale Blick: Edward Said
– Orientalismus. Der Klassiker darüber, wie der Westen
andere Weltregionen exotisiert und seine eigenen Vorstellungen
über sie zur vermeintlichen Wahrheit macht.
Hawaiʻi: Kristiana Kahakauwila – This
Is Paradise. Kurzgeschichten, die das Leben auf Hawaiʻi jenseits
von Palmen, Stränden und touristischen Fantasien erzählen.
Australien: Tara June Winch – Wie rote
Erde. Ein bewegender Roman über indigene Sprachen, Land,
Erinnerung und die Folgen kolonialer Enteignung.
Indonesien: Eka Kurniawan – Schönheit
ist eine Wunde. Ein wilder, fantastischer Roman über koloniale
Gewalt, Familiengeschichte und verdrängte Vergangenheit.
Grönland: Niviaq Korneliussen – Das
Tal der Blumen. Über queeres Leben, Trauer und die Erfahrungen
einer jungen Generation jenseits romantisierter Arktisbilder.
Indien: Arundhati Roy – Der Gott der
kleinen Dinge. Ein literarisch aussergewöhnlicher Roman über
Liebe, Kaste, gesellschaftliche Hierarchien und verbotene
Beziehungen.
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