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  4. Gerds garstiges Geblubber 82: Zwischen Rillen und Raketen – Phantastik in der Rock und Popmusik
Im heutigen Beitrag hört ihr nachgereicht zu den beiden letzten
Folgen den Versuch einer popkulturellen Verortung der Phantastik in
der Rock und Pop Musik, beziehungsweise der Musik in der
Phantastik. Zwischen Rillen und Raketen: Phantastik in der Rock und
Popmusik Manchmal reicht ein einziger Akkord, ein schwebendes
Synth-Intro oder ein melancholisches Gitarrensolo, um Welten
entstehen zu lassen. In unseren Podcast-Folgen sprechen wir oft
über die Wechselwirkungen zwischen Literatur, Film und Comic. Doch
eine Facette wird im Diskurs über Phantastik, Fantasy und
Science-Fiction erstaunlich oft unterschätzt: Die Musik als völlig
eigenständiges, klangliches Worldbuilding. Besonders wer in den
1970er und 1980er Jahren sozialisiert wurde, erinnert sich an das
Gefühl: Ein Album war damals nicht nur eine Ansammlung von
Drei-Minuten-Singles. Es war ein immersives Gesamtkunstwerk. Wenn
man das Gatefold-Cover aufschlug, die detaillierten Artworks
anstarrte und die Nadel in die Rille senkte, begann ein
Multikanal-Einfluss. Musik, visuelle Kunst und literarische
Fantasie griffen nahtlos ineinander – ohne dass man zwingend ein
Filmplakat oder eine Vorlage brauchte. Abseits von reiner Filmmusik
(Highlander, Tag des Falken) oder direkten Buchadaptionen (Tales of
Mystery and Imagination) gab es eine Fülle von Stücken, die völlig
frei und eigenständig fantastische Kosmen entworfen haben. Hier
sind einige herausragende Beispiele aus den 70ern und 80ern (und
darüber hinaus), die diese Symbiose perfekt einfangen: Progressive
Rock & Space Rock: Die großen Mythenbauer Eloy – Ocean (1977)
Die deutschen Prog-Rock-Pioniere haben mit Ocean eines der
immersivsten Konzeptalben der deutschen Musikgeschichte geschaffen.
Es ist die eigenständige Mythologisierung des Niedergangs von
Atlantis. Die ausdehnenden Klangteppiche, gesprochenen Passagen und
majestätischen Orgel- und Synthesizer-Läufe schaffen eine
Tiefenwirkung, die manchen Sci-Fi-Roman blass aussehen lässt.
Hawkwind – Space Ritual (1973) Space Rock in seiner reinsten,
rohsten Form. Hawkwind – eng verbunden mit dem
Science-Fiction-Autor Michael Moorcock – erschuf keinen polierten
Weltraum, sondern einen psychedelischen, dröhnenden Kosmos. Songs
wie Space Is Deep vermitteln die unendliche, beängstigende Weite
des Alls durch repetitives Riffing und Oszillatorengeräusche. Blue
Öyster Cult – Fire of Unknown Origin (1981) BÖC waren vielleicht
die literarisch versierteste Hard-Rock-Band ihrer Zeit. Stücke wie
Veteran of the Psychic Wars (in Zusammenarbeit mit Michale Moorcock
geschrieben) entwerfen das düstere Psychogramm eines kosmischen
Kriegers. Es ist düster, melancholisch und voller erzählerischer
Substanz. Synth-Pioniere & Post-Punk: Dystopien und digitale
Welten Gary Numan / Tubeway Army – Replicas (1979) Noch bevor Blade
Runner im Kino lief, baute Gary Numan mit Replicas die klangliche
Blaupause für den Cyberpunk. Inspiriert von Philip K. Dick, erzählt
das Album von einer kalten, von Machinen-Menschen („Replicas“) und
Patrol-Bots beherrschten Stadt. Numans unterkühlter Gesang auf
sägenden Minimoog-Synthesizern war pures Sci-Fi-Worldbuilding. John
Foxx – Metamatic (1980) Nach seinem Ausstieg bei Ultravox schuf
John Foxx ein radikal minimalistisches, elektronisches Meisterwerk.
Tracks wie Underpass klingen wie die Akustik von Beton, Neonlicht
und digitaler Entfremdung. Eine ästhetische Parallelwelt, die
perfekt zu den düsteren Dystopien der 80er-Jahre-Literatur passt.
Heavy Metal: Die Heroic Fantasy der späten 70er & 80er Rainbow
– Rising (1976) Mit Dio am Mikrofon und Ritchie Blackmore an der
Gitarre erfand Rising das Genre des Epic Metal mit. Das zentrale
Epos Stargazer – unterstützt vom Munich Philharmonic Orchestra –
erzählt die Geschichte eines Zauberers, der ein Volk versklavt, um
einen Turm aus Stein zu bauen, von dem aus er fliegen will. Das
Schlagzeug-Intro, das orientalisch angehauchte Riff und Dios
Stimmgewalt erschaffen ein Fantasy-Epos von gewaltiger Dramatik.
Der Faden zieht sich weiter: Moderne Weltenbauer Dass dieses
Prinzip kein Relikt der Vinyl-Ära ist, beweisen Künstler der
jüngeren Popkultur, die das Multikanal-Konzept aufgreifen und neu
definieren: Daft Punk (Discovery / Interstella 5555): Das
französische Duo nutzte nicht nur Roboter-Persona für ihr eigenes
Storytelling, sondern verwandelte das komplette Album Discovery
zusammen mit Anime-Legende Leiji Matsumoto in den
Stummfilm-Sci-Fi-Epos Interstella 5555. Gorillaz: Damon Albarn und
Jamie Hewlett haben die Trennung zwischen realer Band und fiktiver
Comic-Welt komplett aufgehoben. Die Gorillaz sind ein visuelles und
musikalisches Universum mit eigenen Charakteren, eigener Lore und
fortlaufender Handlung. Die Antwoord: Radikales, dystopisches
Worldbuilding am Rand der Popkultur. Durch die Überzeichnung der
„Zef“-Kultur, gepaart mit verstörender Alien- und
Cyberpunk-Ästhetik, erschaffen sie ein extrem eigenständiges, fast
schon Albtraum-haftes Phantasma. Für mich ist Musik in der
Phantastik kein passives Beiwerk. Sie ist der Beschleuniger meiner
eigenen Vorstellungskraft. Ein Buch liefert die Worte, ein Comic
das Bild – aber die Musik erzeugt die Resonanzfrequenz, die beides
im Kopf zum Leben erweckt.  
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„Gerds garstiges Geblubber 82: Zwischen Rillen und Raketen – Phantastik in der Rock und Popmusik“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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